Systematische Theologie
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Theologie Interkulturell und Studium der Religionen

HomeSystematische TheologieDer FachbereichTheologie Interkulturell

Theologie Interkulturell und Studium der Religionen, das mit dem letzten Studienplan als neues Fach an der Katholisch-theologischen Fakultät eingeführt wurde, ist mehr als ein neues Segment der Theologie. Es ist wesentlich bestimmt durch Interdisziplinarität, der die Lehre und Forschung besonders verpflichtet ist. Diese nimmt Bezug auf die veränderte gesellschaftspolitische Ausgangslage, die nicht nur durch eine neutrale Phänomenbeschreibung erhoben wird, sondern in der Orte aufgespürt werden, an denen Menschen um die Anerkennung ihrer Würde und ihre Achtung durch andere ringen. Diese Zeichen der Zeit verpflichten zum Auftrag:
(1.) die Zumutung des kulturell und religiös Fremden theologisch zu erschließen, 
(2.) die Differenz der Kulturen und Religionen für die Innovation des eigenen Diskurses valent zu machen und
(3.) einen problemorientierten Fokus zu wählen.
Der interkulturelle und interreligiöse Diskurs bezieht sich einerseits auf die Pluralität der Kulturen innerhalb und außerhalb des Christentums und andererseits auf die Vielfalt der Religionen. Für beide Diskurse hat das Zweite Vatikanische Konzil entscheidende Voraussetzungen erbracht, indem es den Glauben der Kirche in der Polarität (a.) von Pastoral und Dogmatik, (b.) von Ortskirche und Universalkirche, und (c.) von Christentum und anderen Religionen begreift.

 

Theologie interkulturell steht vom Konzil her in der Differenz von Ortskirche und Gesamtkirche und drückt ein strukturelles Kennzeichen des Christentums aus, das seit je geprägt ist durch Transformationsprozesse von Evangelium und Kultur. Erst in jüngerer Zeit kamen explizite kontextuelle Theologien zum Durchbruch. Theologie interkulturell reflektiert zum einen Theorien dieser kontextuellen Theologien und zum anderen die Veränderungen, die davon für die Art und Weise des Theologietreibens ausgehen.

Theologie interkulturell steht am Schnittpunkt von innen und außen und im Spannungsfeld zwischen der Identität des Evangeliums und der Pluralität der Kulturen. Die kulturelle Verankerung jeglicher Theologie ist ihr Thema. Deshalb spielen die Kulturanalysen und das Verstehen fremder und naher Kulturen eine wichtige Rolle. Die Okkupation eines neutralen Beobachterortes ist dabei unmöglich. Die außereuropäischen Theologien reichen in das Innerste der europäischen Theologien, ihre eigene Kontextualität wird zu einem Thema. Rekontextualisierungsforschungen eröffnen einen neuen Begriff von Tradition. Prozesse von Majorisierung und Marginalisierung, die Folgen von Missionsgeschichte und Kolonialismus können bearbeitet werden. Die adverbiale Syntax von Theologie interkulturell unterstreicht die Interkulturalität als Form jeglicher Theologie.

Studium der Religionen geht hier davon aus, dass Religionen weder unter einen Kulturbegriff subsumiert noch methodologisch auf die Religionswissenschaften beschränkt werden können. Vielmehr gibt es darüber hinaus auch gute Gründe für eine Beschäftigung mit den Religionen aus theologischem Interesse. Damit verschärft sich der bedrängende Charakter der Religionen für die Theologie. Das Christentum ist undenkbar ohne Israel, und Gott wiederum ist undenkbar ohne universalen Heilwillen. Das Zweite Vatikanum spricht von den Religionen mit theologischer Hochachtung und würdigt ihren Beitrag für den Frieden unter den Völkern. Letzteres gewinnt in der Gegenwart an Bedeutung, nachdem die Nähe der zweischneidigen Funktionen von Religion sowohl als Gewalt generierend als auch als Frieden stiftend erkannt worden ist.

Als Aufgaben eines Studiums der Religionen sind insbesondere wahrzunehmen: (a.) Kennenlernen und Verstehen von Religionen, (b.) Israeltheologie und Religionstheologie, (c.) problemorientierte Konfliktbewältigungskonzepte, (d.) komparative Theologie und (e.) Spiritualitätsforschung. (UW)

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