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Patzner Robert A., A.o. Univ.-Prof., Dr. |
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Kartierung von Wassermollusken in Salzburg |
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Ziel der Kartierung
• Verbreitung der einzelnen Arten
• Vorkommen der Arten in Bezug zur verschiedenen Faktoren
(Geologie, Höhe ...)
• Häufigkeiten der einzelnen Arten im Verbreitungsgebiet
• Verbreitung von Rote-Liste-Arten
• Feststellen von Gebieten mit hoher Artenvielfalt
• Nachweis von ökologisch wertvollen Bereichen
• Beziehung der einzelnen Arten zueinander (Synökologie)
• Aufzeigen von Wanderungswegen (Neueinwanderer)
• Nachweis von verschollenen Arten (Schalenfunde)
Bundesland Salzburg
Seit 1993 Jahren werden Vorkommen von Wassermollusken des Bundeslandes Salzburg in einer Datenbank erfasst. Es gibt 55 Arten von Wassermollusken: 35 Schnecken und 20 Muscheln. Davon stehen 76 Prozent (!) auf der Roten Liste (Frank & Reischütz, 1994). Zumindest zwei Arten sind seit 1950 erloschen (Valvata alpestris und Unio crassus). 3 Schneckenarten und eine Muschelart wurden in den letzten Jahrzehnten eingeschleppt. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die Mollusken Salzburgs durch Kastner (1905), Mahler (1944/45, 1950) und Klemm (1950,1954) ausführlich untersucht. |
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Warum Wassermollusken?
• Die Mehrzahl der Arten sind an ganz bestimmte ökologische Voraussetzungen gebunden (stenök), es gibt nur wenige euryöke Arten.
• Biologie, Ökologie, Systematik und Habitatsansprüche sind gut bekannt.
• Die meisten Arten sind nach einer Einschulung anhand der Schalen gut bestimmbar. Eine taxonomisch richtige Bestimmung ist unerläßliche Voraussetzung ökologischer Arbeiten.
• Die Tiere sind ganzjährig anzutreffen, zeigen geringe Populations-Schwankungen und sind oft in hohen Individuenzahlen vertreten.
• Der Aktionsradius ist gering. Wassermollusken sind wenig vagil und können sich Veränderungen im Biotop kaum durch Abwanderung entziehen.
• Viele Arten reagieren auf Veränderungen im Gewässer und sterben aus. Die Schalen bleiben nach dem Tode der Tiere aber lange erhalten. Dies ermöglicht die Rekonstruktion früherer Verhältnisse.
• Im Bundesland Salzburg sind in früheren Jahrzehnten Fundorte von Wassermollusken erfaßt worden (siehe Patzner, 1995). Schon aus diesem Grund ist eine neuerliche Kartierung von großem ökologischen Wert.
• Der Vergleich mit Daten aus älteren Aufsammlungen gibt Auskunft über Sukzessionen und Ausfälle von Arten.
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Vorgangsweise
Grundlage sind Empfehlungen von Jungbluth et al. (1982).
• Erfassen von Fundorten aus der Literatur. Diese Arbeit ist bereits abgeschlossen (Patzner, 1995). Seit 1835 sind etwa 80 Publikationen über Wassermollusken im Bundesland Salzburg erschienen. Die meisten Fundorte beziehen sich auf die Stadt Salzburg, deren Umgebung und den Flachgau. Es existieren aber auch vereinzelte Angaben über andere Bereiche im Bundesland.
• Einsicht in Sammlungen von Salzburger Mollusken. Die Sammlung von Friedrich Mahler ist die größte noch existierende Sammlung von Mollusken aus dem Bundesland Salzburg. Sie befindet sich heute im Stift von Kremsmünster. Im Naturhistorischen Museum in Wien ist die Sammlung von Walter Klemm, die eine Reihe von Salzburger Funden beinhaltet. Weiteres Material ist im Oberösterreichischen Landesmuseum in Linz und im Salzburger Haus der Natur (Sammlung Eduard Thaler) sowie in einer Privatsammlung.
• Ökologische Standortüberprüfung. Die in der Literatur angegebenen Fundorte werden - soweit noch vorhanden - aufgesucht und nach Wassermollusken abgesucht. Von besonderen Fundorten, wie zum Beispiel Stellen mit Vorkommen seltener Arten oder Massenvorkommen, werden auch chemisch-physikalische Wasserwerte (Temperatur, pH-Wert, Sauerstoffgehalt, BSB, Leitfähigkeit, Gesamt- und Karbonathärte) genommen.
• Kartieren neuer Fundorte. Ausgehend von der Stadt Salzburg werden stehende Gewässer und Fließgewässer nach Wassermollusken abgesucht. Die Sammelmethoden richten sich eher nach dem Gewässertyp, als nach den verschiedenen Arten. Die Benennung der Biotoptypen erfolgt nach Nowotny & Hinterstoisser (1994).
• Erfassung in der EDV. Erstellung von Verbreitungskarten und Auswertung der Daten wie Biotopräferenzen etc.
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Mehr Informationen
Die Kartierungsarbeiten an Grossmuscheln wurden zusammen mit den Kartierungen an Flusskrebsen in den Jahren 2002 und 2003 durchgeführt.
Eine PDF-Version des Gutachtens ist auf Anfrage erhältlich: Mail: robert.patzner@sbg.ac.at
Mitarbeiter für das Kartierungsprojekt werden laufend gesucht. Leider wird zur Zeit das Projekt nicht finanziell unterstützt.
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Literatur
Frank, C. & P.L. Reischütz (1994): Rote Liste gefährdeter Weichtiere Österreichs (Mollusca: Gastropoda und Bivalvia). – In: J. Gepp (Hrsg.) Rote Listen gefährdeter Tiere Österreichs, pp. 283-316, Styria Medienservice, Graz.
Jungbluth, J.-H., R. Bürk & J. Berger (1982): Zehn Jahre Molluskenkartierung in der Bundesrepublik Deutschland. Beispiel einer faunistischen Molluskenkartierung. – Natur und Landschaft 5 : 309-317.
Kastner, K. (1905): Beiträge zur Molluskenfauna des Landes Salzburg. - Jahresbericht der Staatsrealschule Salzburg, pp. 3-40.
Klemm, W. (1950): Beitrag zur Kenntnis der Molluskenfauna Salzburgs. Die Gehäuseschnecken und Muscheln des Wallersees, seines Einzugsgebietes und seines Abflusses (Fischachtal). - Mitteilungen der Naturwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Haus der Natur Salzburg 1 : 45-54.
Klemm, W. (1954): Klassen Gastropoda und Bivalva. - In: Franz , H. (Hrsg): Die Nordostalpen im Spiegel ihrer Landtierwelt, Band 1 pp. 210-280. Wagner, Innsbruck.
Mahler, F. (1944/45): Die gehäusetragenden Schnecken und Muscheln des Moorgebietes am Fuße des Untersberges. – Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 84/85 : 142-172.
Mahler, F. (1950): Zur Spezialisierung der Salzburger Hydrobiiden unter Berücksichtigung der neu entdeckten Arten. - Mitteilungen der Naturwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Haus der Natur Salzburg, Zoolgische Arbeitsgruppe 1 : 60-61.
Nowotny, G. & H. Hinterstoisser (1994): Biotopkartierung Salzburg: Kartierungsanleitung. – Amt der Salzburger Landesregierung, Referat 13/02. |
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Literatur des Arbeitsteams (AT-Patzner/Limno)
Auinger, B., 2004: Die Mollusken des Wallersees (Salzburg, Österreich) Wasserschnecken und Kleinmuscheln. Diplomarbeit, Universität Salzburg.
Auinger B.M. & R.A. Patzner, 2006: Der Wallersee und seine Wassermollusken Nachr. bl. erste Vorarlb. malak. Ges. 14: 20-39.
Heber D & R.A. Patzner, 2007: Die Süßwassermollusken von Kleingewässern in und außerhalb von Schutzgebieten im Salzburger Raum. Symposium Biotopverbund – Lebensraumvernetzung, Februar, Salzburg.
Patzner, R.A. (1995): Wasserschnecken und Muscheln im Bundesland Salzburg-Stand zu Beginn einer landesweiten Kartierung. – Nachrichtenblatt der Ersten Vorarlberger Malakologischen Gesellschaft 3: 12-29.
Patzner , R.A. (1996a): Zoologische Kartierung im Bundesland Salzburg: Wasserschnecken und Muscheln. – Jahrbuch der Universität Salzburg 1993–1995. pp. 281-289. Verlag Roman Kovar, München.
Patzner, R.A. (1996b): Die neuseeländische Zwergdeckelschnecke Potamopyrgus antipodarum (Gray, 1843) im Bundesland Salzburg. – Linzer biologische Beiträge 28 : 1153-1159.
Patzner , R.A. (1997a): Gyraulus parvus (Say 1817) in the country of Salzburg (Austria). – Heldia 4 : 151.
Patzner, R.A. (1997b): Die Schnecken- und Muschelfauna des Fuschlsees. - Österreichs Fischerei, 50: 188-192.
Patzner R.A., 2004: Flusskrebse und Großmuscheln. Bestandsaufnahme im Bundesland Sazburg. NOEO Wissenschaftsmagazin 02/2004: 6-9.
Patzner R.A., 2006: Wasserschnecken und Muscheln im Bundesland Salzburg. Arten, Verbreitung und Rote-Liste-Status. - Mitt. Haus der Natur 17: 64-75.
Patzner, R.A., R. Hofrichter, R. Glechner & B. Loidl (1992): Das Vorkommen der Wandermuschel Dreissena polymorpha in den Salzburger Alpenvorlandseen. – Österreichs Fischerei 45: 158-163.
Patzner, R.A. , B. Loidl, R. Glechner & R. Hofrichter (1993): Abundanz und Tiefenverteilung von Najaden (Mollusca: Bivalvia: Unionidae) in den Seen des Salzburger Alpenvorlandes. - Natur und Landschaft 68: 58-62.
Patzner, R.A. & D. Müller (1996): Gefährdung und Rückgang der Najadenmuscheln (Unionidae, Bivalvia) in stehenden Gewässern. – Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) 20: 177-196.
Patzner, R.A. & P. Schreilechner (1999a): Kartierung von Süßwassermollusken im Bundesland Salzburg (Österreich). – Heldia 4: 13-16.
Patzner, R.A. & P. Schreilechner (1999b): EDV-unterstützte Kartierung von Süsswassermollusken im Bundesland Salzburg. Sauteria 10: 219-228. |
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Patzner R.A., D. Zick, B.M. Auinger & V. Rothauer, 2006: Methoden der Molluskenkartierung in Salzburger Seen. Nachr. bl. erste Vorarlb. malak. Ges. 13: 59-63.
Rothauer V. & R.A. Patzner, 2006: Der Wolfgangsee und seine Molluskenfauna mit Anmerkungen zum Fuschlsee. Nachr. bl. erste Vorarlb. malak. Ges. 13: 40-58.
Schachinger, D. & R.A. Patzner (2004): Charakteristische Wassermolluskenarten in verschiedenen Biotoptypen des Bundeslandes Salzburg, Österreich. - Malakologische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 22: 49-56.
Schachinger, D. & R.A. Patzner (2004): Kartierung von Wassermollusken im Bundesland Salzburg, Österreich - Stand 2003. Malakologische Abhandlungen Staatliches Museum für Tierkunde Dresden 22: 37-47.
Schamberger K., V. Kiesenhofer & R.A. Patzner, 2007: Wassermollusken und Schutzgebiete – Beispiel Trumerseen (Salzburg, Österreich). Symposium Biotopverbund – Lebensraumvernetzung, Februar, Salzburg.
Schamberger K., V. Kiesenhofer & R.A. Patzner, 2007: Erstfund von Anisus vorticulus (Troschel 1834) im Bundesland Salzburg (Gastropoda, Planorbidae). Linzer biol. Beiträge 39: 531-533.
Strasser T., 2004: Aquatische Neozoen in der Stadt Salzburg – Mollusca, Decapoda & Pisces. Diplomarbeit, Universität Salzburg.
Strasser T. & R.A. Patzner, 2005: Aquatische Neozoen im Stadtbereich, am Beispiel der Stadt Salzburg. Mitt. Zool. Ges. Braunau (in Druck).
Zick, D., 1998: Die Molluskenfauna im Mattsee (Salzburg, Österreich). Diplomarbeit, Universität Salzburg.
Zick D. & R.A. Patzner, 2006: Der Mattsee und seine Molluskenfauna. Nachr. bl. erste Vorarlb. malak. Ges. 13: 1-19.
siehe auch: Publikationsliste Patzner |
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Contact
University of Salzburg, Department Organismic Biology
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