26.02.2020

Der neu konstituierte „Österreichische Wildbienenrat“ fordert eine Forschungs- und Bildungsoffensive

An der Universität Salzburg konstituierte sich kürzlich der „Österreichische Wildbienenrat“. Die derzeit 14 Mitglieder – Expertinnen und Experten für Insekten, Bestäubungsökologie und Biodiversität – fordern dringend ein allgemeines Umlenken: Bestäuberschutz ist ein Gebot der Stunde!

Die Arbeitsgruppe setzt sich dafür ein, dass in Österreich der Schutz von bestäubenden Insekten in Privatgärten, auf Agrarflächen und bei der Pflege öffentlicher Flächen ein prioritäres Thema wird. Ein Umdenken und Umlenken ist dringend geboten, denn die Weiterführung der bisherigen Praxis sägt an unseren Lebensgrundlagen. Insektenbestäubung ist auch für uns überlebenswichtig und ökologisch sowie wirtschaftlich von außerordentlich großer Relevanz. Wir haben eine ethische Verpflichtung, das Aussterben von Bestäubern hintanzuhalten. Der Schutz von Bienen hilft übrigens auch vielen weiteren tausend Tier- und Pflanzenarten.

Mehr Forschung dringend notwendig

Wie dramatisch die Situation der Wildbienen ist, zeigen Daten aus Deutschland, die direkte Rückschlüsse auf Österreich zulassen. Da viele mitteleuropäische Bienenarten nur in Österreich vorkommen, hat Österreich beim Schutz der Wildbienen eine besonders wichtige Rolle.

Für eine Detailbeurteilung der Situation und damit auch für zielgerichtete Schutzprioritäten und Maßnahmen fehlen in Österreich allerdings belastbare aktuelle Grundlagen. Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten gibt es keine Rote Liste der 700 österreichischen Bienenarten. Der „Österreichische Wildbienenrat“ fordert dringend die Erstellung einer solchen Roten Liste wie auch die Einrichtung eines fundierten Monitorings nach dem Vorbild  Deutschlands und der Schweiz. „Wer die Landschaft so intensiv nutzt, wie wir es tun, muss die Folgen für die Artenvielfalt erkennen können“, sind sich die Fachleute einig.

Artenkenner gefragt

Es gibt nicht nur bei den Wildbienen nur noch wenige Menschen, die die Arten kennen, unterscheiden und zuverlässig bestimmen können. Nicht zuletzt, weil das kaum mehr Inhalt von schulischen und universitären Lehrplänen ist. Angesichts der besorgniserregenden Entwicklung der Biodiversität braucht es aber genau diese Expertinnen und Experten. Deshalb ist es höchste Zeit für eine Ausbildungsoffensive!

Der „Österreichische Wildbienenrat“ unterstützt die Ausbildung Interessierter durch Bestimmungskurse, Führungen, Exkursionen sowie durch Schulprojekte und auch über Online-Plattformen wie www.naturbeobachtung.at. Besonders wichtig sind u.a. auch gut betreute Museumssammlungen, frei verfügbare Literatur und Detailfotografien. Weiters bietet der Wildbienenrat eine Anlaufstelle, um bei Fragen kompetent Auskunft zu geben und um Falschinformationen vorzubeugen. (Kontaktdaten der Mitglieder siehe Seite 2).

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Foto Wildbienenrat: Christine Pühringer

Für Rückfragen stehen gerne zur Verfügung:
Zur Kampagne „Wild auf Bienen“: Mag. Christine Pühringer, christine.puehringer(at)naturschutzbund.at, 0662 642909 15

Für Fragen zum Wildbienenrat: Dr. Johann Neumayer, jneumayer@aon.at, 0660 9339772  

Name | E-Mail | Tel.| Bundesländer

Univ.-Prof. Dipl.-Biol. Dr. Stefan Dötterl | stefan.doetterl@sbg.ac.at | 0662 8044 5527 |S
BSc Lorenz Wido Gunczy | bienen.stmk@gmail.com | 0699 13447448 | St, K
Mag. Gerald Hölzler | gerald.hoelzler@gmx.at | 0650 9000917 | W, N, B
Mag. Timo Kopf | timo.kopf@chello.at | 0688 8238275 | T, V
Dr. Johann Neumayer | jneumayer@aon.at | 0660 9339772 | S, K
Mag. Esther Ockermüller | esther@hymenoptera.at | esther.ockermueller@landesmuseum.at | 0732 7720 521 55 | O, N
Dr. Bärbel Pachinger | baerbel.pachinger@boku.ac.at | 0650 5015420 | W, N, B
Martin Schlager MSc | martin.schlager90@gmx.at | 0699 14061221 | S
Mag. Heinz Wiesbauer | heinz.wiesbauer@utanet.at | W, N, B
Katharina Zenz MSc. |  katharina.zenz@gmx.net | 0676 5167521 |  W, N, B
Dr. Herbert Zettel | herbert.zettel@nhm-wien.ac.at | W, N, B

Bildinfo: Fuchsrote Sandbiene (Andrena fulva) auf Johannisbeere © Johann Neumayer

Die auch Johannisbeer-Sandbiene genannte Art gehört zu den ersten, die im Frühling unterwegs sind. Ihre Nester legt sie im März und April auf wenig gepflegtem, "löchrigem" Rasen an, aber auch an Wegrändern und sogar auf unbefestigten "Trampelpfaden", in den Fugen zwischen Terrassenplatten, vor Hecken und Gartenmauern. 

Das erste Treffen des „Österreichischen Wildbienenrats“ wurde im Rahmen der Initiative „WILD auf BIENEN“ organisiert, die zu einer insektenfreundlichen, bunten, artenreichen und vielfältigen Landschaft beitragen möchte. – Mit Unterstützung von Bund und Europäischer Union.  

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