Neuer Sammelband zur Langzeit-Panelstudie "Zur Rolle von Medien in der Sozialisation sozial benachteiligter Heranwachsende" (2005 bis 2017) erschienen: "Lebensphase Jugend"

Im Nomos-Verlag ist heute der dritte Band zur Langzeitstudie erschienen. Er legt den den Schwerpunkt auf die letzten beiden Erhebungswellen (2014 & 2016) sowie auf die telefonische Nachbefragung (2016 & 2017), die sich mit der Lebensphase Jugend der Heranwachsenden befasst haben. Darüber hinaus bietet er u.a. auch eine Fortschreibung des Theoretischen Ansatzes der Praxeologischen Mediensozialisationsforschung, eine Beleuchtung des ergänzten Methodenrepertoires der Langzeitstudie sowie eine Überarbeitung der 2014 (Paus-Hasebrink & Kulterer) erstmals veröffentlichten Typenbildung zu Familientypen.

Bibliographische Angaben:

Paus-Hasebrink, Ingrid (Hrsg) (2017): Langzeitstudie zur Rolle von Medien in der Sozialisation sozial benachteiligter Heranwachsender. Lebensphase Jugend. Lebensweltbezogene Medienforschung: Angebote - Rezeption - Sozialisation Band 5. Baden-Baden: Nomos.

Mit Beiträgen von Ingrid Paus-Hasebrink, Jasmin Kulterer, Andreas Oberlinner und Philip Sinner.

Auf der Seite von Nomos lassen sich zusätzliche Materialien kostenfrei herunterladen: Ergänzende Fallbeispielbeschreibungen und Steckbriefe der Familien, sowie das Codesystem Eltern und das Codesystem Kinder.

 

Herzlich willkommen auf der Homepage der Langzeitstudie (2005 bis 2017)
„Zur Rolle von Medien in der Sozialisation sozial benachteiligter Heranwachsende“


Univ.-Prof. Dr. Ingrid Paus-Hasebrink

Die Langzeitstudie „Zur Rolle von Medien in der Sozialisation sozial benachteiligter Heranwachsende“ ist im Sinne von Norbert Elias als „engagierte Sozialforschung“ angelegt; neben dem wissenschaftlichen hat sie zugleich ein soziales Anliegen. Als Ausgangspunkt der Studie dienten Analysen, die auf die zunehmende soziale Kluft in der Gesellschaft hinweisen; die Schere zwischen Arm und Reich wird größer. Was bedeutet dies für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in ihrer Sozialisation? Stehen sie in der Gefahr, tendenziell an den Rand der Gesellschaft gedrängt zu werden, denn Armut bzw. Armutsgefährdung ist häufig eng verbunden mit schlechten Startbedingungen von Kindern insgesamt, mit Gesundheitsproblemen und mangelnder Partizipation sowie speziell auch mit schlechteren Bildungschancen? Und welche Rolle spielen Medien bei der Identitätskonstruktion, dem Aufbau von Wissen, den Partizipationsmöglichkeiten und der Wertevermittlung für sozial benachteiligte Heranwachsende?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Langzeitstudie, einer qualitativen Panelstudie, die im Jahr 2005 unter dem Titel „Analyse des Wandels von Sozialisation: Veränderung von Kindheit in sozial schwächeren bzw. anregungsärmeren Milieus im Kontext des Wandels der Medien“ startete. Dieses erste vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank geförderte Projekt umfasste zwei Panelwellen (2005 und 2007) mit insgesamt 20 Familien (nunmehr 18 Familien). Im Jahr 2009 wurde ein Folgeprojekt (2010 bis 2012) beantragt und genehmigt, das die zu Beginn der Studie fünf bis sechs Jahre alten Kinder bis an der Schwelle zum Jugendalter begleitete. Nach einem dritten erfolgreichen Projektantrag wird die Studie seit März 2014 nunmehr mit dem Augenmerk auf die Lebensphase Jugend bei sozial benachteiligten Heranwachsenden noch bis Februar 2017 weitergeführt. Mittlerweile ist die 6. Panelwelle abgeschlossen.


EbenenmodellTheoretisch basiert die Studie auf einem praxeologischen, integrativen Ansatz. Danach ist die Sozialisation eines Menschen als ein lebenslanger Prozess zu verstehen, der sich in verschiedenen sozialen Zusammenhängen vollzieht, an denen das Individuum beteiligt ist. Im Mittelpunkt der praxeologischen Perspektive steht die Frage nach dem sozialen Milieu und den Habitus-Ausprägungen von Individuen, in diesem Fall jenen von Kindern und Eltern in ihrer Familie. Zentral ist, wie sie im Kontext ihrer je spezifischen Lebensbedingungen auch mit Hilfe von Medienangeboten einzelnen Vorgängen in ihrer Umgebung Sinn zu geben suchen, um ihre persönliche und soziale Identität so gut wie möglich zu sichern bzw. auszubauen, ihr Kohärenz zu geben und den Alltag lebbar zu gestalten. Ins Visier gefasst wird dazu die je individuelle, aber dennoch über die subjektive Repräsentation hinaus weisende Lebensumfeld und die jeweilige darin eingelagerte Lebensführung. Der Blick gilt den Heranwachsenden in ihrem Alltag, wie sie in ihren sozialen Räumen, die ihnen tatsächlich oder symbolisch zur Verfügung stehen und in denen sie ihre ‚Kapitalien‘ einsetzen, Sinn im Alltag herzustellen versuchen und Handlungskompetenz erwerben.

AuswertungsschritteIm Mittelpunkt der Erhebungsmethoden stehen qualitative Leitfadeninterviews mit je einem Elternteil und einem Kind der Familie. Die Interviews werden jeweils parallel in unterschiedlichen Räumen in der Wohnung der Familie durchgeführt, um gegenseitige Einflussnahmen auszuschließen. Darüber hinaus werden die Jungen jeweils von männlichen, die Mädchen von weiblichen Personen interviewt. Ergänzend zu den Leitfadeninterviews kommen standardisierte Fragebögen zum Einsatz, in denen z.B. das Einkommen, die Anzahl der Personen im Haushalt, der Bildungsgrad und die Wohnsituation abgefragt werden, um diese Daten über die Zeit möglichst einfach vergleichbar zu halten. Nach den Interviews halten die Interviewer darüber hinaus ihre Beobachtungen zum Familienklima, der Ausstattung der Wohnung und weitere Eindrücke in Beobachtungsprotokollen fest. Seit der fünften Erhebungswelle werden die Heranwachsenden zudem gebeten, Mindmaps zur ihren Beziehungsstrukturen und ihrer Mediennutzung zu zeichnen, Fotos ihres jeweils präferierten Ortes für Hausaufgaben und Mediennutzung sowie ihres Lieblingsplatzes zu erstellen und im Rahmen von lautem Denken ihr Profil im von ihnen bevorzugten Social Media-Angebot vorzustellen. Die Auswertung erfolgt in mehreren Phasen und Teilschritten; siehe dazu Abbildung "Auswertungsschritte" und folgenden Link: Vortrag Auswertungsstrategien einer Langzeitstudie.

Forschungsüberblick Mediensozialisationsforschung 2017

Das folgende Dokument bietet einen Gesamtüberblick zur projektrelevanten Literatur. Eingeordnet werden darin all jene aktuellen Studien, die das komplexe Feld der Mediensozialisationsforschung (bei Heranwachsenden) berühren. Erfasst werden Arbeiten in deutscher und englischer Sprache im Zeitraum von 2013 bis 2017 (Langzeitstudien, die bereits zuvor begannen, wurden zusätzlich miteingeschlossen). (Stand: Juli 2017)

Literaturstudie Mediensozialisationforschung 2017

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

An dieser Stelle besteht ebenfalls die Möglichkeit, direkt auf die einzelnen im Rahmen der Literaturstudie erfassten Studien zuzugreifen. Für jede Studie ist ein Kurzsteckbrief hinterlegt, der folgende Informationen umfasst: Titel, Laufzeit, Land/Länder als Untersuchungseinheit, Forschungsdesign, Link zur Seite der Studie, Thema und Zusammenfassung.

(Stand: Juli 2017)

Datenbank & Einzelzugriff

Überblick Gesamtdokument
KiGGS Gesundheitsstudie Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten AID:A
EU Kids Online The Understanding Society Study UK
JIM-Studie Monitoring ACT ON!
Global Kids Online 3. Oö. Jugend-Medien-Studie 2013
Digital Divide Norwegian Schools Gewalt-Medien-Sucht: Computerspiele
Understanding Families in the Digital Age Socially Disadvantaged Families (Europe)
DIVSI U25-Studie The Social Lives of Networked Teens
JAMES-Studie Jugend 3.0 - Abgetaucht nach Digitalien
Jung und vernetzt KIM-Studie
miniKIM-Studie Net Children Go Mobile
Online Problematic Situations (UK) The Mobile Generation
4. Oö. Jugend-Medien-Studie 2015 (2017) AVG Digital Diaries 2015
Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich Armut und die Entwicklung von Kindern
DIVSI U9-Studie Geschickt geklickt?!
Shell: Jugend - pragmatischer Aufbruch Kinder, Jugend und Armut in Österreich
Mediatisierung mobil MIKE-Studie
Mobile Internetnutzung Teens, Technology & Friends
Young Children and Digital Technology Young, online and connected
Contextualized Parental Mediation Armutsfolgen für Kinder und Jugendliche
Children's Media Lives Digital Equity + Opportunity for All
Fairness for Children Familienarmut im Land Salzburg
Families and Screen Time Jugend und Instant Messaging
Doing Family als Bewältigungsressource Mobile Medien in der Familie (MoFam)
Parents, Teens and Digital Monitoring The Class: Living and Learning in the Digital Age
The Dark Side of Internet Use Quebec Longitudinal Study of Child Development
VoD-Monitor 2016 Zu jung und doch dabei: Kinder & Facebook
Mediensozialisation - medienbezogene Dispositionen

Methodological Workshop together with the Interdisciplinary Research Team on Internet and Society – IRTIS, Brno

On January 12th and 13th 2017 the team of the "Mediensozialisationsstudie", led by Ingrid Paus-Hasebrink, has organised a methodological workshop on online-research. Together with colleagues from the Interdisciplinary Research Team on Internet and Society – IRTIS, led by David Šmahel, latest research results were presented and discussed. Furthermore, challenges, opportunities, new ways of doing online research (together with different partners and stakeholders) and standards for excellent practices were subjects of the debates.

IRTIS is part of the Institute for Research on Children, Youth and Family (Faculty of Social Studies, Masaryk University in Brno). 15th Cyberspace Conference will take place in Brno in the end of November.

Thanks to all participants who have contributed to this event and made a go of the workshop, in particular to our guests from Brno: Andreas Oberlinner, Cornelia Grobner, David Šmahel, Hana Macháčková, Ingrid Paus-Hasebrink, Jasmin Kulterer, Lenka Dědková, Maria Zehner, Martina Černíková, Mihael Djukic, Monika Hoppenthaler, Philip Sinner, Sascha Trültzsch-Wijnen and Stefan Gadringer (in alphabetical order).

In the section below you may find all presentations of the workshop available for download.

 

Bredowcast 21 - Wir erforschen was mit Medien: Zu Gast ist Ingrid Paus-Hasebrink

Univ.-Prof. Dr. Ingrid Paus-Hasebrink (Universität Salzburg und Gastwissenschaftlerin am Hans-Bredow-Institut in Hamburg) ist zu Gast bei Daniela Friedrich. Beide unterhalten sich über die Langzeitstudie zur (Medien-)Sozialisation von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen.

Vorträge und Präsentationen

Vortrag vor dem Forschungskomitee des Hans-Bredow-Instituts (Foko)

Kolloquium an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Wissenschaft und Theorieentwicklung leben vom aktiven Diskurs und dem kritischen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen: Am 3. und 4. März 2016 nahm Ingrid Paus-Hasebrink am Kolloquium der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schwerpunktprogramms (SPP) „Mediatisierte Welten" teil, das an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster stattfand. Im Rahmen der Posiumsdiskussion am 3. März 2016 sprach Ingrid Paus-Hasebrink zur 'Praxistheorie‘ am Beispiel des Ansatzes der Praxeologischen (Medien)Sozialisationsforschung und diskutierte diesen Ansatz mit anwesenden Dissertanten und Post-Docs. Als zweiter Diskutant war Prof. Dr. Udo Göttlich geladen.

Publikationen (Auswahl)

Methodische Umsetzung des zweiten Folgeprojektes

Arbeitsgruppe Mediensozialisationsforschung: Projektphase Jugend

Folgende Personen sind an der Langzeitstudie zur Mediensozialisationsforschung bei sozial benachteiligten Heranwachsenden (derzeit Projektphase Jugend) beteiligt:

  • Projektleitung

Univ.-Prof. Dr. Ingrid Paus-Hasebrink, M.A.

  • Wissenschaftliche Mitarbeiter

Andreas Oberlinner, M.A.

Philip Sinner, M.A.

Mag. Jasmin Kulterer

  • Das Team wird unterstützt von

Monika Hoppenthaler

Josefine Golla, B.A.

Matthias Falkinger, B.A.

Julia Sophie Fraunberger, B.A.

Daniel von Reinersdorff-Paczensky-Tenczin, B.A.

Ramona Halder

Maria Zehner

Benedikt Berger

Felix Berlet, B.A.

Thomas Gröbner, M.A.

  • Ehemalige Mitarbeiter

Anna Bramböck, B.A.

Fabian Prochazka, M.A.

Mag. Michelle Bichler

10 Jahre Mediensozialisationsstudie


Univ.-Prof. Dr. Ingrid Paus-HasebrinkWie viel schauen Kinder fern? Wie intensiv spielen sie Computerspiele? Wo und wie lang surfen sie im Internet? Welche Relevanz kommt den Medien für die Identitätskonstruktion und den Aufbau von Wissen und Wertevermittlung zu? Bereits seit dem Jahr 2005, also genau zehn Jahre lang, begleitet die Salzburger Kommunikationswissenschaftlerin Univ.-Prof. Dr. Ingrid Paus-Hasebrink mit ihrem Team zunächst zwanzig (heute noch 18) sozial benachteiligte Familien in Stadt und Land Salzburg.

Es ist bisher weltweit die längste derartige Studie. Sie wurde unlängst mit Fördermitteln aus dem Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank um drei weitere Jahre verlängert. 2014 ist das neue Buch zur Studie erschienen (Ingrid Paus-Hasebrink/ Jasmin Kulterer (2014): Praxeologische Mediensozialisationsforschung. Langzeitstudie zu sozial benachteiligten Heranwachsenden. Unter Mitarbeit von Philip Sinner. Baden-Baden: Nomos). Ziel der Studie ist es nicht nur den Umgang sozial benachteiligter Kinder und ihrer Eltern mit Medien zu analysieren und die Bedeutung anderer Sozialisationsagenten zu erforschen. Vielmehr soll auch Aufmerksamkeit für die Mediensozialisation armutsgefährdeter Heranwachsender geweckt und so geeignete Wege für die Verbesserung von Erziehungs- und Medienkompetenzvermittlungsprogrammen gefunden werden, bis hin zu einer Förderung der allgemeinen Alltagskompetenz der Familien.

... Infoblatt

... Artikel im standard.at vom 20. März 2015

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