FORSCHUNGSPROJEKTE DER NETZWERK_MITGLIEDER ZUM THEMA ALTERN UND ALTER (Auszug)

Prof. Dr. Andreas Koch

Demographischer Wandel im Alpenraum

Im Rahmen des Projekts 'Demochange: Demographic Change in the Alps' ging es um die Anpassungsstrategien der Raumplanung und Regionalentwicklung an demographische Schrumpfungsprozesse. Als österreichische Modellregion dienten die politischen Bezirke Pinzgau, Pongau, Lungau. Das Thema Altern spielte insovern eine wesentliche Rolle, als durch die regional unterschiedliche Verteilung der demographischen Alterung räumliche Ungleichheiten der infrastrukturellen Ausstattung zu erwarten sind, die insbesondere die Mobilität und medizinische Versorgung älterer Menschen potenziell gefährden.

Sozialfestival 'Tu was, dann tut sich was'

Das seit 2010 in österreichischen Regionen stattfindende Sozialfestival dient dazu, ein gutes Leben und gedeihliches Miteinander zwischen den Generationen, Geschlechtern, Lebenslagen und Lebensstilen zu fördern. Menschen reichen dazu ihre Anregungen in Form von Projekten ein und können im Falle positiver Bewilligung diese dann innerhalb von 18 bis 24 Monaten umsetzen. Etliche der mittlerweise über 200 geförderten Projekte widmen sich aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln dem Thema des Alters, zum Beispiel der gegenseitigen Unterstützung älterer Menschen im täglichen Leben oder der Förderung ihrer Mobilität.

Modelling Northern Rural Development

Mit Kollegen aus Schweden, Kanada und Australien wird die Frage untersucht, welche ökonomischen und sozialen Möglichkeiten in peripheren, dünn besiedelten Regionen bestehen, um ein gutes Leben auch in diesen Regionen zu ermöglichen bzw. zu erhalten. Unter anderem werden eHealth-Technologien auf ihre physische Infrastrukturen substituierenden Potenziale untersucht, aber auch Fragen von Entrepreneurship älterer Menschen diskutiert.

 

Prof. Dr. Günter Lepperdinger

Biologischer Alternsprozess

Verändern sich Stammzellen während des 'normalen' biologischen Alternsprozesses? Die Annahme ist, dass diese Veränderungen einen möglicherweise ursächlichen Zusammenhang für die schleichende Entwicklung von altersassoziierten Erkrankungen darstellen. Die experimentelle Forschung beschäftigt die spezielle Fragestellung, ob die Nische von mesenchymalen Stammzellen (MSC) die Gesundheit von Zellen und somit das endogene Regenerations- und Reparaturpotenzial von Geweben und Organen entscheidend beeinflusst. Das Ziel ist es, die dynamische veränderliche Zusammensetzung des extrazellulären Milieus von adulten MSC im Menschen in jungen/gesunden sowie in gealterten Organen und Geweben zu analysieren. Neben biomedizinischen Strategien, die sich damit beschäftigen, das extrazelluläre Milieu so zu manipulieren, um negativen Veränderungen im Alter vorzubeugen oder solche zu beseitigen, ist eine wichtige wissenschaftliche Fragestellung, ob es biologische veränderliche Prozesse für 'Stammzellfitness' gibt. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe aus systematischen Untersuchungenen zeigen deutlich, dass Lebensläufe von humanen MSC distinkte Strategien bemühen, um altersspezifische exogene Defizite zu kompensieren und so Langlebigkeit von Geweben und Gewebefunktionen zu garantieren. So konnte kürzlich gezeigt werden, dass Stammzellen im erwachsenen Organismus, nicht wie die des embyonalen Typs, unsterblich sind, vielmehr haben diese ein begrenztes Vermehrungspotanzial aber auch Differenzierungseigenschaften, die sich mit dem Alter verändern. Diese Phänomene stellen bisher nicht gut verstandene Qualitätskriterien dar. Die Ursachen dafür konnten nun gründlich untersucht und ein entsprechender Einfluss von chronisch entzündlichem Milieu auf Knochenständige Stammzellen im Alternsverlauf aufgezeigt werden. Durch diesen geregelten Ablauf, der neben der zellulären Seneszenz Entartungen vorbeugt, wird darüber hinaus das Selbsterneuerungspotenzial der Stammzellpopulation erhalten und die hohen Anforderungen, die an Stamm- und Progenitorzellen im Laufe des Lebens gelegt werden müssen, garantiert. Dieses Konzept verhilft dem Körper entsprechende Regenerations- und Reparaturmechanismen bis ins fortgeschrittene Alter zu erhalten.

 

Assoz. Prof. Dr. Susanne Ring-Dimitriou

Care in Movement (2016-2019)

Fortsetzung des ZentrAAL-Projekts in Kooperation mit Partnern aus Italien und der Schweiz. Arbeitspakete der Sportwissenschaft erweitert auf Gesundheitsförderung durch Fitness und Bewegungsförderung des Betreuungspersonals im betreuten Wohnen. Dabei wird insbesondere die Handhabbarkeit, Reliabilität und Validität der von uns entwickelten Funktionalen Fitnessbatterie überprüft (Arbeitspakete Ring-Dimitriou und Team finanziert durch FFG, EU-benefit Programm, Dissertation Sonja Jungreitmayr).

ZentrAAL (2015-2018) Salzburger Testregion für AAL-Technologien

Kann man mit Hilfe von smarter Technologie die funktionale Fitness und das Bewegungsausmaß älterer Personen im betreuten Wohnen verbessern? Als einer von acht Projektpartnern dieses interdisziplinären FFG-Projekts, das von Mag. Cornelia Schneider der Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH geleitet, konzipiert und durchgeführt wird, sind wir in diversen Arbeitspaketen für die Entwicklung eines Übungs- und Aktivitätskataloges zuständig. Dabei werden am Hintergrund eines bio-psycho-sozialen Kontextes gesundheitswirksame sportmotorische Übungen für ältere Personen (Alter 65+) mit Typ-2-Diabetes Mellitus und eingeschränkter kognitiver Funktion entwickelt. Diese werden in ein online-Programm integriert, das über unterschiedliche Technologien (smartphones, wearables, tablets) abgerufen und interaktiv eingesetzt werden kann. (Arbeitspaket Ring-Dimitriou und Team finanziert durch FFG, benefit-Programm, Dissertation Sonja Jungreitmayr).

Paracelsus 10.000 Studie (2013-2018)

Einfluss des Fitnessniveaus und des Bewegungsausmaßes auf die ventilatorischen Schwellen im 3-Phasenmodell nach Skinner. Dabei wird auch der PPARGC1A-SNP untersucht. Kooperation mit PMU/SALK. (Leitung: Univ.-Doz. Dr.med. B. Paulweber; Finanzierung von 4 Sportwissenschaftler/-innen-Stellen via private und öffentliche Fördergeber, KLIF-Antrag zur Finanzierung der Dissertation Martin Pühringer 2016 angestrebt).

Effect of exercise on skeletal muscle metabolism mediated by PGC-1a and PPAR-d in non-diabetic males (2010-2013)

Im Rahmen einer interdisziplinären Kooperation wird der Einfluss von Genen der Peroxisom-Proliferator Aktivierten Rezeptoren auf die Trainierbarkeit des oxidativen Systems von Erwachsenen mit hohem Risiko für Typ-2 Diabetes Mellitus untersucht. (ÖNB-Jubiläumsfonds Projekt J14156, Leitung: Ring-Dimitriou, Teil-Finanzierung der Postdoc-Stelle Steinbacher).

DE-Plan (2006-2010)

Europäisches Projekt zur Diabetes Mellitus Typ-2 Prävention. Unter finnischer Gesamtleitung (Univ.-Prof. Dr. Tuomilehto) nehmen auch 3 Arbeitsgruppen aus Österreich (Uni Krems, Styria Vitalis und 1. Med. Abt. St. Johanns Spital SALK) teil. Ziel des EU-Projektes ist die Dokumentation verschiedenster Interventionsmaßnahmen zur Reduktion des T2DM-Risikos sowie die Suche nach der wirksamsten und ökonomisch günstigsten Maßnahme. Arbeitspaket Ring-Dimitriou (IFFB): Einfluss der Absicht, das Bewegungsverhalten auf das Bewegungsausmaß zu verändern und klinische Variablen. Dabei wurde auch die Handhabbarkeit einer Activity Watch überprüft. (Gesamtleitung: Univ.-Doz. Dr. B. Paulweber, in Kooperation mit der Arbeiterkammer Salzburg und dem Arbeitsmedizinischen Dienst).

Sarkopeniestudie - EXMOD (2006-2009)

Wirkung unterschiedlicher 3-monatiger Trainingsprogramme auf die zellulären Eigenschaften der Skelettmuskulatur sowie die kardiovaskuläre, matabolische und motorische Fitness von peri- und postmenopausalen Frauen. Arbeitspaket Ring-Dimitriou: Konzeption, Organisation und Durchführung der Bewegungsprogramme, sowie Koordination verschiedener Arbeitsgruppen in Kooperation mit der Radiologie der PMU (Univ.-Prof. Dr. Fr. Eckstein) und der Nuklearmedizin (Univ.-Prof. Dr. Pirich, Dr. H. Kässmann). (Gesamtleitung: Univ.-Prof. Dr. A.M. Sänger, finanziert durch OeNB).

GS 2010 - Gesundes Salzburg 2010 (2005-2010)

2-jähriges interdisziplinäres Gesundheitsförderprojekt im Auftrag des Landes Salzburg zur Realisierung des Gesundheitszieles Herkreislauf- und Stoffwechselgesundheit für die Salzburger Bevölkerung in 10 Salzburger Gemeinden. Arbeitspaket Ring-Dimitriou (IFFB): inhaltliche Konzeption des Moduls Bewegung (Interventionsziele, Implementierungsmaßnahmen, Evaluation), wobei die Erhöhung der körperlichen Aktivität auf der Ebene der Gemeinde im Vordergrund steht. Das Projekt wurde Programm und wird heute vom AVOS in Form von Lebensstilgruppen in den gesunden Gemeinden weitergeführt. (Gesamtleitung: Univ.-Doz. Dr. B. Paulweber, in Kooperation mit AVOS, Ärztekammer und PMU, finanziert durch FGÖ).

 

Dr. Astrid Spatzier

Alter und Pflege - Zum Bewusstsein in der österreichischen Bevölkerung

Inwieweit ist das Bewusstsein in der österreichischen Bevölkerung zum Thema Alter und Pflege ausgeprägt und welche unterschiedlichen Befindlichkeitstypen sind festzustellen? Erste Antworten auf diese Fragen gibt die von der Nürnberger Versicherung AG in Auftrag gegebene qualitative Studie (60 Interviews). Die Ergebnisse illustrieren vier Haupttypen: Positiv naiver Typus, Verdränger Typus, Realist Typus und Besorgter Typus. Mit dieser Studie wurde ein erster Anhaltspunkt im Hinblick auf strategische Kommunikation zur Bewusstseinsschärfung geliefert.

Die Rolle der Medien bei gesundheitsbezogenen Entscheidungen

Im Auftrag des Klinikums rechts der Isar (München, Orthopädie) wurde anhand einer quantitativen Befragung sowie qualitativen Interviews erhoben, welche Medien für welche Informationszwecke bei bevorstehenden Hüftgelenks- oder Knieoperationen herangezogen werden. Ein Kernergebnis ist, dass nicht nur jüngere Menschen, sondern auch ältere Menschen das Internet bevorzugterweise zur Vorabinformation nutzen.

 

Prof. Dr. Walter Stoiber

Verlauf und Auswirkungen von NETose-bedingter chronischer Entzündungen

Chronische Entzündung ist ein zentraler, die Alterung von Geweben und Organen vorantreibender Faktor. Dieser Teilvorgang des Alterungsprozesses wird als Entzündungsaltern (engl. inflammaging) bezeichnet. Die biomedizinische Forschung der letzten zehn Jahre hat gezeigt, dass sogenannte NETs (von engl. neutrophil extracellular traps) hierbei eine wesentliche Rolle spielen.

 

Ass. Prof. Mag. Dr. Martina Thiele

Kommunikation, Medien und Alter

Schwerpunkte der Forschung zu Kommunikation, Medien und Alter sind Medieninhalte und damit mediale Altersrepräsentationen. Hier bestätigen aktuelle Forschungsergebnisse einen Wandel der Altersbilderrepräsentationen. So werden z.B. traditionelle und tendenziell negative Altersstereotype seit einige Jahren ergänzt durch mediale Repräsentationen sogenannter 'junger Altern', 'Best Ager', die konsumfreudig und Neuem gegenüber aufgeschlossen 'ihre besten Jahre' genießen. Welche Folgen die Rezeption dieser vor allem in der Werbung verbreiteten Altersbilder auf Ältere aber auch auf Jüngere hat, ist ein künftiger Forschungsschwerpunkt. Desweiteren interessieren Mediengenerationen und alters-/generationsbedingte Unterschiede im Medienhandeln.

 

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    Tom Rosenstiel, einer der anerkanntesten Denker zur Zukunft der Medien, spricht am 23. Mai um 19.00 Uhr im HS 380 der Kultur- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät (Rudolfskai 42) über die Zukunft der Demokratie im Zeitalter von Fake News, den Aufstieg der russischen Trolle im Internet und wie Journalismus in Zukunft aussehen wird.
    Von Essen bis Wickeln: Die Natur bestimmt den Rhythmus vieler Jungeltern. Damit Familienfreundlichkeit auch bei allen ankommt, hier einige Infos, wie und wo an der Universität Salzburg der Alltag mit Kleinkind leichter fällt.
    Zum Auftakt des 20. Österreichischen Juristentags findet am 23. Mai 2018 um 18 Uhr an der Universität Salzburg in der Reihe „Rechtspanorama“ eine Podiumsdiskussion zum Thema „Gefährden Facebook & Co die Demokratie?“ statt. Veranstalter sind die Tageszeitung „Die Presse“ und die Universität Salzburg.
    Ab sofort bis 3. Juli ist die Anmeldung zur ditact_women’s IT summer school der Universität Salzburg, die von 20. August bis 1. September am Unipark Nonntal und an der Fachhochschule Salzburg stattfindet, möglich.
    Renaud Dehousse is President of the European University Institute, a position held since 1 September 2016. Before coming to the EUI, he was Professor and Jean Monnet chair in EU law and European Policy Studies at Sciences Po Paris from 2005 to 2016, where he founded and directed the Centre d'études européennes.
    Vortragsreihe Erziehungswissenschaftliche Migrationsforschung in vergleichender Perspektive, Auftakt am 17. April 2018, 17.15–18.45 Uhr, HS Thomas Bernhard (Unipark)
    Veranstaltungsreihe zum 80-Jahr Gedenken an die Bücherverbrennung in Salzburg
    Monika Leisch-Kiesl (Linz) spricht am 23. Mai um 18h im Unipark Nonntal im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung AUFKLÄRUNG UND GEGENAUFKLÄRUNG: RELIGIÖSE POLEMIK GEGEN KUNST - KÜNSTLERISCHE POLEMIK GEGEN RELIGION über Polemik zwischen Kunst und Religion bei Luis Buñuel. www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik-polemikkunst/aktuelles
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  • 23.05.18 Polemik zwischen Kunst und Religion bei Luis Buñuel
    24.05.18 Detection of periodicity in functional time series
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