Allgemeine Informationen zum Portfolio und Hinweise zum Prüfungspass

Abschluss der allgemeinen pädagogischen Ausbildung mit einer Fachprüfung auf der Basis eines Portfolios

1. Rechtliche Grundlage (aus dem geltenden Studienplan für das Lehramtsstudium an der Kultur- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg):

Die allgemeine pädagogische Ausbildung wird mit einer Fachprüfung auf der Basis eines Portfolios abgeschlossen. Dieses hat mindestens drei Teile zu umfassen. Diese sind Ausgangpunkt für ein halbstündiges Prüfungsgespräch, in dem die mit dem Portfolio vorgegebenen Inhalte unter verschiedenen Aspekten und womöglich in integrativer Weise behandelt werden.

Ein Portfolio kann folgende Teile enthalten:

  • einen qualifizierten Unterrichtplan
  • einen qualifizierten Beobachtungsbericht aus der Schulpraxis
  • kommentierte Teile aus Lerntagebüchern, aus denen ein entsprechendes Niveau der Reflexion über pädagogisch relevante Lernerfahrungen ersichtlich ist
  • mindestens zwei kommentierte Videoaufnahmen über eigene praktische Versuche, aus denen der Zuwachs an praktischer Kompetenz sichtbar wird
  • ein Additum*) für die Lehrveranstaltungen aus Entwicklungspsychologie bzw. Pädagogische Psychologie
  • ein Additum für eine Wahlpflichtveranstaltung
  • Eine qualifizierte Ausarbeitung des "eigenen Themas" für die Lehrveranstaltung "Schulentwicklung" in Form eines Lehrtextes oder eines mindmap o. ä.
  • Ein von Studierenden selbst gewähltes und mit den jeweiligen Lehrveranstaltungsleiter/innen ausgehandeltes Element

"Qualifiziert" bedeutet, dass der eingereichte Teil von der Leiterin / dem Leiter der betreffenden Lehrveranstaltung durch die Beurteilung mit "gut" oder "sehr gut" beurteilt wurde bzw. (wenn das Portfolio-Element aus einer praktischen Lehrveranstaltung eingebracht wird) durch einen besonderen Vermerk als für das Portfolio geeignet erklärt wird.

"Als Prüferin und Prüfer können von den Studierenden Personen gewählt werden, die im zweiten Studienabschnitt zumindest eine Lehrveranstaltung der allgemeinen pädagogischen Ausbildung anbieten."

2. Mit diesem Vorschlag verbinden sich folgende Hoffnungen:

  • Dem neuen Studienplan enthält ein pädagogisch relevantes innovatives Element
  • Die Studierenden lernen eine als zukunftsträchtig eingeschätzte Form der Leistungsbeurteilung kennen.
  • Die Studierenden haben während der Ausbildung die Möglichkeit, Schwerpunkte zu bilden, stehen aber auch unter dem Anspruch, in Bereichen ihrer Wahl qualifizierte Leistungen zu erbringen.
  • Die Studierenden haben später, nachdem sie absolviert haben, bei Bewerbungen ggf. die Möglichkeit, anhand ihrer Portfolios substanzieller auf ihre Qualifikationen hinzuweisen, als dies allein mit Noten möglich ist. Damit erhöhen sich möglicher Weise die Anstellungschancen.
  • Die Studierenden entwickeln eine neue Qualität der Beziehung zu Dokumenten ihrer eigenen Leistung(sfähigkeit).
  • Die Studierenden werden veranlasst, kontinuierlich und nachhaltig an ihren Kompetenzen, insbesondere auch an ihrer Kompetenz zur Selbstbeurteilung , zu arbeiten und Abschied zu nehmen von der verbreiteten Praxis, nacheinander und weitgehend unverbunden Scheine zu sammeln.

Wer im Rahmen einer einschlägigen allgemeinen pädagogischen oder schulpraktischen Lehrveranstaltung an einem Portfolio-Element arbeiten will, möge mit der jeweiligen Leiterin / dem jeweiligen Leiter der Lehrveranstaltung über diese Absicht sprechen und die konkrete Aufgabe vereinbaren.

Josef Thonhauser e. h. Salzburg, im Januar 2002 *)

Hans-Jörg HERBER differenziert in seinen Lehrveranstaltungen konsequent zwischen grundlegenden Fähigkeiten ( Fundamenta ) und Erweiterungen bzw. Vertiefungen ( Addita ), die besonderen Interessen der Studierenden entgegen kommen und/oder zusätzlichen theoretischen bzw. methodischen Ansprüchen genügen.

3. Hinweise

Es wird empfohlen, im Lauf der allgemeinen pädagogischen und schulpraktischen Ausbildung Portfolios (d. h. Dokumente, an Hand derer Sie erworbene Fähigkeiten nachweisen; z. B. kommentierte Unterrichtspläne, Beobachtungsberichte etc.) zu sammeln, die Grundlage des Prüfungsgesprächs sein können. Detaillierte Hinweise zur (langfristig notwendigen) Vorbereitung auf diese Fachprüfung finden Sie im Lehramts-Studienplan (§ 12.3). Kontaktieren Sie bei Fragen auch Universitätslehrer/innen der Abteilung Bildungswissenschaft, Schulforschung und Schulpraxis

Nach positiver Absolvierung aller Lehrveranstaltungen der allgemeinen pädagogischen und schulpraktischen Ausbildung (und nach Ablegung der Fachprüfung) erhalten Sie auf Antrag einen Prüfungspass. Es müssen dafür folgende Unterlagen vorgelegt werden:

- Studienbuch
- Prüfungsnachweise für alle einschlägigen Lehrveranstaltungen

Für nähere Informationen zur Fachprüfung auf Portpolios wenden Sie sich bitte an: Frau Mag. Maria Wullner

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