Dienstag, 07.06.2016, 19.00 uhr, HS Agnes-Muthspiel E.002

Herwig G. Höller (Journalist, Kunstkritiker und Slawist)

Vortrag: Russland, Ukraine, die Medien und der Krieg.

Wenige Tage nach Beginn der Proteste am Kiewer Maidan hatte ein Aktivist Anfang Dezember 2013 dem berüchtigten russischen Fernsehmoderator Dmitri Kisseljow einen symbolischer Oskar für „Unsinn und Lügen“ verliehen. Medien spielten im weiterhin schwelenden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine von Anfang an eine äußerst wichtige Rolle. Auf Grundlage meiner Beobachtungen vor Ort werde ich über diese letzten 2,5 Jahre in Russland und der Ukraine erzählen, dabei auch über die Arbeitsweisen von russischen wie ukrainischen Medien berichten – Medien wie Behörden in der Ukraine zeichneten sich hier zunächst durch ihre eher hilflose Reaktion auf eine effizient arbeitende russische Medienmaschine aus. Von zentraler Bedeutung in medialen Kampagnen war und bleibt aber auch die Verwendung historischer Schablonen, insbesondere des „Großen Vaterländischen Krieges“, dessen Instrumentalisierung in der Ukraine seit 2014 massive Veränderungen erlebt und in Russland seit 2015 eine neue Qualität erreicht hat.

Herwig G. Höller (geb. 1974 in Rottenmann), Mag. phil., Journalist, Kunstkritiker und Slawist. Nach langjähriger Tätigkeit für die Wochenzeitung Falter (Steiermark-Redaktion) seit Anfang 2014 Korrespondent für die „Austria Presse Agentur“ in Russland und in der Ukraine, investigative Beiträge für die Österreich-Seiten der Zeit, Kunstkritiken für die Zeitschriften springerin, Camera Austria sowie für die Tageszeitung Der Standard, Lehrbeauftrager am Institut für Slawistik in Graz.   

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