Winckelmannvorträge

Zur Geschichte der Winckelmannvorträge

Das 1829 in Rom gegründete Istituto di corrispondeza (heute DAI) beging bereits im Gründungsjahr den Geburtst- und Gedächtnistag Winckelmanns mit einem Festvortrag. Im gleichen Jahr organisierte Karl Friedrich Friccius (1779–1856) ein Fest zu Ehren Winckelmanns in Berlin im Rahmen des „Vereins der altmärkischen Vaterlandsfreunde“.

In Kiel haben als „Fest litterarischer Forschung den Winckelmannstag die Altertumswissenschaftler (sogenannte „Realphilologen“) Peter Wilhelm Forchhammer und Otto Jahn 1840 eingeführt. Das Fest war ein so großer Erfolg, dass es zur Gründung einer Sammlung von Gipsabgüssen aus Mitteln des gebildeten Zuhörerkreises führte.  

Im folgenden Jahr hielt Eduard Gerhard am 9.12.1841 in der neu gegründeten Archäologischen Gesellschaft zu Berlin das erste Winckelmannsfest ab. Gerhard war zu diesem Zeitpunkt noch Kustos der Vasen- und Terrakottensammlung an den Königlichen Museen zu Wien, wurde aber 1844 auf den ersten Lehrstuhl für Klassische Archäologie in Deutschland berufen. Zum Festtag kamen in Berlin weilende Mitglieder des römischen Instituts und ein der Antike geneigtes Publikum, „zur Beschauung neuerschienener archäologischer Werke und neuentdeckter Inedita. Das bei diesem Anlaß gedruckte Programm handelt nach Anleitung eines Vasenbilds über des Phrixos Verhältniß zum Hermes; außerdem las Hr. Panofka über einen Marmorkopf des Trophonios, Hr. Waagen über neuerworbene Skulpturen des Kgl. Museums, Hr. H.W. Schulz aus Dresden über die archäologische Ausbeute seines neunjährigen Aufenthalts in Italien, endlich Hr. Curtius über Erfolg und Hoffnung griechischer Ausgrabungen“.  Winckelmann wurde in diesem ersten Berliner Winckelmannsprogramm von Eduard Gerhard auch gewürdigt, wobei er ihn mehr noch als wegen seiner tatsächlichen wissenschaftlichen Leistung besonders als „Muster der deutschen Bestrebung“ lobte[1].  

Angeregt von Gerhard, fanden am gleichen Tag auch in Bonn und Breslau Feiern statt. Es „scheinen die Winkelmannsfeste bestimmt, der in Deutschland im Ganzen hintangesetzten und durch die Interessen der Gegenwart stets von neuem zurückgedrängten Liebe zu Kunst und Alterthum einen Weg regelmäßiger Ansprache zu sichern.“ Gerhard führte im gleichen Jahr den Druck der Winckelmannsprogramme (Programm zum Winckelmannsfeste der Archäologischen Gesellschaft zu Berlin, später Winckelmannsprogramme der Archäologischen Gesellschaft zu Berlin) ein. Im gleichen Jahr 1941 begann auch Marburg mit den Marburger Winckelmannsprogrammen. Später folgten Halle (1871–1931). Leipzig (1901–1965, seit 1991 Leipziger Winckelmannsblätter), erst 1981 begann der Druck der Trierer Winckelmannsprogramme.  

In Österreich hatten Winckelmann-Feiern zunächst keine Tradition. Das 1868 gegründete Wiener Institut veranstaltet bis heute keine Winckelmannfeier. In Salzburg begann der 1966 aus München berufene Gründungsprofessor des Instituts für Klassische Archäologie, Hans Walter, mit dieser Tradition. Seit der Einrichtung des Fachbereichs Altertumswissenschaften 2004 wird der Festvortrag von einem der drei altertumswissenschaftlichen Bereiche Klassische Archäologie, Klassische Philologie und Wirkungsgeschichte der Antike und Alte Geschichte ausgetragen.  

[1] E. Gerhard, Erstes Berliner WInckelmannsprogramm (Berlin 1841) 4.

Winckelmannvorträge in Salzburg seit 2001

Name Vortragstitel Datum
Prof. Umberto Pappalardo (Institut Supérieur des Sciences Humaines - Tunis)Römische Villen am Golf von Neapel03.12.2019
Univ. Prof. Dr. Karla Pollmann (University of Bristol)Das Schicksal von Dido, Königin von Karthago, durch die Jahrhunderte 10.12.2018
Univ.-Prof. Dr. Konrad Vössing (Institut für Geschichtswissenschaft, Abt. Alte Geschichte Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)Bücher und Bibliotheken im Rom der Kaiserzeit Alte Fragen und neue Quellen11.12.2017
Dr. Sabine Ladstätter (Direktorin ÖAI, Leiterin der Grabungen in Ephesos)Archäologie in Österreich. Eine Wissenschaftsdisziplin zwischen Bildungsbürgertum und nationaler Identität13.12.2016
Prof. Dr. Andreas Grüner (Institut für Klassische Archäologie Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)Gold als Problem. Lysipps Alexander zwischen Plinius’ Ethik und Neros Ästhetik09.12.2015
Univ.-Prof. Dr. Christian Marek (Universität Zürich)Die Epigraphik der Hekatomniden - Neue Perspektiven09.12.2014
Univ. Prof. Dr. Günther Schörner (Universität Wien) Transfer römischer Technik jenseits der Grenzen. Aneignung und Export 09.12.2013
Prof. Dr. Christian Kunze (Universität Regensburg) Der griechische Mensch als ethischer Imperativ 11.12.2012
O.Univ.-Prof. Mag. Dr. Karl Strobel (Universität Klagenfurt) Rom von Nero bis Hadrian: Der Kaiser baut 12.12.2011
Univ. Prof. Dr. Erich Kistler (Universität Innsbruck) Die Mittelmeerwelt um 500 v. Chr. – Eine Welt in Bewegung 07.12.2010
Prof. Dr. Stefan Rebenich (Universität Bern) Bildung und Freiheit. Wilhelm von Humboldt, die Griechen und das Bürgertum 10.12.2009
Prof. Dr. Heinz Heinen (Universität Trier) Kleopatra. Neue Bildnisse, Texte und Forschungen zur letzten Königin Ägyptens 09.12.2008
Prof. Dr. Ulrich Sinn (Universität Würzburg) Olympia – die Stätte und das Fest im Wandel der Zeite 10.12.2007
Univ.Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Erika Simon (Universität Würzburg) Lykurgos – Frevler, Tor, Bekehrter 18.12.2006
Prof. Dr. Werner Eck (Universität Köln) Augustus und die Großprovinz Germanien 12.12.2005
Prof. Dr. Dr.h.c. Manfred O. Korfmann (Universität Tübingen) Das Troia der Bronzezeit. Eine Stadt an der Peripherie der Welt der Hochkulturen 10.12.2004
Univ.Prof.Dr. Hellmut Flashar (Universität München) Das antike Drama auf der Bühne der Neuzeit 09.12.2003
Univ.Prof.Dr. Andreas Mehl (Universität Halle) Ludwig Ross, Archäologe in Athen und Halle: sein wissenschaftliches Werk 09.12.2002
Prof. Dr. Raimund Wünsche (Staatliche Antikensammlung München) Das einzig wahre Bildnis Alexanders des Großen 07.12.2001
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    Die Theologische Fakultät der Universität Salzburg bietet interessierten StudienanfängerInnen zum Wintersemester 20/21 einen neuen Lehrplan der Katholischen Fachtheologie mit einer Verkürzung der Präsenzzeit in Lehrveranstaltungen und einer Beschleunigung etwa des Bachelorstudiums von acht auf sechs Semester.
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    „UNInteressant? – Ideen, die unser Leben verbessern“: Unter diesem Motto startet die Österreichische Universitätenkonferenz (uniko) eine Online-Kampagne, an der sich alle 22 öffentlichen Universitäten gemeinsam mit dem Wissenschaftsfonds FWF beteiligen.
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