Doktoratskolleg -Interdisziplinäre Erforschung historischer Kulturen

Das Kolleg

Kooperierende Institutionen:

Die im Kolleg kooperierenden Institutionen sind das Interdisziplinäre Zentrum für Mittelalter und Frühneuzeit (IZMF), das dem IZMF assoziierte Institut für Realienkunde des Mittelalters und der Frühen Neuzeit der Universität Salzburg in Krems (IMAREAL) sowie die ebenfalls dem IZMF assoziierte Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank (MHDBDB), das Zentrum für jüdische Kulturgeschichte (ZJK) sowie der Fachbereich Altertumswissenschaften (FB AW), dem das Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latinorum (CSEL) assoziiert ist. Über das IZMF kooperieren außerdem noch die Fachbereiche Germanistik, Geschichte, Kunst-Musik-Tanzwissenschaft sowie Praktische Theologie.

Beschreibung, Begründung, Alleinstellungsmerkmal

Als Alleinstellungsmerkmale des Kollegs sollen hervorgehoben werden:

  • die breite interdisziplinäre Basis, die Geschichtswissenschaften, Philologie, Kunst­wissenschaft, Archäologie und Theologie umfasst;
  • mit klassischer und jüdischer Antike, christlichem und jüdischem Mittelalter sowie Früher Neuzeit die vergleichende Untersuchung von historischen Kulturen, die üblicherweise getrennt verhandelt werden;
  • die Verbindung theoriegeleiteter Forschung mit der innovativen methodischen Erschließung unterschiedlicher primärer Quellenbestände (Sach-, Bild- und Schriftquellen) unter Einsatz der Digital Humanities;
  • auf institutioneller Ebene eine Kooperation, die nicht nur fachbereichs-, sondern auch fakultätsübergreifend ausgerichtet ist und zudem auf eine verstärkte Zusammenarbeit universitärer Zentren abzielt.

Allgemeiner Gegenstandsbereich des Kollegs sind historische Kulturen von der Antike bis in die Frühe Neuzeit. Es soll deren interdisziplinärer wissenschaftlicher Erschließung dienen, wobei zwei grundsätzliche Aspekte zentral sind: zum einen die Differenz historischer Kulturen zur Gegenwart, also Phänomene der historischen Alterität auf mehreren kulturellen Ebenen wie Politik und Gesellschaft, Ästhetik, Medialität, Geschlechterverhältnisse, kollektive und subjektive Identitäten, Ritualität und Performanz, historische „Weisen der Welterzeugung“ (Nelson Goodman) wie Zeit, Raum, Erinnerung, Religion; zum anderen Phänomene der transhistorischen Wirkung historischer Kulturen auf die Gegenwart, die ebenso auf den genannten kulturellen Ebenen gegeben sind.

Im Zentrum stehen dabei die klassische, vor allem römische Antike, die jüdische Antike, das christliche und das jüdische Mittelalter sowie die Frühneuzeit mit ihren essentiellen Phänomenen des Aufbruchs, konkret der Horizonterweiterung über Europa hinaus. Die Basis der wissenschaftlichen Analyse bilden dabei alle Überlieferungsbereiche, die uns zur Verfügung stehen. Die genannten Über­lieferungsbereiche sollen im Kolleg gerade in ihrem Zusammenhang in den Blick genommen werden, wie dies einer modernen kulturwissenschaftlich-interdisziplinären Praxis entspricht. Die beteiligten Institutionen üben diese Formen interdisziplinärer Forschung seit langem, ja sie sind, namentlich IZMF und IMAREAL, gerade zu diesem Ziel eingerichtet worden.

Interdisziplinarität bedeutet zum einen, dass man sich der Interferenz der Gegen­stands­bereiche – etwa der historischen Prozesse, der literarischen und künstlerischen Produktion historischer Kulturformen – bewusst ist. Theoretisch und methodisch bedeutet Interdisziplinarität, dass es aber auch pro­duktive Interferenzen in den wissenschaftlichen Arbeitsweisen gibt, dass man – einfach gesagt – voneinander lernen kann und wollen sollte.

Kulturelle Interferenz ist aber auch von Interesse für die Neuprofilierung der genannten historischen Kulturen in synchroner wie diachroner Hinsicht. Dass etwa die klassische Antike nicht als geschlossene, von anderen Kulturen unbeeinflusste Gegebenheit zu betrachten ist, ist heute communis opinio, das gleiche gilt für das antike Judentum. Im Sinne dieses umfassenden Interferenzverständnisses will sich das Kolleg auch der „Vorläufig­keit“ und „Konstruiertheit“ einer strengen Epochenscheidung bewusst sein und historische Zäsuren wie Kontinuitäten in den Blick nehmen. Hier kann auf Vorarbeiten des IZMF und des IMAREAL zurückgegriffen werden. (Vgl. den Band: Kontinuitäten, Umbrüche, Zäsuren. Die Konstruktion von Epochen in Mittelalter und früher Neuzeit in interdisziplinärer Sichtung. Hg. von Thomas Kühtreiber und Gabriele Schichta, Heidelberg: Winter, 2016 (Interdisziplinäre Beiträge zu Mittelalter und Früher Neuzeit 6), der auf eine gemeinsame Tagung des IZMF und des IMAREAL zurückgeht.)

Forschungsprogramm(e), auf dem das Kolleg aufbaut bzw. in das es eingebettet ist

Das IZMF setzt sich seit einigen Jahren Forschungsschwerpunkte, die die Zentrumsarbeit bündeln sollen. Der produktive Zugang, den die Auseinandersetzung mit Materialität und Medialität zu historischen Kulturen eröffnet, bildet seit Bestehen einen Focus der interdisziplinären Forschung am IMAREAL. Der sogenannte „Material Turn“ hat diesem Aspekt eine neue theoretische und gegenstandsbezogene Dynamik gegeben. Folgerichtig sollen Fragen zu historischer Materialität und ihrem kulturellen Aussagewert (u.a. in Hinblick auf Identität und Gender, Ästhetik und soziale Kommunikation) einen zentralen Arbeitsbereich des Kollegs bilden und werden in einigen Dissertationsprojekten verfolgt.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die moderne editionsphilologische Erschließung von textuellen, zumal literarischen Quellen. In diesem Bereich bringt das CSEL eine international höchst anerkannte Expertise ein. Editionstheorie und Editionspraxis (die sich im Bereich der mittelalterlichen Volkssprachen von der Methodik der klassischen Philologie unterscheiden muss), Fragen der Handschriftenkultur und der medialen Kommunikation von Literatur bilden einen Schwerpunkt der Salzburger mediävistischen Literaturwissenschaft. Auch in diesem Bereich sind Dissertationsprojekte angesiedelt. Die weiteren Dissertationsprojekte untersuchen Interferenzen historischer Kulturen unter den genannten Aspekten der Medialität, der Ritualität und der Textualität bzw. unter sprach­geschichtlichen Gesichtspunkten.

Digitale Forschungs-Tools spielen eine zunehmende Rolle in den historischen Wissenschaften. Auch hier bieten die beteiligten Institutionen, namentlich das IMAREAL und die MHDBD für das Kolleg eine hervorragende institutionelle und operative Basis. Den Kollegiat*innen kann über die entsprechenden Arbeitsinstrumente (Bild- und Begriffsdatenbank) ein essentieller, durchaus auch kritischer Einblick in die und eine grundlegende Vertrautheit mit den Digital Humanities auf theoretischer, methodischer und forschungspraktischer Ebene gegeben werden.

 

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