Sarah Franziska Tran-Huu

Fachbereich Systematische Theologie
Hauptbetreuerin Univ.-Prof. Dr. Anne Koch
Nebenbetreuer tba
Beginn WS 2016/17
Kontakt tba
Thema der Dissertation Die Konversion zu neureligiösen Bewegungen: Identitätsbildung und Motive. Eine religionspsychologische Studie der Terra Sagrada.

Abstract

Wie konstruieren Menschen, die zur neureligiösen Gruppe der Terra Sagrada konvertieren, ihreIdentität und integrieren die neue religiöse Überzeugung kohärent in ihr Selbst sowie in ihr bisherigesLeben? Grundlegend zur Beantwortung ist das Konzept der narrativen Identität (Keupp et al., 1999;Kraus, 2004), bei dem Menschen im Erzählen ihrer Lebensgeschichte ihre Identität konstruieren unddabei bekannten Narrativen folgen. Bei der Terra Sagrada, die seit 2006 in Deutschland, Österreichund der Schweiz ansässig ist, sind die Einbeziehung des Selbst und Identitätsarbeit zentral undVoraussetzung für den Einweihungsprozess sowie die erfolgreiche Initiation. Die Arbeit untersucht,wie die ideologische, spirituelle und soziale Umgebung und Praktiken der religiösen Gruppe dieIdentitätsbildung beeinflussen. Dafür werden Ritualtheorie und Religionsästhetik mit dem zentralenKonzept eines Körperwissens hinzugezogen, um die Wirksamkeit und genauere Prozesse der Ritualeund Praktiken der Terra Sagrada zu untersuchen. Die zweite Fragestellung erforscht die Motive derKonversion gemäß des Kult-Bedürfnis-Passungsmodells, das von einem Fit zwischen derPersönlichkeitsstruktur sowie dem Angebot der neureligiösen Bewegung ausgeht. Diese Passung istrelevant, da sie die Art und Weise des ersten Kontakts, Qualität und Entwicklung der Mitgliedschaftsowie mögliche Konflikte und Ressourcen der Konversion beeinflusst (Murken & Namini, 2004).Zentrale Cluster der eingesetzten episodischen Interviews sind die bisherige biographischeEntwicklung, der Prozess der Konversion sowie die aktuelle Lebenssituation.Die Dissertation leistet einen Beitrag in der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion um die Konversionzu neureligiösen Bewegungen und beleuchtet die psychologische und ästhetische Dynamiken in derRezeption anderskultureller Traditionen in westlichen Gesellschaften.

Key Words:
Neureligiöse Bewegungen, Identität, religiöse Identitätsbildung, Konversion, Kult-Bedürfnis-Passung,Religionspsychologie, Neue Spiritualität, Rituale und Praktiken, Ritualtheorie.

 

CV (optional)

Hauptforschungsbereiche

Religionspsychologische Ansätze und ForschungsmethodikPsychologie zeitgenössischer religiöser und spiritueller ErscheinungsformenInterkulturalität & interkulturelle Kommunikation

Ausbildung

2016-19 Mitglied der Doctorate School Plus „On the Move. People, Objects, Signs“ (Universität Salzburg)
2016 Beginn des Promotionsstudiums an der Universität München, BetreuerInnen: Prof. Anne Koch, Salzburg, Prof. Sebastian Murken, Marburg/Trier (Arbeitstitel: Die Konversion zu neureligiösen Bewegungen: Identität und Motive. Eine religionspsychologische Studie der Terra Sagrada)
2012-2014 Studium im Master Religionswissenschaft, Universität Wien
2012-2014 European Diploma of Advanced Study of Psychology of Religion, Universität Wien. Titel der Abschlussarbeit: Die Beziehung von Jugendlichen zu Pfarrern in christlichen Gemeinden - John Bowlbys Bindungstheorie als theoretischer Rahmen. (Betreuer: Dr. Herman Westerink)
2006-2012 Studium der Diplom-Psychologie, Universität Mannheim Nebenfach: Soziologie, Zusatzfach: Philosophie. Titel der Diplomarbeit: Interindividuelle Unterschiede im Fähigkeitsselbstkonzept von Vorschulkindern - Determinanten der Veridikalität. (Betreuer: Prof. Dr. Oliver Dickhäuser)

Veröffentlichungen (Peer-review)
Die Wahrnehmung von und Beziehung zu Geistlichen in evangelischen und römischkatholischen Gemeinden: Ein empirischer Vergleich auf Grundlage der Bindungstheorie nach John Bowlby In: Zeitschrift für junge Religionswissenschaft 9 (2014). http://www.zjr-online.net/ix2014/zjr201412_tichy.pdf.

 

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