Minoische und mykenische Altertümer traten erst Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts mit den Entdeckungen Heinrich Schliemanns in Mykene (seit 1874) und mit den Ausgrabungen Sir Arthur Evans‘ im Palast von Knossos (seit 1900) in das Licht der Öffentlichkeit. Damit entstand der Forschungszweig der frühägäischen Archäologie. Die frühägäische Archäologie vereint heute kulturanthropologische und eher naturwissenschaftlich orientierte Ansätze der ur- und frühgeschichtlichen Forschung mit historischen, soziologischen und kunstwissenschaftlichen Fragestellungen und ist damit Schnittstelle zwischen Geistes- und Naturwissenschaften in der Archäologie.

Obgleich in den mykenischen Palästen des Festlandes und auf Kreta Schriftzeugnisse gefunden wurden, waren diese lange unverständlich. Für die Schriftsysteme des minoischen Kreta gilt dies trotz vieler Entzifferungsversuche heute noch. Als Gründungsdatum der Mykenologie im engeren Sinne, welche sich der sprachwissenschaftlichen, epigraphischen und inhaltlichen Erforschung der mykenischen Linear B-Texte widmet, wird häufig das Jahr 1952 genannt, als dem jungen englischen Architekten Michael Ventris die Entzifferung der mykenischen Linear B-Schrift gelang. Es stellte sich heraus, dass in den mykenischen Palästen des 14.–13. Jahrhunderts v. Chr. eine frühe Form des Griechischen gesprochen und geschrieben wurde. Griechisch ist damit die indogermanische Sprache, die mit Abstand am längsten schriftlich belegt ist. Zugleich erwies sich dieser Zeitraum des 2. Jahrtausends v.Chr. als Teil der griechischen Geschichte, die so über mehrere Jahrhunderte zurück in die Bronzezeit verlängert wurde. Die Mykenologie hat so den Blick auf die griechische Geschichte und die Fragen zu Traditionen und Umbrüchen von der späten Bronzezeit zu frühen Eisenzeit (und damit der Einschätzung der homerischen Epen, der ersten Werke der europäischen Literatur) grundlegend gewandelt.

Die Ägäische Frühgeschichte/Mykenologie ist somit ein junger Zweig der Altertumswissenschaften und nimmt im deutschsprachigen Raum eine akademische Sonderstellung ein – sie wird an den deutschsprachigen Universitäten nur vereinzelt gelehrt und mal in die Klassische Archäologie, mal in die Europäische Ur- und Frühgeschichte, mal in die Sprachwissenschaft integriert. An der Universität Salzburg wurden die Ägäische Frühgeschichte und Mykenologie jedoch von Beginn an komplementär unterrichtet und erforscht: an den damaligen Instituten für Alte Geschichte und Altertumskunde o.Univ.Prof. Dr. Sigrid Deger-Jalkotzy, für Klassische Archäologie a.o.Prof. Dr. Stefan Hiller, für Sprachwissenschaft o.Univ.Prof. Dr. Oswald Panagl.

In Salzburg wird Ägäische Frühzeit/Mykenologie heute im Rahmen des Fachbereich Altertumswissenschaften in folgenden Teilbereichen betrieben: Bereich Alte Geschichte, Altertumskunde und Mykenologie: V.Ass. Mag.Dr. Georg Nightingale sowie im Bereich Klassische und Frühägäische Archäologie:  Mag. Dr. Lydia Berger,  Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Claus Reinholdt, Mag. Dr. Jörg Weilhartner, Ass.Prof. Melissa Vetters (karenziert). Ergänzend kommen dazu noch Vorlesungen zur Ägyptologie und Orientalistik durch externe Lehrbeauftragte. Teilweise berühren auch Forschung und Lehre im Fachbereich Linguistik Themen mit Bezug zur Ägäischen Frühzeit/Mykenologie.

Durch ein breites Lehrangebot und eine Schwerpunktsetzung in der Forschung (u.a. die Ausgrabung in Ägina-Kolonna, Griechenland bildet Salzburg ein Zentrum für Frühägäische Archäologie und Mykenologie. Diese Kombination von Methoden und Zugängen der Archäologie, Alten Geschichte, Philologie, Sprachwissenschaft und Linear B-Epigraphik zeichnet Salzburg aus und findet sich heutzutage nur noch an wenigen Universitäten weltweit.

Die neuen Bachelor- und Masterstudienpläne  (Klassische Archäologie und Alte Geschichte und Altertumskunde) erlauben, Lehrveranstaltungen aus dem Fach der Ägäischen Frühzeit/Mykenologie, wie sie in den verschiedenen Bereichen angeboten werden, nach Wunsch in das persönliche Studium zu integrieren. Für interessierte Studierende der altertumswissenschaftlichen als auch anderer Studienrichtungen ist es in Salzburg möglich, ein Studium mit besonderer Spezialisierung auf die Ägäische Frühzeit/Mykenologie zu betreiben. Die guten Kontakte zur internationalen scientific community dieses Faches erlauben Studienphasen an ausländischen Universitäten (siehe Erasmusaustauschprogramme) und Kontakt zur internationalen Forschung sowie Teilnahme an Forschungsprojekten und Konferenzen. Die Mitarbeiter/innen des Faches (und seine Studierenden) sind an verschiedensten Forschungsvorhaben beteiligt; an Aufarbeitungs- und Archivprojekten im Fachbereich sowie an Großprojekten in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und internationalen Kooperationspartnern. Am Fachbereich Altertumswissenschaften stehen für den Arbeitsschwerpunkt Ägäische Frühgeschichte/Mykenologie in den Bibliotheken der Alten Geschichte und Klassischen Archäologie umfangreiche Literatur- und Sonderdrucksammlungen zur Verfügung – außerdem auf Diatheken, Sammlungen digitaler Bilder und elektronische Datenbanken. Die Literatur zur Mykenologie und Indogermanistik des Fachbereiches Linguistik befinden sich jetzt in der Fachbibliothek UNIPARK.

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    Johann Scheutz und Stephan Elspass, beide Germanisten, referieren am MO 25.11. in der Panoramabar in Lehen darüber, wie sich die gesprochene und geschriebene Sprache in Österreich verändern.
    Am DO 21.11.19 präsentiert Manfred Mittermayer, Leiter des Literaturarchivs an der Universität Salzburg, das Buch "Franz Michael Felder: Aus meinem Leben". Dazu gibt es eine Lesung von Schauspieler Werner Friedl.
    Die SchülerUNI "Hormone & Gehirn: Wie arbeiten sie zusammen?" stieß auf großes Interesse. Das Team rund um DDr. Belinda Pletzer vom Centre for Cognitive Neuroscience (CCNS) gab Einblick in den Forschungsalltag.
    Margit Reiter, seit WS 2019 neue Professorin für Europäische Zeitgeschichte am Fachbereich Geschichte präsentiert am 20. November ihr neues Buch "Die Ehemaligen" im HS 381, GesWi, Rudolfskai 42.
    Die VERNISSAGE zur Ausstellung findet am MI 20.11.19, 18.30 Uhr, im enter: Raum für Kunst im KunstQuartier, Bergstr. 12a, sttt. AUSSTELLUNGSDAUER: 21. November 2019 - 31. Jänner 2020.
    Vortragende: Frau Prof.in Qiong Zhang - Zeit: Mittwoch, 20. November 2019, 18.00 Uhr - Ort: Bibliotheksaula, Universitätsbibliothek, Hofstallgasse 2-4, 5020 Salzburg.
    Die jährlich stattfindende interdisziplinäre Fachtagung des Wissensnetzwerks Recht, Wirtschaft und Arbeitswelt findet dieses Jahr am Donnerstag, 21.11.2019, zum Thema "Die Arbeit ist immer und überall - Mobiles Arbeiten und seine Folgen" auf der Edmundsburg statt.
    DONNERSTAG, 21.11.: VORTRÄGE (8.30-19.00h) bei Wissenschaft & Kunst, Bergstr. 12a, KunstQuartier, Atelier 1.OG // FREITAG, 22.11.: EXKURSION (8.30-16.00h) Gedenkstätte Konzentrationslager Ebensee, Gedenkstätte Mauthausen. Abfahrt: 8.30 Uhr Unipark Nonntal, Erzabt-Klotz-Straße 1
    Der FB KoWi lädt Sie sehr herzlich zum Gastvortrag zum Thema How News Use is Changing Across the World - Vortrag von Dr. Richard Fletcher – Reuters Institute, University of Oxford .
    Im Rahmen der Vortragsreihe Geschichte im Gespräch sowie der Vorlesung "Grundlagen der Mittelalterlichen Geschichte (Christina Antenhofer)" hält Thorsten Hiltmann (Münster) am 26. November 2019 um 09 Uhr im HS 380 einen Vortrag zum Thema Mittelalterliche Heraldik zwischen Kulturgeschichte und neuen digitalen Methoden
    Der Fachbereich Slawistik möchte Sie zusammen mit dem Kulturzentrum DAS KINO sehr herzlich zum vierten Teil unserer erfolgreichen Kinoreihe der ost- und mittelosteuropäischen Filme einladen. Im Rahmen des Filmklubs „Slawistyka, Slavistika, Cлавистика“ werden preisgekrönte aktuelle polnische, russische und tschechische Filme mit gesellschaftlicher und politischer Thematik gezeigt.
    28. bis 30. November 2019 - Unipark Nonntal, Erzabt-Klotz-Straße 1, 5020 Salzburg, Abteilung Musik- und Tanzwissenschaft, Tanzstudio, Raum 2.105, 2. OG
    Am 29. November 2019 findet die Tagung "Verantwortlichkeit digitalisierter Unternehmen" an der Universität Salzburg statt. Der Fokus liegt dabei auf den ethischen und rechtlichen Auswirkungen des Einsatzes künstlicher Intelligenz.
    Am MO 2.12. findet im Unipark Nonntal ein Empfang anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Instituts für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit (IMAREAL) statt. Die Begrüßungsworte spricht Rektor der Universität Salzburg Prof. Dr. Dr. h.c. Hendrik Lehnert.
    Der Fachbereich Linguistik lädt alle Interessierten ein zur Teilnahme an der 45. Österreichische Linguistiktagung. Die Veranstaltung findet am 6. und 7.12.19 im Unipark Nonntal statt. Die Frist zur Registrierung zu den regulären Teilnahmegebühren in Höhe von 40 bzw. 15 Euro (für Studierende und taube TeilnehmerInnen) wurde bis zum 07.11.2019 verlängert.
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  • 20.11.19 Vortrag im Rahmen der Agorá: „A New World with a Spin: Discourses on the Globe in Early Modern China“
    20.11.19 Die Collage als Schnittstelle disparater Ebenen Teil II
    21.11.19 Massen sterben – landschaftliche, architektonische und materielle Erinnerungen an zwei Weltkriege. Wege des Erinnerns in europäischer Perspektive
    21.11.19 Interdisziplinäre Tagung "Die Arbeit ist immer und überall ... - mobiles Arbeiten und seine Folgen"
    21.11.19 Salzburger Museen und Sammlungen Geschichte vor Ort. Vom Museum des Bürgertums zum Museum in und für die Gesellschaft
    21.11.19 How News Use is Changing Across the World
    22.11.19 Exkursion: Massen sterben – landschaftliche, architektonische und materielle Erinnerungen an zwei Weltkriege. Wege des Erinnerns in europäischer Perspektive
    25.11.19 Klever Dance Company beim Dialoge Festival: Tanztheater im Dialog mit der Gesellschaft
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