Perspektiven am Lebensende

Sujet DSP

Konzept

Horizonte am Lebensende - Grenzfragen aus interdisziplinärer Perspektive

  • Allgemeine Beschreibung

  Es ist Allgemeingut, dass verbesserte hygienische, diätische, soziale und medizinische Lebensumstände von Menschen die Lebensdauer immer mehr verlängern. Mit zunehmender Lebensdauer erhöhen sich aber auch Beschwerlichkeiten im Alter und stellt sich immer prononcierter die Frage nach einem geplanten Lebensende. „Sterben in Würde“ wird angesichts solcher Entwicklungen zu einem medizinisch‐pflegerischen, rechtlichen und gesamtgesellschaftlichen Problem. Die Fragestellung ist aber nicht reduziert auf das Phänomen der alternden Gesellschaft, sondern sie erhebt sich etwa auch bei schweren Krankheitsfällen, bei Wachkomapatienten und in der Fachöffentlichkeit vermehrt in Bezug auf Kinder und Jugendliche, die an unheilbaren Krankheiten leiden, sowie der Neonatologie. Vor dem Hintergrund einer individualistischen Ethik, die die Würde jedes einzelnen Menschen in den Mittelpunkt stellt, werden äußerst kritikbehaftet eugenische Ansätze in Bezug auf Neugeborene und junge Menschen mit gewissen Handicaps zu einem geplanten Lebensende diskutiert (Groninger Protokoll). Das Lebensende kann also jederzeit eintreten und seine Unsicherheit nicht weniger als die sichere Erwartung des bevorstehenden Todes Biographie und Selbstbestimmung beeinflussen.  

  Das Lebensende gerät dabei zusehends in den Zwiespalt von Selbstbestimmung und Fürsorge. Die Fürsorge ist in ihrer Grundanlage unterstützend und grundsätzlich positiv besetzt. Wie aber die wörtliche Zusammenfügung von „Für“ und „Sorge“ schon zum Ausdruck bringt, wird dabei die Entscheidungs(voll)macht für einen anderen übernommen. Insoweit kann ihr ein beträchtlich begrenzender, paternalistischer Charakter für den betroffenen Anderen innewohnen. Je ausgeprägter die gesetzliche und gesellschaftliche Fürsorge ist, umso stärker wird in selbstbestimmte Möglichkeiten der Lebensgestaltung und damit auch in die Selbstbestimmung über Zeitpunkt, Art und Weise des Lebensendes eingegriffen. Hinzu kommen Verbote bei der Wahrnehmung der Selbstbestimmung, wie besonders markant die Mitwirkung am Selbstmord (§ 78 StGB), die aus Sicht des Betroffenen zusätzliche Beschränkungen bedeuten. Individuelle Bedürfnisse und gesellschaftliche Wertvorstellungen gesetzlicher wie ethischer Natur prallen aufeinander. Es geht mithin um die Spannung zwischen tiefverwurzelten Intuitionen und Überzeugungen zu individualistisch‐selbstbestimmten Lebenskonzepten. Die Grundprinzipien von Autonomie und Würde des Menschen, aber auch Fragen des guten Lebens und des Gemeinwohls sind hier betroffen.

  • Gesellschaftliche Relevanz

  Die parlamentarische Enquete‐Kommission mit dem Titel „Würde am Ende des Lebens“ zeugt von der hohen gesellschaftlichen Relevanz des Themas, dem sich das Kolleg widmen will. Die Ethikkommission des Bundeskanzleramtes hat in den vergangenen Jahren eine Reihe von Stellungnahmen etwa zu Patientenverfügungen, der Transplantationsmedizin usw. erstellt. Die gesellschaftliche Bedeutung weit über die Grenzen Österreichs spiegelt sich in der Empfehlung des Europarates zum Schutz der Menschenrechte und der Würde der Todkranken und Sterbenden wider. Die in einem so genannten Positionspapier präsentierten Ergebnisse der Enquete‐Kommission sind keine abschließenden Schlussfolgerungen, sondern Empfehlungen, die vertieften Auseinandersetzungen bedürfen. Diese und viele darüber hinaus gehende Problemstellungen geben Anlass zu einer breit angelegten wissenschaftlichen Auseinandersetzung und stehen für einen hohen Forschungsbedarf zum Thema. Im Rahmen des Kollegs soll dabei nicht nur das „Ob“ eines geplanten Lebensendes, sondern auch das „Wie“ behandelt werden. Die gesamte Phase hin zum Lebensende und prädestinierter Vorfeldbereiche, wie aus dem rechtlichen Segment Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen, sollen Gegenstand des Kollegs sein.

  •  Zu bearbeitende Fragestellungen:
  • Ethische und moralische Fragen;
  • sozialwissenschaftliche Fragestellungen;
  • medizinische, einschließlich sozialmedizinische, pflegerische, sozialpsychologische – und psychiatrische Inhalte;
  • bevölkerungspolitische/biopolitische Forschungsgegenstände;
  • gesundheitsökonomische Problemstellungen;
  • rechtliche Materien.

Allein die Auflistung möglicher rechtlicher Dissertationsthemen – einschließlich der Rechtsphilosophie und der Ökonomie – zeigt die Breite des geplanten Kollegs auf. Auf eine Systematisierung der beispielhaften Aufzählung wurde zu Gunsten der Verdeutlichung der Themenvielfalt verzichtet:

Diese Liste umfasst völkerrechtliche, unions‐ und europarechtliche, verfassungsrechtliche, privatrechtliche, sozial(versicherungs)rechtliche, berufsrechtliche und ökonomische Aspekte, die durch die Beteiligung und Betreuung von Forscher/innen aus verschiedenen Fächern in ihrer Gesamtdimension eingefangen und zu einem Gesamtbild zusammengeführt werden können. Darüber hinaus wird durch den Austausch mit anderen Disziplinen, die bereits im Proponent/inn/enteam vertreten sind, und auch mit der im Expert/inn/en‐Rat beteiligten Wissenschaft und Praxis eine Vernetzung hergestellt, die für hochqualifizierte Forschung mit einem multidisziplinären Horizont sorgt. Die Konzeption des Kollegs zielt auch auf neue methodische und fächer‐ wie disziplinenübergreifende Erkenntnisse. Die Zusammensetzung des Antragsteams und des Expert/inn/en‐Rates stehen jedenfalls für eine transdisziplinäre und globale, zugleich aber auch regionale Erforschung der Thematik.

 

 

 

 

  • News
    Welche Studentinnen und Studenten in Österreich spenden am meisten Blut? Das war die Challenge des „Vampire Cups“ vom Österreichischen Roten Kreuz. Universitäten und Fachhochschulen aus Wien, Niederösterreich, Burgenland, der Steiermark, Oberösterreich, Salzburg und Tirol haben am Wettbewerb teilgenommen – die Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg konnte jetzt den Pokal mit nach Hause nehmen.
    Gemeinsam mit 400 Alumni verbrachten Rektor Heinrich Schmidinger, der künftige Rektor Hendrik Lehnert, die vier Dekane und der Senatsvorsitzende einen Sommerabend auf der „schönsten Terrasse Salzburgs“ im Restaurant M32 am Mönchsberg.
    Mit gebündelter Unterstützung des Chinazentrums und des Kinderbüros der Universität Salzburg wurden bereits letzte Woche Vorbereitungen getroffen: Gastprofessorin Wei Li erklärt: „Wir übten chinesische Schriftzeichen: Anlassbedingt als erstes „Hallo“ und „Willkommen“ für ein Begrüßungsbanner.“
    Chemiker Raphael Berger vom Fachbereich für Chemie und Physik der Materialien hat auf der 18. Konferenz zur Gasphasenelektronenbeugung den gut dotierten internationalen Hermann Mark Preis für "Gas-Phase Electron Diffraction and Structural Chemistry" gewonnen.
    Das Zentrum zur Erforschung des Christlichen Ostens (ZECO) der Universität Salzburg hielt vom 20. bis 27. Juni 2019 einen der größten internationalen Wissenschaftskongresse Kasachstans ab.
    Insgesamt 50 Personen von unterschiedlichen renommierten chinesischen Institutionen, die sich mit den Menschenrechten auseinandersetzen und unter der Leitung von Herrn Prof. Kaminski, Chinaexperte aus Wien, und Herrn LU Guangjin, Generalsekretär der China Society for Human Rights Studies in Peking besuchten am 20. Juni die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg.
    Die Anmeldung zu den Kursen der ditact_women´s IT summer studies ist in vollem Gange. Noch bis 08. Juli läuft die erste Anmeldefrist, danach wird die Restplatzbörse geöffnet.
    Der Botanische Garten lädt ein zu einer kostenlosen Führung! Treffpunkt: Eingang zum Botanischen Garten. Dauer: ca. zwei Stunden. Die Führung findet bei jedem Wetter statt. Botanischer Garten, Hellbrunnerstrasse 34.
    Die 7. Salzburg Summer School findet vom 02. bis 03. September 2019 statt. Es wird ein umfassendes pädagogisches Sommerfortbildungsprogramm für Lehrkräfte und Lehramtsstudierende aller Schulformen und Unterrichtsfächer angeboten. Anmeldungen sind möglich.
  • Veranstaltungen
  • 17.07.19 Schornsteinfeger, Zipfelfalter & Co. –Ein Blick in das faszinierende Lebender Schmetterlinge
    23.07.19 Salzburger Apotheker-Kräutergarten
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