Bernd Friedrich

Hauptbetreuerin Univ.-Prof. Dr. Anne Koch
Nebenbetreuer Univ.-Prof. Dr. Hannes Winner
Start 2017
Kontakt bernd.friedrich(at)stud.sbg.ac.at
Thema der
Dissertation
Transaktionskosten und wohlfahrtsstaatliche Konkurrenz als Determinanten religiöser Vitalität in religiösen Monopolen.
Eine institutionenökonomisch-vergleichende Entgegnung auf den Rational-Choice Ansatz anhand der Beispiele Italien und Schweden

 

Abstract

Die im Titel aufgezeigte Verknüpfung von Religion und Ökonomie wird von dem relativ jungen Forschungsbereich der Religionsökonomie behandelt, wobei der aktuell prominenteste Forschungszweig in der Tradition der Theorie der rationalen Entscheidungswahl (Rational-Choice) steht: Religiöse Anbieter werden als Produzenten von religiösen Glaubensgütern auf einem religiösen Marktplatz gesehen, auf dem sich Individuen nach rationaler Kosten-Nutzen-Analyse für bestimmte Glaubensgüter entscheiden. Dabei resultiert aus religiösen Monopolen eine niedrige religiöse Vitalität (Teilhabe an Glaubensgütern und Kirche), da der Monopolist keinem Wettbewerbsdruck ausgesetzt ist. Dagegen führen offene, nicht reglementierte religiöse Märkte zu hoher religiöser Vitalität, da die Konkurrenz verschiedener Anbieter zu vielfältigeren Produkten auf dem religiösen Marktplatz führt, welche die Bedürfnisse der Konsumenten eher treffen und deswegen besser angenommen werden. Die Theorie stützt sich dabei im Wesentlichen auf quantitative empirische Daten aus den USA und protestantisch geprägten Ländern Europas. Katholisch monopolistisch geprägte Länder wie Italien, Polen, Kroatien oder Irland, die eine empirisch belegte hohe religiöse Vitalität aufweisen, werden als Sonderfälle außerhalb des eigenen Theorierahmens betrachtet.

In der Arbeit wird beleuchtet, was eine kritische Weiterentwicklung der Rational-Choice Theorie, die Neue Institutionenökonomik, deren Deutung von Monopol/Pluralität auf dem religiösen Markt entgegenzusetzen hat. Kann sie sowohl die hohe religiöse Vitalität in vielen katholisch monopolistischen Ländern – die von der Rational-Choice Theorie als jeweils spezifische Sonderfälle behandelt werden – als auch die niedrige in vielen protestantisch monopolistischen Ländern im Rahmen ihres Theoriemodells konsistent beschreiben und erklären? Dabei setzt sich die Neue Institutionenökonomik von der Vorstellung des angebotsseitigen Wettbewerbs als einziger Determinante religiöser Vitalität ab, wobei besonders die idealisierenden Prämissen wie eines kostenfreien und für säkulare Anbieter geschlossenen Marktes in Frage gestellt werden. Sie zieht sowohl Marknutzungs- als auch interne Organisationskosten von Kirchen unter dem Namen Transaktionskosten in Betracht. Ebenso den Ausbau des Wohlfahrtsstaates, der in seinen drei wesentlichen Funktionen (Absicherung existenzieller Lebensrisiken, Abbau ökonomischer und sozialer Ungleichheit, Bereitstellung sozialer Dienstleistungen) in säkularer Konkurrenz die Glaubensgüter der Kirchen weniger attraktiv macht. Darauf bauen die zwei Hypothesen der Arbeit auf: Hohe religiöse Vitalität ist wesentlich abhängig von effizienter Organisation und Marktnutzung, (d.h. niedrigen Transaktionskosten) der jeweiligen Kirche als auch von niedriger wohlfahrtsstaatlicher Konkurrenz. Exemplarisch wird eine hypothesenüberprüfende, institutionenökonomische Analyse relevanter Daten und Literatur auf die monopolistischen Kirchen in Italien (katholisch) und Schweden (protestantisch) angewandt und den Sonderfallerklärungen der Rational-Choice Theorie entgegengestellt.

Lebenslauf

1972-1977: Studium der Nachrichtentechnik an der Gesamthochschule Siegen. Abschluss: Dipl.-Ing.
1977-2007: Dozent für technische Weiterbildung bei der Siemens AG
2009-2013: Studium der Philosophie an der Fernuniversität Hagen (Masterarbeit: "Die Inkommensurabilitätsthese bei Kuhn und Feyerabend. Ein wissenschaftstheoretischer Vergleich")
2014-2017: Studium der Religions- und Kulturwissenschaft an der LMU München (Masterarbeit: "Katholisches Monopol und religiöse Vitalität in Italien. Eine institutionenökonomische Entgegnung auf den Rational-Choice-Ansatz")
2017: Aufnahme in das Doktoratsstudium Religious Studies, Universität Salzburg

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    Am 22. Jänner 2019 um 19 Uhr wird im Literaturarchiv Salzburg diese bemerkenswerte Korrespondenz, der dritte Band der im Literaturarchiv entstehenden Salzburger Bachmann Edition, präsentiert. Der Eintritt ist frei.
    Univ.-Prof. Dr. Nicola Hüsing wurde für ihre bisherigen wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet und für die EURASC nominiert.
    Dr. Lorenz Aglas, senior scientist der Arbeitsgruppe Ferreira im Fachbereich Biowissenschaften, ist Gewinner des AK-Wissenschaftspreises der Arbeiterkammer Salzburg.
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    INTERNATIONALE TAGUNG // Mi 23.1., 18.30h LESUNG Kathrin Röggla (Berlin): "Revision", Moderation: Bettina Hering (Leitung Schauspiel, Salzburger Festspiele) // Do 24.1., 18.30h W&K-FORUM: PODIUMSDISKUSSION mit Ulrike Hatzer, Hans-Werner Kroesinger, Kathrin Röggla und Christine Umpfenbach. Moderation: Christoph Lepschy // Fr 25.1. 19.00h THEATER "Röggla hat Angst. Ein Trimm-dich-Pfad für Angsthasen". Theater im KunstQuartier, Paris-Lodron-Straße 2a // www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik
    Am Donnerstag, 24. Jänner 2019 geht ab 19.00 Uhr in Kooperation mit der ÖH Salzburg in der Hauptbibliothek bereits die achte Nachtschicht@UBS über die Bühne.
    Kennst du den Spruch: "Praktikum im Ausland - das wird ja noch nichts. Außerdem zu kompliziert..." STIMMT GAR NICHT - es ist gar nicht so schwer, wie es aussieht. Umfangreiche Informationen am 24.01. ab 15:00 Uhr im Unipark!
    Do 24.1., 18.30h PODIUMSDISKUSSION mit Ulrike Hatzer (Regisseurin / Mozarteum), Hans-Werner Kroesinger (Regisseur), Kathrin Röggla (Autorin) und Christine Umpfenbach (Regisseurin). Moderation: Christoph Lepschy (Mozarteum) // Theater im KunstQuartier, Paris-Lodron-Str. 2a // www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik-polemikkunst
    Ein Szenenstudium nach Texten von Kathrin Röggla / 19 Uhr Theater im KunstQuartier | Paris-Lodron-Straße 2a | 5020 Salzburg // Eintritt frei, Zählkarten unter: +43 662 6198-3121 (Mo-Fr, 9-12h), schauspiel@moz.ac.at // www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik-polemikkunst
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    Einladung zur Tagung NEUERE ENTWICKLUNGEN IM EUROPÄISCHEN ASYLRECHT
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