TRADING VOICES FOR VOTES

The Impact of Electoral Systems on the Substantive Representation of Ethnic Minorities

Die hohe und steigende ethnische Diversität, welche sich in Staaten weltweit beobachten lässt, birgt Herausforderungen für das Funktionieren und die Legitimität moderner Demokratien. Denn während ethnische Minderheiten ihre Interessen nur schwer durchsetzen können, nehmen Mehrheiten naturgemäß eine dominante Rolle in demokratischen Prozessen ein. In diesem Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Gruppen unterschiedlicher Größe spielen Wahlsysteme eine entscheidende Rolle. Wie WählerInnen ihre Stimmen abgeben, beeinflusst den Grad an substantieller Repräsentation – das heißt, inwiefern Abgeordnete aber auch Parlamente die Interessen von Minderheiten berücksichtigen. Im Rahmen dieser Dissertation argumentiere ich, dass zum einen die Chancen minderheitsfreundlicher KandidatInnen, die entweder zu ethnischen Parteien gehören oder selbst Minderheitsmitglieder sind, durch das Wahlsystem bedingt werden. Zum anderen beeinflussen die Spielregeln des Wahlprozesses aber auch, ob diese Akteure ihre Rolle als VertreterInnen von Minderheitsinteressen im Parlament tatsächlich wahrnehmen sowie ob die Mehrheit der Abgeordneten die gesetzliche Umsetzung dieser Ziele unterstützt.  

Die vorliegende Studie ist quantitativ vergleichend angelegt und die erste ihrer Art in einem von Fallstudien dominierten Forschungsfeld. Ich nutze verschiedene, zumeist neu erhobene Indikatoren für substantielle Repräsentation, um die Effekte von Wahlsystemen in drei Fallstudien aufzudecken. Die erste Studie zeigt, dass Parlamente, die mithilfe proportionaler Wahlsysteme gewählt wurden, kaum Gesetze im Interesse ethnischer Minderheiten verabschieden. Die darauf folgenden empirischen Kapitel fragen, warum minderheitsfreundliche Akteure die substantielle Repräsentation dieser Gruppen nur unzureichend realisieren. Die Befunde verdeutlichen, dass Abgeordnete, die selbst zu Minderheiten gehören, sich in manchen Wahlsystemen eher der Parteilinie beugen, statt selbst Themen aufzugreifen, die für ihre Gruppe relevant sind. Außerdem ist die Mehrheit der Abgeordneten eher gewillt, Anliegen von Minderheiten aufzunehmen, solange der Anteil der Minderheitsmitglieder im Parlament marginal bleibt. Schließlich sind auch ethnische Parteien nicht die starken Lobbisten für Minderheitsanliegen, als die sie häufig angesehen werden. In ihrer Summe ergeben diese Befunde ein paradoxes Bild: Gerade die Wahlsysteme, welche Zugang zu Parlamenten für minderheitsfreundliche KandidatInnen erleichtern, bieten nicht die besten Bedingungen für die Realisierung von Minderheitsinteressen. Es gibt somit einen Zwiespalt zwischen der Anwesenheit potentieller Sprachrohre für Minderheiten im Gesetzgebungsprozess und Mehrheiten bei relevanten Abstimmungen.

 

Zur  Zeit arbeitet Corinna Kröber an zwei Forschungsprojekten, die sich mit den Wirkungen von Wahlsystemen befassen. Kürzlich veröffentliche Artikel und aktuelle Arbeitspapiere sowie weitere Informationen finden Sie unter: https://corinna-kroeber.jimdo.com/ sowie http://sbg.academia.edu/CorinnaKröber.

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