Protistologie

 

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes Die Forschung der Arbeitsgruppe fokussiert sich auf die Biodiversität von Protisten, speziell von Ciliaten (Alveolata, Ciliophora). Die Organismen wurden in ganz verschiedenen Habitaten (Meer, Süßwasser, Böden) gesammelt. Neu ent-deckte Arten von Wimpertierchen werden nach Anwendung modernster Methoden beschrieben, wenig bekannte Arten wiederbeschrieben. Die Zellmorphologie, die Muster der Zellteilung, die Ruhezysten, die Konjugationsprozesse, die Zellultrastruktur sowie die chemische Zusammensetzung von Ciliaten-Gehäusen und -Cysten werden mittels Licht-mikroskopie (Hellfeld, Interferenzkontrast, Phasenkontrast), Elektronenmikroskopie (Raster- und Transmissions-elektronenmikroskopie) und einem großen Spektrum an histologischen Färbemethoden untersucht. Unsere computergestützten kladistischen Analysen der ermittelten Merkmale geben zusammen mit molekularen Phylogenien (barcoding) Einblicke in die Evolution und die Anpassungsmechanismen der Wimpertiere als auch in die verwandt-schaftlichen Beziehungen. Letztere sind wiederum die Basis für die Systematik der Organismen. Fragestellungen zur Biogeographie werden anhand von DNA-Metabarcoding in Zusammen-arbeit mit Kollegen der TU Kaiserslautern und chinesischen Kollaborationspartnern untersucht. Verschiedene Datenbanken erleichtern den Zugriff auf die knapp 80.000 Fotos und Videos, die etwa 9.500 Referenzen umfassende Literatur-Sammlung, und die knapp 80.000 Einträge umfassende Artenkartei.

Im Rahmen der zumeist durch den Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) finanzierten Forschung werden die Daten und Ergebnisse in dauerhaft wichtigen Publikationen in begutachteten internationalen Zeitschriften veröffentlicht. Sie zeigen, dass die Protisten-Diversität um den Faktor 10 unterschätzt worden ist und die Mehrzahl der Protisten noch auf ihre Entdeckung wartet.

Da Protisten eine wesentliche Komponente der meisten Nahrungsnetze darstellen, sind Kenntnisse über die Arten essentiell für das Verständnis ihrer ökologischen Rollen und ihrer geografischen Verbreitung insbesondere, wenn es sich um Modellorganismen (z.B. Nobel-Preise 1989 und 2009) handelt. Dementsprechend ist taxonomische Expertise verknüpft mit morphologischen und molekularen Untersuchungstechniken unverzichtbar und stellt eine zukunftsträchtige biologische Disziplin dar.

Die Studien der AG Agatha werden in internationaler Zusammenarbeit durchgeführt. Diese starke Vernetzung kommt den Studierenden zugute und wird durch Tagungsbesuche mit Vorstellung der eigenen Ergebnisse und Publikationen ergänzt.

Studierende mit Interesse an Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten auf dem Gebiet der Ciliaten-Taxonomie und –Phylogenie sind herzlich willkommen und erhalten eine methodisch weitge-fächerte Ausbildung. Neben den fachlichen Aspekten werden auch weitere Kompetenzen vermittelt bez. Verfassen von wissenschaftlichen Publikationen und Postern, Vorträge auf Tagungen, und Arbeiten mit historischen Quellen. Die zahlreichen Vortrags- und Poster-Preise, die die Studierenden der AG Agatha in den vergangenen Jahren gewonnen haben, sprechen für sich.

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    Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Der ASEA-UNINET Projekt-Call 2020 (Projektdurchführungszeitraum: 1. Oktober 2020 - 30. September 2021) ist ab sofort geöffnet! Dieses Förderprogramm hat zum Ziel, Forschungs- und Lehraktivitäten (ab Doktoratsstudierende) zwischen den österreichischen Mitgliedsuniversitäten und Südostasien (Indonesien, Laus, Kambodscha, Malaysia, Myanmar, Pakistan, Philippinen, Thailand und Vietnam) zu fördern.
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