Polleninformationsdienst im Bundesland Salzburg

In den Jahren seit 1985 ist der Polleninformationsdienst in Salzburg zu einer fixen Serviceeinrichtung für PollenallergikerInnen und Ärzte geworden. 
Mit der Planung und Durchführung wurde das ehemalige Institut für Botanik der Universität Salzburg betraut.

Im Bundesland Salzburg sind derzeit fünf Pollenfallen an folgenden Standorten in Betrieb: Landeskrankenhaus Salzburg, Landesklinik St. Veit i. Pg., Landesklinik Tamsweg, Tauernklinikum Zell am See und in der Gemeinde Krimml.
Die Laufzeit der einzelnen Fallen ist unterschiedlich: Februar bis September oder etwas kürzer. Die Pollenfalle in der Stadt Salzburg wird ganzjährig betrieben.

Der Polleninformationsdienst sammelt Pollendaten und verbindet sie mit phänologischen Beobachtungen. Ziel ist die Erstellung von Prognosen, die Allergiker/innen helfen, die zu erwartenden Belastungen richtig einzuschätzen.

Die Pollenfalle ist so konstruiert, dass mit Hilfe eines Ventilators eine bestimmte, mit einem Ventil zu regelnde Luftmenge, durch die Pollenfalle gesaugt (10 Liter pro Minute) wird. Der angesaugte Luftstrom wird direkt auf einen beschichteten Streifen gerichtet, wobei die festen Partikel der eingesaugten Luft, wie Pollenkörner, Sporen, Samenhaare, aber auch Ruß- und Staubteilchen haften bleiben. Die Lage des Streifens wird durch ein Uhrwerk laufend bewegt, so dass der Pollengehalt der Luft zeitlich genau ermittelt werden kann und somit auch die Schwankungen des Pollenflugs im Tagesgang erfasst werden können. Üblicherweise wird aber der Pollengehalt pro m³ Luft (bezogen auf einen Tag) angegeben. Ein- bis zweimal wöchentlich werden die Streifen der Pollenfallen gewechselt und die anhaftenden Pollenkörner und Sporen mikroskopisch ausgewertet.

Pollenfalle, Standort Landeskrankenhaus Salzburg

Der Pollen- und Sporengehalt der Luft wird mit einer "Burkard Pollen- und Sporenfalle" (im Bild die Falle am Standort Landeskrankenhaus Salzburg) gemessen. Bildrechte bei Pollenwarndienst Salzburg

Die ermittelten Werte, ergänzt durch phänologische Beobachtungen, bilden die Grundlage für die Erstellung von Pollenflugvorhersagen.

Zusätzlich werden wöchentlich detaillierte Berichte über den Pollenflug per email an einschlägige Abteilungen der Krankenhäuser und einzelne frei praktizierende Ärzte verschickt. Ärzte, die regelmäßig solche Berichte erhalten wollen, können diese unter der Adresse (Universität Salzburg, z.H. Dr. Ulrike Gartner, Hellbrunner Straße 34, 5020 Salzburg) anfordern. Am Jahresende werden die Daten für verschiedene Zwecke, wie z.B. für die Erstellung von Pollenflugkalendern oder die Auswertung von Beschwerdekalendern, verwendet.

 

Blütenstaub als Allergieauslöser 

Der Blütenstaub einer Pflanze - der Pollen - besteht aus zahlreichen Pollenkörnern, die mikroskopisch klein sind und außen eine sehr widerstandfähige Wand haben. Durch sie werden die männlichen Keimzellen im Inneren geschützt, denn die eigentliche Funktion von Pollenkörnern besteht darin, diese Keimzellen, welche die männlichen Erbinformationen einer Pflanze enthalten, zwischen den Pflanzen zu transportieren. Pollenkörner unterscheiden sich durch Form, Größe, Wandstruktur, ihre Oberfläche und ihre Inhaltsstoffe. Manche Pollenkörner können beim Menschen Allergien auslösen: Heuschnupfen, Hautreizungen, Asthma. Pollen wird in der Regel durch den Wind (windblütige Pflanzen) oder durch Tiere, hauptsächlich Insekten, auf andere Pflanzen übertragen, um so die Fortpflanzung und somit das weitere Bestehen einer Pflanzenart zu gewährleisten. Windblütige Pflanzen, zu ihnen gehören die meisten Bäume, viele Sträucher, die Gräser, aber auch andere krautige Pflanzen, setzen besonders viel Pollen frei, der mit Luftströmen in große Höhen und über weite Distanzen transportiert werden kann. Durch die gute Flugfähigkeit der Pollenkörner sind sie fast überall in der Luft und werden somit eingeatmet oder kommen mit den Schleimhäuten der Augen in Kontakt.

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