ZECO-Forschungs-Jour fixe

Der Forschungs-Jour fixe findet normalerweise an einem Donnerstag von 8.00-9.00 Uhr in der Bibliothek des ZECO statt. Er dient dem wissenschaftlichen Austausch, der interdisziplinären Kompetenzerweiterung der einzelnen Wissenschaftler/innen, dem kritischen Diskurs und – im Sinne eines Think Tanks – der kreativen Weiterentwicklung von Ideen und Projekten unter den Mitgliedern des ZECO sowie den Gastforschern. Der  Donnerstag-Jour Fixe ist für Wissenschaftler, Doktoranden und Studierende öffentlich zugänglich und ein Beitrag des ZECO zur Forschungsplattform „Kulturen – Religionen – Identitäten“ der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg Fakultät. Termininfo: Ullrike Grill, zeco@sbg.ac.at  

  • Wintersemster 2013/14  

10. Oktober 2013 ZECO Team „Besuch der rumänisch-orthodoxen Kirche mit Führung in Salzburg-Sam“   24. Oktober 2013 Aho Shemunkasho „Arbeit an den Handschriften zu Johannes von Dara (9. Jh.)“  

4. Oktober – 6. Dezember 2013 Diliana Atanassova / Jasmine Dum-Tragut / Andreas Schmoller / Aho Shemunkasho / Li Tang / Dietmar W. Winkler Ringvorlesung: „Forschungswerkstatt: Orientalisches Christentum  

4. Oktober 2013 Univ.-Prof. Dr. Dietmar W. Winkler Einführung: Sprachen und Kulturen des Christlichen Orients  

11. Oktober 2013 Univ.-Doz. Dr. Dr. h.c. Jasmine Dum-Tragut Im Schatten des Ararat: Feldforschung in Armenien  

18. Oktober 2013 Dr. Diliana Atanassova Durch die Bibliotheken der Welt: Rekonstruktion koptischer Handschriften  

25. Oktober 2013 Dr. Li Tang Feldforschung an der Seidenstraße: Ostsyrisches Christentum in China  

8. November2013 Ass.-Prof. Dr. Aho Shemunkasho Welcher Text ist das Original? Edition syro-aramäischer Handschriften  

15. November2013 Dr. Andreas Schmoller Vor der Haustür: Identitäten der syrisch- und koptisch-orthodoxen Christen in Österreich  

6. Dezember 2013 Univ.-Prof. Dr. Dietmar W. Winkler Aktuell: Christlich-Muslimische Koexistenz im politischen Kontext des Nahen Ostens

7./28 November 2013 Dietmar W. Winkler „Neuorganisation und Projekte des ZECO“  

  • Sommersemester 2014  

22. Mai 2014 Joachim Jakob „Ostsyrische Christen und Kurden im Osmanischen Reich des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ 

26. Juni 2014 Roland Cerny-Werner „‘Haben Sie dem Bischof schon Ihre Meinung gesagt…?‘ Das Konzil kommt unten an? Der Synodale Vorgang im Deutschsprachigen Raum“  

  • Wintersemester 2014/15  

30. Oktober 2014 Andreas Schmoller “Narratives of Diaspora – Middle Eastern Christians in Austria” Vortrag und Bericht zu einem Workshop in Lodz  

4. Dezember 2014 Li Tang „Syrisches Mönchtum entlang der Seidenstraße“ Vortrag und Bericht zum Symposium in Tübingen  

11. Dezember 2014 Diliana Attanassova „Papst Benjamin I. von Alexandriner (626-665): Reorganisation der koptischen Kirche im 7. Jahrhundert“

Papst Benjamin ist eine der herausragenden Gestalten des ägyptischen Christentums. In seiner Amtszeit wird Ägypten zunächst von den persischen Sassaniden in ihr Reich eingegliedert, dann von den Byzantinern zurückgeholt und schließlich 742 durch die Araber erobert.  

18. Dezember 2014 Christina Katsikadeli „Studien zur Hellenistischen Koine in Ägypten und im Nahen Osten“

Christina Katsikadeli wurde mit 1. Oktober 2014 vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) eine Elise-Richter-Stelle zuerkannt und hat damit am ZECO angedockt. Das Senior Postdoc-Programm Elise Richter unterstützt „hervorragend qualifizierter Wissenschaftlerinnen in ihrer Karriereentwicklung in Hinblick auf eine Universitätslaufbahn“. Christina Katsikadeli präsentierte am ZECO ihr Forschungsprojekt vorstellen.  

8. Jänner 2015 John T. Strong „Building the Road to Ashkelon: A Study in Biblical Archaeology“

Prof. John Strong (Missouri/USA) war für zwei Monate als Gastprofessor und -forscher am FB Bibelwissenschaft und Kirchengeschichte. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der prophetischen Literatur (v.a. Ezechiel) und Experte in der syro-palästinischen Archäologie. Prof. Strong hat vielfältige praktische archäologische Erfahrungen und war mehrfach leitend an Grabungstouren in Israel, u.a. in Tel Malhata (1995) und Tel Gezer (2006, 2007, 2008, 2009, 2011), tätig.  

15. Jänner 2015 Aho Shemunkasho „Johannes von Daras (gest. 860) Konzept der Auferstehung des Leibes“  

22. Jänner 2015 P. Gottfried Glaßner OSB „Das gelehrte Netzwerk der Melker Historiker Bernhard und Hieronymus Pez in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts“

Die Benediktiner-Gelehrten Bernhard und Hieronymus Pez können als Vertreter einer „vormodernen“ Historiographie zwischen Barock und Aufklärung gelten .Nach dem Vorbild der Mauriner-Gelehrten stellte Bernhard Pez (1685–1735) ab dem Jahr 1709 mittels eines handschriftlich vervielfältigten Rundschreibens, später auch mittels einer Einschaltung in den Leipziger „Acta eruditorum“, sein Projekt einer „Bibliotheca Benedictina generalis“ vor. Der Plan einer umfassenden Erschließung der handschriftlichen Überlieferung der Benediktinerautoren in einer kritischen Textedition erwies sich letztlich als nicht realisierbar, aber es ergaben sich in der Folge rege Briefkontakte mit der europäischen Gelehrtenwelt, mehrere Forschungsreisen in Klosterbibliotheken gemeinsam mit seinem Bruder Hieronymus, u.a. auch ein Forschungsaufenthalt bei den Maurinern in Paris, die sich in einer beachtlichen Materialsammlung (ca. 60 Manuskriptbände), in zahlreichen Quelleneditionen und in einer umfangreichen Korrespondenz (ca. 1100 erhaltene Briefe) niederschlugen. Im Rahmen des 2008 initiierten FWF-START-Projekts „Monastische Aufklärung und die Benediktinische Gelehrtenrepublik“ am Institut für Geschichte der Universität Wien unter der Leitung von Thomas Wallnig wurde der in der Melker Stiftsbibliothek verwahrte Nachlass der Brüder Pez digitalisiert und eine kritische Edition der Korrespondenz in Angriff genommen, publiziert in der Reihe "Quelleneditionen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung“ (Bd. 1 2010, Bd. 2 in 2 Halbbänden 2015). - Kurz vorgestellt wurde der von Melk aus angeregte, am 18. November 2014 in Wien präsentierte Bd. 2 der Reihe „Thesaurus Mellicensis“ zum gelehrten Netzwerk, das die Brüder Pez von Melk aus geknüpft haben.  

  • Sommersemster 2015  

26. März 2015 Dietmar W. Winkler „Der Priester, Orientalist und Arabienforscher Alois Musil (1868-1944): Nomade zwischen Kulturen und Religionen“ Gelehrter, Forscher, kath. Priester und Stammesscheich.

Zu Lebzeiten war Alois Musil bekannter als sein Cousin und Schriftseller Robert. Im Laufe von sieben Orientexpeditionen, zumeist von der Österreichischen (Kaiserlichen) Akademie der Wissenschaften finanziert legte „Scheich Musa“ über 16.000 Kilometer auf dem Kamelrücken zurück und schuf ein umfassendes wissenschaftliches Werk mit der größten Materialiensammlung zur Ethnologie, Geographie und Geologie des gesamten nordarabischen Raumes. Historisch, philologisch und sprachlich bestens vorbereitet entdeckte der Professor für biblische Wissenschaften u.a. die Wüstenschlösser der Omajaden und kartographiert erstmalig bisher von keinem Europäer bereiste Gebiete zwischen dem Roten Meer Mesopotamien mit erstaunlicher Präzision.  

23. April 2015 Christina Katsikadeli „Dimitrios Galanos (1760-1833) aus Athen: `orthodoxer Gelehrter´ und erster griechischer Indologe“  

7. Mai 2015 Jasmine Dum-Tragut „Die letzten ihrer Art? Armenische Nonnenklöster -  Einsiedeleien und Skriptorien. Eine Spurensuche in Südarmenien des 17. und 18.  Jahrhunderts“  

28. Mai 2015 Li Tang „The East Syrian Ongut King George in Medieval Chinese, Latin and Syriac Sources”  

11. Juni 2015 Andreas Schmoller „Christen aus dem Nahen Osten in der Diaspora: Forschungsbeispiele und Konferenzreview“  

28. Juni–1. Juli 2015 ZECO-Mitveranstalter Pro Oriente Summer Course 2015 „Pneumatologie in der Alten Kirche – Patristische Studien als Basis und Quelle der Ökumene“

Der PRO ORIENTE Summer Course soll NachwuchswissenschaftlerInnen eine Plattform bieten, um ihre Forschungen zu präsentieren und um sich zu vernetzen. – Ein Blick auf die theologische Agenda der ersten fünf Jahrhunderte, besonders auf das theologische Programm der ersten vier Ökumenischen Konzilien offenbart einerseits, dass die Pneumatologie in diesem Zeitraum noch kaum thematisiert wurde. Und doch bringt andererseits einer der großen ökumenischen, auch heute noch aktuellen Stolpersteine – nämlich der Zusatz des filioque in das gemeinsame Glaubensbekenntnis – mit sich, dass die heutige Beschäftigung mit der Rede vom Heiligen Geist in der frühen Kirche von großer Wichtigkeit ist. Konzeption: Regina Augustin  

  • Wintersemester 2015/16  

19. November 2015 Joachim Jakob „Nonnus von Nisibis und die Muslime.

Ein apologetischer Traktat aus der Mitte des 9. Jahrhunderts“ Nonnus von Nisibis zählt zu den bisher kaum erforschten Schriftstellern der westsyrischen Kirche. In der Präsentation wird ein inhaltlicher Überblick über seinen apologetischen Traktat gegen die Muslime gegeben. Dieser Text wurde im Rahmen des Promotionsprojektes von Joachim Jakob erstmals in eine moderne westliche Sprache übersetzt. Die Grundlage hierfür bildete die einzige erhaltene Handschrift des Traktats, die im 9./10. Jahrhundert entstanden ist und sich heute in der British Library befindet.  

3. Dezember 2015 Christina Katsikadeli „Der griechische Wortschatz in der (christlichen) syrischen Überlieferung. Präliminarien zu einer lexikographischen Studie.“  

14. Jänner 2016 Aho Shemunkasho „Johannes von Dara Kommentar zu 1. Korintherbrief 15“ 

  • Sommersemester 2016  

7. April 2016 Joachim Jakob „Bedir Khan Bey und die ostsyrischen Christen – Ein Konflikt im Kontext einer zerfallenden politischen und gesellschaftlichen Ordnung“

Beim Völkermord an den syrischen Christen im Ersten Weltkrieg waren auch Kurden beteiligt, obwohl sich zwischen Kurden und Christen in Ostanatolien während der Frühen Neuzeit einen modus vivendi herausgebildet hatte, der größere gewaltsame Ausschreitungen verhinderte. Diese Form der Koexistenz wurde durch die Massakrierung der ostsyrischen Christen im Hakkari-Bergland unter dem Kurdenfürsten Bedir Khan Bey in den 1840er Jahren beendet. Im Vortrag wurden die Massaker auf Basis von zeitgenössischen europäischen Berichten in ihren historischen Kontext eingeordnet um zu erklären, wie es zu den derart gewaltsamen Auseinandersetzungen kommen konnte.  

28. April 2016 Jasmine Dum-Tragut „Pöch's Armenier: Die anthropologischen Untersuchungen an armenischen Kriegsgefangenen des Ersten Weltkriegs, 1915-1917.“

Der Wiener Anthropologie R. Pöch untersuchte in den Jahren 1915-1917 über 5000 russische Kriegsgefangene, im Rahmen der Rassenkunde. Unter ihnen waren auch 189 Armenier. Nach über 100 Jahren Ruhe werden die 189 Gefangenen neu zum Leben erweckt - aus Kriegsgefangenennummern werden plötzlich Personen und Geschichten. Viele Kriegsgefangene sind in ihre Dörfer nach Armenien zurückgekehrt - es gilt auch, die Nachfahren und Familien dieser Männer zu finden. Erstmals in der Geschichte wird das anthropologische Archiv aufgearbeitet und mit verschiedenen Daten zusammengeführt. Und damit auch eine neue Seite der ohnehin tragischen Geschichte der Armenier im ersten Weltkrieg aufgeschlagen. Aber auch ein kritischer Blick auf die Behandlung von Kriegsgefangenen im Habsburgerreich Österreich geworfen. Ein betroffen machendes und emotionales Projekt in Kooperation mit der österreichischen und armenischen Akademie der Wissenschaften.  

19. Mai 2016 Roland Cerny-Werner „Demokratie in der Kirche? Die Diözesansynoden nach dem II.Vaticanum als gesellschaftspolitischer Marker“

Roland Cerny-Werner stellte sein Habilitationsprojekt vor- bzw. zur Diskussion. Am Beispiel der Diözesansynode 1968 in Salzburg verdeutlichte sein Vortrag, welchen gesamtgesellschaftlichen Impact die Diözesansynoden nach dem II. Vaticanum hatten und welche kircheninternen Entwicklungen diese Diözesansynoden kennzeichneten.  

9. Juni 2016 Christina Katsikadeli „Antijudaismus in der griechisch-orthodoxen Kirche. Ein bloß vernachlässigtes oder doch tabuisiertes Thema?“

Antijudaismus in Byzanz und in der frühen Neuzeit in Griechenland wäre primär ein relevantes Thema für spezialisierte Historiker, wenn das byzantinische Erbe nicht dermaßen ausschlaggebend für die moderne griechisch-orthodoxe Kirche wäre, und zwar nicht nur für die Gestaltung der Liturgie, sondern auch für die moderne Religionspädagogik und „neugriechische Identität“ im Allgemeinen. Gegenstand des Vortrags waren die bis dato spärlich untersuchte Thematik „Antijudaismus in der griechisch-orthodoxen Kirche“, mögliche Auswirkungen für moderne Formen des Antisemitismus sowie kulturhistorische und linguistische Ergänzungen zur bestehenden Forschung, die hauptsächlich auf den Arbeiten des Theologen Bert Groen (insbes. 2006, 2008) basiert.  

4.–7. Juli 2016 ZECO-Mitveranstalter Pro Oriente Summer Course: „Ökumenischer Dialog: Wesen und Anspruch“

Im Hinblick auf den ökumenischen Dialog zwischen den christlichen Kirchen steht das 20. Jahrhundert ganz im Zeichen des Aufbruchs und des Willens zur Einheit. Die Besorgnis über die Trennung der Kirchen wurde derart drängend, dass sie zur Initialzündung einer ökumenischen Bewegung wurde. Die Annäherung mittels Dialog(-prozessen), um dem Auftrag des Herrn zur Einheit gerecht zu werden (Joh 17,21), war und ist Sinn und Ziel der Ökumene, der sich auch die katholische Kirche durch die Errungenschaften des II. Vatikanums (1962-1965) öffnete. Konzeption und Planung: Regina Augustin, Dietmar W. Winkler  

  • Wintersemester 2016/17  

4. November 2016 Christina Katsikadeli „‘Name‘ und ‚Etymologie‘ in der frühen rabbinischen und christlichen Tradition“

Thema dieses Vortrags war die Analyse der frühen rabbinischen Tradition im Rahmen der Historiographie von den zwei einzigen „sprachwissenschaftlichen“ Disziplinen, die zwischen dem 2.-6. Jh.n.Chr. floriert haben, nämlich der „Etymologie“ und der „Onomastik“, anhand von ausgewählten Beispielen (biblischen Personennamen, Toponymen, „Doppelnamen“). Anschließend wurde die rabbinische Evidenz mit der bekannteren „etymologisierenden“ Exegese bei den jüdisch-griechischen Autoren (Philo, Josephus) und den Kirchenvätern (Clemens, Origenes, Hieronymus) verglichen und die möglichen gegenseitigen Einflüsse zwischen den Traditionen diskutiert.  

25. November 2016 Joachim Jakob „Die syrischen Kirchen und die arabische Herrschaft im 7. Jahrhundert“

In dem Vortrag wurden die Reaktionen west- und ostsyrischer Autoren des 7. Jahrhunderts auf die Eroberungen und die Herrschaft der Araber analysiert. Unter diesen Texten befinden sich einige der frühesten erhaltenen Berichte über die Feldzüge der Araber. Aus heutiger Sicht markieren die arabischen Eroberungen einen epochalen Einschnitt, der aber von den damaligen Zeitgenossen nicht unbedingt so wahrgenommen wurde. Gleichwohl mussten sich die syrischen Christen um eine geschichtliche Einordnung der Ereignisse bemühen und nach Antworten auf die daraus resultierenden Probleme für ihre Kirchen suchen.  

20. Jänner 2017 Doreen Cerny „Profession–Transmigration–Aneignung: Religiöse Zugehörigkeit als AkteurIn in der Ausgestaltung des LehrerInnenberufs“

Es wurde ein vom Land Salzburg gefördertes Forschungsprojekt vorgestellt, welches sich mit Professionsbildern und Bildungsprozessen von ReligionslehrerInnen befasst. In einem ersten Schritt wurde dieses Projekt skizziert. In einem weiteren Schritt wurde aus einer bildungswissenschaftlichen Perspektive an exemplarischen Beispielen aufgezeigt, wie die religiöse Zugehörigkeit von den BiographInnen bezüglich ihrer LehrerInnenrolle verhandelt wird: Was bedeutet religiöse Zugehörigkeit als AkteurIn in gesellschaftlich relevanten Settings (hier: Schule), was waren religiöse markante Situationen für die Befragten und wie wird aus Sicht der LehrerInnen bspw. Interreligiosität verstanden? Der Beitrag hat damit zum Ziel, zunächst aus bildungswissenschaftlicher Perspektive eine differenzierte Diskussion über berufsbiographische Aneignungsprozesse zu führen, um dann in einen interdisziplinären Diskurs über die Akteurschaft „Religion“ zu kommen.      

  • Sommersemester 2017  

23. März 2017 Roland Cerny-Werner „Vertreibung – Weg und Ankunft: Die Flucht der Salzburger Protestanten 1731/32 als kommunikatives Ereignis“

Sogenannte Schraubtaler (Medaillen mit Bildern als Einlage) stellen eine – teilweise durchaus kuriose – numismatische Sonderquelle dar, doch weitaus mehr können sie auch als Kommunikationsmittel der Neuzeit gelesen werden. Im Besonderen bei der Vertreibung und der damit verbundene Flucht der Salzburger Protestanten (1731/32) war erkennbar, dass derartige Medaillen mithalfen, die Emigration der Salzburger Protestanten zu einem kommunikativen Großereignis zu machen. Eine wahre Bilderflut begleitete den Weg der Vertriebenen, die nahezu zeitgleich mit ihrem Zug gen Ostpreußen als leuchtendes Vorbild für religiöse Standhaftigkeit und Opfer eines unbarmherzigen (katholischen) Herrschers dargestellt wurden.  

27. April 2017 Alvina Hovhannisyan “From personal letters to intercultural Encounters: Arab-Jewish Relations.”

Dr. Alvina Hovhannisyan lehrt und forscht am Fachbereich Arabistik der Universität Jerewan, mit dem Schwerpunkt mittelalterliche arabische Grammatiktraditionen, mittelalterliche hebräische Philologie, kulturell-sprachliche Beziehungen zwischen Juden und Arabern sowie zu armenischen Manuskripte über Juden/Araber. Sie war im Rahmen der ERASMUS+ Wissenschaftler-Mobilität im Sommersemester 2017 am ZECO zu Gast. In ihrer aktuellen Forschung beschäftigte sie sich mit einigen mittelalterlichen arabischen Quellen, v.a. mit Briefen, die die Alltagsbeziehungen zwischen Juden und Arabern erzählen und beleuchten.  

11. Mai 2017 Marat Yavrumyan “Der religiöse Faktor in armenisch-türkischen Beziehungen: Zur Versöhnung durch das Konzept der ‚kulturellen Skripte‘“

Dozent Dr. Yavrumyan ist Arabist an der Staatlichen Universität Jerevan mit interdisziplinärer Ausrichtung (und Doktorat aus Bayreuth) und war im Rahmen der ERASMUS+ Wissenschaftler-Mobilität im Sommersemester 2017 am ZECO zu Gast. Die Beziehungen zwischen Armenien und der Türkei gelten aufgrund des Völkermords an den Armeniern als historisch belastet. Historisch belastet ist auch die Tätigkeit evangelischer Missionare armenischer Herkunft in der Türkei. Anhand von Fallstudien wurde darüber diskutiert, inwieweit die Verbreitung der christlichen Werte in der Türkei in religiöser und kultureller Hinsicht zur Versöhnung zwischen Türken und Armeniern beitragen kann.  

18. Mai 2017 Aghasi Tadevosyan “Migration in Armenia: Emigration and Immigration Aspects”

Prof. Tadevosyan hat Ethnographie und Sozialanthropologie studiert und forscht am Institut für Archäologie und Ethnographie der Armenischen Akademie der Wissenschaften. Er ist ein internationaler anerkannter Experte für Studien über die demographische Entwicklung, Migrationsbewegungen, Armut und Korruption in Armenien und war im Rahmen der ERASMUS+ Wissenschaftler-Mobilität im Sommersemester 2017 am ZECO zu Gast.

Migration, along with poverty and corruption, have become one of the most problematic issues for post-Soviet Armenia. More than 30 % of population have migrated since 1991. There are mainly four types of migrants from Armenia: permanent, seasonal, long-term and educational migrants. One of the peculiarities of migration from Armenia is that majority of migrants went to Russia because of cultural, economic ties, as well as the network Armenians have there. The approaches on how Armenia is influenced by migration, are diverse. It has positive and negative aspects. Positive side of it is related to remittances, which play an important role in overcoming poverty of migrants’ families. The negative side of migration is outflow of human capital from Armenia. In recent years, especially after the war in Syria, picture of migration has greatly changed, and Armenia became a country of not only emigration, but also a country of immigration, hosting thousands of refugees. More than 12000 people came to Armenia mainly from Syria. Their adaptation and integration problems are novel for the Armenian post-Soviet society. The main integration problems refer to issues of citizenship, housing, labor, education, language and cultural adaptation. The second part of my presentation will touch both the immigration policy and immigrants’ adaptation in everyday life.  

3.–6. Juli 2017 ZECO-Mitveranstalter Pro Oriente Summer Course: Theologie und Geschichte. Ein spannungsreiches Verhältnis

Die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit der wechselvollen Geschichte der einen Kirche stellt für die vielen Kirchen in ihrem Denken und Handeln noch längst keine Selbstverständlichkeit dar. Die (geforderte) Treue zur Tradition und die (vorgebliche) Unwandelbarkeit der Lehre befördern eine „ahistorische“ Theologie, die ihre Reflexionen über den christlichen Glauben unabhängig vom historischen Kontext zu formulieren versucht. Eine solche „zeitenthobene“ Theologie erschwert den ökumenischen Dialog. Denn wenn es den Kirchen nicht gelingt, die gemeinsam erlebte und dennoch verschieden interpretierte Vergangenheit (selbst-)kritisch wahrzunehmen und zu prüfen, dann ist eine Wiederherstellung der Einheit der Kirchen in weiter Ferne. Andererseits gibt es aber auch viele positive Initiativen und Erfahrungen im Rahmen der ökumenischen Arbeit, wenn sich Kirchenverantwortliche, TheologInnen und HistorikerInnen dessen bewusst sind, dass eine Versöhnung nur dann erreicht werden kann, wenn die Konfliktgründe in ihrem jeweiligen Kontext gesehen und analysiert werden, sodass eine neue Vertrauensbasis geschaffen werden kann. Mit Workshop von Roland Cerny-Werner. Konzeption: Regina Augustin  

  • Wintersemester 2017/18  

17. November 2017 Joachim Jakob „Judentum und Zoroastrismus im ‚Apologetischen Traktat‘ des Nonnus von Nisibis“

Der westsyrische Autor Nonnus von Nisibis (9. Jh.) wurde in der Forschung bislang weitgehend vernachlässigt. Die meisten seiner syrischen Werke wurden noch nicht ediert. Der Vortrag nahm Nonnus' sogenannten 'Apologetischen Traktat' in den Blick. Die wenigen Studien, die sich diesem Werk widmen, beziehen sich in der Regel auf Nonnus' Haltung gegenüber dem Islam. Nonnus schreibt jedoch auch über andere Religionen aus dem Umfeld der syrischen Christen. Neben dem Islam sind dies vor allem Judentum und Zoroastrismus. Ziel des Vortrags war die Untersuchung von Nonnus' Aussagen über Judentum und Zoroastrismus in ihrem historischen Kontext sowie ihre Bedeutung für den ‚Apologetischen Traktat‘ insgesamt. Folglich wurde auch versucht, Nonnus' Schlussfolgerungen über diese nicht-muslimischen Religionen im Zusammenhang mit seinen theologischen Argumenten gegen den Islam zu betrachten.  

15. Dezember 2017 Jasmine Dum-Tragut / Joachim Jakob „Reisebericht zur Israel Exkursion durchgeführt vom Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte ‚Heiliges – Unheiliges Land‘“  

  • Sommersemester 2018  

8. März 2018 Suren Manukyan “The Killing Hierarchy. Perpetrators of Armenian Genocide” Dr. Suren Manukyan, Armenische Genozidmuseum, Leiter der Abteilung für Genozid-Studien an der Staatlichen Universität Jerevan; Dozent für Genozid-Studien an der Amerikanischen Universität von Armenien war im Rahmen der ERASMUS+ Wissenschaftler-Mobilität im Sommersemester 2018 am ZECO zu Gast.

In seinem Vortrag erzählte er über seine laufende Forschung zu sozio-psychologischen Dimensionen des Genozids an den Armeniern und auch Vergleiche zu anderen „Genoziden“. Seine Forschung wird durch ein Fulbright-Stipendium “The Sociology of Armenian Genocide: Perpetrators, Bystanders, and Rescuers vs. Victims, Survivors, and Betrayers” am Center for the Study of Genocide and Human Rights der Rutgers University, New Jersey, unterstützt.  

26. April 2018 Li Tang “Puzzles from the Past: How can artefacts help reconstruct the lost History of Syriac Christianity”  

3. Mai 2018 Vardan Voskanian “The Armenian and Assyrian Communities in Iran: History and Perspectives”

Prof. Vardan Voskanian ist Iranist an der Unversität Jerewan und im Rahmen der ERASMUS+ Wissenschaftler-Mobilität im Sommersemester 2018 am ZECO zu Gast.

14. Juni 2018 Reuven Amitai [….]   Prof. Reuven Amitai, Hebrew Unviersity Jerusalem, Middle Eastern Studies war im Rahmen der ERASMUS+ Wissenschaftler-Mobilität im Sommersemester 2018 am ZECO zu Gast.

9.–12. Juli 2018 ZECO-Mitveranstalter “The World Council of Churches (WCC) Commemorating 70 Years of Ecumenism”

After the Second World War, the World Council of Churches (WCC) was founded in 1948 as part of a grand peace project after the wartime atrocities. Leading persons from the ecumenical moment such as Willem Visser’t Hooft and John R. Mott intended a fellowship of churches which confesses the Lord Jesus Christ as God and Saviour according to the Scriptures. Today the churches in the WCC pursue the vision of ecumenism as they seek vis ible unity in one faith and one Eucharistic fellowship. The WCC promotes common witness in work for mission and evangelism, and engages in Christian service by meeting human need, breaking down barriers between people, seeking justice and peace, and upholding the integrity of creation. In the beginning most of the member churches were from Europe, including the Ecumenical Patriarchate and some Eastern churches. During the 1960s, the influx of the Orthodox Churches from then communist Eastern Europe and the churches from southern Africa brought new perspectives. It is a challenge that the Catholic Church is not amember of the WCC. However, it is a full member of the Faith & Order Commission and has representatives participating in many working groups and national ecumenical institutions. Moderation: Dietmar W. Winkler; Konzeption: Regina Augustin.

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  • News
    Der weltweit wichtigste Muskelkongress, die European Muscle Conference (EMC) fand dieses Jahr in Budapest statt. Salzburg war mit Stefan Galler vertreten. Galler hatte die EMC-Konferenz 2014 in Salzburg ausgetragen und war nun wiederum Mitglied des Scientific Commitee´s in Budapest. Bei der feierlichen Kongresseröffnung hielt er einen Nachruf auf den 2018 verstorbenen Muskelforscher Caspar Rüegg.
    Das Thema der Panorama:Uni am 22.10., 19 Uhr, Panoramabar Lehen, ist "Wanted: Die Kreativität der Kunden. Oder warum die neuen Technologien die Geschäftswelt verändern".
    Alexander van der Bellen zeigte sich beeindruckt von den kritischen Beiträgen der Studierenden des Salzburger Erasmus Master-Studiums „Digital Communication Leadership“ (DC Lead). In einer Audienz am Freitag, 5. Oktober, trugen fünf Studierende ihre Visionen einer digitalen Kommunikationswelt in der Hofburg in Wien vor.
    Mo 22.10.2018, HS E.001 (Unipark) Dr. Eveline Brugger (St. Pölten) "Unsern juden gemainklich solich genad getan". Mittelalterliches Judenrecht und fürstliche Judenpolitik am Beispiel Österreichs
    Dr. Lorenz Aglas, senior scientist der Arbeitsgruppe von Prof. Fatima Ferreira (FB Biowissenschaften), erhält aufgrund der hervorragenden wissenschaftlichen Ergebnisse seiner Doktorarbeit mit dem diesjährigen “Ursula und Fritz Melcher Dissertationspreis 2018” der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI).
    Herr Prof. Dr. Christoph Schäfer (Alte Geschichte, Universität Trier) hält zu diesem Thema am 23. Oktober 2018 um 18.30 Uhr in der Abgusssammlung SR E.33, Residenzplatz 1, einen Vortrag.
    Die Leopold-Kohr-Akademie organisiert im September und Oktober 2018 zwei Veranstaltungen. Gemeinsam mit der Universität Salzburg betreibt die Einrichtung das Kohr-Archiv.
    Prof. Ruslan Mitkov, Professor für natürliche Sprachverarbeitung und Computerlinguistik an der Universität von Wolverhampton, UK, wird am Dienstag, 30. Oktober um 18 Uhr einen Vortrag zum Thema linguistic intelligence: computer vs. humans halten.
    Der Empfang findet am Mittwoch, 7. November 2018 an der Katholisch-Theologischen Fakultät, Universitätsplatz 1 (Salzburg) statt. 18:15 in der Kollegienkirche (Religionsverbindendes Gebet - gestaltet vom Afro-Asiatischen Institut Salzburg) 19:00 Empfang im HS 101 der Katholisch-Theologischen Fakultät (Universitätsplatz 1, EG)
    Einladung zur Lesung auf Französisch und Deutsch aus dem Roman "La concordance des temps", Mittwoch, 7.11.2018, 18:00 Uhr, Leselounge Fachbibliothek Unipark
    Konzertperformance im Rahmen des OPEN MIND Festivals WHAT'S LEFT / WHAT'S RIGHT in Kooperation mit ARGEkultur // Freitag, 09.11.2018 | 21.00 Uhr, Ulrike-Gschwandtner-Str. 5, 5020 Salzburg, Saal // www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik-polemikkunst // Eintritt frei
    9.11.2018, 14.00 bis 17.30 Uhr, Bischofshaus, Kapitelplatz 2: Symposium "Stille Nacht. Weihnachten zwischen theologischem Anspruch und Populärkultur" und Ausstellungseröffnung "Stille Nacht, heilige Kunst" – Bilderzyklus von Johann Weyringer (Ausstellungsdauer bis zum 7. Dezember 2018). Veranstaltet von Erzdiözese Salzburg und Universität Salzburg, Theologische Fakultät (Organisation: Alexander Zerfaß).
    Im Rahmen der Vortragsreihe POLEMIK UND GENDER wird Ulrike Vedder vom Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin am 14. November um 19h einen Gastvortrag im Unikpark Nonntal halten. // Erzabt-Klotz-Str. 1, E.002 (Agnes Muthspiel) // www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik-polemikkunst
    Es ist wieder so weit, am 17. November 2018 findet das Konzert des Universitätsorchesters für dieses Semester statt.
    Politische Bildung ist in Österreich seit 1978 ein allgemeines Unterrichtsprinzip, also eine Bildungs- und Erziehungsaufgabe, die den Lehrkräften aller Schulfächer und Schulstufen obliegt. Die Ringvorlesung soll Wege aufzeigen, wie Demokratiebildung in verschiedenen Unterrichtsfächern funktionieren kann, sodass sich für Lehramtsstudierende und LehrerInnen unterschiedliche Perspektiven auf dieselbe grundsätzliche Herausforderung eröffnen.
    Herr Dr. Sven Th. Schipporeit (Institut für Klassische Archäologie, Universität Wien) hält zu diesem Thema am Mi, 21. November 2018 in der Abgusssammlungs SR E.33, Residenzplatz 1, einen Vortrag
    The workshop aims to examine the musicality of the body and vice versa the corporeality of music from a choreographic perspective. This approach corresponds with the extension of the concept of music as well as the questioning of performance traditions in the context of New Music, which also puts a stronger emphasis on the body.
    The relatively young democracy Poland, whose political climate has intensified considerably since the last elections, is also moving increasingly to the fore. Politically critical leaders of representative cultural organisations have been and continue to be replaced by the new administration, while independent creative artists appear to be able to find niches so far or already live outside the country.
    Vom 29.11. bis 01.12.2018 im Unipark Nonntal
    Am 6. Dezember 2018 finden an der Universität Salzburg die WTZ Training Days zum Thema Kommunikation, Dissemination und Verbreitung in H2020-Projekten statt.
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  • 23.10.18 Die Seeschlacht von Actium – Ein Sieg des Antonius?
    24.10.18 The Psychology of Cognitive Illusions
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