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WENN SICH DER MENSCH BEDROHT FÜHLT ...

Der Umgang mit Bedrohungen ist für alle Menschen schwierig. Insbesondere das Wissen um die eigene Sterblichkeit und die damit verbundene Endlichkeit des Selbst stellt eine der größten Herausforderungen für den Menschen dar. Mit Hilfe experimenteller psychologischer Forschung konnten wir in den letzten 20 Jahren zunehmend nachvollziehen, dass die Aktivierung von Gedanken an die eigene Sterblichkeit zur Verteidigung sozial-geteilter Glaubenssysteme führt, Vorurteile, Aggression und Konflikt fördert sowie kollektives Denken und Handeln insgesamt beeinflusst. Werden Menschen mit anderen existentiellen Bedrohungen konfrontiert, wie dem Verlust von Kontrolle oder Sinn in ihrem Leben, von Identität oder sozialer Zugehörigkeit finden wir häufig ähnlich heftige Verteidigungsreaktionen ihrer Überzeugungen. Angesichts der Schrecken ethnozentrisch und religiös motivierter Kriege und Terroranschläge stehen uns die tragischen Folgen dieser Art der Bewältigung menschlicher Vulnerabilität deutlicher denn je vor Augen.

In unserer Forschung versuchen wir jedoch zu verstehen, wie diesem scheinbar zwangsläufig ablaufenden sozial destruktiven Verhalten unter Bedingungen existenzieller Bedrohung entgegengesteuert werden kann. Zudem liegen in der Bedrohung Potenziale verborgen, Menschen für das Engagement für kollektive Ziele und Ideale (z.B. Toleranz und Vielfalt in einer Gesellschaft) oder Projekte (z.B. Kampf gegen den Klimawandel) zu gewinnen – also für Ziele, die die Grenzen des Individuums sowohl auf einer sozialen als auch auf einer temporalen Dimension überschreiten. Das aktivierende Potenzial zu erkennen, das sozial-kulturelle Bewältigungsprozesse existenzieller Bedrohung enthalten, und Wege zu finden, diese zur konstruktiven Entfaltung zu bringen, ist nach unserer Meinung eine der wichtigsten Aufgaben künftiger sozialpsychologischer Forschung zur Endlichkeit des Selbst.

Anwendung des Threat Management Modells auf Beratung, organisationalen Wandel und soziopolitische Themen

Auch in Organisationen, in der Politik und der Beratung geht es häufig um den Umgang mit Bedrohungen: Viele Herausforderungen unserer Zeit, sowie Veränderungsprozesse in Unternehmen, aber auch eigene Ziele und Visionen lassen in uns Diskrepanzen zwischen Ist und Soll entstehen. Beratungsformate wie Coaching, Training, Consulting oder Mentoring sollen bei diesen Diskrepanzen unterstützend zur Seite stehen. Dabei können sozialpsychologische Erkenntnisse aus unserer Forschung von Vorteil sein. Zum Beispiel kann prozedurale Gerechtigkeit dabei unterstützen, mit Veränderungen handlungsmotiviert umzugehen (Reiss, Prokhorova, Schulte-Cloos & Jonas, 2018). Auch Beratungsformate können bei organisationalem Wandel und eigenen Zielen hilfreich sein – hier ist jedoch eine gute Passung entscheidend: Welches Beratungsformat und welche Beratungstechniken passen am besten zum Bedürfnis und zur Motivation des Klienten (Böhm, Mühlberger & Jonas, 2017; Böhm, Mühlberger, Hansen, Friedrich & Jonas, 2018; Schiemann, Mühlberger & Jonas, 2018)? Wie geht es dem Klienten emotional gerade und kann ich dafür beispielsweise ein passendes Tool zur Zielbindung wählen (Mühlberger, Büche & Jonas, 2018)?

Auch im Hinblick auf soziopolitische Themen können Diskrepanzen zwischen eigenen Überzeugungen und Wünschen und einer aktuell wahrgenommenen Situation als Bedrohungen erlebt werden: In unserer Forschung haben wir dies beispielsweise in Bezug auf die Konfrontation mit dem Klimawandel (Uhl, Jonas & Klackl, 2018; Uhl, Klackl, Hansen & Jonas, 2018) oder der Flüchtlingskrise (Reiss & Jonas, in Druck; Lueders, Böhm & Jonas, in Druck; Prokhorova, Klackl et al., 2018) untersucht.

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    Das Paper "The disabling effect of enabling social policies on organizational career management" von Astrid Reichel (Professorin für Human Resource Management an der PLUS) et al. wurde beim Academy of Management Meeting 2019, der mit über 10.000 TeilnehmerInnen weltweit größten und wichtigsten Management Konferenz, mit dem Emerald Best International Symposium Award ausgezeichnet.
    Univ.Doz. Dr. Dr.h.c. Jasmine Dum-Tragut erhielt die Medaille am 31. Oktober im Rahmen der Schlussveranstaltung der von ihr kuratierten Ausstellung "Fernab der Heimat - in der Heimat Schicksale armenischer Kriegsgefangener im Ersten Weltkrieg" am Genozid-Museum-Institut in Jerevan/Armenien.
    Die Salzburger Historikerin Christina Antenhofer wurde kürzlich zum Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste (Historische Klasse) ernannt.
    Zum Windersemester 2019/20 berief die Universität Salzburg fünf neue UniversitätsprofessorInnen: Michael BLAUBERGER, Politik der Europäischen Union, Politikwissenschaft und Soziologie (+ DZ SCEUS), Alexander SOKOLICEK, Klassische Archäologie, Altertumswissenschaften, Ulrike GREINER, Professionsforschung und LehrerInnenbildung unter besonderer Berücksichtigung der Fachdidaktiken, School of Education, Margit REITER, Europäische Zeitgeschichte.
    Sozialpädagogik zwischen Hilfe, Kontrolle, Strafe und Zwang
    Vom 5. bis 22. November 2019 lädt Südwind in Zusammenarbeit mit der Universität Salzburg ExpertInnen zum Thema globale Ungleichheiten ein und bietet ein vielfältiges Programm: 13 Veranstaltungen der Reihe "REDUCE INEQUALITIES global denken - nachhaltig handeln" setzen sich aus verschiedenen Perspektiven mit globalen Fragen und deren Wechselwirkung mit der lokalen und individuellen Ebene auseinander.
    Eine internationale Tagung, 13.–15. November 2019, veranstaltet von SALZBURG MUSEUM und UNIVERSITÄT SALZBURG, Tagungsleitung: Univ.-Prof. Dr. Christoph Kühberger
    Am: 14.11.2019 // Zeit: 18:30h s.t. - 20:00h // Ort: Hörsaal 207 der Rechtswiss. Fakultät der Universität Salzburg // Churfürststraße 1 // A-5020 Salzburg // (Zugang beschildert)
    Priv.-Doz. Dr. Matthias Kropf hält am 15. November 2019 um 14 Uhr im HS 421 der Naturwissenschaftlichen Fakultät, Hellbrunnerstrasse 34, einen Gastvortrag zum Thema "Phylogeographical Studies of selected Steppe Plants in the Pannonian and Western Pontic Region". Der Fachbereich Biowissenschaften lädt herzlich dazu ein!
    Margit Reiter, seit WS 2019 neue Professorin für Europäische Zeitgeschichte am Fachbereich Geschichte präsentiert am 20. November ihr neues Buch "Die Ehemaligen" im HS 381, GesWi, Rudolfskai 42.
    DONNERSTAG, 21.11.: VORTRÄGE (8.30-19.00h) bei Wissenschaft & Kunst, Bergstr. 12a, KunstQuartier, Atelier 1.OG // FREITAG, 22.11.: EXKURSION (8.30-16.00h) Gedenkstätte Konzentrationslager Ebensee, Gedenkstätte Mauthausen. Abfahrt: 8.30 Uhr Unipark Nonntal, Erzabt-Klotz-Straße 1
    Die jährlich stattfindende interdisziplinäre Fachtagung des Wissensnetzwerks Recht, Wirtschaft und Arbeitswelt findet dieses Jahr am Donnerstag, 21.11.2019, zum Thema "Die Arbeit ist immer und überall - Mobiles Arbeiten und seine Folgen" auf der Edmundsburg statt.
    Der FB KoWi lädt Sie sehr herzlich zum Gastvortrag zum Thema How News Use is Changing Across the World - Vortrag von Dr. Richard Fletcher – Reuters Institute, University of Oxford .
    Im Rahmen der Vortragsreihe Geschichte im Gespräch sowie der Vorlesung "Grundlagen der Mittelalterlichen Geschichte (Christina Antenhofer)" hält Thorsten Hiltmann (Münster) am 26. November 2019 um 09 Uhr im HS 380 einen Vortrag zum Thema Mittelalterliche Heraldik zwischen Kulturgeschichte und neuen digitalen Methoden
    Der Fachbereich Slawistik möchte Sie zusammen mit dem Kulturzentrum DAS KINO sehr herzlich zum vierten Teil unserer erfolgreichen Kinoreihe der ost- und mittelosteuropäischen Filme einladen. Im Rahmen des Filmklubs „Slawistyka, Slavistika, Cлавистика“ werden preisgekrönte aktuelle polnische, russische und tschechische Filme mit gesellschaftlicher und politischer Thematik gezeigt.
    28. bis 30. November 2019 - Unipark Nonntal, Erzabt-Klotz-Straße 1, 5020 Salzburg, Abteilung Musik- und Tanzwissenschaft, Tanzstudio, Raum 2.105, 2. OG
    Der Fachbereich Linguistik lädt alle Interessierten ein zur Teilnahme an der 45. Österreichische Linguistiktagung. Die Veranstaltung findet am 6. und 7.12.19 im Unipark Nonntal statt. Die Frist zur Registrierung zu den regulären Teilnahmegebühren in Höhe von 40 bzw. 15 Euro (für Studierende und taube TeilnehmerInnen) wurde bis zum 07.11.2019 verlängert.
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  • 13.11.19 Bestsellerautor Bernhard Aichner präsentiert seinen neuesten Thriller „DER FUND“
    14.11.19 Symposion "Wirtschaftliche Betrachtungsweise"
    14.11.19 Maibaum 4.0 – Unsere kulturelle Zukunft am Land
    14.11.19 Salzburger Museen und Sammlungen - Geschichte vor Ort. Geschichtsforschung und Geschichtsdarstellung im Salzburger Freilichtmuseum. Von einer Hausübertragung bis zur Dokumentation des frühen ländlichen Fremdenverkehrs in Salzburg
    14.11.19 Salzburger Juristische Gesellschaft
    14.11.19 Group Singing: Positive Intervention in the Lives of People with Parkinson’s / Positive Auswirkungen des Chorgesangs auf Patientinnen und Patienten mit Parkinson
    15.11.19 Symposion "Wirtschaftliche Betrachtungsweise"
    15.11.19 Group Singing: Positive Intervention in the Lives of People with Parkinson’s / Positive Auswirkungen des Chorgesangs auf Patientinnen und Patienten mit Parkinson
    15.11.19 Phylogeographical studies of selected steppe plants in the Pannonian and Western Pontic region
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