Leistungen der persönlichen Assistenz am Arbeits- / Ausbildungsplatz - PAA

Es besteht auch die Möglichkeit, für bestimmte Hilfestellungen die persönliche Assistenz am Arbeits-/Ausbildungsplatz (PAA) in Anspruch zu nehmen. Die oben beschriebenen notwendigen Voraussetzungen durch die Universität weisen gleichzeitig auf die Grenzen der Leistungen durch die persönliche Assistenz hin und sind in den Förderrichtlinien klar definiert:
…Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz kann von Frauen und Männern mit Behinderung im erwerbsfähigen Alter in Anspruch genommen werden, die in der Pflegestufe 5, 6 oder 7 eingestuft sind, die die fachliche und persönliche Eignung für den ausgeübten bzw. angestrebten Beruf aufweisen und
...mit Hilfe der Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz ein Studium oder eine Berufsausbildung in der gesetzlich vorgeschriebenen Dauer zuzüglich der für den Bezug von Studienbeihilfe zulässigen weiteren Semester absolvieren können (§ 19 Abs. 3 Z 3 StudFG sowie die Verordnung BGBl II Nr. 310/2004 betreffend die Gewährung von Studienbeihilfe für behinderte Studierende sind zu beachten).
...In begründeten Ausnahmefällen kann Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz auch von Frauen und Männern mit Behinderung in den Pflegestufen 3 und 4 in Anspruch genommen werden…(2011, S.2 f) [1] Sozialministeriumservice (vormals BMASK), Richtlinie Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz, 1.1.2011

Die PAA umfasst konkret folgende Leistungen:

  • Begleitung am Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstelle bzw. Ausbildungsort einschließlich notwendiger Wege zur Kinderbetreuung
  • Begleitung bei dienstlichen Verpflichtungen außerhalb des Arbeitsplatzes (z. B. Besuch von Veranstaltungen, Dienstreisen)
  • Begleitung und Unterstützung zur Erlangung oder Erfüllung von Aufträgen im Rahmen der selbständigen Tätigkeit
  • Unterstützungstätigkeiten manueller Art bei der Verrichtung der beruflichen Tätigkeit oder während der Ausbildungszeit (z. B. Ablage von Unterlagen, Kopiertätigkeit)
  • Assistenz bei der Körperpflege während der Dienst- oder Ausbildungszeit
  • Sonstige behinderungsbedingt erforderliche Assistenzleistungen (z. B. Hilfe beim Ein- und Aussteigen aus dem oder in das Kfz, An-/Ausziehen der Jacke, Hilfe beim Mittagessen).

    Durch Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz werden AssistenznehmerInnen befähigt, ihr Berufsleben zunehmend selbständig und eigenverantwortlich zu organisieren. (2011, S.3).

Ausdrücklich wird in den Förderrichtlinien auf die Grenzen der PAA hingewiesen:
Unterstützungsleistungen inhaltlicher oder fachlicher Art bei der Erbringung der Arbeitsleistung oder bei der Absolvierung einer Ausbildung sind hingegen nicht der Persönlichen Assistenz am Arbeitsplatz zurechenbar. Ebenso ist die Inanspruchnahme von Persönlicher Assistenz am Arbeitsplatz nicht möglich, wenn die Beeinträchtigung am Arbeitsplatz durch technische Hilfsmittel ausgeglichen werden kann. (2011, S.3)

Konkret bedeutet das in der Folge für blinde oder sehbehinderte Menschen, dass sie im Umgang mit ihrem benötigten Hilfsmittel geübt sein und mit den erwähnten Standardsoftwareprogrammen umgehen können müssen. Wichtig ist für Sie in diesem Kontext auch die Information, dass an der Universität pdf-Dateien das gängige Format sind.
Das bedeutet, Sie müssen in der Lage sein, diese zu lesen, um der jeweiligen Lehrveranstaltung folgen und Prüfungen absolvieren zu können.

Hilfestellung durch PAA

  • Wenn Sie eine Word-Datei wollen, müssen Sie sich selbst den work-around schaffen um sie zu erhalten. Screenreader (SR) haben z.B. mittlerweile eine OCR (= Optical Character Recognition) integriert. Dieses Tool ermöglicht es, pdf-Datein, die z.B. mit einer tif-Datei hinterlegt sind, in Text umzuwandeln und auf der Braillezeile darzustellen und / oder mit Sprache auszugeben. Das heißt aber nicht, dass jede pdf-Datei zur Gänze lesbar ist. Für diese Fälle kann die persönliche Assistenz in Anspruch genommen werden.
  • Gibt es grafische Darstellungen, wie Bilder und Diagramme, so müssen diese von der Assistenz erläutert werden oder der Fachbereich eingeschaltet werden.
  • Es gibt auch pdf-Dateien, die überhaupt nicht lesbar sind, weil sie eine zu hohe Verschlüsselung aufweisen. Das kommt glücklicherweise eher selten vor und muss daher von Fall zu Fall geprüft werden.
  • Wie bereits beschrieben, können Braillezeilen immer nur linear Textzeile für Textzeile darstellen. Somit verursachen verknüpfte oder verschachtelte Tabellen - egal ob im Word oder pdf - ein Problem, weil der Zusammenhang in der Darstellung fehlt. Auch hier kann die Assistenz entsprechend unterstützen.
  • Recherchen im Internet oder in Datenbanken können schwierig sein, da nicht alle Internetseiten barrierefrei zugänglich sind und die Navigation manchmal dementsprechend schwierig ist. Vor allem dann, wenn man Internetseiten zum ersten Mal besucht. Hier ist es hilfreich, wenn die Assistenz Links vorliest. Angesteuert müssen die Links jedoch selbst werden. Ebenso sind Eingabefelder oft nicht erreichbar.
  • Datenbanken sind leider häufig nicht zugänglich. In diesem Fall ist auch Unterstützung durch die PAA erforderlich.
  • Literaturbeschaffung: Es entscheidet immer die Studentin / der Student, welches Buch von Ihr / ihm entlehnt wird. Auf Grund des Aufwands werden Bücher nur dann zur Gänze eingescannt, wenn dies erforderlich ist. Ein Scannauftrag kann nur über die Abteilung disability&diversity gegen Vorlage des Buches in Auftrag gegeben werden.
    • Vorgehensweise bei blinden Studierenden: Die Assistenz liest das Inhaltsverzeichnis vor und die Studentin / der Student entscheidet, was daraus benötigt wird. Das Einscannen von Teilen eines Buches kann von der Assistenz an der Universitätsbibliothek vorgenommen werden. Der Scan wird auf einen USB-Stick gespeichert und kann so verwendet werden. Die Inhalte dürfen hinsichtlich des Urheberrechts nicht an Dritte weitergegeben werden.
    • Vorgehensweise bei sehbehinderten Studierenden: diese Personen haben je nach Vergrößerung nur einen Ausschnitt des Bildschirms zur Verfügung. Da kein Überblick über eine ganze Seite vorhanden ist, ist das Navigieren und Auffinden von Inhalten sehr schwierig. Das ist auch eine Herausforderung für die Assistenz. Die Vergrößerung kann aber per Tastendruck deaktiviert werden und wieder aktiviert werden.

  • Bei studien- oder unispezifischen Programmen, wie z. B. dem Statistikprogramm „R“, der Lernplattform Blackboard, plusonline, kann eine Spezialschulung angedacht werden.

Überlegen Sie ganz genau, in welchem Ausmaß sie die PAA tatsächlich benötigen und geben Sie exakte Zeiten an.
Wird die PAA nur „vorsorglich“ beantragt bzw. in Anspruch genommen, obwohl sie gar nicht benötigt wird (z.B. wenn während der Lehrveranstaltung tatsächlich keine PAA für Mitschriften oder zum Vorlesen benötigt wird), stellt dies einen Missbrauch von Fördergeldern dar und muss dem Sozialministeriumservice gemeldet werden. Etwaige Rückforderungen obliegen dem Sozialministeriumservice als Fördergeber.

Wichtig: Über die PAA kann aus rechtlichen Gründen (außer der Begleitung zur Prüfung und der Begleitung nach der Prüfung) keine Prüfungsassistenz in Anspruch genommen werden! Diese ist zwingend mit disability&diversity abzustimmen.

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    Sozialpädagogik zwischen Hilfe, Kontrolle, Strafe und Zwang
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    Eine internationale Tagung, 13.–15. November 2019, veranstaltet von SALZBURG MUSEUM und UNIVERSITÄT SALZBURG, Tagungsleitung: Univ.-Prof. Dr. Christoph Kühberger
    Am: 14.11.2019 // Zeit: 18:30h s.t. - 20:00h // Ort: Hörsaal 207 der Rechtswiss. Fakultät der Universität Salzburg // Churfürststraße 1 // A-5020 Salzburg // (Zugang beschildert)
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    DONNERSTAG, 21.11.: VORTRÄGE (8.30-19.00h) bei Wissenschaft & Kunst, Bergstr. 12a, KunstQuartier, Atelier 1.OG // FREITAG, 22.11.: EXKURSION (8.30-16.00h) Gedenkstätte Konzentrationslager Ebensee, Gedenkstätte Mauthausen. Abfahrt: 8.30 Uhr Unipark Nonntal, Erzabt-Klotz-Straße 1
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