Sarah-Samuel-Preis für Kurzprosa


Das Literaturarchiv Salzburg verleiht in einer Kooperation mit dem Literaturhaus Graz ab 2019 den Sarah-Samuel-Preis für Kurzprosa. Er wird jährlich für einen oder mehrere auf Deutsch verfasste und im jeweils vorangegangenen Kalenderjahr erschienene, narrative Kurzprosatexte eines Autors/einer Autorin vergeben.

Die Vergabe erfolgt nicht auf der Basis von Einreichungen, sondern von Nominierungen durch eine Jury. Das Preisgeld in Höhe von Euro 10.000.- wird von Gerlinde und Harald Niederreiter gestiftet. Die beiden leben in Salzburg, waren jedoch über viele Jahre auf internationaler Ebene tätig: Harald Niederreiter als renommierter Mathematiker an mehreren Universitäten, die studierte Historikerin Gerlinde Niederreiter als Mitarbeiterin der Atomenergiebehörde der UNO. Unter dem Pseudonym Sarah Samuel veröffentlichten sie gemeinsam die Romane „Das Lazarettkind“ (2016) und „Schwarzer Halbmond“ (2017).

Den Sarah-Samuel-Preis 2019 erhält Judith Schalansky für ihr Buch „Verzeichnis einiger Verluste“ (Suhrkamp).

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Gerlinde Niederreiter, Judith Schalansky, Harald Niederreiter, Klaus Kastberger
© Foto Kain


Shortlist und Preisträger/in des Sarah-Samuel-Preises werden von einer Fachjury unter dem Vorsitz von Klaus Kastberger (Franz-Nabl-Institut/Literaturhaus Graz) bestimmt. Im Jahr 2019 gehörten der Jury neben dem Vorsitzenden Brigitte Schwens-Harrant (Die Furche) und Nicola Steiner (SRF) an.

Die Begründung für die Zuerkennung an Judith Schalansky:
„In ihrem Band Verzeichnis einiger Verluste zeigt Judith Schalansky das breite Spektrum an Möglichkeiten, das die Kurzprosa heute als eine aktuelle literarische Ausdrucksform hat. Klassische Kurzgeschichte, Erzählung, Bericht, Reportage, Montage und Essay fügen sich in zwölf Beispielen zu einem durchdacht komponierten und aufwändig gestalteten Buch, das sich gegenüber der Gattung Roman spielerisch behauptet und einen universalen Anspruch hat. Die Aufzeichnung von Verlusten, die die Menschheitsgeschichte erlitten hat, führt hier nicht zu blinder Melancholie, sondern wird – zwischen Fakt und Fiktion – zum literarischen Ereignis.“


Die Shortlist 2019 umfasste außerdem:

–   Kirsten Fuchs für ihren Story-Band „Signalstörung“ (Rowohlt Berlin),
–   Helene Hegemann für ihre Erzählung „The Day I Fucked Her Husband At The Lake“ aus
     der Sammlung „Sagte sie. 17 Erzählungen über Sex und Macht“, hg. von Lina Muzur
     (Hanser Berlin),
–   Meral Kureyshi für ihre Erzählung „Fünfzehn Finger entfernt“ (in: Die Wochenzeitung,
     20.12.2018).

 

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