Stefan Zweig blickt aus dem Fenster

Stefan Zweig

Das Literaturarchiv Salzburg bewahrt die größte europäische Sammlung von Materialien aus dem Nachlass Stefan Zweigs, die vielfältige Dokumente aus unterschiedlichen Werk- und Lebenszusammenhängen beinhaltet.

Im Jahr 2014 gelang es der Universität Salzburg einen besonders wertvollen Stefan-Zweig-Bestand aus London nach Salzburg zu bringen. Der Londoner Bestand (Archiv Atrium Press) umfasst 55 Manuskripte und Typoskripte zu Werken Stefan Zweigs, darunter 13, zumeist spiralgebundene Hefte mit eigenhändigen Notizen. Es handelt sich somit um die wichtigste überlieferte Sammlung an literarischen Notizbüchern des Autors, die überaus aufschlussreich für seine Arbeitsweise sind. Die Werke, Werknotizbücher und Tagebücher Zweigs aus dem Londoner Bestand sowie weitere Weke aus den anderen Sammlungen sind auf dem Protal www.stefanzweig.digital vollständig verzeichnet .

Im Londoner Bestand sind außerdem neben einer Ablage mit rund 450 journalistischen Arbeiten Zweigs, die derzeit erschlossen werden, auch Lebensdokumente, Korrespondenzen, Rezensionssammlungen und Fotografien enhalten, die in einer Liste verzeichnet sind. Der Bestand ist angereichert um mehrere Archivboxen an Unterlagen aus dem Verlag Atrium Press, darunter Kopien zahlreicher Briefe von und an Stefan Zweig.

 

Weitere Bestände 

Sammlung Adolf Haslinger

Seit der Gründung der Stiftung Salzburger Literaturarchiv (heute Adolf Haslinger Literaturstiftung) durch Adolf Haslinger wurden immer wieder Zweig-Archivalien akquiriert. In der Autographensammlung von Adolf Haslinger finden sich heute etwa ein Notizbuch Stefan Zweigs zur Russland-Reise 1928, ein von der Druckfassung stark abweichendes Manuskript zum Kapitel „Geheimnis des Alcovens“ aus der Romanbiographie Marie Antoinette sowie ein Typoskript mit zahlreichen Anmerkungen zur Novelle Verwirrung der Gefühle.

 

Sammlung Anna Meingast 

Wilhelm Meingast, der Sohn von Zweigs Salzburger Privatsekretärin (1919 bis 1938) Anna Meingast, überließ dem Literaturarchiv im Dezember 2000 großzügigerweise Werke, Briefe und Lebensdokumente Zweigs aus der Sammlung seiner Mutter. Zu den von Anna Meingast aufbewahrten Werken Zweigs gehören ein Notizheft zum Essay über Kleist, erschienen in Der Kampf mit dem Dämon. Hölderlin, Kleist, Nietzsche (Leipzig 1925), und Manuskripte zu den Essays über Freud und Mesmer, veröffentlicht in Die Heilung durch den Geist. Mesmer, Mary Baker-Eddy, Freud (Leipzig 1931), sowie ein weiteres Manuskript zur Romanbiographie Marie Antoinette. Außerdem enthält die Sammlung ein geheftetes Typoskript mit eigenhändigen Anmerkungen zu Castellio gegen Calvin oder ein Gewissen gegen die Gewalt (Wien 1936). Als biographisch und soziologisch gleichermaßen bedeutsames Stück der Sammlung gilt das sogenannte „Hauptbuch“ Stefan Zweigs. Der Band, der mit seinen großformatigen Tabellen auf je einer Doppelseite an ein Kontobuch erinnert, sollte alle Werke des Autors verzeichnen und so einen Überblick über die zahlreichen Übersetzungen, Lizenzausgaben, Rechte und die damit verbundenen Einnahmen ermöglichen.

Die Sammlung Meingast umfasst neben diesen herausragenden Stücken über 260 Postkarten an Stefan Zweig, u.a. von Martin Buber, Alfredo Cahn, Ernst Deutsch, Franz Karl Ginzkey, Hermann Hesse, Felix Angelo Pollak, Viktor Wittkowski und Otto Zoff. Zudem sind Dokumente aus dem Salzburger Büro überliefert, neben Briefkarten, Scheckheften und Visitenkarten auch Stefan Zweigs Reiseschreibmaschine der Marke Underwood, die in der Dauer-Ausstellung des Stefan Zweig Zentrums zu besichtigen ist. Von Anna Meingast sind neben Korrespondenzen, u.a. mit Stefan und Friderike Zweig, drei stenographische Tagebücher in Salzburg zugänglich, die Einblick in ihren Alltag geben.

 

Sammlung Harald Böck

Im Mai 2013 erwarb das Literaturarchiv Salzburg Dokumente aus dem Besitz des Zweig-Sammlers und Bibliothekars Harald Böck. Darin enthalten sind elf Briefe und Postkarten Zweigs, u.a. an Hermann Bahr, Joseph Roth und Paul Zech, sowie 14 Korrespondenzstücke des Autors an Ami und Maria Kaemmerer, die Urgroßeltern Harald Böcks. Stefan Zweig hatte 1927 unter dem Titel Gedächtnis eines deutschen Menschen einen Nachruf auf Ami Kaemmerer veröffentlicht. In der Bibliothek Böcks finden sich neben Zeitschriften und Anthologien mit Beiträgen Stefan Zweigs sowie Übersetzungen von ihm auch Erstausgaben; die bedeutendsten darunter sind zwei Ausgaben der Schachnovelle.

 

Sammlung Donald Prater

Im Jahr 1995 wurde die Sammlung des englischen Literaturwissenschaftlers, Diplomaten und Zweig-Biographen Donald A. Prater erworben. Neben Briefwechseln Praters, u.a. mit Friderike M. Zweig und Richard Friedenthal, umfasst die Sammlung eine umfangreiche Dokumentation der Forschungen Praters zu Stefan Zweig, deren bedeutendstes Resultat die 1972 publizierte Biographie European of Yesterday. A Biography of Stefan Zweig ist (1981 als erweiterte Ausgabe auch in Deutschland erschienen). Die Forschungsbibliothek Donald A. Praters, die ebenfalls übernommen wurde, beinhaltet knapp 1000 Bände Primär- und Sekundärliteratur zu Zweig und ist als Dauerleihgabe im Stefan Zweig Zentrum zugänglich.

 

Sammlung Knut Beck

Der S. Fischer Verlag übergab 2013 dem Literaturarchiv als Schenkung die Arbeitsunterlagen des langjährigen Lektors und Werk-Herausgebers von Stefan Zweig, Knut Beck. Die Unterlagen dokumentieren u.a. Becks Arbeiten an der 36-bändigen Werkausgabe, den vier von ihm herausgegebenen Briefbänden und der Edition der Tagebücher. Dies Sammlung enthält zahlreiche Korrespondenzen Zweigs in Kopie und auf Mikrofilm, darunter 25 Ordner mit chronologisch geordneten Briefen Zweigs aus den Jahren 1898–1942.

 

Verlagsarchive Atrium Press und Williams Verlag

Mit dem Erlöschen des Urheberrechts an Zweigs Werk Ende 2012 wurde der Verlag Atrium Press Ltd. in London aufgelöst. Das Literaturarchiv Salzburg erhielt deshalb im Sommer 2013 das gesamte Verlagsarchiv als Geschenk. Der zehn Regalmeter umfassende Bestand enthält neben Verlagsmaterialien, u.a. zur weltweiten Verwaltung der Rechte an Zweigs Werk, die Korrespondenz Richard Friedenthals, des ersten Nachlassverwalters Stefan Zweigs, sowie umfassende Unterlagen des langjährigen Zweig-Verlegers und Rechteinhabers Kurt Leo Maschler.

Von der Williams Verlag AG (Zürich), dem Schwesterverlag von Atrium Press, erhielt das Literaturarchiv 2014 über Vermittlung von Geschäftsführerin Lindi Preuss ebenfalls eine umfangreiche Sammlung von Verlagsmaterialien zu Stefan Zweig.

 

  • ENGLISH English
  • News
    Di, 26.3., 19 Uhr im SN Saal, Karolingerstraße 40, Salzburg: VIP-Alumni Talk.
    Ein bedeutender Absolvent unserer Universität ist Gast beim 3. „Alumni Talk“: Dr. Wolfgang Eder, CEO voestalpine AG, spricht mit Chefredakteur Manfred Perterer (Salzburger Nachrichten) über seinen Werdegang. Im Anschluss bittet der Alumni Club zu einem Glas Wein.
    vom 6.3. bis 26.6.2019 - Mittwoch 18 Uhr, HS 3.409, Unipark Nonntal
    ÖFFENTLICHE RINGVORLESUNG // Von 6. März bis 26. Juni 2019 findet, jeweils am Mittwoch um 18.00-19.30h, im Unipark Nonntal mit Vortragenden aus unterschiedlichen Disziplinen die Ringvorlesung "Literatur- und Kulturgeschichte der Polemik" statt. // www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik
    Vom 29. Juli bis 30. August 2019 bietet das Kinderbüro der Universität Salzburg erneut eine Sommerbetreuung in den Räumlichkeiten der Naturwissenschaftlichen Fakultät an. Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren werden durch erfahrene PädagogInnen betreut.
    The (English-language) seminar on “Transnational Supply Chains and Domestic Human Rights Litigation” deals with legal questions that arise when human rights abuses in transnational supply chains give rise to domestic law suits.
    Dr. Zsófia Horváth hält am 22. März 2019 um 14:00 Uhr im Hörsaal 421 der NW-Fakultät einen Gastvortrag zum Thema "Saline pond metacommunities: from local stressors to landscape connectivity". Der Fachbereich Biowissenschaften lädt herzlich dazu ein!
    Am 28. und 29. März findet das Symposion von Dr. Robert R. Junker, Biowissenschaften, in Kooperation mit den DSPs "Dynamic Mountain Environments" und "Statistics and Applied Data Science“ als Auftaktveranstaltung des START Projektes (FWF) “Successional Generation of Functional Multidiversity”.
    "Designing professional development of teachers to support domain specific thinking in history education"
    Dr. Eric Driscoll referiert über "The American School of Classical Studies at Athens Dienstag, 9. April 2019 um 13.15 Uhr - Residenzplatz 1 Stiege 4, SR. 1.42
    Ankündigung der ANTRITTSVORLESUNGEN von Univ.-Prof. Dr. András Jakab, Univ.-Prof. Dr. Reinhard Klaushofer und Univ.-Prof. Dr. Sebastian Schmid - Fachbereich Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht
    Vortragsreihe „Erziehungswissenschaftliche Migrationsforschung in vergleichender Perspektive“, Auftakt am 09. April 2019, 17:15 bis 18:45 Uhr, HS 1 (Thomas Bernhard) Unipark
    Die Paris Lodron Universität Salzburg veranstaltet von 11. bis 14. April 2019 gemeinsam mit der Bowling Green State University, Ohio die jährliche Austrian Studies Association Konferenz in den USA. In diesem Jahr sind die Gastgeber der Konferenz die Bowling Green State University und die Universität Salzburg. Diese feiern somit auch ihre 50-jährige Partnerschaft.
  • Veranstaltungen
  • 23.03.19 Treffen der österreichischen NeutestamentlerInnen 2019
    25.03.19 Writing a Riot: Documenting Feminist Histories Using Zines
    26.03.19 FWF INFORMATIONSTAG 2019
    27.03.19 20 Jahre ÖZBF – Einblicke in das Aufgabenfeld der Begabtenförderung und Begabungsforschung in Österreich
    27.03.19 Sprachwandel R/Evolution von unsichtbarer Hand ?
    27.03.19 Baltasar Gracián und die Polemik um barocke Wortkunst
    27.03.19 subnetTALK: Aquatocene (Vortragssprache EN)
    28.03.19 Roboter: Meine neuen besten Freunde!?
  • Alumni Club
  • PRESSE
  • Uni-Shop
  • VERANSTALTUNGSRÄUME
  • STELLENMARKT
  • Facebook-Auftritt der Universität Salzburg Twitter-Auftritt der Universität Salzburg Instagram-Auftritt der Universität Salzburg Flickr-Auftritt der Universität Salzburg Vimeo-Auftritt der Universität Salzburg