Chronik zu Leben und Werk ingeborg bachmanns

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                                                            Ingeborg Bachmann an Siegfried Unseld, 22.06.1971

In den Zeiten einer schwindenden Briefkultur fängt die umfangreiche Aufarbeitung von Ingeborg Bachmanns Brief-Nachlass gerade erst an. Die Briefdokumente sind von größter literarischer und kulturgeschichtlicher Bedeutung. Sie stellen die wichtigste Quelle für die Erstellung einer differenzierten Lebens- und Werkchronik der Autorin dar, die derzeit an der Salzburger Bachmann Forschungsstelle in digitaler Form erarbeitet wird. Neben den bisher gesperrten Briefen und den ebenfalls gesperrten Lebensdokumenten (Tagebuch- und Reiseaufzeichnungen, Rechnungen, Verträge etc.) werden auch Korrespondenzstücke der Autorin aus weiteren Archiven aufgearbeitet.

Die Chronik dient als basales Gerüst für Edition, Kommentar und literaturwissenschaftliche Analyse und stellt die Bachmann-Forschung auf eine völlig neue Grundlage. In der Chronik finden sich nicht nur nach bestimmten Parametern (Orte, Datierungen, Publikationsgeschichte, Kontakte, Lektüre…) strukturierte Darstellungen der Briefe und Lebensdokumente, sondern auch ausgewählte Zitate. Aufgrund ihrer Systematik und detaillierten Ausführung steht die Chronik einer Bachmann-Forschung entgegen, die gleichzeitig Gerüchte und persönliche Vereinnahmungen von Ingeborg Bachmanns Werk kreiert wie sich von diesen gespenstisch speist.

Den BandherausgeberInnen der Salzburger Bachmann Edition werden die Ergebnisse der Forschungen bereits während der Erarbeitungsphase zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus ist eine Buchpublikation der Chronik geplant, die sich an ein größeres Lesepublikum richtet und sich damit in die Lebens- und Werkchroniken der bekannten SchriftstellerInnen und KünstlerInnen des zwanzigsten Jahrhunderts einreiht.  

Das Projekt Chronik zu Leben und Werk Ingeborg Bachmanns steht unter der Leitung von Irene Fußl-Pidner. Es wurde von Oktober 2018 bis September 2019 von Caroline Scholzen durchgeführt, seit Oktober 2019 ist Anna Estermann dafür zuständig. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Silvia Bengesser-Scharinger und Hans Höller realisiert.

 

 

                                             

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