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Die Große achatschnecke (Achatina fulica)

Achatschnecke

 

 

Einige biologische Daten

Vorkommen: Die Große Achatschnecke kommt ursprünglich aus Madagaskar und Ostafrika. Heute ist sie durch Verschleppung im ganzen tropischen Afrika, Asien und Amerika (bis nach Florida) zu finden.

Verwandtschaft und systematische Stellung: Innerhalb des Tierstammes der Weichtiere (Molluska) hat Achatina fulica folgende systematische Stellung: Klasse: Schnecken (Gastropoda) / Ordnung: Landlungenschnecken (Stylomatophora) / Familie: Afrikanische Riesenschnecken (Achatiniidae) / Gattung: Achatina.

kÖRPERMERKMALE

Das Gehäuse ist rechtswindend, länglich aufgedreht und läuft spitz aus. Es kann im Terrarium bei einer Breite von ca. 5cm Längen bis zu 12cm erreichen. Freilandexemplare sollen noch erheblich größer werden können. Die Echte Achatschnecke (Achatina achatina) kann bei einer Gesamtlänge von 30cm und mehr Gehäuselängen von über 20cm erreichen. Die Gehäuseoberfläche zeigt bei A. fulica eine mehr oder weniger stark ausgeprägte "Riefung" (= Zuwachsstreifen).

zwei unterschiedlich gefärbte Gehäuse mit deutlich sichtbarer 'Riefung'

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Die Gehäusegrundfärbung liegt zwischen meist rötlichen und zuweilen auch graugrünlichen Brauntönen. Vor allem bei Jungtieren ist eine deutliche unregelmäßige Streifung ausgebildet. Der Weichkörper ist am Fuß rötlich-braun gefärbt. Vom Fuß zieht sich ein ebenso gefärbter Mittelstreifen über den Rücken zum Mantelrand. Der Fuß ist gelblich bis graubraun mit einem dunkleren netzförmigen Muster (vgl. Abbildung).

Am Kopf sitzen an der Oberseite 1 Paar Augenfühler (bis ca. 3,4cm lang) und an der Unter-seite über der Mundöffnung je ein Paar Tastfühler (bis ca. 1,6cm lang) und ein Paar Mundlappen (bis ca. 5mm lang). Das Atemloch (Öffnung der Mantelhöhle) befindet sich rechts unter dem Mantelwulst. Bei längerer Beobachtung kann man das regelmäßige Öffnen und Schließen beobachten (Lungenfunktion der Mantelhöhle). Sowohl der Ausführgang der Nieren als auch des Darms münden in die Mantelhöhle. Die Ausscheidungen beider Organe werden so über die Öffnung der Mantelhöhle nach außen abgegeben.  

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Nahrung

Achatschnecken sind recht unspezialisierte Pflanzenfresser, die ein großes Spektrum pflanzlicher Nahrung nützen können. In landwirtschaftlich kultivierten Gebieten der Tropen treten sie heute z. T. massenhaft auf und richten dann große Schäden in den Kulturen an.

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Fortpflanzung und EntwicklungBarrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Wie auch die heimische Weinbergschnecke sind Achatschnecken Zwitter. Hat man mehrere adulte Exemplare in einem Terrarium, so kann man hin und wieder die gleichzeitige und wechselseitige Begattung beobachten. Sie findet in unseren Terrarien bevorzugt in den Vormittagsstunden statt. Die Öffnung der Geschlechtsorgane befindet sich hinter dem rechten Augenfühler. Als Bewohner immerfeuchter Tropengebiete sind die Tiere ganzjährig fortpflanzungsfähig und -bereit. In Abständen von ca. 3-4 Monaten werden die gelblich- bis grünlich-weißen, kugeligen Eier im oder auf dem Boden abgelegt. In der Regel sind es 30-90 ca. 5,5-6mm große Eier, die in großen Klumpen, seltener auch einzeln abgegeben werden. Sie sind von einer dünnen Kalkschale umgeben. Bei Temperaturen um 25-26°. (eine nächtliche Abkühlung um ca. 4°C. ist günstig) schlüpfen die Jungschnecken nach ca. 14-18 Tagen.

 

 

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Die Jungtiere sind starke Fresser und wachsen sehr schnell. Bei guten Bedingungen erreichen sie mit einem Jahr Gehäuselängen von bis zu 12cm. Nach dem Schlüpfen der Jungschnecken ist das Gehäuse noch rundlich (ca. 5mm lang mit zwei Windungen). Es streckt sich dann mit zunehmendem Wachstum in die Länge. Achatschnecken können recht lang leben. Es werden in Gefangenschaft 10 und mehr Lebensjahre erreicht.

 

Lebensweise und Verhalten

Achatschnecken sind tagsüber meist inaktiv und sitzen dann hinter oder unter Einrichtungsge-genständen oder sie sind im weichen Bodengrund eingegraben. Nachts geht Achatina fulica auf Nahrungssuche und frisst. Hungrige Tiere fressen aber auch tagsüber und man kann durch gezielte Futtergaben z.B. am Vormittag ihre Aktivitäten auch tagsüber beobachten. Bei hohen Temperaturen (ab ca. 27°C.) und bei Trockenheit verschließen die Schnecken ihr Gehäuse mit einem dünnen Kalkdeckel.

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Sie können auf diese Weise bis zu einem halben Jahr ruhen, um bei günstigen Bedingungen (hohe Luftfeuchtigkeit und günstige Temperatur) den Kalkdeckel wieder abzustoßen und aktiv zu werden.

 

Haltungs-, Pflege- und Zuchthinweise:

  • Behälterart, -größe und -einrichtung

Am besten geeignet sind Glasbecken (Aquarien, Terrarien) bzw. Kunststoffbehälter, die oben mit einem Deckel verschlossen werden können. Der Deckel sollt zumindest teilweise mit Gaze bespannt sein, um eine ausreichende Lüftung zu gewährleisten. Bei uns haben sich auch sog. Minigewächshäuser, wie man sie zur Pflanzenanzucht verwendet, bewährt.

Verschiedene für die Schneckenhaltung verwendbare Behälter. Die rechte Abbildung zeigt einen Kunststoff-Zuchtbehälter mit Abflusslöchern im Boden und einem Untersatz zum Auffangen überschüssiger Flüssigkeit im Bodensubstrat.

Man muss pro Schnecke mit 1-2 Liter Raumbedarf rechnen. Für fünf adulte Tiere mit ihrer Nachkommenschaft reicht ein Behälter mit ca. 40 x 30cm Grundfläche bei einer minimalen Höhe von 30cm. Der Bodengrund sollte aus einer ca. 10-15cm hohen Schicht eines Gemisches aus Komposterde bzw. ungedüngter Pflanzerde mit kalkhaltigem Sand bestehen. Man kann auch die immer häufiger im Handel angebotenen Kokos- oder Humus-Pressziegel verwenden. Das Bodensubstrat sollte auf jeden Fall neutral bis basisch reagieren (pH-Werte von 7-8 sind optimal), da saure Substrate vor allem bei jungen Schnecken zu dünnen und brüchigen Gehäusen führen. Im Zweifelsfalle setzt man dem Substrat kohlensauren Kalk zu. Der Boden sollte feucht (nicht nass) und locker sein. Auf den Boden legt man Rinden- und Aststücke zur Strukturierung des Lebensraumes, auch Moos kann verwendet werden. Diese Strukturen dienen den Schnecken u.a. dazu sich bei Bedarf darunter zu verkriechen.

Um auf die Vorzugstemperatur von 21°C. und mehr zu kommen, müssen die Behälter beheizt werden. Die Schnecken mögen keine direkte Strahlungswärme. Es bieten sich aus diesem Grunde Heizkabel bzw. Heizmatten an, wie sie im Zoohandel für Aquarien und Terrarien verkauft werden. Da diese Heizungen am Boden der Behälter angebracht werden, ist vor allem bei Kunststoffbehältern Vorsicht geboten. Durch Hitzestau können auch bei schwachen Heizungen sehr hohe Temperaturen entstehen, die den Kunststoff zum Schmelzen bringen. Bei entsprechender Kontrolle ist auch eine Aufstellung über oder in der Nähe eines Heizkörpers oder die Verwendung von Glühbirnen möglich. Bodentemperatur sollte 26°C nicht übersteigen.

  •  Fütterung

Außer Kohl und Früchten mit hohem Säuregehalt fressen Achatschnecken alles was an Salaten, Gemüse und Obst zu bekommen ist. Ebenso eignen sich Löwenzahn, Brennnessel u. ä. Bei optimalen Bedingungen sind die Achatschnecken gierige Fresser, so können 15-20 Tiere in einer Nacht einen großen Kopf Salat auffressen. Je nach Anzahl der Tiere und dem Futterangebot sollte man alle 2-3 Tage füttern. Den für den Gehäuseaufbau benötigten Kalk bietet man in Form von Sepiaschalen oder Vogelgrit bzw. Vogelkalk aus dem Zoohandel.

  • Behälterreinigung

Futterreste und soweit als möglich auch die Kotstränge werden regelmäßig entfernt. Verdorbenes Futter kann zu Darmstörungen führen. Setzt man dem Bodensubstrat Kompostwürmer zu, so erreicht man damit eine teilweise "Aufarbeitung" von Futterresten bzw. Kot. Je nach Besatz sollte der Bodengrund alle 1-2 Monate bei sehr dichtem Besatz auch häufiger ausgewechselt werden. Beim Substratwechsel muss man auf Eier und Jungschnecken Acht geben, die im und auf dem Boden liegen. Es sollte immer darauf geachtet werden, dass das Bodensubstrat locker bleibt und nicht ganz durchnässt ist. Verdichtungen und Staunässe führen schnell zu Fäulnisprozessen, was man recht bald am Geruch bemerken kann.

  • Haltungs- und Zuchtbedingungen

Das Lichtbedürfnis der Achatschnecken ist gering, doch wirkt sich ein Tag-Nacht-Lichtwechsel positiv auf das Fortpflanzungsverhalten aus. Direkte Sonnenbestrahlung ist zu vermeiden. Die Vorzugstemperatur liegt bei 25-26°C. Bei hohen Temperaturen geht die Entwicklung schneller voran, entsprechend höher ist dann aber auch der Futterverbrauch. Unter 20°C. hört die Reproduktionstätigkeit auf und unter ca. 13-15°C. können die Schnecken nicht mehr überleben. Die relative Luftfeuchtigkeit muss zwischen 70 und 90% liegen und das Bodensubstrat darf nicht trocken werden. Unter 60% relativer Luftfeuchtigkeit verdeckeln sich die Schnecken und unter 40% überleben sie auch abgedeckelt nur kurze Zeit. Für den Schuleinsatz ist die Fähigkeit in Trockenruhe bis zu 6 Monaten auszuharren von besonderer Bedeutung, da man die Tiere über die Ferien leicht in diesen Zustand versetzen kann. Man muss dabei aber den Toleranzbereich von Temperatur und Luftfeuchtigkeit einhalten!!

  • Bezugsquellen

Achatschnecken sind über den Zoohandel, bei Terrarienbörsen und über Angebote im Internet erhältlich.

 

eINSATZ IM uNTERRICHT

Wenn eine regelmäßige Pflege gewährleistet ist, lassen sich Achatschnecken ohne Probleme und größeren Aufwand in der Schule halten und nachzüchten. Ist ein Schulgarten vorhanden, lässt sich das Futter auch ohne zusätzliche Kosten beschaffen. Die nachfolgend angeführten Beispiele für den Unterrichtseinsatz sollen nur einige Möglichkeiten aufzeigen und zur näheren Beschäftigung mit den Schnecken anregen. Ausführlichere unterlagen und Informationen sind im SBZ erhältlich.

Experimente mit Achatschnecken. Links Kriechen über eine scharfe Klinge, rechts Fortbewegung mit der Kriechsohle, Beobachtung der Muskelkontraktionen durch die Glasscheibe

  • Herausarbeitung der typischen Baumerkmale und Anpassungen einer (Land)Schnecke durch direkte Beobachtung der Tiere
  • Beobachtung und Besprechung des Fortpflanzungsverhaltens eines typischen Zwitters
  • Beobachtung und Entwicklung vom Ei zur adulten Schnecke
  • Bedeutung der Umgebungsfaktoren (Temperatur, Feuchtigkeit, Licht) für Verhalten und Entwicklung der Schnecken
  • Experimente zur Fortbewegung von Schnecken
  • Experimente zur Nahrungssuche und Nahrungsaufnahme bei Schnecken
  • Experimente zur Wahrnehmung und zur Reaktion auf verschiedene Außenreize
  • Auslösung einer Ruheperiode durch Veränderung von Umweltfaktoren (Temperatur, Feuchtigkeit)

 

 

lITERATUR

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Inhalt & Fotos von Lisa Virtbauer und Klaus Kalas

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    Der Africa-UniNet Projekt-Call 2020 ist ab sofort geöffnet (Projektstart: 01. März 2021)!
    Arbeitsgruppen der Didaktik Physik und Schulentwicklung, Mathematik und Stadt- und Landschaftsökologie an der PLUS und Pädagogischen Hochschule Salzburg sind am interdisziplinären Projekt „CO2BS - Coole Bäume und Sensoren“ beteiligt.
    Die Salzburger Biologinnen Anja Hörger und Stephanie Socher werden im Rahmen des neuen „1000-Ideen-Programms“ des Wissenschaftsfonds FWF für ihre mutige Projektidee mit 150.000 Euro gefördert. In ihrem Projekt „Unsterbliche Titanen“ wollen die Nachwuchswissenschaftlerinnen in den nächsten zwei Jahren das riesige Genom der Titanenwurz, der größten Blume der Welt, analysieren. Mit dem „1000-Ideen-Programm“ soll Hochrisiko - Forschung unterstützt werden, um Österreichs Innovationskraft zu steigern.
    Farid Hafez, Senior PostDoc Fellow an der Abteilung Politikwissenschaft, erhielt den ‘Islam on the Edges’-Grant der Shenandoah University/USA.
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    Gerade in Zeiten von Corona hat sich gezeigt, wie wichtig die digitale Unterstützung der Studierenden im Uni-Alltag ist. Das Projekt „On Track“ – auf dem Weg bleiben vereinigt digitale und soziale Welten. Es startet zum richtigen Zeitpunkt!
    Sie wollen ein Lehramtsstudium an der Universität Salzburg beginnen und ziehen dabei in Betracht, eine (oder gar zwei) romanische Sprache(n) zu wählen, doch es beschäftigen Sie Fragen, Unklarheiten oder Zweifel hinsichtlich der Möglichkeiten und der universitären Ausbildung am Fachbereich Romanistik?
    Ab Oktober 2020 bietet die Universität Salzburg den neuen Bachelorstudiengang „Medizinische Biologie“ an. Der Studiengang will Inhalte der vielfältigen biowissenschaftlichen Fachdisziplinen vermitteln und ermöglicht daher ein facettenreiches, biologisches Verständnis für Themen, die für die Medizin wesentlich sind. Die Studieninhalte reichen vom kleinteiligen Aufbau der Zelle über Organe und Organsysteme bis hin zur Biologie von komplexen zwischenmenschlichen Interaktionen.
    150 Teilnehmerinnen haben die Chance schon genutzt und sich zu den über 50 Lehrveranstaltungen rund um die IT und Digitalisierung der ditact_womens IT summer studies der Universität Salzburg, welche von 01.09.-12.09.2020 stattfindet, angemeldet. Die Anmeldung ist noch bis 12. Juli möglich. Danach ist die Restplatzbörse geöffnet.
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