Das Spektakel ist vorüber! 

Die Titanenwurz hat geblüht und uns alle erfreut, mit ihrem Duft und der kurzen Faszination der Blüte, mit der Spannung zugleich wann sie denn nun blüht. 

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Ab dem 21. Mai 2019 bis zum 31. Juli hat der Botanische Garten Salzburg die Titanenwurz, die größte Blume der Welt in  der Pflege gehabt. Nun wird sie im Botanischen Garten der Universität Wien weiter kultiviert. 

Die Titanenwurz, Amorphophallus titanum, bringt den größten unverzweigten Blütenstand im Pflanzenreich hervor. Das seltene Gewächs ist auf der Insel Sumatra (Indonesien) heimisch und wächst im Unterwuchs von Regenwäldern. Seit der Entdeckung 1878 haben weltweit ca. 130 Pflanzen in Botanischen Gärten geblüht.

Die 40 kg schwere Knolle ist ein Geschenk aus dem Palmengarten Frankfurt. Sie stammt aus Meristemgewebe von einer Pflanze aus Sumatra aus dem Jahr 1992. 2006 wurde die Knolle von in vitro-Kultur in Erdkultur verpflanzt. Im November 2012 wog die Knolle 4,38 kg, im April 2016 bereits 12,8 kg. Am 4. Juni 2016 hatte sie ihre erste Blüte, der Blütenstand war 1,86 m hoch. Im April 2019 wog die Knolle 40 kg.

Das eigentliche Blütenspektakel dauert nur drei Tage: Die Pflanze ist ein Nachtblüher und im Laufe eines Nachmittags wird sich ein großes Hochblatt (Spatha) öffnen, welches den großen Kolben (Spadix), einem hochfliegenden Rock gleichend, umgibt. Die Titanenwurz gibt besonders am ersten Blühtag bzw. der ersten Blühnacht einen intensiven Aasgeruch ab. Im Laufe des zweiten Blühtages wird sich das Hochblatt ganz langsam schließen. Im Laufe des dritten Tages ist das botanische Schauspiel vorüber: Der Blütenstand beginnt zu welken und der Kolben knickt um.

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Bild: Titanenwurz am 22. Mai 2019.   

Der Höhepunkt der Blüte und zugleich das Ende des Wartens war der Dienstag (18.06.) Ab 13 Uhr begann das Hochblatt sich zu öffnen mit einer maximalen Öffnung um 19 Uhr abends. Die intensive rote Farbe des Hochblattes erweckte die Assoziation von rohem Fleisch, totem Tier, oder gar vertrocknetem Blut. Der Duft, den der Kolben verströmte, vervollständigte diese Assoziation. Zeitgleich hat der obere Teil des Kolbens sich bis auf 41°C erhitzt. Mit einer Differenz zur Temperatur im Fassadengewächshaus von 13 Grad war das eine beeindruckende Leistung.

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Bild: aufblühende Titanenwurz; C. Gruber

Mit einem Durchmesser von maximal 1,20 m begann das Hochblatt sich in den frühen Morgenstunden des darauffolgenden Tages wieder zu schließen. Am Dienstagabend waren die weiblichen Blüten befruchtungsfähig, am Mittwochabend um 20 Uhr dann die männlichen, die Pollenabgabe war deutlich zu sehen.

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Bild: Blüten der Titanenwurz, oben männliche, unten weibliche.    

Zu beiden Zeitpunkten waren Fliegen und ein Aaskäfer an der Pflanze. Die Titanenwurz ist eine Täuschblume, sie gaukelt den Bestäubern (Aaskäfer, Aasfliegen) etwas vor, das sie nicht hat: Brutstätte für deren Larven.  

In der Zeit ab dem 21. Mai, als sie aus dem Palmengarten Frankfurt nach Salzburg kam, ist die Blütenstandsknospe täglich um 11.45 Uhr vermessen worden. Das Wachstum in der Zeit bis zur Blüte war sehr beeindruckend, fast 2 Meter in knapp 4 Wochen. Den höchsten Zuwachs hatte sie am 10. Juni mit 19 cm innerhalb von 24 Stunden. Ab dem 13. Juni nahm das Wachstum ab, ein Indiz, dass die Blüte bald einsetzt. Zuletzt waren es nur mehr 5 cm pro Tag. Am Tag der Blüte hatte der Blütenstand eine Höhe von 2,37 Metern erreicht. Ein weiterer Hinweis, dass die Blüte bald einsetzt war das Abfallen der Hüllblätter am 13.6. Diese dienen zum Schutz der Knospe vor Fraß-Feinden. Die Struktur und Optik erinnert stark an Flechtenbewuchs auf Baumstämmen, ein Vortäuschen von Festigkeit wird hier vermutet.  

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Bild: Hüllblätter mit flechtenähnlicher Struktur.    

Die Erfassung von Daten, das Saugen von Duftproben und Messen der Temperatur war für uns ein wichtiger Aspekt um weiteren Einblick in die Komplexität des Blühens von Amorphophallus titanum zu erhalten. Wir sind schon sehr gespannt, welche neuen Erkenntnisse wir durch diese Daten erlangen werden.    

Um Daten für die Wachstumskurve zu zeigen, ist die Blütenstandsknospe täglich um 11.45 Uhr gemessen worden:  

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Weitere Bilder können Sie auf dem Flickr Album der Universität einsehen:

https://www.flickr.com/photos/uni-salzburg/sets

 


Bilder vom Wachstum über die Zeit ab dem 21. Mai:

Titanenwurz am 15. Juni, 221 cm

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Titanenwurz am 14. Juni, 214 cm

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Titanenwurz am 13. Juni, 205,5 cm

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Titanenwurz am 11. Juni, 180 cm

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Titanenwurz am 9. Juni, 151 cm

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Titanenwurz am 7. Juni, 124 cm

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Titanenwurz am 3. Juni, 90,5 cm

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Titanenwurz am 29. Mai, 66,5 cm

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Titanenwurz am 21. Mai, 40 cm

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

  • ENGLISH English
  • News
    Die virtuelle internationale Tagung „Die Medialität des Briefes – diplomatische Korrespondenz im Kontext frühneuzeitlicher Briefkultur” findet am 29./30./31. Oktober mittels Webex statt.
    In der sozialpädagogischen Praxis sehen sich Mitarbeiter*innen (Akteur*innen) mit vielerlei Herausforderungen in komplexen, offenen sozialen Problemsituationen konfrontiert, denen es „fachlich“ und „qualitätsvoll“ zu begegnen gilt.
    Im Rahmen eines sechsjährigen Laserscan-Monitorings in den Hohen Tauern haben Geowissenschaftler aus Österreich, Deutschland und der Schweiz (GEORESEARCH, Universität Salzburg, TU München, Universität Bonn, Universität Lausanne) den Zusammenhang zwischen aktuellem Gletscherrückgang und Steinschlagaktivität untersucht.
    Buchneuerscheinung der MINT und Medien Didaktik der Universität Salzburg beim Waxmann Verlag.
    HOFER Praxisworkshop am 17.12.2020
    Der EPU Projekt Call 2020 ist ab sofort geöffnet! Einreichtermin ist der 17. November 2020 (12:00 Uhr).
    Am Dienstag, 13. Oktober, starten die Vorträge der Ring-Vorlesung „Ungleichheiten reduzieren – Sustainable Development Goal 10 im Fokus“ an der Abteilung Soziologie und Kulturwissenschaften mit vielen spannenden Gästen.
    Der Fachbereich Slawistik lädt zusammen mit dem Kulturzentrum DAS KINO und dem Russlandzentrum zur fünften Kinoreihe mit ost- und mittelosteuropäischen Filmen ein. Im Rahmen des Filmklubs „Slawistyka, Slavistika, Cлавистика“ werden preisgekrönte aktuelle polnische, russische und tschechische Filme mit gesellschaftlicher und politischer Thematik gezeigt.
    Citizen-Science-Fotos posten und gewinnen!
    Bis zum 31. Oktober ist die Bewerbung auf zwei Dissertationspreise (dotiert mit jeweils 2.000 Euro) möglich:
    Frequently Asked Questions (FAQ) zum Corona-Semester
  • Veranstaltungen
  • Alumni Club
  • PRESSE
  • VERANSTALTUNGSRÄUME
  • STELLENMARKT
  • Impressum
  • Facebook-Auftritt der Universität Salzburg Twitter-Auftritt der Universität Salzburg Instagram-Auftritt der Universität Salzburg Flickr-Auftritt der Universität Salzburg Vimeo-Auftritt der Universität Salzburg