MASSEN STERBEN
landschaftliche, architektonische und materielle Erinnerungen an zwei Weltkriege. Wege des Erinnerns in europäischer Perspektive

Plakat Tagung MASSEN STERBEN

Im Rahmen der Kooperation der Universität Salzburg und der Universität Mozarteum und ihres gemeinsamen Schwerpunkts „Wissenschaft und Kunst“ fand vom 21. bis 22. November 2019 die Tagung „Massen sterben / Masses are dying“ statt. Zum Thema „Landschaftliche, architektonische und materielle Erinnerungen an zwei Weltkriege. Wege des Erinnerns in europäischer Perspektive“ wurden Vorträge von internationalen Referenten geboten. Als Teil des wissenschaftlichen Austausches und Diskurses besuchten die TeilnehmerInnen der Tagung am 22. November die Gedenkstätten der Konzentrationslager in Ebensee und Mauthausen. Andrea Irresberger schrieb einen Tagungsbericht dazu.

Gruppenfoto Referenten Tagung Massen sterben

v.l.n.r. Ingonda Hannesschläger, Hynek Látal, Marko Špikić, Sigrid Brandt, Matthew Werley, Philipp Neumann-Thein, Paul Mahringer, Barbara Dobretsberger, Vaidas Petrulis, Waltraud Kofler-Engl

Foto © Hubert Auer

TAGUNGSBERICHT

Figurationen des Übergangs / Schwerpunkt Wissenschaft und Kunst
Universität Salzburg – Universität Mozarteum

MASSEN STERBEN
Landschaftliche, architektonische und materielle Erinnerungen an zwei Weltkriege
Tagung und Exkursion – 21. - 22. November 2019


Am 21. November 2019 wird das Symposium vom Dekan der Kultur- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg, Univ. Prof. Dr. Martin Knoll, eröffnet. Die anschließende Einführung in das Thema übernimmt die Initiatorin der Tagung Assoz. Prof. Dr. Sigrid Brandt. Die Moderation der folgenden Beiträge übernehmen zusätzlich Dr. Matthew Werley, Ass.-Prof. Mag. Dr. Ingonda Hannesschläger und Univ. Prof. Mag. Dr. Peter Deutschmann.

Die Vorträge der geladenen ReferentInnen reichen von Heldengedenkstätten nach dem Ersten Weltkrieg über Soldatenfriedhöfe, Mahn- und Gedenkstätten des Zweiten Weltkrieges, Denkmäler für die Deportierten und Opfer der Stalin-Zeit und des postsowjetischen Raumes bis hin zu musikalischen Aspekten dieser Zeit und deren Umgang damit. Auch die Situationen in Südtirol, Kroatien und in Orten des südböhmischen Grenzgebietes werden beleuchtet.

Besonders beeindruckend finde ich den Umgang mit Erinnerung in Form eines Themen- bzw. Skulpturenparks (Grutas Park) im litauischen Grutas. Zwischen überdimensionalen Skulpturen können sich Tiere, wie zum Beispiel Zebras, frei bewegen. Der Park darf sowohl als Skulpturenpark, Gedenkstätte, Zoo oder einfach nur als Freizeiteinrichtung verstanden werden.

Am nächsten Morgen starten wir um 8.30 Uhr mit dem Bus in Richtung Ebensee, um die erhaltenen Zeugnisse des Außenlagers von Mauthausen zu besichtigen. Auf der Fahrt durch das herbstliche Salzkammergut bekommen wir von einem der Teilnehmer überraschend eine englische Sightseeing-Tour geboten. In Ebensee angekommen, begrüßt uns der Leiter des Zeitgeschichte Museums und der KZ-Gedenkstätte Ebensee, Dr. Wolfgang Quatember, und wir gehen eine kurze Strecke zum heute öffentlichen Stollen. Dieser offenbart seine beeindruckende Dimension, eine Gedenkstätte und mehrere Schautafeln. Im Anschluss besuchen wir auch den Gedenkfriedhof. Die Mahnmale dort repräsentieren die verschiedenen Nationalitäten sowie die in mehreren Massengräbern ruhenden Opfer des Konzentrationslagers, die die Zwangsarbeit für die Rüstungsindustrie und die Lagerbedingungen nicht überlebt haben.

Danach geht es weiter den Traunsee entlang in Richtung Mauthausen. Um 14.00 Uhr werden wir dort von zwei Mitarbeitern der Gedenkstätte, Adam Schmidtberger und Daniel Tscholl, empfangen. Mittlerweile herrscht eine graue, nebelige Stimmung, die das ehemalige Konzentrationslager als Festung und Stätte des Terrors besonders bedrohlich wirken lässt. Geteilt in zwei Gruppen besuchen wir die Gedenkstätte. Der Rundgang führt vorbei am Fußballplatz der SS, dem ehemaligen Außensonderlager, zum Steinbruch mit der Todesstiege über den Platz der Monumente, den Appellplatz, das Krematorium und die Gaskammer bis hin zur Krankenstation, drei noch erhaltenen Häftlingsbaracken und zum Raum der Namen. In diesem sind die bekannten Namen von 81.000 Toten auf horizontal liegende schwarze Glasplatten gedruckt, zwischen denen der Besucher hindurchgehen kann. Zur leichteren Auffindung gibt es die alphabetisch geordneten Namen auch in Gedenkbüchern. Tiefbetroffen und trotz warmer Kleidung frierend verlassen wir diese Stätte.

Wie kalt mag es wohl damals für die Häftlinge gewesen sein?


Andrea Irresberger, 26. November 2019

  • ENGLISH English
  • News
    Forscher*innen des Fachbereichs Geoinformatik an der PLUS arbeiten seit mehreren Jahren in nationalen und internationalen Forschungsprojekten an Themen wie humanitärem Management, Flüchtlingsmanagement, Naturkatastrophen sowie COVID-19. Sie analysieren und werten Milliarden von georeferenzierten Social-Media-Daten aus. Die Ergebnisse dienen Stakeholdern als wichtige Entscheidungsgrundlage.
    Gabriele Spilker, Professorin für Methoden der Politikwissenschaft an der Universität Salzburg wurde gestern Abend in Wien mit dem Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre an Österreichs Hochschulen ausgezeichnet. Der Preis wird in fünf Kategorien vergeben und ist mit je 7.000 Euro dotiert. Spilker ist die Gewinnerin in der Kategorie „Lernergebnisorientierte Prüfungskultur und deren Verankerung in der Lehrveranstaltung“.
    Mit der Zusammenführung der Bereiche Career und Startup erweitern wir unser bewährtes Career Center Angebot, mit dem Ziel Gründungsinteresse zu wecken und Gründungsinteressierte zu begleiten.
    Bis zum 31. Oktober ist die Bewerbung auf zwei Dissertationspreise (dotiert mit jeweils 2.000 Euro) möglich:
    Die 6. Jahrestagung zur Migrations- und Integrationsforschung in Österreich fand heuer vom 16.9. bis 18.9. an der Universität Salzburg – teilweise in Präsenz, teilweise online - statt. Verabschiedet wurde eine Resolution für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria.
    Im Rahmen seines Profils „Räume und Identitäten“ wurde am 30. Jänner 2020 am Fachbereich Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht der Universität Salzburg die dritte Jahrestagung abgehalten. Die Tagung mit dem Titel „Lebensende in Institutionen“ griff eine brisante soziale Thematik auf.
    Für einen sicheren Semesterstart möchten wir auch unter Mithilfe der ÖH Salzburg hiermit über die Corona-Maßnahmen an der Universität Salzburg informieren:
    Der Orientierungstag ist eine Informations- und Welcome-Veranstaltung, die Studienanfänger*innen den Einstieg ins Studium erleichtert.
    In diesem Semester gibt es ab 28.09.2020 keine persönliche Anmeldung zu den USI-Kursen, um eine unnötige Menschenansammlung zu vermeiden.
    Die armenische Religionsanthropologin Dr. Yulia Antonyan (Staatliche Universität Jerevan) und die österreichische Armenologin und Leiterin des ZECO Zentrum zur Erforschung des Christlichen Ostens, Univ.Doz.Dr.Dr.h.c. Jasmine Dum-Tragut Bakk.rer.nat., gehören zu den Siegern eines internationalen Forschungswettbewerb in Armenien.
    Die Starting Grants werden seit 2007 jährlich vergeben und ermöglichen herausragenden Forscher/innen die Durchführung innovativer Forschungsvorhaben. Die Förderpreise werden in hochkompetitiven Wettbewerben vergeben und stellen für die geförderten Forscher/innen eine bedeutende wissenschaftliche Auszeichnung dar. Dieses Jahr gingen 11 ERC Starting Grants nach Österreich, Forster erhielt den einzigen im Bereich Informatik. 13,3% aller Einreichungen wurden heuer vom ERC gefördert.
    Bereits zum 10. Mal vergab die PLUS in Kooperation mit der Kaiserschild-Stiftung die Dr. Hans-Riegel-Fachpreise im Bundesland Salzburg, heuer im Gesamtwert von 6600 Euro. Zum Jubiläum betonte Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Hendrik Lehnert: „Mit einer Dekade Nachwuchsförderung im MINT-Bereich setzte die PLUS früh einen richtungsweisenden Maßstab, der aktuell mit den MINT-Labs ausgebaut wird. Wegbereiter und Jurykoordinator Maurizio Musso hat neben vielen anderen die Kooperation fruchtbar mitgestaltet.
    Wichtige Termine und Informationen zur Anmeldung für die Kurse am Sprachenzentrum im Wintersemester 2020/21
    Auch historioPLUS musste sich, so wie viele andere auch, an die veränderten Umstände aufgrund von Covid-19 anpassen. Aus diesem Grund erscheint heuer der aktuelle Jahrgang etwas später als in den vergangenen Jahren.
    Seit fast 20 Jahren ist das Sprachenzentrum im Bereich Interkomprehensionsdidaktik tätig – Anlass genug, um namhafte Expert*innen im Bereich Mehrsprachigkeitsdidaktik zu vereinen, um den aktuellen Forschungsstand im Bereich Interkomprehension darzustellen. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist der Sammelband „Lehr- und Lernkompetenzen für die Interkompehension. Perspektiven für die mehrsprachige Bildung“ (Band 10 der Salzburger Reihe zur Lehrer/innen/bildung).
    Programmleitung und Gesprächsführung: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner
    Frequently Asked Questions (FAQ) zum Corona-Semester
  • Veranstaltungen
  • Alumni Club
  • PRESSE
  • VERANSTALTUNGSRÄUME
  • STELLENMARKT
  • Impressum
  • Facebook-Auftritt der Universität Salzburg Twitter-Auftritt der Universität Salzburg Instagram-Auftritt der Universität Salzburg Flickr-Auftritt der Universität Salzburg Vimeo-Auftritt der Universität Salzburg