Ruth Isser

Fachbereich Geschichte
Hauptbetreuerin Univ. Prof. Dr. Christina Antenhofer
Nebenbetreuer*in tba
Kontakt ruth.isser(at)sbg.ac.at
Thema der Dissertation Buchbesitz und Bildung adeliger Frauen im Spätmittelalter
Abstract Bereits im um 1210 entstandenen höfischen Roman Tristan des Gottfried von Straßburg wird relativ ausführlich von der Erziehung der irischen Königstochter Isolde erzählt. Genauso finden sich Darstellungen lesender Frauenfiguren in der Heldenepik wie beispielsweise im Iwein des Hartmann von Aue oder im Parzival des Wolfram von Eschenbach. Joachim Bumke betont in diesem Zusammenhang, dass die höfischen Epiker durch Hörer- oder Leseranreden vor allem ein Frauenpublikum angesprochen haben. In Texten des frühen 13. Jhdts. werden also bereits zwei Ebenen von gebildeten und lesenden Frauen angedeutet: die Frauenfiguren als Teil innerhalb der Literatur und die Rezipientinnen bzw. Gönnerinnen als Teil des Literatursystems. Daneben traten Frauen aber durchaus auch selbst als Schriftstellerinnen oder Übersetzerinnen auf. Zu nennen sind hier bspw. die hoch angesehenen Texte der trobairitz, also die Lieder der weiblichen Troubadours, die Werke der Christine de Pisan oder die Texte von Mystikerinnen sowie Übersetzungen der Elisabeth von Nassau-Saarbrücken oder der Eleonore von Österreich. Im Zuge des Dissertationsvorhabens soll das hier gezeichnete Bild ergänzt und erweitert werden durch die genaue Betrachtung von Bildung, Ausbildung, Wissen und Erziehung weiblicher Adeliger des Spätmittelalters aus dem Haus Württemberg und Habsburg. Herangezogen werden dafür überlieferte Besitztümer, allen voran Buchbesitz, archivalische Quellen, Erziehungstraktate und Fürstenspiegel, literarische Quellen und auch bildliche Darstellungen. Vor diesem Hintergrund orientiert sich die Arbeit an den für das Mittelalter durch Martin Kintzinger herausgebildeten Kategorien des Bildungs- und Handlungswissens. Des Weiteren finden die Überlegungen von Susanne Schul zu Gender als Kategorie des Wissens und die Überlegungen von Oren Margolis zu Super- und Hyper-Literaten Anwendung. Zusätzlich kommen Achim Landwehrs Historische Diskursanalyse und Joan Scotts Gender: A Useful Category of Historical Analysis zu tragen, um Einsicht in Deutungen und Wahrnehmungen von Ausbildung und Wissen weiblicher, historischer Persönlichkeiten zu bekommen. Für die Auswertung bildlicher Quellen soll u.a. mit dem digitalen Werkzeug ONAMA gearbeitet werden, das es ermöglicht, narratologische Muster in der Literatur und in Bildern des Mittelalters aufzuzeigen. Das Projekt geht somit also der Frage nach, wie Bildung adeliger Frauen in verschiedensten Quellen auftaucht und diskursiv dargestellt wird und wie sich das daraus resultierende Gesamtbild auf die Lebensrealitäten ausgewählter Fallbeispiele rückbinden lässt. Zusätzlich wird das Augenmerk daraufgelegt, ob sich ein spezieller Bücherkanon im Besitz der hier im Zentrum stehenden Frauen rekonstruieren lässt und wie Frauen darin dargestellt werden.
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    Noch nie waren in Österreich so viele forensische Patient*innen untergebracht wie zum Stichtag 1. Oktober 2020. Eine Entlastung des Maßnahmenvollzugs, also die Behandlung geistig höhergradig abnormer Rechtsbrechender, ist dringend erforderlich und unumgänglich.
    In der sozialpädagogischen Praxis sehen sich Mitarbeiter*innen (Akteur*innen) mit vielerlei Herausforderungen in komplexen, offenen sozialen Problemsituationen konfrontiert, denen es „fachlich“ und „qualitätsvoll“ zu begegnen gilt.
    Das Chinazentrum veranstaltet zu diesem Thema ein Online-Symposion am 12. und 13. November 2020. Menschen mit sichtbarer asiatischer Herkunft sind in Europa und den USA – vor allem seit COVID19 – verstärkter Diskriminierung ausgesetzt. Doch was steckt hinter dieser Angst und wie kann diese Form des Rassismus wirkungsvoll bekämpft werden?
    DO 9.30-SA 13h // Was haben Homer, Francisco de Goya und Maria Theresia von Paradis gemeinsam? Sie sind ein Dichter, ein Maler und eine Musikerin, deren Werke kaum losgelöst vom Gebrechen des/der Künstler*in rezipiert wird. Vorstellungen, die sich um die Gebrechen von Kunstschaffenden gruppieren, stehen im Fokus dieser Tagung. // https://w-k.sbg.ac.at/figurationen-des-uebergangs/
    Die Digitalisierung hat zu einer enormen Verbreitung verschiedener Formen mobilen Arbeitens geführt. Corona hat hier einen zusätzlichen Schub gebracht und Homeoffice in Bereichen und für Tätigkeiten eingeführt, die vorher kaum vorstellbar waren.
    Die virtuelle internationale Tagung „Die Medialität des Briefes – diplomatische Korrespondenz im Kontext frühneuzeitlicher Briefkultur” findet am 29./30./31. Oktober mittels Webex statt.
    Im Rahmen eines sechsjährigen Laserscan-Monitorings in den Hohen Tauern haben Geowissenschaftler aus Österreich, Deutschland und der Schweiz (GEORESEARCH, Universität Salzburg, TU München, Universität Bonn, Universität Lausanne) den Zusammenhang zwischen aktuellem Gletscherrückgang und Steinschlagaktivität untersucht.
    Buchneuerscheinung der MINT und Medien Didaktik der Universität Salzburg beim Waxmann Verlag.
    Der Fachbereich Slawistik lädt zusammen mit dem Kulturzentrum DAS KINO und dem Russlandzentrum zur fünften Kinoreihe mit ost- und mittelosteuropäischen Filmen ein. Im Rahmen des Filmklubs „Slawistyka, Slavistika, Cлавистика“ werden preisgekrönte aktuelle polnische, russische und tschechische Filme mit gesellschaftlicher und politischer Thematik gezeigt.
    Bis zum 31. Oktober ist die Bewerbung auf zwei Dissertationspreise (dotiert mit jeweils 2.000 Euro) möglich:
    Frequently Asked Questions (FAQ) zum Corona-Semester
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