The Rector‘s Column - Folge 2 / 1. September 2020

Gedanken zur Digitalisierungsoffensive an den Universitäten

Am Freitag hat Bundeskanzler Kurz in einer sehr wichtigen Erklärung zu den Maßnahmen, die im kommenden Jahr wieder für den erhofften und benötigten Aufschwung sorgen sollen, die Gründung einer neuen TU Linz angekündigt; diese soll vor allem für Lehre und Forschung in den digitalen Wissenschaften aufgestellt werden.

Ohne Zweifel ist dies ein wegweisender und durchaus auch symbolträchtiger Schritt – wird damit doch die Bedeutung der „digitalen Fächer“ betont und gestärkt. Vor diesem sehr grundsätzlichen Hintergrund kann dieser Plan nur begrüßt und unterstützt werden.

In den ersten und unmittelbaren Reaktionen auf diesen Vorstoß sind Probleme benannt worden, die richtig sind; die Frage der Notwendigkeit bei bereits drei bestehenden Technischen Universitäten in Österreich (TU Wien, TU Graz, Montanuni Leoben) und den annähernd ausreichend vorhandenen Studienplätzen der Informatik in Österreich auf der einen und die Frage der Finanzierung (Finanzierbarkeit) auf der anderen Seite. Lassen Sie uns für den Moment davon ausgehen, dass die Möglichkeit der „Verteilungskämpfe“ ausreichend bedacht und die Finanzierung der neuen TU Linz nicht bedeutet, dass das Budget der anderen Universitäten gekürzt wird… Lassen Sie uns heute die Frage stellen, ob es nicht auch andere Wege gibt, das Thema der Digitalisierung an den Universitäten zu verankern.

Ohne Zweifel: Digitale Wissenschaften sind sicher auch eine genuine Wissenschaft, die sich durch ein spezifisches Gedanken- und Methodeninventar auszeichnet; ein Inventar, das eine Institutionalisierung in der Universitätslandschaft rechtfertigt. Nur: mindestens genauso ist “Digitalisierung“ auch ein Querschnittsfach und -begriff und kann und wird nur dann erfolgreich sein, wenn eine engste transdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fächern gesucht und gelebt wird. Beispiele hierfür sind zahllos: lassen Sie mich hier nur die Stichworte „Digital Humanities“, „Decision Making“ in der Zusammenarbeit mit den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften oder der Medizin, die Bedeutung wissenschaftsphilosophischer und ethischer Fragestellungen und schließlich den Bereich der Bioinformatik nennen. Gerade dies macht die digitalen Wissenschaften so unendlich spannend und für allen anderen universitären Disziplinen unverzichtbar zugleich. Ein Fehler wäre es, sie nicht unmittelbar im Kontext transdisziplinärer Fragestellungen zu sehen.

Der/die geneigte Leser/in ahnt, warum ich dies sage: wir haben in unserer Strukturreform „PLUS 2030“ unmissverständlich und aus sehr gutem Grund vorgeschlagen, eine neue Fakultät für digitale und analytische Wissenschaften zu gründen. Auf diese Weise wird das Thema der Digitalisierung, der künstlichen Intelligenz und der datenbasierten Methodik der Entscheidungsfindung von vorneherein im Universitätskontext der PLUS verankert. Und zwar für sich sichtbar, aber eben auch als Teil der Universität zugleich. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Thema, für das eine neue TU in Linz stehen soll, auch auf diese Weise erfolgreich bearbeitet werden kann; durch die unmittelbare Integration in eine Universität, die sich zunehmend als eine Universität mit niedrigen Fakultätsgrenzen und einem engen Netzwerk in Stadt und Land versteht, erhoffen und erwarten wir aber auch, dass die Kontext- und inhaltsbezogene Forschung und Lehre in der Digitalisierung noch besser und zielgerichteter den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Zielen dienen kann.

Für uns ist diese wegweisende Entscheidung der Politik in Wien auch ein klares Signal, auf dem richtigen Weg zu sein - dem Salzburger Weg - und das Thema Digitalisierung in unserer neuen Universitätsstruktur transdisziplinär zu verstehen. Ein wichtiger Ansporn für uns alle!

Herzlichst
Ihr Hendrik Lehnert

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    Die Österreichische Akademie der Wissenschaften hat Mag. Dr. Daniel Ehrmann, Universitätsassistent und Promovent am Fachbereich Germanistik, ein vierjähriges APART-Stipendium zuerkannt, das er am 1. 3. 2021 antreten wird. Er wird in dieser Zeit sein Habilitationsprojekt „Aggregation. Relationalität und die Konstellationen der Literatur (1650 – 1950). Für ein literarhistorisches Modell mittlerer Reichweite“ bearbeiten.
    Am 05. März 2021 hält Univ. Prof. John W. C. Dunlop einen Vortrag zum Thema "Swarming Behaviour in Confinement - How curved surfaces influence pattern formation in biology." Der Vortrag findet um 14 Uhr online via Webex statt. Der Fachbereich Biowissenschaften lädt herzlich dazu ein!
    Programmleitung und Gesprächsführung: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner
    Das Projektförderprogramm für Forschungen zwischen PLUS und südostasiatischen Partneruniversitäten, ASEA-UNINET Call 2021-2022 (Projektdurchführungszeitraum: 1. Oktober 2021 - 30. September 2022) ist ab sofort geöffnet!
    Prof. Dr. Jude Lal Fernando, Assistenzprofessor an der Irish School of Ecumenics am Trinity College Dublin, wird im SS 2021 Lehrveranstaltungen zum Thema "Interreligious Relations in Asia" am Zentrum Theologie Interkulturell bzw. im Bereich Religious Studies anbieten.
    Der Projektantrag BioMat-TEM mit dem Gesamtvolumen von 1,948 Mio € im Rahmen der Infrastrukturförderung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) wurde bewilligt.
    Sechs Forscher*innen aus Europa und den USA wurden kürzlich mit dem renommierten IFIP TC13 Pioneer Award für weltweit herausragende Beiträge zum Thema Human-Computer Interaction ausgezeichnet. Darunter der Leiter des HCI an der PLUS, Prof. Manfred Tscheligi.
    Das Semesterprogramm für das Sommersemester ist nun online, und die Lehrveranstaltungen werden in Kürze freigegeben. Wir haben die Angebote im Bereich Entrepreneurship gestärkt. Melde dich bis 14. März 2021 an!
    Wie im Informationsschreiben von Bundesminister Faßmann vom 02.12.2020 angekündigt, findet vom 23.08. bis 03.09.2021 (Burgenland, Niederösterreich und Wien) bzw. 30.08. bis 10.09.2021 (Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg) jeweils von 8.00 bis 12.00 Uhr in den Räumen ausgewählter Schulen, wieder die Sommerschule 2021 statt.
    Das Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen veranstaltet gemeinsam mit der Universität Fribourg eine interdisziplinäre online-Tagung vom 16.-17. April 2021 (Start am 16. April 2021 um 14:15 Uhr).
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