Kernfächer und Arbeitsbereiche

Außereuropäische Geschichte und Globalgeschichte. Dieses Kernfach untersucht die vielfältige Geschichte von inter- und supra-regionalen Interaktionen und Austauschbeziehungen in ihrer weitesten Interpretation. Dies deckt u.a. die Bereiche von politischer und Diplomatiegeschichte, Kultur-, Ideen- und Religionsgeschichte, Wirtschafts-, Wissenschafts- und Technologiegeschichte, Medizin- und Umwelt- sowie Migrationsgeschichte und das Funktionieren von Netzwerken ab. Dabei erstreckt sich die behandelte Zeitspanne vom Altertum bis zur Gegenwart, mit einem Schwerpunkt auf der Zeit zwischen ca. 550 und 1800. Geographisch liegt unser Fokus auf Asien, insbesondere China, und Eurasien, auf der Welt des Indischen Ozeans und der Asien-Pazifik Region (einschließlich Latein- und Nordamerika) sowie der Erforschung von Austauschbeziehungen entlang der kontinentalen und maritimen Seidenstraßen (Silk Road Studies). Unser Ansatz beruht auf einer forschungsgeleiteten Lehre, die nicht nur schriftliche, sondern auch archäologische (z.B. Gräber, Schiffwracks) und visuelle Quellen berücksichtigt. Sie studieren die vielfältigen Prozesse der zunehmenden nicht nur wirtschaftlichen Vernetzung verschiedener Weltregionen sowie der Globalisierung. Zu diesem Zwecke haben wir auch eine Crossroads Research Forschungsgruppe aufgebaut, die wenn möglich mit studentischer Beteiligung verschiedene internationale und interdisziplinäre Forschungsprojekte durchführt, u.a. eine wissenschaftliche Zeitschrift und zwei Buchreihen herausgibt und Aktivitäten wie Vorträge, internationale Workshops und Konferenzen organisiert.

Europäische Regionalgeschichte. Das Fachgebiet ist dem Ansatz einer vergleichenden Kultur- und Strukturgeschichte europäischer Regionen verpflichtet. Der zeitliche Fokus des Faches ist dabei epochenübergreifend. Sein Erkenntnisinteresse in Forschung und Lehre verbindet einen gesamteuropäischen Problemhorizont mit der vertiefenden Untersuchung einzelner Regionen. Kritische Analysen historischer regionaler Transformationsprozesse – seien diese politischer, kultureller, sozioökonomischer oder sozial-ökologischer Natur – stehen dabei im Vordergrund. Das Fachgebiet knüpft an die Arbeit der vergleichenden Landesgeschichte an und sieht daher die Fortschreibung der in Salzburg traditionell engen und fruchtbaren Kooperation zwischen universitärer Regionalgeschichte und außeruniversitären Institutionen zur Erforschung der Geschichte von Stadt, Erzstift, Kronland und Bundesland als besonderes Anliegen. Derzeitige Schwerpunkte in Forschung und Lehre bilden die vergleichende Tourismusgeschichte europäischer Regionen, die Transformationsgeschichte peripherer Regionen, die historische Entwicklung von Stadt-Hinterland-Beziehungen sowie die topografische Wissensgeschichte.

Geschichtsdidaktik/Politikdidaktik. Die Fachdidaktik im Studium Geschichte und Politische Bildung hat zwei Domänen abzudecken. Der Geschichtsunterricht soll die Fähigkeit vermitteln, mit Vergangenheit und Geschichte in reflektierter und (selbst-)reflexiver Form umzugehen. Dazu müssen Lernende zwischen Vergangenheit und Geschichte, die mit Hilfe von Quellen und Darstellungen immer wieder neu konstruiert wird, unterscheiden können. Die Didaktik der Geschichte stellt die dazu notwendigen Theorien und Methoden zur Verfügung und beleuchtet das historische Denken der Schüler und Schülerinnen anhand empirischer Untersuchungen. Politische Bildung hat wiederum die Herausbildung des „Citoyen“ zum Ziel, des „mündigen“ Bürgers, der im Stande ist, die gesellschaftlichen Verhältnisse kritisch zu hinterfragen und konstruktiv weiterzuentwickeln. Der Unterricht in Politischer Bildung soll die Schüler und Schülerinnen in die Lage versetzen, über eigene und fremde politische Positionen begründet urteilen, die Wirkweise politischer Medien nachvollziehen sowie selbst am demokratischen System partizipieren zu können. Neben der Lehre und der Forschung sieht Geschichts- und Politikdidaktik ihre Aufgabe in der beratenden Begleitung der Studierenden während ihrer schulpraktischen Ausbildung.

Kulturgeschichte. Die Kulturgeschichte geht von einem denkbar umfassenden Verständnis von Kultur aus, das alle Leistungen des Menschen umschließt, egal ob sie materieller oder intellektueller Art sind. Dabei werden die subjektiven Seiten betont, etwa die Wahrnehmungen, Erfahrungen und Deutungen der zeitgenössischen AkteurInnen, aber auch die kontextuellen Prägungen der HistorikerInnen. Innerhalb dieses Denkansatzes ergeben sich verschiedene Richtungen. Als „Historische Anthropologie“ interpretiert sie Kultur als Netz von Bedeutungen. Lebensweltliche Analysen betonen den Prozess der Sinnstiftung in der Auseinandersetzung von Individuen und Erfahrungsgruppen mit strukturellen Gegebenheiten. Dabei wird der Handlungsdimension ein besonderer Stellenwert eingeräumt, und zwar auch in Formen symbolischer Interaktionen. Zur Kulturgeschichte zählen im weiteren Sinn außerdem Alltagsgeschichte, Erfahrungsgeschichte und Mentalitätsgeschichte sowie Geschichte der Kunst als Reflexion und Verarbeitung von Wahrnehmungen. Konkrete Schwerpunkte in Forschung und Lehre, die sich in den letzten Jahren im Fachbereich herausgebildet haben sind: Kulturgeschichte der Diplomatie und des Reisens, der Geschlechterbeziehungen, der interethnischen Kontakte, der topographisch-sozialen Mikrowelten sowie von Herrschaftsverhältnissen und bei Problemen der Friedenssicherung.

Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften. Die Mittelalterliche Geschichte ist seit jeher eines der Kernfächer der Geschichte in Forschung und Lehre. Ihr Arbeitsfeld reicht zeitlich von einer mehrere Jahrhunderte umfassenden Periode der Transformation zwischen dem antiken Großreich der Römer und der kleinräumigeren christlichen, meist germanisch geprägten Staatlichkeit des Frühmittelalters bis hin zum Übergang zu einer frühneuzeitlichen Gesellschaftsordnung im 15./16. Jahrhundert. Zu dieser großen zeitlichen Erstreckung der Forschungsgebiete kommt die inhaltliche und methodische Vielfalt der Zugänge: Traditionelle Themen wie die Kirchen-, Rechts- und Stadtgeschichte wurden zuletzt durch neue Schwerpunkte, etwa Historiographie, rhetorische Text-, Argumentations- und Intentionsanalyse (auch über die Grenzen des Mittelalters hinausgreifend und durchaus auch auf die praktische Anwendung heute bedacht) oder Umweltgeschichte des Mittelalters (im Zusammenspiel mit Forschungen zu anderen Epochen und aus Nachbardisziplinen) ergänzt. Gerade die "lebensweltlichen" und kulturgeschichtlichen Zugänge gehören zu den Charakteristika des Salzburger Fachbereichs Mittelalterliche Geschichte.Die Historischen Hilfswissenschaften stellen gleichsam das traditionelle Rüstzeug des Historikers dar; sie sind und bleiben Basics, gerade auch unter Einbeziehung der neuen Medien (vgl. dazu das PS Klassische Arbeitstechniken in der Studieneingangsphase, das diesbezüglich erstmals eine bewusst zeitlich übergreifende Zugangsweise wählt).

Neuere Geschichte. Neuere Geschichte bezeichnet den Zeitraum von Beginn der Neuzeit um 1500 bis in das frühe 20. Jahrhundert. Hier nahmen viele Entwicklungen ihren Anfang, die unsere Welt heute prägen: Reformation, Aufklärung, Staats- und Nationsbildung, Kolonisierung und Globalisierung, Ausbildung der Grund- und Menschenrechte, Industrialisierung, der Wechsel von der ständischen zur bürgerlichen Gesellschaft sowie das Aufkommen der Wissensgesellschaft. Gleichzeitig handelt es sich um eine Epoche, die sich in vielfacher Hinsicht vom Hier und Jetzt unterscheidet. Vor allem die ersten Jahrhunderte werden zunehmend fremder wahrgenommen. Das spezifische Profil der Neueren Geschichte an der Universität Salzburg besteht in der Orientierung auf kultur-, politik-, sozial- und geschlechtergeschichtliche Perspektiven. Schwerpunkte von Forschung und Lehre bilden die habsburgische, europäische wie die außereuropäische Geschichte mit Konzentration auf Herrschaftssysteme, Interkulturalität und Friedenssicherung, das Verhältnis von Religion und Politik, Migration und Ethnizität, Stadtentwicklung, Kulturtransfer, Frauen, Geschlechterverhältnisse und Arbeit. Ein weiteres Merkmal sind Quelleneditionen.

Österreichische Geschichte. Die österreichische Geschichte umfasst räumlich drei einander ergänzende Bereiche: erstens, das Territorium der heutigen Republik Österreich; zweitens, das historische Österreich in seinem jeweiligen Umfang (das heißt, die Länder der Habsburgermonarchie). Eine dritte Ebene bildet jene der österreichischen Länder (mit besonderer Berücksichtigung der Geschichte Salzburgs). In Forschung und Lehre widmet sich die österreichische Geschichte vor allem dem Zeitabschnitt vom Spätmittelalter über die Aufklärung und das „lange 19. Jahrhundert“ bis zur Geschichte der Ersten Republik. Zentrale Themenbereiche sind u.a. wirtschaftliche und soziale Entwicklung, Staatsbildung und politische Kommunikation.

Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte ist eines Kernfächer in der Lehre und ein Arbeitsbereich im Bereich der Forschung. Das Fach befasst sich zeitlich übergreifend (bes. vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart) mit der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung, vorwiegend im europäischen Raum. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen zum einen auf der Wirtschaftsgeschichte im engeren Sinn, also auf der Erforschung und Erklärung von Entwicklungszusammenhängen in den Bereichen Arbeit, Produktion bzw. Wachstum sowie Verteilung und Finanzierung der ökonomischen Wertschöpfung. Zum anderen liegen auch Schwerpunkte im Bereich der Technik- und Umweltgeschichte, der Geschichte der Arbeits- und Leistungsgesellschaft, der historischen Konsumforschung, der historischen Innovationsforschung und der historischen Migrationsforschung.

Zeitgeschichte. Das Kernfach Zeitgeschichte umspannt die Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts und widmet sich der Politik-, Wirtschafts-, Gesellschafts-, Geschlechter- und Kulturgeschichte aus österreichischer und gesamteuropäisch-vergleichender Perspektive. An der Universität Salzburg verfolgen wir außerdem globalgeschichtliche Ansätze und Zugänge. Wir forschen somit auch im Themenbereich der Entkolonialisierung und Migration. Zusätzlich setzen wir Schwerpunkte etwa auf jüdische Geschichte, afrikanische Geschichte und Islam in Europa sowie Aspekte im Zusammenhang mit Krisen und Umbrüchen. Anknüpfend an die jüdische Geschichte gehören auch Antisemitismus- und Rassismusforschung, die Geschichte Israels und des Nahostkonfliktes zum thematischen Spektrum der Zeitgeschichte in Salzburg.
In methodologischer Hinsicht ist die Salzburger Zeitgeschichte offen für Theorieangebote aus den Nachbardisziplinen, insbesondere den Sozial- und Kulturwissenschaften. Aufgrund ihrer speziellen Gegenwartsnähe sind etwa die erfahrungsgeschichtlichen Ansätze der Oral History in Zusammenschau mit anderen Methoden bedeutend. Die enge Kooperation mit dem Fachbereich Kommunikationswissenschaft ermöglicht das Arbeiten mit audiovisuellen Methoden.

  • News
    Salzburg Summer School “European Private Law” Vom 2.-14. Juli 2018 fand an der Universität Salzburg die 19. Summer School „European Private Law“ unter der Leitung des Dekans der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, Prof. DDr. DDr. h.c. Michael Rainer statt. Mehr als 40 Gastprofessoren und Gastsprecher vermittelten im Rahmen von Vorlesungen Grundkenntnisse in 30 verschiedenen Rechtssystemen, die in Workshops und Podiumsdiskussionen weiter vertieft wurden.
    Der Salzburger Biowissenschaftler Robert R. Junker wird für seine Arbeiten zur Biodiversität mit einer 1,2 Millionen dotierten START- Förderung ausgezeichnet. Ein Ziel von Junkers Projekt „Sequentielle Entstehung von Funktionaler Multidiversität“ ist es, ein umfassendes Verständnis für die Ökosystemprozesse zu erlangen, um so zukünftige Naturschutzmaßnahmen besser planen und ergreifen zu können.
    Die Salzburger Hochschulwochen finden unter dem Titel „ANGST?“ vom 30. Juli bis 5. August in der Großen Aula sowie in Hörsälen der Theologischen Fakultät statt.
    Ass. Prof. Dr. Susanne Auer-Mayer vom Fachbereich Arbeits- und Wirtschaftsrecht der Universität Salzburg wurde von Bundespräsident Alexander van der Bellen mit dem Herbert Tumpel Preis für ihre Habilitationsschrift „Mitverantwortung in der Sozialversicherung“ gewürdigt. Der Preis wird im Rahmen des Theodor Körner Fonds vergeben.
    Tanja Angelovska und Dietmar Roehm (beide von der PLUS) sind als einzige österreichische Wissenschaftler als assoziierte Mitglieder des internationalen Forschungszentrums CARILSE (Centre for Applied Research and Innovation in Language Sciences and Education) an der University of Portsmouth nominiert worden.
    Im Jahr 2018 fördert die Europäische Kommission über alles Wissenschaftsdisziplinen hinweg 42 Masterstudiengänge im Programm Erasmus+. Fünf davon werden von österreichischen Universitäten koordiniert, gleich zwei von der Universität Salzburg: Digital Communication Leadership und Digital Earth
    Bundesminister Heinz Faßmann zeichnete kürzlich die Didaktik der Naturwissenschaften (Universität Salzburg - School of Education) für ihre hohe Qualität aus. Die Arbeitsgruppe erhielt wiederholt die Auszeichnung „Regional Educational Competence Center (RECC)“. Dabei wurde die Leistung in Biologie, Chemie, Geometrisches Zeichnen/Darstellende Geometrie, Informatik, Mathematik, Mediendidaktik und Physik honoriert.
    Die 6. Salzburg Summer School findet vom 3. bis 4. September 2018 statt. Zwei Tage lang wird ein umfassendes pädagogisches Sommerfortbildungsprogramm für Lehrkräfte und Lehramtsstudierende aller Schulformen und Unterrichtsfächer angeboten. Anmeldungen sind möglich.
    Vom Hortus Medicus zur Pharmaforschung. Eine Ausstellung des Verbandes Botanischer Gärten 2018
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