Womit beschäftigt sich Sprachwissenschaft (Linguistik)?

(Vgl. dazu auch § 1 im Studienplan.)

Mit Sprache in allgemeiner Hinsicht.
Dabei gibt es verschiedene Sichtweisen: Herkömmlich wird zwischen Allgemeiner, Angewandter und Historischer Sprachwissenschaft unterschieden. Allgemeine Sprachwissenschaft erforscht Sprache als System, die Angewandte Sprachwissenschaft befaßt sich mit Spracherwerb und Sprachverwendung und die Historische Sprachwissenschaft versucht Fragen zu beantworten, die die historische Sprachentwicklung betreffen.Unter "Indogermanistik" versteht man die Erforschung alter Entwicklungsstufen der indogermanischen Sprachen zurück bis zur indogermanischen Ursprache.

 

Angewandte Sprachwissenschaft

Die Psycholinguistik beschäftigt sich mit Fragen folgender Art:
Wie wird Sprache im Kindesalter und später gelernt und welche Störungen können dabei auftreten?
Welche Sprachstörungen können z. B. bei psychiatrischen Krankheitsbildern oder bei Gehirnverletzungen vorkommen?
Wie verläuft die Sprachentwicklung bei Kindern mit schweren Gehörschäden?
Wie wird Sprache produziert (artikuliert) und wahrgenommen, und welche Störungen können hier auftreten?
Gibt es individuelle Sprechmuster und was verrät die Stimme eines Sprechers? u. a. m.

Die Neurolinguistik beschäftigt sich vornehmlich mit Fragen der Repräsentation der Sprache im Gehirn (Sprachzentren etc.), mit den physiologischen Prozessen beim geistigen Strukturieren von Äußerungen, usw.

Die Soziolinguistik befaßt sich mit dem Zusammenhang von Sprache und Gesellschaft:
Welche sprachlichen Unterschiede bestehen zwischen Männern und Frauen?
Welche Rolle spielt die Sprache in der Politik (Propaganda, Sprache von ethnischen Minderheiten ... )?
Wie sieht die Sprache in den Massenmedien aus?
Welche sprachlichen Prozesse spielen sich ab, wenn zwei oder mehrere Menschengruppen mit verschiedenen Sprachen in einem Land wohnen?
Wie kann man eine selten gesprochene Sprache, die möglicherweise im Aussterben begriffen ist, erfassen und dokumentieren?usw.

Anwendungsbereiche von Sprachwissenschaft sind etwa die Computerlinguistik, die sprachwissenschaftliche Erkenntnisse nutzt, um z. B. Übersetzungsprogramme oder Spracherkennungsprogramme zu erstellen, oder die forensische Linguistik, die versucht z. B. etwas über die Autorenschaft von Schriftstücken herauszufinden (Bekennerbriefe ...) oder das sprachakustische Profil von anonymen Anrufern zu vergleichen. Die Übersetzungstheorie versucht Probleme zu lösen, die sich bei Übersetzungen von einer Sprache in eine andere ergeben. Die Lexikographie ist mit Problemen der Wörterbuchschreibung befaßt; die Klinische Linguistik setzt sich mit Sprachpathologie und der Diagnostik und Therapie von Sprachstörungen auseinander, u. a. m.

 

Allgemeine Sprachwissenschaft

Hier wird Fragen nachgegangen, die die Sprache als ein Zeichensystem allgemein betreffen. Dabei kann von vielen verschiedenen Seiten herangegangen werden:

Phonetik / Phonologie befaßt sich mit den Sprachlauten. Wie werden verschiedene Laute artikuliert? Welche Lautkombinationen können in einer Sprache vorkommen und welche nicht? Welche Sprache hat welche Silbenstruktur? usw.

Die Morphologie befaßt sich mit den Wortbestandteilen wie Vor- und Nachsilben, Wortstämmen, ihren Bedeutungen und Bedeutungsveränderungen.

Die Semantik erforscht Fragen der Wort-, Satz- und Textbedeutung.

Die Syntax erforscht grammatikalische Strukturen von Sprachen und versucht u.a. Gemeinsamkeiten von jeglichen menschlichen Sprachen aufzufinden.

Weiters gibt es eine Anzahl von Spezialbereichen, wie etwa die Sprachtypologie, wo versucht wird herauszufinden, in welcher Hinsicht sich die verschiedenen Sprachen der Welt gleichen bzw. unterscheiden;oder die Lexikologie / Lexikographie, die nicht nur dem Wortschatz in unseren Köpfen auf der Spur ist und diesen systematisch zu beschreiben versucht, sondern ihn auch in Form von Wörterbüchern zu Papier bringen will;u. v. a.

 

Historische Sprachwissenschaft

Dieser Zweig der Sprachwissenschaft befasst sich mit den sprachlichen Veränderungen in jeglicher Hinsicht: Nach welchen Prinzipien verändern sich z.B. einzelne Lautkombinationen oder Wortbedeutungen? Wie verändert sich die syntaktische Struktur einer Sprache? Wie entwickelte sich eine bestimmte Sprache aus einer anderen heraus? Wie könnte unsere Ursprache beschaffen gewesen sein? usw.

Ein Bereich der historischen Sprachwissenschaft, dessen Ergebnisse sich außerhalb der Wissenschaft großer Beliebtheit erfreuen, ist die Namenkunde. Fast jede/r ist daran interessiert zu erfahren, was der eigene Name oder der Name des Ortes, in dem er/sie wohnt, bedeutet. (Vgl. dazu auch unser laufendes Institutsprojekt über die Salzburger Ortsnamen.)

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    Die Universität Salzburg hat in 2019 unter der Führung des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz an euandi (EU-and-I) mitgearbeitet, eine paneuropäische Onlinewahlhilfe, die europäische Bürgerinnen und Bürger einen Überblick über die politischen Positionen der nationalen Parteien in den 28 Mitgliedstaaten ermöglicht.
    Am 27. 4. verstarb Ass. Prof. i. R. Dr. Reinhard Rublack. Reinhard Rublack kam noch in der Pionierphase der Universität Salzburg als absolvierter Theologe (Studium u. a. bei Rudolf Bultmann) mit Professor Rudolf Gönner aus Saarbrücken an das (damalige) Institut für Pädagogik. Bereits 1970 vollendete er sein Zweitstudium mit der interdisziplinär angelegten geisteswissenschaftlichen Dissertation über „Die bildungspolitische Tendenz des ‚Salzburger Intelligenzblattes‘ 1784 – 1806.“
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    Im Herbst vergangenen Jahres hat unsere Universität das Audit "hochschuleundfamilie" durchlaufen. Im Jänner wurden wir von der Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend, Dr. Juliane Bogner-Strauß, als familienfreundliche Hochschule ausgezeichnet.
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