Zur Person Max Kasers

 

Max Kaser - Eine Kurzbiographie

KaserEs sind wohl drei Gründe, auf denen der wissenschaftliche Weltruhm Kasers beruht: Einmal sind es die Handbücher zum römischen Privat- und Zivilprozessrecht. Neu war darin die Darstellung des Rechtsstoffes in seiner historischen Entwicklung, bei der Quellen und Literatur nicht nur gesammelt, sondern nach neuesten, selbst entwickelten Forschungsmethoden abgewogen kommentiert wurden. Heute ist eine fundierte römischrechtliche Arbeit ohne Heranziehung der Handbücher wohl ausgeschlossen. Kasers Erkenntnisse zur Methodologie der römischen Rechtsquellenforschung und die Revision eigener Forschungsstandpunkte haben ihn bewogen, die beiden Privatrechts-Handbücher 1971 und 75 in zweiter Auflage herauszubringen. Die Überarbeitung des Zivilprozessrechts wurde einem Schüler überlassen. Auf der Grundlage der Handbücher wurde 1960 ein systematisch aufgebautes Lehrbuch herausgebracht, das innerhalb von 32 Jahren 16 Auflagen erlebte und in fünf Sprachen übersetzt wurde. Auch die Römische Rechtsgeschichte erschien in deutscher, italienischer und koreanischer Sprache.

Daneben ist der wissenschaftliche Ruhm in Kasers enormer Forschungsleistung begründet. In einer besonders langen Schaffensperiode von 65 Jahren publizierte er eine Reihe von Monographien und umfangreiche Abhandlungen in der von ihm mitbetreuten Savigny-Zeitschrift, in anderen Fachzeitschriften und fast allen facheinschlägigen Festschriften. Gastvorträge führten ihn durch ganz Europa, Gastprofessuren nach Pretoria und Rio de Janeiro.

Höchste Verdienste erwarb er sich um die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Zur Habilitation hat er selbst Fritz Schwarz, Dieter Medicus, Hans Hermann Seiler, Hans Peter Benöhr, Frank Peters, Rolf Knütel und Karl Hackl geführt. Zu weiteren ‚Schülern’, die wesentliche Beratung und Betreuung erfuhren, darf man etwa Henryk Kupiszewski, Luigi Labruna, Felix Wubbe, Andreas Wacke, Jens Peter Meincke, Karlheinz Misera, Marianne Meinhart, Tullio Spagnuolo-Vigorita, Sandro Schipani und –aus der Salzburger Zeit – noch Peter Apathy, Marek Kurylowicz, Ignazio Buti, Bruce W. Frier, Bruno Huwiler oder Alfons Bürge zählen. Daneben haben viele junge Romanisten ihre Arbeiten dem ‚Meister’ zur Begutachtung vorgelegt. Jeder erhielt wichtige Hinweise darüber, was neu zu überlegen oder nachzuarbeiten war.

Bis zu seinem Tod, am 13. Januar 1997, hat die wissenschaftliche Welt seine Forschungsleistungen durch zehn Ehrendoktorate und elf Akademiemitgliedschaften anerkannt und gewürdigt. Die Republik Österreich verlieh ihm mit dem Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst ihre höchste wissenschaftliche Auszeichnung, die Bundesrepublik Deutschland das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens.

Durch sein Lebenswerk hat er sich einen bleibenden Platz in der Wissenschaft vom römischen Recht gesichert. Wir versuchen im Max-Kaser-Seminar für Römisches Recht seinem Wirken nachzueifern und sein Andenken zu bewahren.

K. H.

 

Abbildung 193991.JPG
  • ENGLISH English
  • News
    Am 28. und 29. März findet das Symposion von Dr. Robert R. Junker, Biowissenschaften, in Kooperation mit den DSPs "Dynamic Mountain Environments" und "Statistics and Applied Data Science“ als Auftaktveranstaltung des START Projektes (FWF) “Successional Generation of Functional Multidiversity”.
    Vom 29. Juli bis 30. August 2019 bietet das Kinderbüro der Universität Salzburg erneut eine Sommerbetreuung in den Räumlichkeiten der Naturwissenschaftlichen Fakultät an. Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren werden durch erfahrene PädagogInnen betreut.
    Die Übung wird von der ZAMG, dem österreichischen Bundesheer und der Universität Salzburg organisiert und findet in der Schwarzenberg-Kaserne in Salzburg statt.
    Prof. Dr. Andreas Nehring bietet im SS 2019 Lehrveranstaltungen zum Thema "Hinduismus" am Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen an
    Eine Train-the-Trainer-Workshopreihe am Programmbereich Zeitgenössische Kunst und Kulturproduktion In dieser Train-the-Trainer-Workshopreihe geht es um das Kennenlernen, Reflektieren, Erproben von verschiedenen Vermittlungsformaten, Toolboxen und Arbeitsmaterialien. Sie stellen unterschiedliche Annäherungsformen und Vermittlungsinstrumentarien für die Arbeit in Museen und Kulturinstitutionen, für die schulische Arbeit sowie für die Erwachsenenbildung zur Verfügung.
    Ringvorlesung im Rahmen der LV 999.922 Globale Herausforderungen im Sommersemester 2019
    with an excursion to the European Space Agency and a visit to the new VEGA observatory
    The (English-language) seminar on “Transnational Supply Chains and Domestic Human Rights Litigation” deals with legal questions that arise when human rights abuses in transnational supply chains give rise to domestic law suits.
    Walter Thaler hat sich nach seinen zwei Büchern über den Pinzgau wieder seinem bevorzugten Themenbereich gewidmet – der Provinz. Er zeichnet darin die Lebens- und Leidenswege von mehr als 60 Persönlichkeiten nach, die aus dem Pongau stammen oder einen wesentlichen Lebensabschnitt hier verbracht bzw. erlitten haben.
    Die frühneuzeitlichen transpazifischen Beziehungen sind vor allem wegen der berühmten Manila Galeonen bekannt, die zwischen 1565 und 1915 in regelmäßigen Abständen zwischen Manila und Acapulco den Pazifik überquerten. Große Mengen südamerikanischen Silbers, z.B. aus den Minen in Potosí, flossen damals über die Philippinen nach China. Doch nicht nur Seide fand im Austausch ihren Weg nach Lateinamerika. Der Vortrag möchte einige Einblicke in die vielfältigen, indirekten Beziehungen zwischen China und dem Vizekönigreich Peru geben.
    Am 20. März 2019 um 19 Uhr sprechen Lydia Mischkulnig, Kurt Neumann und Anton Thuswaldner über das Thema "Was ist gute Literatur?". Moderation: Manfred Mittermayer, Idee: Alfred Winter. Der Eintritt ist frei.
    Dr. Zsófia Horváth hält am 22. März 2019 um 14:00 Uhr im Hörsaal 421 der NW-Fakultät einen Gastvortrag zum Thema "Saline pond metacommunities: from local stressors to landscape connectivity". Der Fachbereich Biowissenschaften lädt herzlich dazu ein!
    "Designing professional development of teachers to support domain specific thinking in history education"
    Dr. Eric Driscoll referiert über "The American School of Classical Studies at Athens Dienstag, 9. April 2019 um 13.15 Uhr - Residenzplatz 1 Stiege 4, SR. 1.42
    Ankündigung der ANTRITTSVORLESUNGEN von Univ.-Prof. Dr. András Jakab, Univ.-Prof. Dr. Reinhard Klaushofer und Univ.-Prof. Dr. Sebastian Schmid - Fachbereich Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht
  • Veranstaltungen
  • 19.03.19 Exkursion Magistrat Salzburg
    20.03.19 Tracking dynamic attention in perception, working memory, and action
  • Alumni Club
  • PRESSE
  • Uni-Shop
  • VERANSTALTUNGSRÄUME
  • STELLENMARKT
  • Facebook-Auftritt der Universität Salzburg Twitter-Auftritt der Universität Salzburg Instagram-Auftritt der Universität Salzburg Flickr-Auftritt der Universität Salzburg Vimeo-Auftritt der Universität Salzburg