Verfassungen

Vertrag von Lissabon

Credit © European Union, 2013

Im Gegensatz zu den ursprünglichen Erwartungen hat die Krise deutlich gezeigt, dass der Vertrag von Lissabon nicht die finale Antwort auf die verfassungsrechtlichen Herausforderungen der EU ist. Die Ergänzung des Vertragstextes durch Artikel 136 (3) war nur eine erste Anpassung des EU-Primärrechts an die neuen Anforderungen. Während es zahlreiche Stimmen gibt, die sich für weiterreichende Vertragsrevisionen aussprechen, gehen andere davon aus, dass die Krise de facto zu einer Erosion der verfassungsrechtlichen Grundlagen der Union geführt hat. Der Europäische Integrationskonsens erscheint gefährdet, indem zunehmend intergouvernementale Lösungen gesucht werden und die gemeinschaftsmethode an Bedeutung verliert. 

Das Forschungsinteresse des SCEUS richtet sich auf die Analyse ob, und wenn ja, wie und in welchem Ausmaß, die Krise die Verfassungsgrundlagen der Union verändert, dazu aber auch auf die Entwicklung von Ideen für Veränderungen, die Grundlage für das Funktionieren und den Fortbestand des politischen Konsenses der Europäischen Integration sein können. Dies schließt eine gründliche Evaluierung der Potenziale aber auch der Defizite zur Weiterentwicklung der Demokratie sowohl auf europäischer, wie auch auf nationaler Ebene ein. Somit werden auch nationale Verfassungen in die Forschung mit einbezogen: sie sind sowohl die Basis wie auch die Begrenzungen für die Partizipation der Mitgliedstaaten am Integrationsprozess und werden somit auch in mancherlei Hinsicht zu Stolpersteinen für angestrebte Änderungen innerhalb der EU.


Beispiele für Fragestellungen in diesem Forschungsbereich sind:

  • Wie verändern rechtliche Maßnahmen, die während der Krise gesetzt werden, die Verfassungsordnung der EU?
  • Ist eine grundlegende Vertragsänderung unabdingbar, und welche Inhalte müsste diese haben?
  • Wie verändern Maßnahmen während der Krise die Rolle der Parlamente auf europäischer und nationaler Ebene?
  • Kann die Dichotomie zwischen Angemessenheit und Verantwortung im Rahmen der Krisenbekämpfung gelöst werden?

 

 

  • News
    Vom Arbeitsmarkt bis zur Zuwanderung. Wie haben sich in Österreich Einstellungen und Lebensformen in den letzten Jahrzehnten verändert? Das wird vom 26.- 28. September 2019 an der Universität Salzburg beim Kongress „Alles im Wandel? Dynamiken und Kontinuitäten moderner Gesellschaften“ eines der Schwerpunktthemen sein. Veranstaltet wird der Kongress von der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie.
    Die Neurobiologin Belinda Pletzer von der Universität Salzburg erforscht die Wirkung der Antibabypille auf das Gehirn. In einer umfangreichen Studie mit 300 Probandinnen soll festgestellt werden, ob und in welcher Weise dieses Medikament deren Denken beeinflusst. Der Salzburger Spitzenforscherin wurde für ihr Projekt ein Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) zuerkannt. Die hochkarätige EU-Förderung ist mit 1,5 Mio Euro dotiert.
    INTERNATIONALE TAGUNG // Mi 18. September: 14.00-19.45h, Stefan Zweig Zentrum, Edmundsburg (Europasaal) // Do 19. September: 9.30-19.30h, Fr 20. September: 9.30-13.30h Schwerpunkt Wissenschaft & Kunst, Bergstr. 12a, Atelier, 1. OG // www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik-polemikkunst
    Um Studienanfänger*innen den Einstieg ins Studium zu erleichtern, bietet die Universität Salzburg in der letzten Septemberwoche den Orientierungstag an. An diesem Tag erhalten Studienanfänger*innen Informationen über zentrale Einrichtungen unserer Universität rund um Studium, Einführung in die IT-Infrastruktur und vieles mehr.
    Welche Rechtsschutzmöglichkeit - Gewährleistung oder Irrtum - ist für Käufer der vom Diesel-Abgasskandal betroffenen Autos vorteilhafter? Die Juristin Christina Buchleitner hat in ihrer an der Universität Salzburg abgelegten Dissertation die beiden Rechtsbehelfe gegenübergestellt. Nun hat die 26jährige Wienerin dafür den ersten Preis beim Young Investigators Award der Universität Salzburg gewonnen.
    Die Salzburger Armenologin Jasmine Dum-Tragut eröffnet am 31. August 2019 im Genozid-Museum in Jerewan die erste Ausstellung, die das Schicksal armenischer Kriegsgefangener in den österreichischen Gefangenenlagern im Ersten Weltkrieg zeigt.
    Demokratie und Rechtsstaat scheinen in Europa schon bessere Zeiten erlebt zu haben. Die jüngsten Entwicklungen in vielen Staaten weisen auf einen Abbau von Rechtsstaatlichkeit, Grundrechten und Demokratie hin.
  • Veranstaltungen
  • 18.09.19 'Genie‘ in der Nachromantik. Das Schöpferische (Individuum) und der Aufstieg der Massenkultur
    19.09.19 'Genie‘ in der Nachromantik. Das Schöpferische (Individuum) und der Aufstieg der Massenkultur
    20.09.19 'Genie‘ in der Nachromantik. Das Schöpferische (Individuum) und der Aufstieg der Massenkultur
  • Alumni Club
  • PRESSE
  • Uni-Shop
  • VERANSTALTUNGSRÄUME
  • STELLENMARKT
  • Facebook-Auftritt der Universität Salzburg Twitter-Auftritt der Universität Salzburg Instagram-Auftritt der Universität Salzburg Flickr-Auftritt der Universität Salzburg Vimeo-Auftritt der Universität Salzburg