Im Rahmen der Salzburger Hochschulkonferenz


  Bibliometrische Verfahren und die 

Bewertung wissenschaftlicher Leistungen


Donnerstag, 25. April 2013

Universitätsbibliothek, Bibliotheksaula
Hofstallgasse 5 

Rückblick auf die Veranstaltung



Ein zentrales Ergebnis wissenschaftlicher Arbeit sind Veröffentlichungen in Form von Büchern und vor allem in Form von Beiträgen in spezialisierten wissenschaftlichen Fachzeitschriften. International wird die Zahl an Veröffentlichungen zunehmend zur Bewertung einzelner Wissenschaftler/innen, zur Bewertung der Forschungsstärke von Arbeitsgruppen, Instituten oder ganzer Hochschulen (Stichwort Rankings) und letztlich auch als Indikator für die Verteilung hochschulinterner Ressourcen herangezogen.

Im Rahmen der Salzburger Hochschulkonferenz haben sich gestern, organisiert von der Universität Salzburg und der Fachhochschule Salzburg, in der Universitätsbibliothek Forscher/innen, Vertreter/innen der Hochschulleitungen sowie Mitarbeiter/innen aus Bibliothekswesen, Forschungsförderung und Qualitätsmanagement getroffen um sich über die Möglichkeiten und Grenzen der Bewertung wissenschaftlicher Leistungen mittels solcher bibliometrischer Verfahren zu informieren und auszutauschen.

Wie die erste Vortragende, Michaele Adam von der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek Dresden, darstellte, können die Verfahren der Bibliometrie auf eine schon einige Jahrzehnte lange Tradition zurückblicken und haben sich seither sehr stark ausdifferenziert. Unterschiedlichste Datenbanken, Metriken und Faktoren geben seither Auskunft über das Gewicht von Zeitschriften und den darin erscheinenden Artikeln.

Allerdings, und darauf ging der zweite Vortragende, Michael Ochsner von der ETH Zürich ganz besonders ein, sind die Verfahren sehr stark an den Naturwissenschaften orientiert und finden, wie er mit Kolleg/inn/en in einem umfangreichen Projekt der Schweizerischen Rektorenkonferenz, CRUS, herausarbeiten konnte, in den Geistes- und Sozialwissenschaften sehr wenig Akzeptanz. Alternativ dazu schlägt er vor, gemeinsam mit den betroffenen Wissenschaftler/inne/n die Kriterien ihrer Bewertung zu erarbeiten. Dabei könnnen dann auch bibliometrische Verfahren mit eine Rolle spielen.

Dennoch kann, bei aller kritischen Betrachtung, Bibliometrie von dem/der einzelnen Wissenschaftler/in für seine/ihre eigene Karriere genutzt werden. Christian Schlögl von der Universität Graz zeigte in seinem Beitrag auf, wie Forschende mithilfe der Nutzung bibliometrischer Datenbanken sich selbst in der wissenschaftlichen Community verorten können und welche Möglichkeiten sie haben, Bibliometriken heranzuziehen um für sich selbst eine Publikationsstrategie zu erarbeiten. Darüber hinaus wies er auf einige einfach zu berücksichtigende Aspekte hin um selbst in Publikationsdatenbanken auffindbar zu werden und hierin gute Indices zu erlangen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung ging es dann um die Frage der Möglichkeiten der Heranziehung bibliometrischer Daten für Agenden der Hochschulleitungen - für die Weiterentwicklung von Hochschul- und Forschungsstrategien, für Entscheidungen über Schwerpunktsetzungen, für die interne Mittelvergabe und für die Bewertung von Instituten und Wissenschaftler/inne/n. Andreas Raggautz stellte hierzu in seinem Beitrag das Steuerungssystem der Universität Graz vor, in dem für den Bereich der Publikationen der österreichsiche Durchschnitt im jeweiligen Wissenschaftszweig für die Verortung und Zielsetzung innerhalb der einzelnen Fakultäten der Universität herangezogen wird.

Das abschließend von Oliver Locker-Grütjen vorgestellte Evaluationsmodell der Universität Duisburg-Essen stellt die qualitative Bewertung der wissenschaftlichen Leistungen der in den Fokus genommenen Organisationseinheiten in den Vordergrund. Hierzu ist anhand von zehn vorgegebenen Indikatoren von den zu evaluierenden Einheiten ein Selbstbericht zu erstellen, der nicht auf reine Kennzahlen aufbauen soll, sondern ganz wesentlich qualitative Beschreibungen und Analysen enthält. Eine disziplinenübergreifende Kommission begutachtet den Bericht sodann und erstellt eine Empfehlung über die weitere Ausrichtung der evualierten Einheit, die ihrerseits dem Rektorat als Basis für die Entscheidung über Einrichtung bzw. Weiterbestand von und Mittelvergabe an Forschungseinrichtungen dient.

Einig waren sich alle Referent/inn/en abschließend darin, dass bibliometrische Methoden allein nicht ausreichen um über die verschiedenen Fachgebiete hinweg Bewertungen und Zielsetzungen vorzunehmen. Sie können - und sollen - aber in Diskussion im Vorfeld strategischer Entscheidungen (Berufungen von Professor/inn/en, Schwerpunktsetzungen) mit einbezogen werden und sind als ein Analysewerkzeug für die Verortung von Hochschulen und ihren Einrichtungen und Mitgliedern hilfreich.

Programm & Präsentationen der Referent/inn/en
 

9:00:
Eröffnung

  • Ao. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Feik  (pdf)
    Universität Salzburg, Vizerektor für Qualitätsmanagement und Personalentwicklung
    Zum Hintergrund dieser Veranstaltung? Die Freiheit der Wissenschaft und die Evaluierung wissenschaftlicher Leistungen
     

9:30-11:30:
Möglichkeiten und Grenzen der Bewertung wissenschaftlicher Leistungen mittels bibliometrischer Verfahren

  • Michaele Adam
    Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden, Team Bibliometrie
    Einführung in das Thema Bibliometrie? Bibliometrie als Dienstleistungsangebot von Bibliotheken
     
  • Lic.phil. Michael Ochsner
    ETH Zürich, Projekt Qualitätskriterien für die Forschung in den Geisteswissenschaften
    Bibliometrie in den Geisteswissenschaften
    ? Perspektiven, Möglichkeiten und Grenzen
     
  • Ao. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Mag. Dr. Christian Schlögl
    Universität Graz, Institut für Informationswissenschaft und Wirtschaftsinformatik
    Bibliometrische Indikatoren für die eigene wissenschaftliche Karriere nutzen
     

12:00-13:00:
Die Bewertung wissenschaftlicher Leistungen und leistungsorientierte Mittelvergabe (LOM)

  • Dr. Oliver Locker-Grütjen (pdf)
    Universität Duisburg Essen, Science Support Center

    Das Evaluierungsmodell und die damit verbundenen Indikatoren für gute wissenschaftliche Leistungen an der Universität Duisburg Essen
     
  • Mag. Andreas Raggautz (pdf)
    Universität Graz, Leistungs- und Qualitätsmanagement (LQM)
    Publikationsindikatoren in den Ziel- und Leistungsvereinbarungen der Universität Graz
     

Ab 13:30:
Vertiefende Diskussion der Themen aus den Vorträgen gemeinsam mit den Referent/inn/en; bei unterschiedlichen Interessensschwerpunkten der Teilnehmer/innen ggf. in kleineren Diskussionsrunden.

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