07.07.2020

NEUE NÄHE DURCH SOCIAL DISTANCING? ZWISCHEN EUPHORIE UND KRISE

Eine aktuelle EU-Studie zum Thema „Familien, Kinder und Digitale Medien in Corona-Zeiten“ liefert erste Ergebnisse: Interviews mit Kindern und Eltern zeigen, dass Familienkontakte im Social Distancing mittels digitaler Kommunikationstechnik sogar intensiviert wurden. Ein Interview mit dem Leiter der österreichischen Teilstudie.

Herr Prof. Trültzsch-Wijnen, bei Ihrer Untersuchung stehen Familien im Mittelpunkt. Hat die Krise den Umgang mit digitalen Medien bei den verschiedenen Generationen unterschiedlich verändert?

Trültzsch-Wijnen: "Die Corona-Krise hat die digitalen Medien- und Kommunikationstechnologien für mehr Menschen zum Teil des Alltags werden lassen. Videotelefonie und Videokonferenzen für berufliche Besprechungen, für schulische und universitäre Bildung, aber auch zur Kontaktpflege mit Freundinnen, Freunden und Familie haben ganz deutlich zugenommen. Viele haben damit wohl auch erst seit der Krise begonnen.

Mediensozialisation ist ein lebenslanger Prozess, es hat sich gezeigt, dass in der Krise tatsächlich alle Altersgruppen betroffen waren: Für die Jüngeren (bis 18) war das die Umstellung der Nutzung von Unterhaltung auf Lernen, bei den Älteren die Herausforderungen des Home-Office (mit einem Spektrum an Software) und für SeniorInnen das Überwinden von Vorbehalten und das Erlernen des Umgangs mit Videotelefonie."

Wie ging es den Großeltern und Kindern in der Corona-Krise?

Trültzsch-Wijnen: "Die jüngeren Familienmitglieder waren nicht selten überrascht, dass auch die Großeltern-Generation Berührungsängste überwunden hat und kompetent mit der ehemals kritisch beäugten Technik umgehen kann. Zugleich kann der intensivere Austausch die realen Treffen, insbesondere mit Freundinnen und Freunden nicht ersetzen. Erste Ergebnisse unserer Forschung zeigen, dass in der ‚Lockdown‘-Zeit die Kontakte häufig sogar intensiver geworden sind, aber der Verzicht auf gemeinsames Spielen in direkter Anwesenheit auch als größte Entbehrung von den Kindern genannt wird.

Die Kinder erinnern sich dabei durchaus, dass sie in den ersten Wochen die intensivere Zeit mit den Eltern (de facto meist den Müttern) positiv erlebt und genossen haben. Nach vier bis sechs Wochen ist das aber gekippt, da die Eltern die gleichaltrigen Freundinnen und Freunde nicht ersetzen können"

Wie erlebten Erwachsene bzw. Eltern die Phase des ‚Lockdown‘?

Trültzsch-Wijnen: "Sie haben einen ähnlichen Bruch erlebt: Nach einer anfänglichen Phase der Euphorie kam eine Stagnation und schließlich Frust und Unzufriedenheit mit der Kontaktpflege via Internet bzw. das stärkere Vermissen realer Treffen mit echtem Kontakt – den wir hier in Österreich nun endlich wieder pflegen können.

Analog ist der Verlauf auch bei Online-Tools für Beruf, Schule und Universität. Vor allem Familien hatten die Rückkehr zur räumlichen Trennung zwischen Beruf und Familie als großen Wunsch genannt – direkt nach dem Wunsch, dass die Kinderbetreuungseinrichtungen wieder öffnen. Es trat also nach einigen ‚Honeymoon‘-Wochen bei den Interviewten eine Sehnsucht nach der alten, gewohnten Normalität oder – so kann man es auch sagen - einer Phase 'neuer Normalität' ein."

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Sascha Trültzsch-Wijnen ist assoziierter Professor am Fachbereich Kommunikationswissenschaft der PLUS und für Österreich an der EU Studie: Impacts of the CoVID-19 crisis on Children’s online safety beteiligt. Kooperationspartner ist die Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig.

 

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