27.01.2021

SIMULATION ZEIGT: LOCKDOWN LIGHT KANN COVID-19- INFEKTIONSWELLE NICHT BRECHEN

Die Arbeitsgruppe des Salzburger Informatikers Robert Elsässer zeigt in einer Simulation, dass ein weicher Lockdown die Ausbreitung von Covid-19 - selbst bei optimistischen Annahmen - nicht brechen kann. Erst wenn mindestens 40 % der Population immunisiert sind, greift ein Lockdown light, so das eindeutige Ergebnis der mathematischen Modellierung. Bis dahin seien zur effektiven Pandemie-Bekämpfung harte Maßnahmen inklusive Schulschließungen zielführend, folgern die Forscher*innen.

Robert Elsässer und sein Team beschäftigen sich schon seit etlichen Jahren mit der Ausbreitung von Krankheiten in großen Populationen. Die ersten Simulationsläufe zu Covid-19 erstellte Florian Lugstein aus der Arbeitsgruppe „Efficient Algorithms“ kurz vor Weihnachten 2020. Anfang 2021 folgte nun eine große Anzahl von Simulationen mit unterschiedlichen Parametern.

Die Forscher*innen fokussierten auf die Übertragung von Viren in geschlossenen Räumen, konkret an Schulen, am Arbeitsplatz und in den Familien. „Wir haben dafür die einschlägige Fachliteratur bezüglich der Übertragungswahrscheinlichkeiten von SARS-CoV-2 über Tröpfchen und Aerosole herangezogen. Darauf aufbauend wurde ein mathematisches Modell entwickelt, das die Altersverteilung in der Stadt Salzburg berücksichtigt und die Bewegung von Personen zwischen Schule, Arbeitsplatz und Familie zugrunde legt“, erklärt Forschungsgruppenleiter Elsässer.

Optimistische versus pessimistische Szenarien

Für die Übertragungswahrscheinlichkeiten wurden sowohl optimistische als auch pessimistische Szenarien entwickelt. Bei den optimistischen Szenarien gingen die Forscher*innen beispielsweise davon aus, dass in Büros die Infektion lediglich über Aerosole weitergegeben wird; die Infektion über Tröpfchen wird mit Hilfe geeigneter Maßnahmen wie Trennglas zwischen den Arbeitsplätzen bzw. Masken verhindert. 

„Die Simulationsergebnisse deuten darauf hin, dass selbst bei best case-Annahmen ein weicher Lockdown die Ausbreitungswelle nicht brechen kann, der Prozess wird lediglich verlangsamt“, resümiert Elsässer und führt aus: „Um beispielsweise die Infektionsketten in Schulen zu unterbrechen, müssten im Falle einer nachgewiesenen Infektion die betroffene Klasse sowie alle K1-Kontakte der infizierten Person umgehend in Quarantäne wechseln. Da 10- bis 19-Jährigen meist aber keine bis sehr milde Symptome aufweisen und in der Regel erst getestet werden, nachdem die Eltern sich infiziert haben, scheint sich die Epidemiewelle leider nur mit harten Maßnahmen brechen zu lassen – durch Distance Learning und Homeoffice“, so Robert Elsässer.

Datenbasis aus Stadt Salzburg

Als Datenbasis dienten in erster Linie Details aus der Stadt Salzburg: „Unsere Simulation eignet sich sehr gut für Städte wie Salzburg, Wien oder Linz und weniger gut für ländliche Regionen“, konkretisiert der Computerwissenschaftler. „Aber sie zeigen eindeutig, dass ein weicher Lockdown die Infektionswelle erst brechen kann, wenn in etwa 40 % der Population immunisiert wurde.“

Inzwischen ist in Österreich der harte Lockdown bis zum 8. Februar beschlossen. Anschließend beginnen in den meisten Bundesländern die Semesterferien. Danach soll es in den Schulen Schichtunterricht geben. „Bis jetzt sind wir von vollen Volksschul- und Unterstufenklassen in unserer Implementierung ausgegangen. Demnächst werden wir sowohl geteilte Klassen als auch die Eigenschaften der Mutation B.1.1.7. in unsere Simulationen mit einbeziehen und dann eine wissenschaftliche Veröffentlichung anstreben,“ gibt Elsässer einen Ausblick.

  _______________________________________________________

Der Autor: Robert Elsässer I FB Computerwissenschaften I robert.elsaesser(at)sbg.ac.at

Fotonachweis: Kolarik

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

 

  • ENGLISH English
  • News
    Diesjährige Gewinnerin des Jubiläumspreises des Böhlau Verlages Wien ist MMag. Dr. Doris Gruber (Senior Scientist, Fachbereich Geschichte), welche sich den Preis mit Eva Zehentner teilt.
    Im Rahmen des Masterstudiums Literatur- und Kulturwissenschaft wird im SS unter der Leitung von Prof. Eva Hausbacher und Prof. Susanne Winter die Ringvorlesung „Kanonische Texte von Frauen“ durchgeführt. Die Vorträge werden von den Lehrenden des Schwerpunktfachs Komparatistik gehalten. Sie stellen in exemplarischer Weise Hauptwerke kanonisierter Autorinnen verschiedener Literaturen vor und konfrontieren diese mit Fragen der Kanonbildung und Kanonkritik.
    Gerade die COVID-Zeit zeigt auf, dass der digitale Raum hinkünftig weit mehr zu bieten haben muss, als dies bisher in der regionalen Museumslandschaft zu beobachten war.
    Mit der Zusammenführung der Bereiche Career und Startup erweitern wir stetig unser Angebot, mit dem Ziel deinen Gründergeist zu wecken.
    In vielen Kursen des Sprachenzentrums gibt es noch freie Plätze. Die Anmeldung ist noch bis 12.03.2021 möglich. Bitte beachten Sie: Die Anmeldung erfolgt online und ist nur mit Termin möglich.
    Der Fachbereich Anglistik und Amerikanistik der Universität Salzburg freut sich, über eine wegweisende Publikation unseres Kollegen Ass.-Prof. Mag. Dr. Wolfgang Görtschacher gemeinsam mit Prof. David Malcolm von der SWPS University of Social Sciences and Humanities in Warschau informieren zu dürfen.
    Die Österreichische Akademie der Wissenschaften hat Mag. Dr. Daniel Ehrmann, Universitätsassistent und Promovent am Fachbereich Germanistik, ein vierjähriges APART-Stipendium zuerkannt, das er am 1. 3. 2021 antreten wird. Er wird in dieser Zeit sein Habilitationsprojekt „Aggregation. Relationalität und die Konstellationen der Literatur (1650 – 1950). Für ein literarhistorisches Modell mittlerer Reichweite“ bearbeiten.
    Programmleitung und Gesprächsführung: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner
    Das Projektförderprogramm für Forschungen zwischen PLUS und südostasiatischen Partneruniversitäten, ASEA-UNINET Call 2021-2022 (Projektdurchführungszeitraum: 1. Oktober 2021 - 30. September 2022) ist ab sofort geöffnet!
    Prof. Dr. Jude Lal Fernando, Assistenzprofessor an der Irish School of Ecumenics am Trinity College Dublin, wird im SS 2021 Lehrveranstaltungen zum Thema "Interreligious Relations in Asia" am Zentrum Theologie Interkulturell bzw. im Bereich Religious Studies anbieten.
    Anmeldung zur Online-Tagung: Corona - eine Katastrophe?
    Das Semesterprogramm für das Sommersemester ist nun online, und die Lehrveranstaltungen werden in Kürze freigegeben. Wir haben die Angebote im Bereich Entrepreneurship gestärkt. Melde dich bis 14. März 2021 an!
    Wie im Informationsschreiben von Bundesminister Faßmann vom 02.12.2020 angekündigt, findet vom 23.08. bis 03.09.2021 (Burgenland, Niederösterreich und Wien) bzw. 30.08. bis 10.09.2021 (Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg) jeweils von 8.00 bis 12.00 Uhr in den Räumen ausgewählter Schulen, wieder die Sommerschule 2021 statt.
    Prof. Dr. Hildegund Müller, Notre Dame University, Gastvortrag am Fachbereich Altertumswissenschaften, Klassische Philologie, 24. März 2021, 17.30 (Webex)
    Das Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen veranstaltet gemeinsam mit der Universität Fribourg eine interdisziplinäre online-Tagung vom 16.-17. April 2021 (Start am 16. April 2021 um 14:15 Uhr).
    Am Mittwoch, den 17. März 2021 veranstaltet die PLUS einen virtuellen Tag der offenen Tür und lädt interessierte Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen herzlich ein. Alle Informationen dazu finden sich online unter www.uni-salzburg.at/openday.
    Daran interessiert, Lehrer*in zu werden? Informiere dich am virtuellen Tag der offenen Tür der Paris Lodron Universität Salzburg zu deinem Lehramtsstudium in Salzburg!
  • Veranstaltungen
  • 09.03.21 Storytelling in der alltäglichen und beruflichen Kommunikation
    11.03.21 Buchpräsentation: Identitäten – Zumutungen für Wissenschaft und Gesellschaft
    12.03.21 Update Bankrecht
  • Alumni Club
  • PRESSE
  • VERANSTALTUNGSRÄUME
  • STELLENMARKT
  • Impressum
  • Facebook-Auftritt der Universität Salzburg Twitter-Auftritt der Universität Salzburg Instagram-Auftritt der Universität Salzburg Flickr-Auftritt der Universität Salzburg Vimeo-Auftritt der Universität Salzburg