09.02.2021

Irrationale Ängste lebensbedrohlich an „Corona“ zu erkranken

In der aktuellen Auswertung (05.02.21) der Studie „Wissen und Einstellungen zu Corona“, welche von Univ.-Prof. Manuel Schabus initiiert wurde, flossen die Daten von insgesamt 3.606 in Österreich lebenden erwachsenen Personen ein (64,2% % weiblich, 35,5% männlich, 0,3% divers).

Eine homogene Altersverteilung (ca. 20% pro Altersgruppe) ermöglicht ein repräsentatives Abbild der aktuellen Einstellung und Befindlichkeit der österreichischen Gesellschaft zum Thema „Corona“. Nur die Gruppe der 60-69 und der über 70-Jährigen ist mit insgesamt 13,1% etwas geringer vertreten.

Befürchtungen, Bedenken und Unmut

Als größte Befürchtung in der aktuellen Pandemie wird hierbei wahrgenommen, dass ein naher Angehöriger erkrankt (68,2%), die wirtschaftlichen Schäden, die befürchtet werden (46,3%), und die Einschränkung der Meinungsfreiheit bzw. der Grundrechte (45%). Am seltensten genannt wurde hingegen die Befürchtung, tatsächlich selbst an „Corona“ zu sterben (15,2%).

Fast 90% der Teilnehmenden (89,1%) fühlen sich inzwischen durch die Corona-bedingten Maßnahmen sehr (60,2%) oder zumindest etwas (28,9%) eingeschränkt. Diese Bedenken/ diesen Unmut teilen die meisten Teilnehmenden (81,2%) regelmäßig oder mehrmals im privaten Bereich mit Freund*innen oder der Familie. Hierbei sind alle Altersgruppen gleichmäßig kritisch. 26,9% der Teilnehmer*innen engagieren sich auch öffentlich durch Postings in Foren, durch die Teilnahme an Demonstrationen oder auch rechtliche Schritte. Gefühle von Ärger und Unruhe aufgrund des Eindrucks einer nicht objektiven Berichterstattung beschäftigten mehr als Drittel der Teilnehmenden (38,2%) die ganze oder die meiste Zeit.

In der Pandemie am belastendsten wahrgenommen wird vor allem, soziale Kontakte nicht mehr pflegen zu können (42,6% Freunde nicht treffen bzw. 46,7% Angehörige nicht treffen), Homeschooling bei Eltern (44,9%) und wirtschaftliche Folgen (69,8%).

Überraschenderweise ist die Angst Überträger der Krankheit zu sein (17,3%), selbst zu erkranken (5,6%) oder eine Mangelversorgung durch eine etwaige Überbelastung des Gesundheitswesens (15,2%) als weit weniger belastend eingestuft als die zuvor genannten sozialen und wirtschaftlichen Folgen.

Impfbereitschaft

Bei der Impfbereitschaft geben 43,9% der Teilnehmer*innen an, sich auf jeden Fall impfen zu lassen (4,9% davon tun das aufgrund beruflicher Anforderungen), 30% möchten erst einmal abwarten oder sind noch unentschlossen und 26,1% möchten sich auf keinen Fall impfen lassen.

Bei denjenigen, die FÜR eine Impfung sind, sagt die Hälfte (49,4%), der primäre Grund für die Impfung ist für sie „wieder zu einem normalen Leben zurückkehren zu können“.  Sich selbst (26,5%) oder andere (24,1%) zu schützen wird seltener als der treibende Faktor angegeben.

Die Mehrzahl derjenigen, die GEGEN eine Impfung sind (54,2%), sieht den Hauptgrund darin, dass die Nebenwirkungen der Impfung bisher zu wenig bekannt und erforscht sind.

92,3% derjenigen, die bereits einen PCR- oder Antigen-Test hatten erhielten ein negatives Testergebnis. 87,2% derjenigen, die ein positives Testergebnis erhielten, sprechen von keinen oder leichten Symptomen, die restlichen 12,8% von schweren Symptomen.

Dass 42,2% der Teilnehmenden von einer Rückkehr zur Normalität erst im Jahr 2022 oder noch später rechnen ist, ein Ausdruck einer alarmierenden Perspektivenlosigkeit in der Bevölkerung. Am ehesten hilft den Teilnehmenden durch diese Krise zu kommen, Zeit in der Natur zu verbringen (76%), Sport und Bewegung (72%) sowie Angehörige oder Freund*innen persönlich zu treffen (68%).

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Der Autor: Manuel Schabus I FB Psychologie I manuel.schabus(at)sbg.ac.at

Grafik: Manuel Schabus, PLUS - PDF

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