25.01.2018

Two Young Scientists from Salzburg Awarded State Prize for Best Dissertations

The sports scientist, Hans-Peter Wiesinger, and the Juristin, Natascha Brandstätter, from the University of Salzburg have been awarded the "Award of Excellence", the state prize for their dissertations on tendon adaptation and the statute of limitations for claims for damages.

Wiesingers Untersuchungen über die Anpassung der menschlichen Patellar- und Achillessehne auf erhöhte mechanische Belastungen sind nicht nur für die Rehabilitation nach Verletzungen und Trainingsinterventionen von Bedeutung, sondern auch für die Robotik oder die Materialforschung. Natascha Brandstätters Arbeit schafft mehr Rechtssicherheit bei der scheinbar simplen Frage, wie lange ein Schadenersatzanspruch durchgesetzt werden kann, denn die diesbezügliche Bestimmung unseres Gesetzes  lässt einen breiten Interpretationsspielraum.

Der mit 3000 Euro pro Preisträger dotierte Award of Excellence wurde den Ausgezeichneten am 7. Dezember 2017 im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft feierlich überreicht.

Wenn beim Laufen das untere Ende der Kniescheibe schmerzt, dann ist meist die Patellarsehne betroffen. Profisportlern wie Cristiano Ronaldo macht das des Öfteren zu schaffen, aber auch Menschen im fortgeschrittenen Alter, die an Erkrankungen wie Diabetes leiden. Die Patellarsehne verbindet über die Kniescheibe (Patella) den größten Oberschenkelmuskel mit dem Schienbein und wird so bei jeder Beugung und Streckung des Knies beansprucht, insbesondere bei abrupten Bewegungen. Die Patellarsehne passt sich allerdings gut an mechanische Belastungen an. Dasselbe gilt für die dickste und stärkste Sehne des Menschen, die Achillessehne, die das Fersenbein mit der Wadenmuskulatur verbindet.

Doch unklar ist, was bei der Anpassung genau geschieht (bezüglich Dicke der Sehne, molekularer Struktur oder Materialeigenschaft wie Bildung neuer Kollagenfasern). Ebenso unklar ist, wie lang Trainingsinterventionen dauern müssen, um Sehnen zu stärken, und ob es eine klare Dosis-Wirkung-Beziehung gibt. „Das Ziel der Arbeit war, anhand einer Metaanalyse ein besseres Verständnis zu erlangen, welche mechanischen Reize zu welchen Anpassungen der Sehne führen, was sowohl für die Prävention als auch für die Therapie nach Verletzungen von Bedeutung ist“ sagt Wiesinger. Mit in vivo Untersuchungen an Top-Athleten (Skispringer, Wasserballspieler, Langstreckenläufer) konnte Wiesinger zudem zeigen, dass die Sehnen sportartspezifisch adaptieren.

„Was die Arbeit in besonderem Maß auszeichnet, ist der interdisziplinäre Ansatz, in dem sich Bewegungswissenschaft und medizinische Aspekte kreuzen“, sagt Doktorvater Professor Erich Müller. Die Erkenntnisse aus Wiesingers Forschung könnten auch für die Materialwissenschaft und die Robotik von Interesse sein. Am MIT, in Harvard oder in Berkeley arbeiten zum Beispiel Wissenschaftler daran, noch besseres viskoelastisches Material - dieses charakterisiert die Sehnen - zur Kraftübertragung zwischen Aktuatoren und Ansatzstelle bei Robotern einzubauen, damit diese noch feinfühligere Bewegungen ausführen können.

MMMag. Dr. Hans-Peter Wiesinger, LLB.oec. (geb. 1985 in Eferding) ist Projektmitarbeiter in der Arbeitsgruppe Trainings- und Bewegungswissenschaft am Interfakultären Fachbereich Sport- und Bewegungswissenschaft der Universität Salzburg, 5400 Hallein/Rif, Schlossallee 49 Titel der Dissertation: „Effects of increased mechanical loading on in vivo patellar and Achilles tendon properties. Structural integrity and/or function?“ (Die Anpassung der menschlichen Patellar- und Achillessehne in vivo auf verstärkte mechanische Belastung“)

http://spowi.uni-salzburg.at/der-fachbereich/arbeitsgruppen/trainings-und-bewegungswissenschaft/wiesinger-hans-peter/ Tel. 0662 8044-4883. Email: hans-peter.wiesinger@sbg.ac.at

Natascha Brandstätter vom Fachbereich Privatrecht der Universität Salzburg hat in ihrer Dissertation untersucht, wie es nach österreichischer Rechtslage um die Verjährung von Schadenersatzansprüchen steht. Diese ist in § 1489 ABGB geregelt, der sowohl eine Verjährungsfrist von drei Jahren (ab Kenntnis des Geschädigten von Schaden und Schädiger) als auch eine Höchstfrist von dreißig Jahren (wenn man keine Kenntnis von Schaden und Schädiger erlangt oder die Schädigung auf einer qualifizierten strafbaren Handlung beruht) beinhaltet. Was nach einer klaren Regelung klingt, ist in der Praxis weit davon entfernt, denn der Auslegungsspielraum ist sehr groß, sowohl was die Begriffe Schaden, Schädiger als auch Kenntnis betrifft. „Mein Anliegen war es, Rechtsicherheit zu schaffen bei der eigentlich simplen Frage, wie lange habe ich Zeit, um einen Schadenersatzanspruch geltend zu machen bzw. wann kann ich meinen Anspruch nicht mehr durchsetzen, zum Beispiel bei Anleger-Schäden. Tritt der Schaden und damit der mögliche Verjährungsbeginn schon in dem Moment ein, wo ich das Produkt erwerbe oder erst später bei den Kursverlusten oder wenn ich das Produkt verlustbringend verkaufe?“ Um mehr Klarheit in die Verjährungs-Materie zu bringen, hat Natascha Brandstätter enorm viele juristischen Entscheidungen gelesen (es waren an die tausend) und daraus allgemeine Prinzipien destilliert. „Die Arbeit von Frau Brandstätter ist eine der besten, die ich je betreut habe, wegen der Fähigkeit, mit einer sehr großen Menge von Material umzugehen und der Kunst, das auf praktisch relevante Art zu schaffen. Das kann neue Leitlinien für die Rechtsprechung geben,“ sagt Doktorvater Professor Georg Graf.

Mag. Dr. iur. Natascha Brandstätter, (geb. 1989 in Salzburg), arbeitet als Senior Scientist am Fachbereich Privatrecht der Universität Salzburg, Churfürststraße 1, 5020 Salzburg

Titel der Dissertation: „Verjährung und Schaden“ - https://www.uni-salzburg.at/index.php?id=28934&MP=96-44801, Tel. 0662 8044-3250. Email: natascha.brandstaetter2@sbg.ac.at

Der Award of Excellence - Staatspreis für die besten Dissertationen wird aus dem Mitteln der Studienförderung finanziert und ist pro Preisträger mit 3000 Euro dotiert. Mit dem Award werden die besten 40 Dissertationen des abgelaufenen Studienjahres honoriert. Die Vorschläge dafür kommen von den Universitäten.

Foto: v.l.n.r. Dr. Hans-Peter Wiesinger, Dr. Natascha Brandstätter, Univ.-Prof. Dr. Georg Graf, Mag. Dr. Iris Rauskala - Sektionsleiterin der Sektion VI, Vizerektor Univ.-Prof. Erich Müller - Fotonachweis: Willy Haslinger

 

Mag. G. Pfeifer

PR-Leitung

Universität Salzburg

Kapitelgasse 4-6

Tel: 0662/8044-2435

E-mail to Mag. G. Pfeifer

Source: Universität Salzburg

  • News
    Univ.-Prof. Dr. Nicola Hüsing has been honored for her previous scientific work and nominated to the EURASC.
    Dr. Lorenz Aglas, senior scientist of the Working Group Ferreira in the Department of Biosciences, is the winner of the AK-Wissenschaftspreis of the Arbeiterkammer Salzburg.
    Become an expert in EU Politics, Law and Economics.
    From 17-19 October, 2018, the Media Literacy Awards (MLA) once again were awarded. Every year, the Federal Ministry awards the most innovative media educational projects to European schools. This time the award in the category "Multimedia" went to the project "Speak OUT", translated by Speaking VLog, Mag. Julia Weißenböck, MSc, BA, Fachdidaktikerin for English at the University of Salzburg, together with her 3rd class.
    On November 27, 2018, the inaugural lectures of professor of journalism, Rudolf Renger, and history and political didactics, Christoph Kühberger, took place at the Faculty of Arts and Social Sciences.
    The so-called Beißergruppe, found in the late 17th century in a Roman villa near Grottaferrata in Llatium and is now in the British Museum in London, reintroduces two boys in dispute over the game Knucklebones.
    By a resolution dated 18 June, 2018, the long-serving lecturer at the Department of Classical Studies at the PLUS, Univ.-Lektor Lic. phil. Dr. h.c. Dr. phil. Günther E. Thüry was awarded the professional title “Professor” by the Federal President.
    Mon 21.1.2019, 17:15, HS E.001 (Unipark) - Dr. Louise Hecht (Vienna, Potsdam) - Inclusion and Exclusion Strategies of the Jewish Enlightenment (Haskalah)
    INTERNATIONAL CONFERENCE // Wed 23.1., 18.30h READING Kathrin Röggla (Berlin): "Revision", Moderation: Bettina Hering (Leitung Schauspiel, Salzburg Festival) // Thu 24.1., 18.30h W & K FORUM: PODIUM DISCUSSION with Ulrike Hatzer, Hans -Werner Kroesinger, Kathrin Röggla and Christine Umpfenbach. Moderation: Christoph Lepschy // Fri 25.1. 19.00h THEATER "Röggla hat Angst. Ein Trimm-dich-Pfad für Angsthasen". Theater in the KunstQuartier, Paris-Lodron-Straße 2a // www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik
    On Thursday, 24 January, 2019, the eighth night shift@UBS will take place in the main library at 19:00 in cooperation with the ÖH Salzburg.
    Thu 24.1., 18.30h PODIUM DISCUSSION with Ulrike Hatzer (Regisseurin / Mozarteum), Hans-Werner Kroesinger (Regisseur), Kathrin Röggla (Author) and Christine Umpfenbach (Regisseurin). Moderation: Christoph Lepschy (Mozarteum) // Theater in the KunstQuartier, Paris-Lodron-Str. 2a // www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik-polemikkunst
    The writer Cécile Balavoine spent an Erasmus year at the University of Salzburg. Her enthusiasm for the city of Salzburg and the music of Mozart can be felt on every page of her first novel, MAESTRO.
    A scene study after texts by Kathrin Röggla / 19:00 Theater in the KunstQuartier | Paris-Lodron-Straße 2a | 5020 Salzburg // Admission is free, Zählkarten unter: +43 662 6198-3121 (Mon-Fri, 9-12h), schauspiel@moz.ac.at // www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik-polemikkunst
    Invitation to the conference, NEW DEVELOPMENTS IN EUROPEAN ASYLUM LAW
    On 31 January, 2019, Professor Nadine Marquardt (Bonn) will come to Salzburg for a guest lecture on "Poverty and Punishment".
  • Veranstaltungen
  • 22.01.19 Knöchelspielende Kinder und streitende Knaben. Die Londoner Beißergruppe und ihr Umfeld
    23.01.19 Kathrin Röggla: Dokumentarisches Schreiben
    23.01.19 Lesung: Kathrin Röggla ('Revision')
    24.01.19 Pflege und Betreuung – Who cares?
    24.01.19 Kathrin Röggla und die „Recherchegespenster“. Realitäten in Prosa und Theater der Gegenwart
    24.01.19 "Go International" - Praktikum im Ausland
    24.01.19 W&K Forum: Podiumsdiskussion - Documentality!? Realitäten im Theater der Gegenwart
    24.01.19 8. Nachtschicht@UBS - Zurück zum Schreibtisch!
    25.01.19 Kathrin Röggla und die „Recherchegespenster“. Realitäten in Prosa und Theater der Gegenwart
    25.01.19 Röggla hat Angst. Ein Trimm-dich-Pfad für Angsthasen. Ein Szenenstudium nach Texten von Kathrin Röggla
    26.01.19 Kathrin Röggla: Dokumentarisches Schreiben
  • Alumni Club
  • PRESS
  • Uni-Shop
  • University of Salzburg's facebook site University of Salzburg's twitter site University of Salzburg's instagram site University of Salzburg's flickr site University of Salzburg's vimeo site