05.10.2019

Honorary Award of the State for Heinrich Schmidinger

On his 39th wedding anniversary, the University of Salzburg adopted university professor, Heinrich Schmidinger, as Rector. He now looks forward to a little less responsibility, he said at the ceremony in the Großen Universitätsaula.

Nach vier Monaten Verabschiedung plädierte Schmidinger für den „Abschied vom Abschied“, nachdem er von vielen Seiten noch einmal die Errungenschaften seines 18 Jahre währenden Rektorats vor Augen geführt bekommen hatte. „Mein Nachfolger übernimmt keine einfache Situation. Andererseits gab es auch für mich kein Jahr ohne Herausforderungen“, meinte Schmidinger. Für ihn breche nun eine Zeit der größeren Verantwortungslosigkeit an. Die Rolle als Rektor „habe ich doch manchmal als groß, drückend, ja erdrückend empfunden.“ Er wolle sich nun dem Schreiben, der Kunst und Philosophie sowie natürlich seiner Familie widmen und Salzburg als Zaungast erhalten bleiben.

Drei Bundespräsidenten und 18 Fussballtrainer

Seinen Abschiedsworten waren zahlreiche würdigende und launige Reden vorausgegangen. Schmidingers Nachfolger als Rektor Professor Hendrik Lehnert wies darauf hin, dass dessen Amtsführung für ihn Ansporn und Vorbild gleichzeitig sei: „Sie sind klar und bescheiden, nie ein Schausteller und immer unprätentiös.“ Lehnert zählte viele Würdenträger auf, die Schmidinger er- und überlebt habe, beispielsweise drei Bundespräsidenten, sechs Jedermann-Darsteller und 18 Trainer von RB Salzburg. Erzbischof Franz Lackner ergänzte in seinen Abschiedsworten, dass Schmidinger auch noch drei Erzbischöfe erlebt hätte. Er wies auf die hervorragende Nachbarschaft im Domquartier hin und dankte für die Geduld mit den Erzbischöfen: „Es war immer leicht, in einem Gespräch mit Ihnen ehrlich zu bleiben. Wir haben uns nie gegenseitig überfordert.“

Rauskala würdigt Vorreiter-Rolle

Manch einer hätte sich leichter überfordert fühlen können angesichts der Herausforderungen, die Heinrich Schmidinger während seines Rektorats zu bewältigen hatte. Die Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Forschung Iris Rauskala betonte den Anstieg der Studierendenzahlen zwischen 2001 und 2019, die Vorreiter-Rolle der Universität Salzburg bei der „PädagogInnenbildung Neu“, deren erster Studiengang österreichweit 2013 in Salzburg startete. „Als langjähriger Präsident der Österreichischen Universitätskonferenz hat Schmidinger unter anderem die Autonomie der heimischen Universitäten verankern können. Das ist ihm vor allem durch seine besonnene und ausgleichende Art gelungen.“

Großes Ehrenzeichen des Landes Salzburg

Vom Bund war Heinrich Schmidinger vor einigen Jahren bereits mit dem großen goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet worden. Heute erhielt er von Landeshauptmann Wilfried Haslauer das große Ehrenzeichen des Landes Salzburg. „Schmidinger hat immer die richtigen Segel gesetzt, und auch wenn die Windverhältnisse gewechselt haben, nie eine Flaute erlebt“, sagte Haslauer. Er sei stets nach innen ein Diplomat und nach außen ein Repräsentant gewesen. Die vergangenen 18 Jahre hätten Schmidinger geprägt, „Schmidinger hat allerdings auch dieser Ära seinen Stempel aufgedrückt.“

Raum für Wissenschaftsneugierde geschaffen

Geprägt hätten diese Jahre auch die Ehe von Heinrich und Katharina Schmidinger, die ab Tag des akademischen Festaktes ihren 39. Hochzeitstag feiern. Darauf wies Universitätsprofessor Georg Lienbacher in seiner Funktion als Vorsitzender des Universitätsrates hin und nahm das auch gleich zum Anlass, sich bei Schmidingers Gattin zu bedanken. Ihre Unterstützung sei keine Selbstverständlichkeit gewesen. Lienbacher unterstrich das große Wissenschaftsverständnis und die Widerstandkraft gegen vordergründige „Hypes“. Schmidinger habe stets alle Fächer gleich geachtet. „Es war ihm wichtig, dass sich Lehrende und Lernende gemeinsam entwickeln und dafür ein Umfeld vorfinden, in dem Wissenschaftsneugierde wachsen und gedeihen kann.“ Der emeritierte Rektor sei ein Verbinder gewesen, der Konflikte nicht ausbrechen ließ, sondern sie befriedete. „Weichei“ sei er trotzdem nicht gewesen, sondern habe Mut und Risikobereitschaft signalisiert, beispielsweise bei der Realisierung des Uniparks im Nonntal. „Heinrich Schmidinger hat Wissenschaftler aus ihrem Schneckenhaus herausgelockt und selbstbewusste Individualisten integriert. Sein Weg war es, mit allen fordernd und fördernd umzugehen.“

Foto: v.l.n.r.: Erzbischof Franz Lackner, Universitätsratsvorsitzender Georg Lienbacher, Rektor Hendrik Lehnert, Universitätsprofessor Heinrich Schmidinger, Bundesministerin Iris Rauskala und Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Fotonachweis: Scheinast

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