18.03.2017

1.6.: Vortrag von Gerhard Vowe

Professor Gerhard Vowe spricht über den Zusammenhang zwischen Migriationskrise und politische Kommunikation am FB Kommunikationswissenschaft/Universität Salzburg

Politische Kommunikation in der Migrationskrise. Umrisse des strukturellen Wandels der Öffentlichkeit.
Vortrag an der Universität Salzburg am 1. Juni 2017 um 17 Uhr im HS 380 (Rudolfskai 42)

Inhalt:

Gerhard VoweWelche Veränderungen der politischen Kommunikation zeigen sich in der Migrationskrise? In der Migrationskrise tritt der strukturelle Wandel der politischen Kommunikation besonders deutlich hervor. Dies lässt sich an den einzelnen Aspekten von (politischer) Kommunikation zeigen: So wird der Wandel spürbar als Digitalisierung der Kommunikationstechniken, als Pluralisierung der Kommunikationsakteure, als Globalisierung der Kommunikationsräume, als Differenzierung der Kommunikationsinhalte, als Hybridisierung der Kommunikationsmodi und als Dynamisierung der Kommunikationsprozesse.

Welche Folgen hat dieser strukturelle Wandel für politische Entscheidungen? In der Migrationskrise zeigt sich, wie sich im Zuge des strukturellen Wandels massiv die Wahlentscheidungen verändern, und damit die Konstellation der politischen Organisationen und das politische Entscheidungsgefüge insgesamt. Der Aufstieg der AfD in Deutschland und anderer populistischer Strömungen in Europa ist ohne die Veränderung der politischen Kommunikation nicht zu erklären. Die AfD basiert auf einem Geflecht aus Kommunikation über traditionelle Medien, über soziale Netzmedien und zwischen Anwesenden. Darüber werden Themen gesetzt, die politisch bearbeitet werden müssen (Agenda Setting), Deutungsmuster vermittelt, die politische Entscheidungen prägen (Framing), Signale verbreitet, wer über Kompetenzen verfügt, spezifische relevante Probleme zu lösen, und wer nicht (Priming) und Handlungsanstöße gegeben (Nudging).

Kurzbiographie

Gerhard Vowe steht mit einem Fuß im Rhein und mit dem anderen in der Spree. Am Niederrhein ist er 1953 geboren und aufgewachsen, und zwar in Moers. An der Oberspree hat er studiert und lange gelebt. Er ist Hochschullehrer mit Leib und Seele, und das seit 2004 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, als Universitätsprofessor für Kommunikations- und Medienwissenschaft im Institut für Sozialwissenschaften. Er beschäftigt sich in Lehre und Forschung mit politischer Kommunikation, also mit Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit und Wahlkämpfen. Besonders interessiert ihn, wie sich die politische Kommunikation durch das Internet verändert. Er ist seit 2010 Sprecher einer Forschergruppe zu diesem Thema, die durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert wird. In diesem Schwerpunkt sind etliche Bücher und Aufsätze entstanden, außerdem viele Bachelorarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen. Bevor er nach Düsseldorf ging, war er an der TU Ilmenau, der FU Berlin, der Universität der Künste Berlin und der TU Darmstadt tätig. Von Hause aus ist er Politikwissenschaftler und Kommunikationswissenschaftler.

Zu erreichen ist er am besten über Mail: vowe@uni-duesseldorf.de

Weitere Informationen finden sich unter http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/kmw-vowe/

Mark Eisenegger

Universitätsprofessor

FB Kommunikationswissenschaft

Rudolfskai 42

Tel: 066280444156

E-Mail an Mark Eisenegger

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