01.01.2018

"Promotion Prize Award" der E. K. Frey – E. Werle Stiftung der Henning L. Voigt-Familie und der Henner Graeff-Stiftung für Dr. Peter Göttig.

Anfang Dezember wurde die Preisgeldurkunde über 3000 Euro an Dr. Göttig zugestellt, mit denen der Promotion Prize Award dotiert ist. Der Preis wurde für langjährige erfolgreiche Forschung auf dem Gebiet der medizinisch und biochemisch wichtigen Gewebekallikreine (KLK-Proteasen) des Menschen verliehen.

Die Preiszeremonie fand am 29. September beim 7. International Symposium on Kallikreins and Kallikrein-Related Peptidases statt. Namensgeber des Preises sind die Münchner Wissenschaftler Emil-Karl Frey und Eugen Werle, die ab 1925 das blutdruckregulierende Enzym Kallikrein entdeckten und charakterisierten.

Henner Graeff war als Mediziner ebenfalls in München hauptsächlich der Krebsforschung verpflichtet, wobei sein Anliegen die Verknüpfung von Medizin und Grundlagenforschung war. Da die KLK-Proteasen gerade bei Krebserkrankungen vielfältige Abweichungen ihrer Funktion zeigen, wie etwa der bekannte Krebsmarker PSA/KLK3, gehören diese zum Bereich krebsrelevanter Proteasen.

Der Preisträger

Dr. Peter Göttig wurde 1964 in München geboren. Er studierte Chemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach Arbeiten zu biologischen Ionenkanälen am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried (bei München) promovierte er 1998 an der Technischen Universität München. Seit 2001 erforschte er Proteasen am MPI in der Abteilung Strukturforschung von Prof. Robert Huber.  Ab 2005 untersuchte er in der Gruppe von Prof. Wolfram Bode die Struktur und Funktion der humanen KLK-Proteasen. 

Schließlich wechselte 2008 in die Arbeitsgruppe von Prof. Brandstetter an der Universität Salzburg, wo er auch Lehraufgaben übernahm. Neben verschiedenen strukturbiologischen Arbeiten konnte er in zwei FWF-Projekten die Hauptthematik der KLK-Proteasen fortführen. Diese wurde auch um Themen wie Glykosylierung der KLK-Proteasen und Anwendungen für die medizinische Forschung in Zusammenarbeit mit Prof. Viktor Magdolen von der klinischen Forschergruppe der  TU München  erweitert. Daraus resultierten ca. 20 internationale Publikationen, die sich mit den Kallikreinen oder nahe verwandten wissenschaftlichen Fragen befassen.

Die Laudatio wurde von Prof. Gilles Lalmanach von der Universität Francois Rabelais in Tours (Frankreich) gehalten. Aus der Begründung für die Preisvergabe: „In Anerkennung seiner grundlegenden Beiträge zur Strukturbiologie der Gewebekallikreine, ihrer hierarchischen posttranslationalen Modifikationen, die zu ihrer konformationellen und proteolytischen Aktivierung führen und insbesondere für seine erfolgreiche Übersetzung der Steuerungsprinzipien molekularer Aktivität in die klinische Diagnostik und in therapeutische Strategien zur Behandlung von Krebs.“

Prof. Dr. Hans Brandstetter

Arbeitsgruppe Strukturbiologie

Universität Salzburg, Fachbereich Molekulare Biologie

Billrothstraße 11, 5020 Salzburg

Tel: +43 662 8044 7270

E-Mail an Prof. Dr. Hans Brandstetter

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