04.05.2018

23.-25.5.: 20. Österreichischer Juristentag an der Universität Salzburg - „Gefährden Facebook & Co die Demokratie?“

Zum Auftakt des 20. Österreichischen Juristentags findet am 23. Mai 2018 um 18 Uhr an der Universität Salzburg in der Reihe „Rechtspanorama“ eine Podiumsdiskussion zum Thema „Gefährden Facebook & Co die Demokratie?“ statt. Veranstalter sind die Tageszeitung „Die Presse“ und die Universität Salzburg.

„Rechtspanorama“-Diskussionen widmen sich jeweils einer aktuellen juristischen Frage, die für eine breitere Öffentlichkeit von Interesse ist und auch aus nicht-juristischer Perspektive beleuchtet wird. Mit Gertrude Lübbe-Wolff, ehemalige Richterin des Bundesverfassungsgerichts in Deutschland und Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preisträgerin, ist eine international bekannte und renommierte Persönlichkeit bei der diesjährigen Veranstaltung auf dem Podium vertreten.

Mithilfe von Daten aus sozialen Netzwerken versuchen Akteure, politische Entscheidungen zu beeinflussen. Wieder sichtbar geworden ist dies im jüngsten Skandal um Facebook und die Datenanalysefirma Cambridge Analytica. In den sozialen Medien verbreiten sich außerdem Fake News wie Lauffeuer. Die Rechtsdurchsetzung gestaltet sich schwierig. Gefährden Facebook, Google und Co die Demokratie oder gehen ihre Nutzer zu leichtfertig mit den eigenen Daten um? Darüber diskutieren zum Auftakt des Österreichischen Juristentages in Salzburg bei einer Podiumsdiskussion fünf Fachleute aus der Rechtswissenschaft, der Politikwissenschaft und dem IT-Bereich:

Reinhard Heinisch, Univ.-Prof. am Fachbereich Politikwissenschaft und Soziologie der Universität Salzburg: „Die Affinität zwischen Rechtspopulismus und neuen soziale Medien bestätigt sich zunehmend in der wissenschaftlichen Forschung. Diese Medien, allen voran facebook, bedienen auf gekonnte Weise die fünf konstitutiven Elemente populistischer Kommunikation: die Betonung der Souveränität eines „wahren“ Volkes, die Volksmobilisierung, die Feindseligkeit gegenüber Eliten, das Ausgrenzen bestimmter Gruppen, sowie die Betonung eines bedrohten quasi mythischen kulturellen Kernlandes („heartland“)“

Dietmar Jahnel, Ao. Univ.-Prof. am Fachbereich Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht der Universität Salzburg: Wichtige Punkte scheinen mir zu sein, dass Facebook einerseits künftig die europäischen Datenschutzbestimmungen einhält, dann kommen Firmen wie Cambridge Analytica gar nicht zu den Daten, mit denen das Wählerverhalten durch Botschaften auf Facebook beeinflusst werden könnte. Andererseits ist die Frage, wie weit eine derartig einflussreiche Plattform künftig weiterhin "neutral" sein kann, wenn es um die gezielte Verbreitung von Fake-News durch FB-Anwender geht. Diesbezüglich wird man noch nach Lösungen suchen müssen.  

Reinhard Klaushofer, Univ.-Prof. am Fachbereich Öffentliches Recht, Völker-und Europarecht der Universität Salzburg: „Das Paradoxon der globalen Vernetzung ist die Kreation von Teilöffentlichkeiten und Echoräumen, die auf Grund ihrer Abschottung Demokratien massiv gefährden. Demokratien und freie Wahlen gründen im Gegensatz dazu auf einem offenen Austausch von Meinungen. Kurzum der offene Meinungsmarkt wird durch Soziale Medien unterwandert.“  

Gertrude Lübbe-Wolff, Richterin des Bundesverfassungsgerichts (2002-2014), Universität Bielefeld: „Filterblasen, in denen man nur mit den Meinungen von seinesgleichen konfrontiert wird, sind nicht gut für die Demokratie. Solche Blasen sind aber nicht erst durch die neuen sozialen Medien erzeugt worden.“ 

Barbara Ondrisek, Software- und App-Entwicklerin, Wien: „Elektronische Systeme werden zwar für einen guten Zweck entwickelt, aber dann auch oft für andere Zwecke missbraucht wie z.B. Twitter-Bots, Google-Bombs oder generell Software-Hacks. Dass z.B. Email-Spam heute nach wie vor recht erfolgreich ist, liegt allerdings nicht am System selbst, sondern an der fehlenden Digital Literacy und der Leichtgläubigkeit der Leute!  Die enormen Probleme elektronischer Wahlen zeigen allerdings auf, dass nicht für jeden Zweck auf ein elektronisches System umgestiegen werden soll.  

Moderation: Benedikt Kommenda, Die Presse
Wann: Mittwoch, 23. Mai, 18 Uhr
Wo: Universität Salzburg, Europasaal, Edmundsburg, Mönchsberg 2
Eintritt frei

Die festliche Eröffnung des 20. Österreichischen Juristentags findet am Donnerstag, 24. Mai 2018 in der Residenz Salzburg statt. 

Die Festansprache (um 10.30 Uhr) hält Dr. Josef Moser, Bundesminister für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz. Davor spricht Prof. Dr. Gertrude Lübbe-Wolff, ehemalige Richterin des Bundesverfassungsgerichts, in einem Einführungsvortrag zum Thema des Juristentags („Bewährung des Rechtsstaats“)

In einer Abendveranstaltung aus Anlass des Gedenkjahres 2018 wird im ORF Landesstudio Salzburg am Donnerstag, 24. Mai um 19.30 Uhr eine szenische Darstellung der Konflikte eines Richters im Unrechtssystem aufgeführt, angelehnt an das Sachbuch von Herlinde Pauer-Studer und J. David Vellemann „Weil ich nun mal ein Gerechtigkeitsfanatiker bin“ (mit den Burgschauspielern Petra Morzé und Robert Reinagl)

Beim 20. Österreichischen Juristentag vom 23.- 25. Mai an der Universität Salzburg werden aktuelle Fragen des Öffentlichen Rechts, des Zivilrechts, des Strafrechts und des Steuerrechts erörtert.

Infos: https://www.juristentag.at/

Kontakt: Univ.-Prof. Dr. Hubert Hinterhofer,
Strafrecht und Strafverfahrensrecht,
Kapitelgasse 5-7, 5020 Salzburg
t.: + 662 8044-3352
hubert.hinterhofer@sbg.ac.at  

Mag. G. Pfeifer

PR-Leitung

Universität Salzburg

Kapitelgasse 4-6

Tel: 0662/8044-2435

E-Mail an Mag. G. Pfeifer

Quelle: Universität Salzburg

  • ENGLISH English
  • News
    Der Salzburger Biowissenschaftler Robert R. Junker wird für seine Arbeiten zur Biodiversität mit einer 1,2 Millionen dotierten START- Förderung ausgezeichnet. Ein Ziel von Junkers Projekt „Sequentielle Entstehung von Funktionaler Multidiversität“ ist es, ein umfassendes Verständnis für die Ökosystemprozesse zu erlangen, um so zukünftige Naturschutzmaßnahmen besser planen und ergreifen zu können.
    Die Salzburger Hochschulwochen finden unter dem Titel „ANGST?“ vom 30. Juli bis 5. August in der Großen Aula sowie in Hörsälen der Theologischen Fakultät statt.
    Ass. Prof. Dr. Susanne Auer-Mayer vom Fachbereich Arbeits- und Wirtschaftsrecht der Universität Salzburg wurde von Bundespräsident Alexander van der Bellen mit dem Herbert Tumpel Preis für ihre Habilitationsschrift „Mitverantwortung in der Sozialversicherung“ gewürdigt. Der Preis wird im Rahmen des Theodor Körner Fonds vergeben.
    Tanja Angelovska und Dietmar Roehm (beide von der PLUS) sind als einzige österreichische Wissenschaftler als assoziierte Mitglieder des internationalen Forschungszentrums CARILSE (Centre for Applied Research and Innovation in Language Sciences and Education) an der University of Portsmouth nominiert worden.
    Im Jahr 2018 fördert die Europäische Kommission über alles Wissenschaftsdisziplinen hinweg 42 Masterstudiengänge im Programm Erasmus+. Fünf davon werden von österreichischen Universitäten koordiniert, gleich zwei von der Universität Salzburg: Digital Communication Leadership und Digital Earth
    Bundesminister Heinz Faßmann zeichnete kürzlich die Didaktik der Naturwissenschaften (Universität Salzburg - School of Education) für ihre hohe Qualität aus. Die Arbeitsgruppe erhielt wiederholt die Auszeichnung „Regional Educational Competence Center (RECC)“. Dabei wurde die Leistung in Biologie, Chemie, Geometrisches Zeichnen/Darstellende Geometrie, Informatik, Mathematik, Mediendidaktik und Physik honoriert.
    Die 6. Salzburg Summer School findet vom 3. bis 4. September 2018 statt. Zwei Tage lang wird ein umfassendes pädagogisches Sommerfortbildungsprogramm für Lehrkräfte und Lehramtsstudierende aller Schulformen und Unterrichtsfächer angeboten. Anmeldungen sind möglich.
    Vom Hortus Medicus zur Pharmaforschung. Eine Ausstellung des Verbandes Botanischer Gärten 2018
  • Veranstaltungen
  • Alumni Club
  • PRESSE
  • Uni-Shop
  • VERANSTALTUNGSRÄUME
  • STELLENMARKT
  • Facebook-Auftritt der Universität Salzburg Twitter-Auftritt der Universität Salzburg Instagram-Auftritt der Universität Salzburg Flickr-Auftritt der Universität Salzburg Vimeo-Auftritt der Universität Salzburg