26.06.2020

Thomas Stangl Receives the Sarah-Samuel Prize for Short Prose 2020

The Sarah-Samuel-Prize for short prose 2020 goes to Thomas Stangl for his book „Die Geschichte des Körpers (The History of the Body)“ (Droschl Verlag, Graz).

Die Begründung der Jury, der neben dem Vorsitzenden Klaus Kastberger (Franz-Nabl-Institut/Literaturhaus Graz) in diesem Jahr auch Carsten Otte (SWR) und Brigitte Schwens-Harrant (Die Furche) angehörten, lautet:

„Thomas Stangl erkundet in seinem ersten Kurzprosa-Band Die Geschichte des Körpers nichts Geringeres als das Leben, die Welt, die Wirklichkeit – oder was wir jeweils dafür halten. In den teils äußerst verdichteten und kurzen Texten, die durch feine motivische Anspielungen wie von Zauberhand verbunden scheinen, geschieht etwas mit Raum und Zeit, mit Innen und Außen – und so manche Sicherheit verrutscht. Vor allem gilt das in Bezug auf die eigene Körperwahrnehmung: Was bleibt etwa Kindern vom guten Kuschelgefühl, im Bett der Eltern zu liegen, wenn Mutter und Vater plötzlich verschwunden sind? Und wie befremdlich erscheint es, Kleider zu tragen, ‚als gehörten sie zum eigenen Körper‘? Thomas Stangl ist ein sensibler Entdecker der Haut als literarisches Sinnesorgan.“ 

Der Sarah-Samuel-Preis wird jährlich vergeben

Der Sarah-Samuel-Preis für Kurzprosa wird jährlich in einer Kooperation zwischen dem Literaturarchiv Salzburg und dem Literaturhaus Graz für einen oder mehrere auf Deutsch verfasste und im jeweils vorangegangenen Kalenderjahr erschienene, narrative Kurzprosatexte eines Autors/einer Autorin vergeben.

Er ist mit Euro 10.000,- dotiert.

Das Preisgeld wird von Gerlinde und Harald Niederreiter gestiftet. Die beiden leben in Salzburg, waren jedoch viele Jahre lang international tätig – als Mitarbeiterin der Atomenergiebehörde der UNO bzw. als Professor für Mathematik an mehreren Universitäten. Außerdem sind sie unter dem Pseudonym Sarah Samuel als Autoren von Romanen und Erzählungen hervorgetreten („Das Lazarettkind“, 2016; „Schwarzer Halbmond“, 2017; „Der Katzenfänger und andere Grenzgänger“, 2020).

Foto: Jessica Schaefer

Kontakt: Literaturarchiv Salzburg Dr. Manfred Mittermayer | +43 (0) 662/8044-4912 | Manfred.mittermayer@sbg.ac.at | www.uni-salzburg.at/literaturarchiv

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