16.06.2005

Musikhören hilft Parkinsonpatienten

Neue Studie zeigt: Sie können sich besser bewegen und haben weniger Angst

 

Den Untersuchungspersonen wurde zunächst in standardisierter Form –  CD über Kopfhörer - eine speziell ausgewählte stimulierende Trommelmusik und in weiteren Tests der Radetzky-Marsch vorgespielt. Unmittelbar danach wurde ihre Bewegungsfähigkeit untersucht. Ergebnis: Sie konnten jetzt mit ihren Händen gezielte Bewegungen messbar präziser als Parkinson-PatientInnen aus der Kontrollgruppe ausführen. Bisher war bekannt, dass Parkinson-Kranke sich unter Wirkung von rhythmischer Musik besser bewegen und sicherer gehen können. Jetzt konnten darüber hinaus auch sehr günstige Auswirkungen des Musikhörens auf die durch die Erkrankung deutlich eingeschränkten feinmotorischen Fähigkeiten von Parkinson-PatientInnen nachgewiesen werden.



Gezieltes Musikhören kann Parkinsonpatienten das Leben leichter machen. Sie können sich unmittelbar danach harmonischer und ökonomischer bewegen. Das zeigte jetzt eine neue Studie, die von dem Humanbiologen Günther Bernatzky und von Patrick Bernatzky, Absolvent in Sportwissenschaften, die in der Arbeitsgruppe für Neurodynamics und Neurosignalling an der Universität Salzburg zusammenarbeiten, an der  Christian-Doppler-Klinik Salzburg durchgeführt wurde. Sie kooperierten dabei mit einem Team unter Leitung des Neurologen Gunter Ladurner.



Den Untersuchungspersonen wurde zunächst in standardisierter Form –  CD über Kopfhörer - eine speziell ausgewählte stimulierende Trommelmusik und in weiteren Tests der Radetzky-Marsch vorgespielt. Unmittelbar danach wurde ihre Bewegungsfähigkeit untersucht. Ergebnis: Sie konnten jetzt mit ihren Händen gezielte Bewegungen messbar präziser als Parkinson-PatientInnen aus der Kontrollgruppe ausführen. Bisher war bekannt, dass Parkinson-Kranke sich unter Wirkung von rhythmischer Musik besser bewegen und sicherer gehen können. Jetzt konnten darüber hinaus auch sehr günstige Auswirkungen des Musikhörens auf die durch die Erkrankung deutlich eingeschränkten feinmotorischen Fähigkeiten von Parkinson-PatientInnen nachgewiesen werden.



Die Studie, die bereits in der internationalen Fachzeitschrift „Neuroscience letters“ publiziert wurde, macht weiters deutlich, dass die Kranken in der Folge weniger Angst und Depressionssymptome haben. Ihre Lebensqualität steigt. Begründen lässt sich diese Wirkung damit, dass durch das Musikhören bestimmte Gehirnareale besser durchblutet werden.
Parkinson ist eine der häufigsten chronisch degenerativen Erkrankungen alternder Menschen und bringt für diese selbst große Belastungen mit sich, weshalb sie auch viel Unterstützung durch ihr Umfeld brauchen. Die Ergebnisse des  Salzburger Forschungsprojektes, das unter anderem vom Fonds „Gesundes Österreich“ (Nr. 465/1/271) gefördert wurde, bieten nun Hilfe zur Selbsthilfe. „Jetzt zeigte sich“, so Günther Bernatzky, „dass sich die PatientInnen mit einer unterstützenden Musiktherapie nicht nur – zumindest kurzfristig – besser bewegen können, sondern auch rundum wohler fühlen. Wesentlich für die bessere Lebensqualität der Kranken ist dabei, dass sie erleben, dass sie selbst etwas zur Verbesserung ihres Zustands beitragen können. 



Professor Günter Ladurner betont dazu: „Die Studie macht deutlich, dass moderne Therapiemethoden sich nicht nur auf die rein medikamentöse Therapie allein beziehen dürfen, sondern dass auch verschiedene bereits bewiesene Komplementärmethoden verwendet werden sollen.“



Um Musik bei Parkinson noch gezielter einsetzen zu können, sind weitere Untersuchungen notwendig, so die Autoren. Dabei soll vor allem die längerfristige Wirkung von regelmäßigem Hören standardisierter Musik im Alltag auf Parkinson-PatientInnen studiert werden.




 
Kontakt: Univ.-Prof. Dr. Günther Bernatzky E-Mail: guenther.bernatzky@sbg.ac.at <mailto:guenther.bernatzky@sbg.ac.at>

Oder Univ.-Prof. Prim. Dr. Gunter Ladurner, E-Mail: g.ladurner@salk.at

Quelle: Universität Salzburg/heidegottas

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