31.07.2012

Online-Universität: Salzburg bietet Informatik-Lehre auf Stanford-Niveau

Die Universität Salzburg bindet als erste österreichische Universität Lehrveranstaltungen der vom Stanford-Professor Sebastian Thrun gegründeten Online-Universität Udacity in das Informatik-Curriculum ein.

Sebastian Thrun, Professor für Informatik an der Stanford University, gründete im März dieses Jahres eine Online-Universität namens Udacity. Dieser Gründung war eine online-Lehrveranstaltung über Robotics des Professors im Herbst 2011 vorausgegangen. Mit dem Ergebnis, dass 160.000 Studierende diese Vorlesung besucht hatten. Das Einzigartige daran: Insgesamt 30.000 Studierende legten die automatisierte Prüfung am Ende der Vorlesung erfolgreich ab und erhielten ein Zeugnis.




Online-Universität Udacity bietet Informatik-Curriculum




Udacity bietet vorläufig elf Informatik-Vorlesungen für Hörer in aller Welt an. „Diese Lehrveranstaltungen bestechen durch Qualität und ambitionierte Aufgaben" so Universitätsprofessor Wolfgang Pree von der Universität Salzburg. Pree, selbst Informatiker, hat die Einbindung von Udacity in das Informatik-Curriculum der Universität Salzburg initiiert.




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Informatikprofessor Wolfgang Pree von der Universität Salzburg hat sich um die Einbindung von Udacity in den Informatikunterricht bemüht.


Foto: Privat


Außergewöhnliche Vortragende für Salzburger Informatikstudenten


Beispielsweise erlernen Studierende Programmieren, indem eine Suchmaschine (das Kerngeschäft von Google) implementiert wird. Einer der Vortragenden ist der Forschungschef von Google, Peter Norvig. Stanford-Professor Sebastian Thrun lehrt in seiner Robotics-Vorlesung, wie man die Software für ein autonomes Auto baut. Das Thema Algorithmen wiederum wird - ebenso motivierend für Studierende - anhand von sozialen Netzwerken (das bekannteste davon ist Facebook) vermittelt.


Die Lehrveranstaltungen von Udacity sind derzeit kostenlos und erfordern lediglich eine Anmeldung. Das Ziel ist, dass innerhalb eines Jahres ein komplettes Informatik-Studium um einhundert US-Dollar angeboten wird. „Aufgrund der gebotenen exzellenten Qualität ist es sehr wahrscheinlich, dass ein Udacity-Abschluss bald auch von der Industrie anerkannt wird, und vermutlich sogar als nahezu gleich wertvoll wie ein Stanford-Abschluss betrachtet wird“, so Pree.




Qualitätsschub für Salzburger Informatikunterricht




„Die Universität Salzburg sieht in Udacity eine große Chance, durch diese Anerkennung von Udacity-Lehrveranstaltungen die Qualität der Lehre sogar in Richtung Stanford-Niveau zu bringen“, betont der Vizerektor für Lehre, Erich Müller. Außerdem haben die Studierenden damit ein viel breiteres Angebot, als es aufgrund der Größe des hiesigen Informatik-Fachbereichs möglich wäre. Studierende haben außerdem den Vorteil, dass sie die Lehrveranstaltungen bequem online von zu Hause absolvieren können.




Ab Wintersemester 2012/13 werden an der Universität Salzburg Udacity-Lehrveranstaltungen alternativ zu herkömmlichen Lehrveranstaltungen angeboten und angerechnet. Die online-Lehrveranstaltungen werden vor Ort vom Fachbereich




begleitet und die Studierenden erhalten zusätzliche Unterstützung. Da Udacity innerhalb eines Jahres ein komplettes Informatik-Curriculum anbieten will, können Studierende wohl bald einen beträchtlichen Teil ihres Informatik-Studiums an der Universität Salzburg online bei Udacity absolvieren.




Der Salzburger Fachbereich Computerwissenschaften verfolgt damit die Idee, die Lehre dahingehend zu erweitern, dass Studierende beim Programmieren intensiver als bisher betreut werden. „Programmieren ist ein Handwerk, das nur dann fundiert beherrscht wird, wenn eine adäquate individuelle Betreuung geboten wird“, so Professor Pree. „Eine derart moderne und qualitativ hochwertige Lehre wird wohl die Anzahl der Informatik-Studienanfänger an der Universität Salzburg wesentlich steigern“, ist Vizerektor Müller überzeugt. Da optimal ausgebildete Softwareentwickler effektiver und innovativer arbeiten, könnte durch die Udacity-Initiative ein Kristallisationspunkt für einen wesentlich erstarkten IT-Wirtschaftszweig im Salzburger Raum entstehen.


Kontakt:


Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Pree


Fachbereich Computerwissenschaften


Tel.: 0662-8044-6488


E-Mail: Wolfgang.Pree@cs.uni-salzburg.at

Quelle: Universität Salzburg/gap

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