Symbolbild ProvenienzforschungEin Forschungsprojekt der Universitätsbibliothek Salzburg
zu Buchraub und NS-Geschichte.

 

Die Universitätsbibliothek Salzburg betreibt seit dem Jahr 2009 NS-Provenienzforschung. In einem Forschungsprojekt, finanziert von Universität Salzburg und Land Salzburg, wurde in den Jahren von 2009 bis 2012 durchleuchtet, welche Rolle die Studienbibliothek, die Vorgängerin der Universitätsbibliothek Salzburg, und ihr Leiter Ernst Frisch in der Zeit von 1938 bis 1945 bei der Jagd auf Bücher spielten. Die Frage war zu klären, ob die Bibliothek Nutznießerin oder gar Beteiligte an dem Buchraub war, der auch in Salzburg stattfand. Auch nach dem Nationalsozialismus gelangten geraubte Bücher – als Geschenke, Erbschaften, Antiquariatskäufe – in den Bestand der Universitätsbibliothek.  

Da sich die Universitätsbibliothek Salzburg verpflichtet fühlt, bedenkliche Zugänge zu identifizieren, wurden mehr als 240.000 Bücher aus den Regalen der Haupt-, Fakultäts-, Fach- und Fachbereichsbibliotheken geholt und penibel nach Besitzspuren durchsucht. Danach wurden die Eingangs- und Inventarbücher durchforstet, um die Herkunft von verdächtigen Exemplaren zu ermitteln. Schließlich galt es, jedem noch so kleinen Hinweis in Archiven, Nachschlagewerken und Datenbanken nachzugehen, die oft vagen Spuren mit detektivischem Spürsinn zu enträtseln und daraus, wenn möglich, konkrete Personen und ihre Schicksale zu eruieren.  

Es ist bereits gelungen, einige der unrechtmäßig in den Bestand gekommenen Bücher mit den Schicksalen von Opfern zu verknüpfen, ihre oft verschlungenen Wege in die Universitätsbibliothek zu rekonstruieren und damit ehemaligen Besitzerinnen und Besitzern zuzuordnen.   Doch ist die Erforschung der Geschichte nicht Selbstzweck, es sollen auch klare Zeichen der Wiedergutmachung gesetzt werden. 

So hat die Universitätsbibliothek am 15. Oktober 2012 Bücher und Graphiken an die Stiftsbibliothek Michaelbeuern zurückgegeben. Die Universitätsbibliothek Salzburg ist sich ihrer Verantwortung als Nachfolgerin der Studienbibliothek bewusst und hat nach dem Ende des Forschungsprojekts die NS-Provenienzforschung als Stabsstelle in der Universitätsbibliothek Salzburg eingerichtet, um die Aufarbeitung fortzusetzen.

 

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes Symbolbild Symbolbild

  • News
    Die virtuelle internationale Tagung „Die Medialität des Briefes – diplomatische Korrespondenz im Kontext frühneuzeitlicher Briefkultur” findet am 29./30./31. Oktober mittels Webex statt.
    In der sozialpädagogischen Praxis sehen sich Mitarbeiter*innen (Akteur*innen) mit vielerlei Herausforderungen in komplexen, offenen sozialen Problemsituationen konfrontiert, denen es „fachlich“ und „qualitätsvoll“ zu begegnen gilt.
    Im Rahmen eines sechsjährigen Laserscan-Monitorings in den Hohen Tauern haben Geowissenschaftler aus Österreich, Deutschland und der Schweiz (GEORESEARCH, Universität Salzburg, TU München, Universität Bonn, Universität Lausanne) den Zusammenhang zwischen aktuellem Gletscherrückgang und Steinschlagaktivität untersucht.
    Buchneuerscheinung der MINT und Medien Didaktik der Universität Salzburg beim Waxmann Verlag.
    Der EPU Projekt Call 2020 ist ab sofort geöffnet! Einreichtermin ist der 17. November 2020 (12:00 Uhr).
    Der Fachbereich Slawistik lädt zusammen mit dem Kulturzentrum DAS KINO und dem Russlandzentrum zur fünften Kinoreihe mit ost- und mittelosteuropäischen Filmen ein. Im Rahmen des Filmklubs „Slawistyka, Slavistika, Cлавистика“ werden preisgekrönte aktuelle polnische, russische und tschechische Filme mit gesellschaftlicher und politischer Thematik gezeigt.
    Bis zum 31. Oktober ist die Bewerbung auf zwei Dissertationspreise (dotiert mit jeweils 2.000 Euro) möglich:
    Frequently Asked Questions (FAQ) zum Corona-Semester
  • Veranstaltungen
  • Alumni Club
  • PRESSE
  • VERANSTALTUNGSRÄUME
  • STELLENMARKT
  • Impressum
  • Facebook-Auftritt der Universität Salzburg Twitter-Auftritt der Universität Salzburg Instagram-Auftritt der Universität Salzburg Flickr-Auftritt der Universität Salzburg Vimeo-Auftritt der Universität Salzburg