Brain Awareness Week 2008

Alkohol: Fakten und Mythen


Tag des Gehirns an der Universität Salzburg im Rahmen der weltweiten Woche des Gehirns

     

  • Ort: Naturwissenschaftliche Fakultät, Hellbrunnerstrasse 34, 5020 Salzburg, Auditorium Maximum
  • Termin: Freitag 14. März 2008
  • Zeit: 9h30-ca. 12h00
  • Eintritt frei
  • Anmeldung: Für Einzelpersonen nicht notwendig, für Gruppen ab 5 Personen sowie Schulklassen ist eine Teilnahme nur nach erfolgter Anmeldung mittels Email unter thomas.weiger@sbg.ac.at möglich. Die Veranstaltung ist für Schüler ab der Oberstufe geeignet.


Programm:
Der diesjährige Tag des Gehirns an der Universität Salzburg beschäftigt sich mit dem Thema Alkohol. Der Neurobiologe und Physiologe o.Univ. Prof.Dr. Anton HERMANN von der Universität Salzburg geht dabei vor allem den Wirkmechanismen von Alkohol im Gehirn nach. Primar Univ. Prof.Dr. Friedrich WURST von der Salzburger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie II / Suchtmedizin wird vor allem klinische Aspekte beleuchten.

Univ.Prof.Dr. A. HERMANN ( Universität Salzburg): ?Wie Alkohol das Gehirn vernebelt?

Univ.Prof.Primar Dr. F. WURST (Christian Doppler Klinik Salzburg, Universitätsklinikum der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität): ?Konsum ? Missbrauch ?Abhängigkeit: Suchtmedizin und Jugend?


Fakten zum Thema Alkohol

     

  • In Österreich sind 300.000 Menschen alkoholkrank weitere 900.000 gelten als alkoholgefährdet.
  • Das sind 14,5 % aller Österreicher die ein Alkoholproblem haben!
  • 8000 Österreicher sterben jährlich direkt oder indirekt an den Folgen von Alkoholkonsum.
  • 3.825 Verletzte und 57 Tote gab es 2005 bei Alkoholunfällen im Straßenverkehr auf Österreichs Straßen.
  • 39.663 Anzeigen sind 2005 wegen Trunkenheit am Steuer ausgestellt worden, aber man schätzt, dass nur jede 500derste Alkoholfahrt erwischt wird!

Krankheiten
60 Krankheiten werden durch Alkohol induziert darunter: Alkoholismus, Leberzirrhose, Herz-Kreislauferkrankungen, psychische Erkrankungen, Magen-Darmstörungen, Erectile Dysfunction, Vitaminmangel, Schrumpfung des Gehirns, Verlust von Neuronen, Krebs, Brustkrebs bei Frauen und viele mehr.

Alkohol & Schwangerschaft
Alkoholmissbrauch in der Schwangerschaft kann zum so genannten fetalen Alkoholsyndrom (FAS) führen. In Österreich werden jedes Jahr 150 Kinder mit diesem Syndrom geboren. Sie sind schwer geistig und körperlich behindert! In einer leichteren Ausprägung spricht man von fetaler Alkohol-Embryopathie (FAE). In Österreich werden schätzungsweise 1500 Kinder jährlich mit FAE geboren. Diese Kinder leiden unter anderem oft an Hyperaktivität, haben Lernschwierigkeiten und können auch organische Schäden davontragen wie z.B. Hörverlust oder Schielen. All diese Fälle wären vermeidbar durch Abstinenz während der Schwangerschaft. In Österreich sind jedoch nur etwa 6% der Schwangeren während der gesamten Schwangerschaft abstinent! Schon ein Glas Alkohol am falschen Tag während der Schwangerschaft kann das Ungeborene möglicherweise für immer beeinträchtigen! Für Kinder mit FAS oder FAE gibt es bis heute keine Heilung. Neueste Studien aus Tierversuchen deuten darauf hin, dass vermehrter Sport und Bewegung möglicherweise eine Verbesserung der Situation bringen könnte. Bewegung lässt nämlich im Tierversuch neue Neurone nachwachsen. Es gibt allerdings dazu noch keine Studien am Menschen.

Alkohol und Adoption
Wenn man ein Baby adoptiert ohne dessen Herkunft zu kennen, besteht die Möglichkeit ein Kind zu bekommen das entweder an FAS oder FAE leidet. Vor allem aus Ländern die bekannt sind für ihren hohen Alkoholkonsum ist die Möglichkeit höher ein krankes Kind zubekommen. Umgekehrt gibt es Länder in denen Frauen auf Grund des gesellschaftlichen Hintergrunds eher wenig bis gar nicht trinken. Für den Laien sind die Symptome von FAS und FAE auf den ersten Blick nicht sofort ersichtlich, erst über die Zeit stellt sich die Problematik und oft auch Tragik heraus.

Alkohol und Jugend in Österreich
Einstiegsalter bereits ab 11-13 Jahre!! 35 % der 15jährigen geben an bereits regelmäßig 1-mal pro Woche Alkohol zu konsumieren. Österreich liegt im Spitzenfeld des Jugend Alkoholkonsums, 4ter v. 25 Ländern! Generell kann gesagt werden, dass Jugendliche in deren Familie es bereits eine Historie von Alkoholproblemen gibt höher alkoholgefährdet sind als andere. Auch das soziale Umfeld und der Druck von Gleichaltrigen kann eine Rolle beim Alkoholmissbrauch durch Jugendliche spielen.

Jugendlich die bis 21 weder Alkohol missbrauchen, Drogen nehmen sowie nicht Rauchen haben auch im Rest ihres Lebens wahrscheinlich kein Risiko des Alkoholmissbrauchs. Daher muss alles getan werden um Jüngere vor Alkohol und Drogenmissbrauch zu schützen.


Alkohol und Gesellschaft

Eine ganze Reihe von Problemfeldern in unserer Gesellschaft werden wesentlich durch Alkoholmissbrauch verursacht. Als Schlagworte seien nur genannt: Alkohol und Strassenverkehr, Alkohol am Arbeitsplatz, Alkohol und Gewalt in Familien, Alkohol und Gewalt und Rowdytum, Alkohol und Kriminalität, Belastungen unseres Gesundheitssystems durch Alkohol verursachte Erkrankungen.


Mythen zum Thema Alkohol
Alkohol in Maßen getrunken hat lebensverlängernde Eigenschaften?
Dazu gibt es viele Studien. Etwa gleich viele die diese These unterstützen als auch solche die keinen Nutzen gefunden haben. Das heißt dieses Thema ist derzeit noch nicht entschieden. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass es in Wirklichkeit so ist, dass jene die moderat trinken zumeist zu einer gesellschaftlichen Klasse gehören die auch einen bessern Lebensstil führt also viel Bewegung, gesunde Ernährung und dass, das die eigentlichen Faktoren sind die lebensverlängernd wirken.

Rotwein ist besonders gesund auf Grund seiner Inhaltstoffe?
Im Rotwein wurde eine Substanz gefunden, das so genannte Reseveratrol von der man im Tierversuch viele positive Eigenschaften gefunden hat wie Hemmung von Krebs, Verhinderung von Herzinfarkten etc. Die Problematik liegt bei dieser Substanz darin, dass wenn man die für die positiven Wirkungen erforderlichen Mengen über Rotwein zu sich nehmen würde, dann müsste man pro Tag zwischen 15 und 30 Flaschen Rotwein trinken. Allerdings ist Resveratrol nicht nur im Rotwein zu finden sondern auch im unvergorenen Traubensaft und in besonders hohen Konzentrationen kommt es im Granatapfel vor, einer wesentlich gesünderen Alternative.

Eine gute Unterlage verhindert, dass ich besoffen werde?
Nein gutes Essen verzögert nur den Übertritt von Alkohol ins Blut.

Mit 0,5 Promille bin ich immer noch fahrtauglich?
Auch hier ist die Antwort nein. Bereits darunter kann Fahruntüchtigkeit vorhanden sein, bei 0,5 Promille verdoppelt sich das Unfallrisiko bereits. Sich an die 0,5 Promille heran zu trinken ist gefährlich, da die Alkoholmenge im Blut von vielen Faktoren abhängt, wie der Menge an Alkohol im Drink (das weis man meist nicht, vor allem bei Mixgetränken), dem Körpergewicht, dem Geschlecht, sowie der Nahrungsaufnahme und dem Trinkzeitraum.

Es gibt neue Produkte am Markt mit denen ich den Alkohol schneller abbauen kann?
Dies wird von der Industrie immer wieder beworben es gibt jedoch bisher keine seriösen Studien in denen das bezeigt werden konnte. Es handelt sich dabei meist um Präparate die Fructose beinhalten. Untersuchungen zeigen, dass der Zeitgewinn durch solche Fructosepäparate nur marginal und wenn überhaupt dann nur im einstelligen Prozentbereich liegt. Um z.B: nach einem Wirtshausbesuch wieder fahrtüchtig zu werden sind diese Präparate ungeeignet. Einfach die Dosis zu erhöhen um den Effekt zu verbessern hat Nebenwirkungen wie Durchfall in 100% der Fälle, oder Benommenheit.

Was heißt moderates Trinken?
Sogenannter unbedenklicher Alkoholkonsum für Männer
➢ Bis 20 g reiner Alkohol / Tag (1 x ½ Bier oder 1 x ¼ terl Wein)
➢ 2 alkoholfreie Tage pro Woche

Moderater Alkoholkonsum für Männer
➢ 20-40 g Alkohol / Tag (2 x ½ Bier oder 2 x ¼ Wein)
➢ Die Gefährdungsgrenze ab der gesundheitliche Schäden zu erwarten sind liegt bei 40g reiner Alkohol / Tag

➢ Maximal und nur gelegentlich z.B: auf einem Fest, einer Party: 60g EtOH (3 x ½ Bier oder 3 x ¼ Wein) / Tag;

➢ Ein maximales Wochenlimit von 280g Alkohol / Woche sollte keines falls überschritten werden
➢ 1-2 alkoholfreie Tage pro Woche sollten auch bei moderatem trinken eingehalten werden.

Für Frauen gelten jeweils die Hälfte der oben angegeben Mengen.


Fazit:

Alkohol ist und bleibt ein Zellgift in welcher Form auch immer!
Niemand darf zum Alkoholkonsum verführt werden auf Grund scheinbar gesundheitsfördender Inhaltsstoffe.
Alkohol und Schwangerschaft vertragen sich absolut nicht!
Alkohol und Strassenverkehr sind ebenfalls unverträglich!
Wer Alkohol trinkt sollte das nur in Maßen tun, die neuesten wissenschaftlichen Studien reduzieren das gerade noch verträgliche Quantum um nicht Schäden davon zu tragen immer weiter nach unten.


  • News
    Der diesjährige Dissertationspreis ging an den Mathematiker Dr. Markus Hittmeir für seine überragende Arbeit zum Faktorisierungsproblem.
    Die Österreichische Akademie der Wissenschaften vergab am 10. Dezember ihre diesjährigen Preise für exzellente Leistungen in der Forschung. Dipl. Ing. Dr. Volker Ziegler vom Fachbereich Mathematik wurde mit dem Edmund und Rosa Hlawka-Preis für Mathematik prämiert.
    Im Juli 2018 wurde dem internationalen Forschungsprojekt "Processing Instruction for L3 English: Differences between balanced and unbalanced bilinguals? (PI-BI-L3)" die Finanzierung durch das österreichische Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) und das mazedonische Ministerium für Bildung und Forschung (MON) vom österreichischen Austauschdienst (OeAD) Wettbewerb für 24 Monate (Laufzeit: 01.07.2018 - 30.06.2020) zugesprochen.
    Im Rahmen der Filmreihe "Filmclub Horizonte" zeigt das Salzburger Filmkulturzentrum "Das Kino" am Giselakai 11 in Salzburg am 13.12.18 und am 10.1.19 die beiden Filme "Leto" und "Breaking the Limits".
    Dienstag, 18. Dezember 2018, 12:15 - 15:00 Uhr, HS 101 der Katholisch-Theologischen Fakultät (Universitätsplatz 1, Salzburg, EG) - Thema: Praxis als Anstoß zur Erkenntnis
    zugunsten von DEBRA Austria - Hilfe für die Schmetterlingskinder
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    17.12.18 zugunsten von DEBRA Austria - Hilfe für die Schmetterlingskinder
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