24.06.2009

Physikstudium in Salzburg

Das Lehramtsstudium an der Universität Salzburg wird ab Wintersemester 2009 mit dem Unterrichtsfach Physik ergänzt. "Die Universität setzt mit dem neuen Studium wichtige Impulse und schafft Synergien auf unterschiedlichen Ebenen", betont Vizerektor Rudolf Mosler anlässlich eines Pressegespräches.

„Die LehrerInnenausbildung ist ein wichtiges Standbein des Studienangebots der Universität Salzburg. Diese wird derzeit modernisiert und verstärkt an die Bedürfnisse der schulischen Praxis angepasst. Das neue Lehramtsstudium Physik entspricht diesen gestiegenen Anforderungen. Es stellt außerdem einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einem Ausbau der technischen Studienrichtungen an der Universität Salzburg dar“, so Vizerektor Mosler.


„Das neue Lehramtsstudium Physik ist gleich in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn für Salzburg“, betont Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller. „Zurzeit sind PhysiklehrerInnen gerade in Salzburg und hier im Besonderen an den Bundesgymnasien besonders gefragt. Das bedeutet für den LehrerInnennachwuchs erfreulicherweise sehr gute Perspektiven“, erläutert die Bildungsreferentin.


Beste Berufsaussichten
In der Unterstufe der AHS unterrichten derzeit 65 LehrerInnen Physik, davon sind 53 Biologen, die zwar die Berechtigung für den Physikunterricht haben, aber kein einschlägiges Lehramt aufweisen. Das heißt 80% der Physikstunden an der AHS- Unterstufe werden von nicht geprüften PhysiklehrerInnen gehalten. In der Oberstufe ist besonders die Altersverteilung der PhysiklehrerInnen interessant. Von 43 PhysiklehrerInnen sind 60% in der Altersgruppe 50 und älter. Es ist daher in den nächsten Jahren aufgrund der Altersstruktur ein enormer Abgang zu erwarten. „Nicht zuletzt wegen der anstehenden Pensionierungen von AHS-PhysiklehrerInnen in Salzburg sei der Beginn des Lehramtstudiums im höchsten Maß notwendig und wünschenswert“, erläutert die Bildungsreferentin, die eindringlich an den Lehrernachwuchs appelliert, Zukunftsfächer zu studieren. Dazu zählt Burgstaller im Besonderen die Fächer mit technischer und naturwissenschaftlicher Ausrichtung.

Derzeit werden im AHS Bereich aus anderen Bundesländern, aber auch aus Deutschland PhysiklehrerInnen rekrutiert, da es im eigenen Bundesland keine einschlägig geprüften Lehrer gibt. Es gibt auch keine Unterrichtspraktikanten mit der Lehramtsprüfung Physik, das heißt im Herbst ist kein Physiklehrer aus der Reihe der Unterrichtspraktikant aus Salzburg zu erwarten.


Öffentlichkeitswirksam und praxisorientiert

Das neue Physikstudium bietet eine fundierte fachwissenschaftliche Ausbildung, ist aber auch besonders praxisnah ausgerichtet“, sagt Vizerektor Mosler. Die Universität strebe eine Zusammenarbeit mit Schulen und dem Science Center am Haus der Natur an, die Leistungskurse für Schülerinnen und Schüler anbiete, so der Vizerektor. Außerdem sei an Veranstaltungen wie der Physik-Olympiade oder Young Physicist Tournament gedacht. Darüber hinaus haben Studierende des Unterrichtsfaches Physik auch die Möglichkeit, im Science Center bei Führungen und Präsentationen von Physik-Experimenten mitzuarbeiten. 


Erster Studienabschnitt
Die Studieneingangsphase dient dazu, den Studierenden aufzuzeigen, ob sie für den Beruf als Physiklehrerin oder Physiklehrer geeignet sind. Sie werden in die Grundlagen der Physik und deren Fachdidaktik beziehungsweise in die Pädagogik eingeführt. Im zweiten Semester findet ein so genanntes pädagogisches Erkundungspraktikum statt, bei dem Studierende erstmals mit Unterricht in Schulklassen konfrontiert werden.


Im dritten und vierten Semester werden die in der Eingangsphase erlangten Fachkenntnisse in Physik und Mathematik vertieft. Die angebotenen Physik-Lehrveranstaltungen stammen aus dem Angebot des bereits bestehenden Bachelor Studienganges Ingenieurwissenschaften. Das dafür notwendige mathematische Rüstzeug wird durch spezielle für das Unterrichtsfach Physik angebotene Mathematik-Lehrveranstaltungen ergänzt.


Zweiter Studienabschnitt
Im zweiten Studienabschnitt werden die theoretischen und praktischen Fachkenntnisse sowohl durch Vorlesungen wie durch Laborpraktika weiter vertieft. Darüber hinaus gibt es eine praktische Ausbildung im Rahmen eines Schulversuchspraktikums.

Die Studierenden erwerben die Fähigkeit des optimalen Einsatzes von interaktiven Medien (Videos, Simulationen), um komplizierte Konzepte oder in der Schulklasse nicht realisierbare Experimente anschaulich darzustellen. Zusätzlich erfolgt eine weitere Spezialisierung in Richtung Fachdidaktik und Pädagogik, wobei die unterschiedlichen Schultypen (AHS, BHS) berücksichtigt werden.

Gegen Ende des Studiums müssen die Studierenden aus Wahlfächern zur Physik fachlich verwandte Lehrveranstaltungen aus dem bestehenden Studienangebot (Bachelor Ingenieurwissenschaften, Bachelor und Master Biologie bzw. Molekulare Biologie, Bachelor und Master Angewandte Informatik, Master Materialwissenschaften u.a.) auswählen, um ihre fachlichen Grundlagen zu festigen.

Salzburger Technikoffensive

„Ich habe mich in den vergangenen Jahren im Bundesland Salzburg sehr um die Stärkung von Naturwissenschaften und Technik bemüht“, ergänzt Burgstaller. „Nach dem Start der kooperativen Ausbildung für das ingenieurwissenschaftliche Studium, das an der Uni Salzburg in Zusammenarbeit mit der TU München angeboten wird, ist das neue Lehramtstudium Physik nun ein weiterer wesentlicher Schritt in der Salzburger Technikoffensive“, ist Burgstaller
überzeugt. „Wir können die angehenden StudentInnen dabei mit Recht darauf hinweisen, dass der Beruf hoch interessant und die Beschäftigungssituation sehr günstig ist“, betont Burgstaller. Bisher wurde das Lehramtsstudium Physik in Wien, Graz, Linz und Innsbruck angeboten. Den aktuellen Mangel an PhysiklehrerInnen in Salzburg sieht die Landeshauptfrau darin, dass es bisher kein regionales Ausbildungsangebot gegeben hat. „Daher erwarten wir hohen Zuspruch zum neuen Studium.“


Info und Kontakt:
Vizerektor für Lehre
Univ.-Prof. Dr. Rudolf Mosler
Kapitelgasse 4, 5020 Salzburg
Tel: 0043-662-8044-2420
Mobil: 0043-664-8289272
e-mail: Rudolf.Mosler@sbg.ac.at

Quelle: Universität Salzburg/gap



Beste Berufsaussichten

 

Quelle: Universität Salzburg/gap

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