09.12.2009

Uni Salzburg kooperiert in der Fotovoltaik mit Salzburg AG

Das Salzburger Christian-Doppler-Labor „Applications of Sulfosalts in Energy Conversion“, unter der Leitung von Universitätsprofessor Herbert Dittrich wird seit heuer von der Salzburg AG unterstützt. Der Salzburger Energieversorger setzt sein Engagement in der Fotovoltaik breit auf. Hier werden neue, günstigere Halbleitermaterialien für die Stromerzeugung aus Sonnenlicht entwickelt. In Norditalien werden 20 Millionen Euro in vier Großanlagen investiert.

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<o:p>v.l.n.r.: Norbert Pesendorfer Salzburg AG, Dr. Arno Gasteiger, Vorstandssprecher Salzburg AG, Rektor Heinrich Schmidinger und Universitätsprofessor Herbert Dittrich.</o:p>

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Dr. Arno Gasteiger und Universitätsprofessor Herbert Dittrich.


Fotovoltaik ist jene erneuerbare Energieform, der langfristig die größte Bedeutung zur Sicherung des weltweiten Strombedarfs zugerechnet wird. Derzeit kämpft diese Technik noch mit hohen Herstellungs- und Investitionskosten. Prof. Herbert Dittrich, Leiter des Christian-Doppler-Labors:„Unser Ziel ist es, im Christian Doppler Labor ein Material herzustellen, das wesentlich preiswerter ist, als das bisher verwendete und die Stromgewinnung durch die Fotovoltaik revolutionieren könnte. Denn die neuen Dünnschichtmaterialien aus Sulfosalzen* wandeln das Licht wesentlich effizienter in elektrischen Strom um, als das bislang in der klassischen Fotovoltaik übliche Silizium.“ Alle durchgeführten Studien weisen darauf hin, dass wenn die neue Dünnschicht-Fotovoltaik ausgereift entwickelt ist, diese dann um die Hälfte billiger als Silizium ist. Erste Solarzellen-Prototypen wurden bereits hergestellt. Vorrangiges Ziel der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten ist die sukzessive Erhöhung des Solarzellen-Wirkungsgrades in konkurrenzfähige Bereiche. Bei den neuen Dünnschichtmaterialien gibt es Konkurrenzprodukte und auch diese will der Materialwissenschafter in den Herstellungskosten unterbieten.


Partnerschaft zwischen Wirtschaft und Wissenschaft

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„Der Klimaschutz und damit verbunden die Suche nach effizienten und leistbaren Möglichkeiten saubere Energie zu erzeugen, ist eine der dringendsten Aufgaben unserer globalen Gesellschaft“, betont Rektor Heinrich Schmidinger. „Zurzeit tagt die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen, um neue Weichen für die internationale Klimaschutzpolitik zu stellen. Auch die Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg stellt sich dieser Herausforderung. Ich freue mich, dass die Forschungen innerhalb kurzer Zeit Ergebnisse geliefert haben, die für die Wirtschaft unmittelbar verwertbar sind. Materialforschung ist eine der Schlüsseldisziplinen des 21. Jahrhunderts. Es bedarf eines genauen Verständnisses der Materialeigenschaften, um saubere Energie herstellen zu können. Mit der Salzburg AG hat die Universität einen verlässlichen und starken heimischen Wirtschaftspartner gefunden. Dadurch wird auch der Wissenschaftsstandort Salzburg weiter gestärkt“, so Schmidinger.


650.000 Euro für Forschung und Entwicklung

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Salzburg AG-Vorstand Dr. Arno Gasteiger:„Als regionaler Energieversorger ist es uns wichtig, die Forschung an der Universität Salzburg zu unterstützen. Wir glauben an die Zukunft der Fotovoltaik, auch wenn diese Form der Stromerzeugung heute noch ohne Förderungen nicht wettbewerbsfähig ist. Damit sich das ändert, unterstützen wir die Forschungsarbeit des Christian-Doppler-Labor mit € 650.000,- auf die Forschungsdauer von fünf Jahren und mit unserem Erfahrungswissen aus dem Betrieb der Anlagen. Wir setzen uns schon jetzt mit Fotovoltaik auseinander, um an der Pole-Position zu sein, wenn diese Form der Stromerzeugung die Marktreife erreicht.“


Österreichs größter Solarstromerzeuger

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Mit knapp zehn Megawatt Fotovoltaikleistung ist die Salzburg AG bereits heute der größte heimische Solarstromerzeuger. Bereits im Jahr 2003 hat das Unternehmen auf den Hangardächern des Salzburger Flughafens die mit einer Leistung von 273 Kilowatt damals größte Fotovoltaikanlage Österreichs errichtet. „Wir investieren dort in eigene Anlagen, wo die Förderlandschaft einen ökonomischen Betrieb zulässt. Das sind derzeit u.a. unsere Nachbarländer Deutschland und Italien. Unser Ziel ist es, mit diesen Anlagen wertvolle Erfahrungen zu sammeln und Know-how für künftige Projekte ins Haus zu holen“, sagt Gasteiger.


20 Mio. Euro für Sonnenstrom aus zehn Fußballfeldern

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Die Future Energy Photovoltaics Italy, ein Unternehmen der Salzburg AG, errichtet derzeit in Norditalien mit einer Investitionssumme von 20 Mio. Euro vier Fotovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 4,8 Megawatt. Damit können etwa 1.600 Haushalte mit Ökostrom versorgt werden. Drei Anlagen befinden sich auf den Dächern der Betriebsgebäude des italienischen Energieunternehmen ACEGAS in Padova. Ein weiteres Sonnenkraftwerk wird auf den Stallungen eines Landwirtschaftsbetriebes in Verona errichtet. „Rund 75.000 m² Dachfläche werden genutzt. Das entspricht der Fläche von zehn Fußballfeldern. Durch den massiven Ausbau in Italien kann die Salzburg AG ihre Erzeugungsleistung bei Fotovoltaik verdoppeln“, betont Norbert Pesendorfer, Fotovoltaik-Experte der Salzburg AG.


Umfrage: Salzburger für Fotovoltaik

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Die Salzburger Bevölkerung steht hinter Fotovoltaikprojekten. Laut einer Studie des IGF-Instituts für Grundlagenforschung sind 66 Prozent der Salzburger Bevölkerung für ein verstärktes Engagement des heimischen Energieversorgers im Bereich der Fotovoltaik. Neben dem Ausbau der heimischen Wasserkraft sehen die Salzburgerinnen und Salzburger hier das zweitgrößte Potenzial.


Kunden bei Förderantrag unterstützt

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Die Salzburg AG bietet auch ihren Kunden Unterstützung bei der Umsetzung privater Fotovoltaik-Anlagen. Bei der im August eröffneten Förderung privater Anlagen des KLIEN-Fonds* übernahm das Unternehmen für seine Kunden die Aufbereitung der Unterlagen, die Antragstellung und die technische Begleitung bis hin zur Errichtung der Anlagen. „ Rund 25 Prozent aller Zusagen für das Bundesland Salzburg konnten wir für unsere Kunden sichern“, hebt Pesendorfer hervor. 


Energie der Sonne nutzen

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Unter Fotovoltaik versteht man die Umwandlung von Sonnenstrahlung in elektrische Energie. Sie war 1958 erstmals in der Energieversorgung von Satelliten mittels Solarzellen im Einsatz. Mittlerweile wird sie zur Stromerzeugung auf der ganzen Welt eingesetzt und findet Anwendung auf Dachflächen und Fassaden, an Schallschutzwänden und auf Freiflächen. Die Energieumwandlung findet mit Hilfe von Solarzellen, die zu so genannten Solarmodulen verbunden werden, in Fotovoltaikanlagen statt. Bei Einspeisung der Energie in das öffentliche Stromnetz wird die von den Solarzellen erzeugte Gleichspannung von einem Wechselrichter in Wechselspannung umgewandelt.


Bildtext: Neben der Errichtung neuer Fotovoltaikanlagen engagiert sich die Salzburg AG auch in der Grundlagenforschung und unterstützt das Christian Doppler Labor der Universität Salzburg bei der Entwicklung neuer Fotovoltaikmaterialien. (im Bild: Dr. Arno Gasteiger, Vorstandssprecher der Salzburg AG und Prof. Herbert Dittrich, Leiter des Christian-Doppler-Labors "Applications of Sulfosalts in Energy Conversion").

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Weitere Informationen:

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Sigi Kämmerer, Martin Jager, Salzburg AG, Tel. 0662/8884-2802, pr@salzburg-ag.at


Gabriele Pfeifer, Universität Salzburg, Tel. 0662/8044-2435, gabriele.pfeifer@sbg.ac.at


FOTOS gibt es ab 13.00 Uhr zum kostenlosen Download auf www.salzburg-ag.at/presse


Glossar*

 

Sulfosalze:

Als Sulfosalze bezeichnet man eine Familie natürlich vorkommender, sehr komplexer Chalkogenide, deren außerordentliche Halbleitereigenschaften noch keine Berücksichtigung in der Bauelemententwicklung gefunden haben. Auf Grund dieser Halbleitereigenschaften lassen sich aber Anwendungen auf dem Gebiet der Fotovoltaik (Solarzellen), Thermoelektrik (Thermoelektrische Generatoren, Peltier-Elemente) und Sensorik (Röntgendetektoren) erschließen.


KLIEN-Fonds:

Der Klima- und Energiefonds (KLIEN-Fonds) wurde im Juli 2007 im österreichischen Nationalrat per Gesetz beschlossen. Er soll die Bundesregierung bei der Umsetzung der Österreichischen Klimastrategie unterstützen. Der Fonds ist für den Zeitraum von 2007 bis 2010 mit einem Fördervolumen von bis zu 500 Millionen Euro dotiert. 2009 wurden österreichweit 18 Mio. Euro für private Fotovoltaikanlangen mit einer Leistung bis 5 kW bereit gestellt.


Die Partner

Die Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation ist der Infrastrukturdienstleister für das Bundesland Salzburg. Das Angebot an Produkten und Dienstleistungen umfasst Strom, Erdgas, Fernwärme, Wasser, Verkehr und die CableLink-Produkte Kabel-TV, Internet und Telefonie. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 verzeichnete die Salzburg AG mit 1.928 Mitarbeitern 1332,5 Mio. Euro Umsatz. www.salzburg-ag.at


Die Future Energy Photovoltaics Italy wurde im Dezember 2008 gegründet und hat das Ziel, Fotovoltaikprojekte in Italien zu entwickeln und zu betreiben. Das Unternehmen ist eine 100%-Tochter der Future Energy Vertrieb. In der Future Energy Vertrieb bündelt die Salzburg AG ihre internationalen Aktivitäten auf dem Gebiet der erneuerbaren Energieerzeugung. Geschäftsführer der Future Energy Photovoltaics Italy ist Salzburg AG-Mitarbeiter Nobert Pesendorfer. www.future-energy.at

 

Die Paris Lodron Universität Salzburg ist mit ihren 16.500 Studierenden und rund 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Forschung, Lehre und Verwaltung die größte Bildungseinrichtung in Stadt und Land Salzburg. Sie ist in vier Fakultäten gegliedert: Theologie, Rechtswissenschaften, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften und Naturwissenschaften und bietet mit derzeit 93 Studiengängen und 42 Universitätslehrgängen ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Disziplinen an. Mit neu eingerichteten Bachelor- und Masterstudien hat die Universität Salzburg die Umstellung auf die Bolognastruktur faktisch vollzogen. Das umfangreiche Angebot in der postgradualen Ausbildung und eine Reihe von interdisziplinären, fachübergreifenden Zentren gibt der Universität ihr unverwechselbares Profil. www.uni-salzburg.at

 

Das Christian-Doppler-Labor „Applications of Sulfosalts in Energy Conversion“ wurde im Juni 2007 gegründet und verfügt über knapp zwei Millionen Euro. Die Laufzeit des Labors beträgt insgesamt sieben Jahre. Leiter des Labors ist Dr. Herbert Dittrich. Er studierte an den Universitäten Stuttgart und Konstanz und war von 1984-1990 am Institut für Physikalische Elektronik an der Universität Stuttgart beschäftigt und von 1991-2004 am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung tätig. Dort leitete Dittrich das Forschungsteam „Neue Materialien für die Fotovoltaik“. Seit 2004 ist er an der Universität Salzburg Universitätsprofessor für Materialforschung. www.cdg.ac.at


Quelle: Universität Salzburg/Kämmerer/Jager/gap

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