Banner Überschrift: Soziale Kognition, Das Loop Lab

 

 

  • Warum verzerren Menschen häufig Realitäten?
  • WARUM WERDEN EIGENE POSITIONEN UND INTERESSEN SO VEHEMENT VERTEIDIGT?

  • WANN BLOCKIEREN MENSCHEN INNERLICH UND ÄUSSERLICH UND VERSCHLIESSEN SICH SINNVOLLEN VERBESSERUNGSVORSCHLÄGEN?

  • Wie kann man Menschen öffnen, Motivationspotentiale freisetzen und Chancen nutzen?

 

 

Einfluss motivationaler Prozesse auf soziale Kognition und Interaktion

 Wir versuchen Informationsverarbeitungs- und Informationssuchprozesse zu verstehen, die durch die Aktivierung von Wünschen, Bedürfnissen und Anliegen beeinflusst werden (= motivierte soziale Kognition) und das Verhalten in sozialen Interaktionen prägen. 

 

RAHMENMODElL SOZIALER INTERAKtiON - DAS LOOP2LOOP-MODELL

 In sozialen Interaktionen treten zwei oder mehrere Personen in einen sozialen Austausch miteinander, der durch die Bedürfnisse, Motive, Kognitionen und Handlungen der beteiligten Austauschpartner geprägt ist. Das Zusammenwirken dieser Faktoren wurde von uns im Loop2Loop-Modell zusammengefasst (siehe Jonas, 2015; Jonas und Bierhoff, 2017; Jonas und Steindl, 2015; Jonas und Mühlberger, 2017), welches beschreibt, wie aus dem Zusammenspiel von Personen- und Situationsmerkmalen (Motive, saliente Gedächtnisstrukturen bzw. kognitiver Fokus, Wahrnehmung der Situation) motivational-affektive Zustände sowie motivierte Kognitionen entstehen, welche zu entsprechendem motivierten Verhalten führen. Für das Gegenüber wird dieses Verhalten in der sozialen Interaktion sichtbar und löst entsprechend der eigenen Personen- und Situationsvariablen wiederum eine Sequenz von motivierten Kognitionen und Handlungen aus.

Das Loop2Loop-Modell beschreibt, dass Menschen in sozialen Interaktionen nicht nur aufeinander reagieren, sondern dass diese Prozesse vermittelt werden über motivational-affektive und motivierte kognitive Prozesse (siehe Abbildung, Zeichnungen von Vicky König).

 

Loop Model siehe Jonas (2015), Jonas und Bierhoff (2017), Jonas & Steindl (2015), Jonas & Mühlberger (2017); Zeichnungen von Vicky König

 

WENN SICH DER MENSCH BEDROHT FÜHLT...

Motivierte soziale Kognition entwickeln sich häufig in bedrohlichen Situationen. Dementsprechend steht die Erforschung des Einflusses von Bedrohungen auf soziale Kognition und Interaktion im Mittelpunkt vieler unserer Forschungsprojekte. 

Dabei sind für uns v.a. solche Bedrohungen interessant, die als ambivalent erlebt werden bzw. mit inneren Konflikten verbunden sind. Menschen sind dann mit dem Erleben von Diskrepanzen konfrontiert, die nicht immer unmittelbar aufgelöst werden können. Während eindeutige Bedrohungen (z.B. solche der körperlichen Unversehrtheit) meist Furcht, Panik und Fluchtverhalten auslösen (aktive Vermeidung), gilt unser Interesse eher mehrdeutigen Bedrohungen, welche Unsicherheit und Irritation auslösen und Personen in einen Zustand ängstlicher Hemmung und passiver Vermeidung versetzen. Üblicherweise werden diese als besonders bedrohlich erlebt, wenn fundamentale Bedürfnisse bzw. Motive betroffen sind, wie z.B. Identität (das Bedürfnis zu wissen, wer man ist), Transzendenz (dass etwas von einem zurückbleibt, wenn man stirbt), soziale Eingebundenheit (zu anderen Menschen/Gruppen dazugehören), Kontrolle und Sinn (die Welt um uns verstehen und im Handeln wirksam sein können). Während diese Bedrohungen meist in verschiedenen psychologischen Forschungstraditionen einzeln betrachtet werden, streben wir einen integrativen und vergleichenden Blick an.

Wenn sich Menschen bedroht fühlen, werden bestimmte kognitive, motivationale und neuronale Prozesse ausgelöst. Diese beeinflussen, wie wir über unsere Umwelt denken und wie wir mit anderen Personen interagieren. In unserer Arbeitsgruppe versuchen wir diese Prozesse zu spezifizieren und die Konsequenzen von Bedrohungen für soziale Interaktionen zu verstehen. Hierbei liegt ein weiterer Schwerpunkt unserer Forschung auf der Suche nach neuen Informationen, deren Bewertung sowie ihrer Weitergabe an Interaktionspartner.

Da viele der durch Bedrohungen ausgelösten psychologischen Prozesse implizit ablaufen, sind diese uns Menschen häufig nicht bewusst zugänglich. Daher ist ein Verständnis der unbewusst ablaufenden Prozesse besonders interessant. Insbesondere die Verwendung neuropsychologischer Messverfahren hat uns geholfen, eine integrative Bedrohungstheorie zu entwickeln (General Process Model of Threat and Defense, Jonas et al., 2014), welche es erlaubt, die Reaktionen von Menschen in bedrohlichen Situationen besser begreifen zu können (siehe: Forschungsbereich Social Neuroscience). Damit lässt sich besser nachvollziehen, warum Menschen nach Bedrohungen häufig zunächst in einen als unangenehm erlebten Hemmungszustand geraten (eine sogenannte „Angststarre“, Behaviorales Inhibitionssystem, BIS), aus dem sie häufig nur mithilfe von Handlungen, die heftiger, überschießender Natur sind, wieder herauskommen (Behaviorales Approachsystem, BAS). Diese können sowohl hilfreich als auch hinderlich sein und den weiteren Verlauf sozialer Interaktionen in funktionaler oder dysfunktionaler Art und Weise beeinflussen.

 

 

  • News
    Das Wissen für morgen schon heute erleben – mit diesem Ziel erarbeiten universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in der Science City Itzling neue Vermittlungsformate.
    Tagung zu Übersetzung und Polemik im KunstQuartier // Donnerstag, 15. November, 18:30h ABENDVORTRAG: ULRICH WYSS (Frankfurt am Main): Übersetzen als Polemik – Borchardts Dante // Bergstr. 12a, 1. OG, W&K-Atelier // www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik-polemikkunst
    Es ist wieder so weit, am 17. November 2018 findet das Konzert des Universitätsorchesters für dieses Semester statt.
    Der Fachbereich Psychologie lädt am 17.11.18 zum Fest-Symposium zur 20-jährigen Kooperation der Stadt Salzburg, Senioreneinrichtungen, und der Universität Salzburg, Fachbereich Psychologie, ein.
    Mo. 19.11.2018, 17.15 Uhr, HS E.001 (Unipark) - ao. Univ.-Prof. Dr. Agnethe Siquans (Wien) - Kirchenväter und Judentum
    Herr Dr. Sven Th. Schipporeit (Institut für Klassische Archäologie, Universität Wien) hält zu diesem Thema am Mi, 21. November 2018, 18.30 Uhr, in der Abgusssammlungs SR E.33, Residenzplatz 1, einen Vortrag
    Vortrag von Prof. Dr. Samuel Mössner, WWU Münster, am Mittwoch, 21.11.2018 um 18h im HS 436, Naturwissenschaftliche Fakultät
    Sebastian Meyer hält am 23. November 2018 um 14:00 Uhr im HS 436 der NW-Fakultät einen Gastvortrag zum Thema "Biodiversity-ecosystem functioning relationships and their drivers in natural and anthropogenic systems with an emphasis on species interactions". Der Fachbereich Biowissenschaften lödt herzlich dazu ein!
    The workshop aims to examine the musicality of the body and vice versa the corporeality of music from a choreographic perspective. This approach corresponds with the extension of the concept of music as well as the questioning of performance traditions in the context of New Music, which also puts a stronger emphasis on the body.
    The relatively young democracy Poland, whose political climate has intensified considerably since the last elections, is also moving increasingly to the fore. Politically critical leaders of representative cultural organisations have been and continue to be replaced by the new administration, while independent creative artists appear to be able to find niches so far or already live outside the country.
    Vom 29.11. bis 01.12.2018 im Unipark Nonntal
    Salzburger Innovationstagung 2018 am 29.11.2018 ab 15 Uhr in der Großen Universitätsaula – ITG, Land Salzburg, Wirtschaftskammer und Salzburger Hochschulkonferenz
    Das Symposion der Katholische-Theologischen Fakultät findet am 29. und 30. November anlässlich der Aufhebung im Jahre 1938 statt. Veranstaltungsort ist der Hörsaal 101 der Theologischen Fakultät, Universitätsplatz 1.
    Am 30. November im Rahmen der Tagung Digital Humanities Austria 2018
    Am 6. Dezember 2018 finden an der Universität Salzburg die WTZ Training Days zum Thema Kommunikation, Dissemination und Verbreitung in H2020-Projekten statt.
  • Veranstaltungen
  • 17.11.18 "Probleme des Vorsteuerabzuges mit Schwerpunkt Umsatzsteuerbetrug"
    17.11.18 Übersetzung und Polemik
    17.11.18 Konzert des Universitätsorchesters Salzburg
    19.11.18 Medeas furor: Christliche Mythenkritik in Dracontius' Romulea?
    21.11.18 Zeit und Kult in der Gründungsphase der neuen Polis Rhodos
    22.11.18 Affine vs. Euclidean isoperimetric inequalities
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