Vergleichende Faschismus-, Diktatur- und Genozidforschung

Ziele und Kurzbeschreibung:

Unser Anliegen mit diesem Schwerpunkt an der Universität Salzburg ist es, die Forschungen an die gesellschaftliche Öffentlichkeit zu tragen und in der universitären Lehre einzubinden. Wir wollen damit unseren AbsolventInnen den Weg in ein breites Berufsfeld ermöglichen. Dabei betrachten wir den Vergleich von Nationalsozialismus und Holocaust mit anderen Faschismen und Genoziden als unser Hauptaugenmerk.

Immer wieder aufflammende Debatten um Rassismus in der Gesellschaft verdeutlichen die konstante Relevanz dieser Thematik. Die Forschungssäule Vergleichende Faschismus-, Diktatur- und Genozidforschung hat an der Universität Salzburg eine lange Tradition. Sie geht auf die erste Salzburger Zeitgeschichte-Professur von Erika Weinzierl zurück und wurde von Gerhard Botz und Ernst Hanisch weiter vorangetrieben und mit internationalen Forschungstrends erweitert. So steht der Fachbereich heute inhaltlich breit da und verfügt über vielfältige Zugänge:

  • Herrschaftsstrukturen/Verfolgung
  • Opfer – Täter – Widerstand
  • Nachgeschichte/Gedächtnisgeschichte etc.  

Dabei bewegen wir uns im Spannungsfeld des Lokalen, Nationalen und Globalen. Die Forschung zum Nationalsozialismus weist dabei viele bereits vorliegende Ergebnisse mit regionalem und österreichweitem Bezug auf, denen es an Detailreichtum nicht mangelt. Angesichts vieler detaillierter Forschungsergebnisse zu Nationalsozialismus und Austrofaschismus (das allerding in viel geringerem Maße) mit regionalem und österreichweitem Bezug, stellt sich zunehmend auch die Frage nach einer Vergleichbarkeit von Nationalsozialismus und Holocaust mit anderen Faschismen und Genoziden.

Aus diesem Grund streben wir eine “Vergleichende Faschismus-, Diktatur- und Genozidforschung” an, wobei wir als ersten Schritt vor allem die weniger beachteten südeuropäischen Länder betrachten und diese ins Zentrum des Interesses rücken wollen:

  • Italien und der “klassische Faschismus”
  • Spanien
  • Portugal
  • Griechenland

Zusätzlich erforschen wir mit besonderem Augenmerk die gesellschaftlichen und politischen Nachwirkungen dieser soziokulturellen Bewegungen in den einzelnen Ländern. Außerdem heben wir wir die unterschiedlich erfolgte Aufarbeitung dieser Diktaturen hervor. Die vielen südeuropäischen Krisenerscheinungen betonen die heutige Relevanz. Im Unterschied zu Deutschland und Österreich herrscht nach wie vor eine wesentlich geringere Sensibilität gegenüber der eigenen Diktatur.

Die Nationalsozialismus- und Genozidforschung eröffnet unseren wissenschaftlich fundiert ausgebildeten AbsolventInnen eine Reihe von Berufsfeldern in der Gedenkstätten- und Erinnerungsarbeit sowie der demokratiepolitischen Bildung.

 

Beteiligte Mitglieder des Fachbereichs:

Helga Embacher
Holocaustforschung, Nationalsozialismus mit Schwerpunkt Österreich, Austrofaschismus, Provenienzforschung  

Albert Lichtblau
Methoden der Genozidforschung, Rassismus-, Antisemitismus- und Vorurteilsforschung, Genozidforschung und Didaktik  

Grazia Prontera
Vergleichende südeuropäische Zeitgeschichte im 20. Jahrhundert   Weitere fachbereichsnahe Kooperationspartner

Weitere fachbereichsnahe Kooperationspartner

Andreas Schmoller
(Projektmitarbeiter, Lektor; derzeit Fachbereich Kirchengeschichte) Nationalsozialismus, Rezeptionsgeschichte des Holocaust, Individuelle und kulturelle Bewältigungs- und Vermittlungsformen, Theorie und Praxis der Gedenkstättenpädagogik

 

Vernetzungen / Kooperationen (Auswahl):

Zentrum für jüdische Kulturgeschichte Salzburg, Netherlands Institute for War, Holocaust and Genocide Studies; International Genocide Studies Center, Kigali, Rwanda; Yad Vashem, World Center for Holocaust Research, Documentation, Education and Commemoration; U.S. Holocaust Memorial Museum Washington; The Center for Holocaust Studies at the University of Vermont; Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust Studien; Salzburg Global Seminar; KZ-Gedenkstätten Mauthausen und Ebensee;  "erinnern.at" – Nationalsozialismus und Holocaust: Gedächtnis und Gegenwart; Kunst- und Erinnerungsprojekt „Stolpersteine für Europa“, Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes;  Berufsvertretungen aus den Feldern Schule, Erwachsenenbildung, Psychotherapie, Seniorenbetreuung und andere psychosoziale Dienste, die im Kontext von „Geschichte – Biografie – Verarbeitung“ zeitgeschichtliches Orientierungswissen nachfragen.

 

Publikationen (Auswahl)

Helga EMBACHER, (1999) Jews In Austria During The Nazi-Era und After 1945”, in: The Bulletin Of The Center For The Holocaust Studies At The University of Vermont 4/1 (1999),  1-5.

Albert LICHTBLAU, Hg., Leo Baeck Institute. Als hätten wir dazugehört: österreichisch-jüdische Lebensgeschichten aus der Habsburgermonarchie, Wien 1999.

Grazia PRONTERA, “Unsere und deren Komplexe”. Italiener in Wolfsburg. Berichte, Darstellungen und Meinungen in der lokalen Presse (1962-1975), in: Gabriele Metzler, Hg., Das Andere denken. Repräsentationen von Migration in Westeuropa und in USA im 20. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2013, 261-280.

Andreas SCHMOLLER, Vergangenheit, die nicht vergeht. Das Gedächtnis der Shoah in Frankreich seit 1945 im Medium Film. Innsbruck / Wien / Bozen 2010, online unter: https://e-book.fwf.ac.at/detail_object/o:48?SID=&actPage=&type=listview (28.12.2017).

Heinrich AMMERER, Hg., Nationalsozialismus und Holocaust im Geschichtsunterricht. Historische Sozialkunde 3 (2016), Wien 2016.

Heinrich AMMERER / Christoph KÜHBERGER: Wie stehen Salzburger PflichtschülerInnen zu Nationalsozialismus, Holocaust, Erinnerungskultur und den Mahnmalen in der Stadt Salzburg? In: Historische Sozialkunde 3 (2016), 4-10.

Christoph KÜHBERGER/ Herbert NEUREITER, Zum Umgang mit Nationalsozialismus, Holocaust und Erinnerungskultur. Eine quantitative Untersuchung bei Lernenden und Lehrenden an Salzburger Schulen aus geschichtsdidaktischer Perspektive. Schwalbach am Taunuss, 2017.

Christoph KÜHBERGER, Teaching the Holocaust and National Socialism in Austria. Politics of Memory, History Classes and Empirical Insights, in: Holocaust Studies.  A Journal of Culture and History 23/3 (2017), 396-424.

Christoph KÜHBERGER, Hitler-Mythen in österreichischen Geschichtsschulbüchern. Qualitative und quantitative Aspekte zum Problem der Personalisierung, in: Roland BERNHARD u. a., Hg., Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern. Von Marathon bis zum Élysée-Vertrag, Göttingen 2017, 185-212.

Christoph KÜHBERGER, Migrationsgesellschaftliche Erkundungen zum Umgang mit Nationalsozialismus und Holocaust an Neuen Mittelschulen in Österreich, in: Philipp MITTNIK, Hg., Empirische Einsichten in der Politischen Bildung, Innsbruck / Wien 2017, 77-92.

 

Kontakt:

Für weitere Informationen zur Forschungssäule Vergleichende Faschismus-, Diktatur- und Genozidforschung kontaktieren Sie uns bitte.

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  • News
    Am: 15.11.2018 // Zeit: 18:30h s.t. - 20:00h // Ort: Hörsaal 207 der Rechtswiss. Fakultät der Universität Salzburg // Churfürststraße 1 // A-5020 Salzburg // (Zugang beschildert)
    Die neunte Tagung der "Salzburger interdisziplinären Diskurse" zum Thema "Kommunikation und Medien zwischen Kulturindustrie, Lebenswelt und Politik" findet am 15./16. November 2018 im Europasaal der Edmundsburg (Mönchsberg 2, Salzburg) statt.
    Tagung zu Übersetzung und Polemik im KunstQuartier // Donnerstag, 15. November, 18:30h ABENDVORTRAG: ULRICH WYSS (Frankfurt am Main): Übersetzen als Polemik – Borchardts Dante // Bergstr. 12a, 1. OG, W&K-Atelier // www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik-polemikkunst
    Florian P. Schiestll hält am 16. November 2018 um 14:00 Uhr im HS 435 der NW-Fakultät einen Gastvortrag zum Thema "Divergent floral evolution driven by pollinators and herbivores". Der Fachbereich Biowissenschaften lädt herzlich dazu ein!
    Rudolf Krska hält am 16. November 2018 um 11:30 Uhr im HS 421 der NW-Fakultät einen Gastvortrag zum Thema "Novel (Integrated) Methods to Control, Detect and Reduce Mycotoxins in Food and Feed". Der Fachbereich Biowissenschaften lädt herzlich dazu ein!
    Es ist wieder so weit, am 17. November 2018 findet das Konzert des Universitätsorchesters für dieses Semester statt.
    Der Fachbereich Psychologie lädt am 17.11.18 zum Fest-Symposium zur 20-jährigen Kooperation der Stadt Salzburg, Senioreneinrichtungen, und der Universität Salzburg, Fachbereich Psychologie, ein.
    Mo. 19.11.2018, 17.15 Uhr, HS E.001 (Unipark) - ao. Univ.-Prof. Dr. Agnethe Siquans (Wien) - Kirchenväter und Judentum
    Herr Dr. Sven Th. Schipporeit (Institut für Klassische Archäologie, Universität Wien) hält zu diesem Thema am Mi, 21. November 2018, 18.30 Uhr, in der Abgusssammlungs SR E.33, Residenzplatz 1, einen Vortrag
    Vortrag von Prof. Dr. Samuel Mössner, WWU Münster, am Mittwoch, 21.11.2018 um 18h im HS 436, Naturwissenschaftliche Fakultät
    Sebastian Meyer hält am 23. November 2018 um 14:00 Uhr im HS 436 der NW-Fakultät einen Gastvortrag zum Thema "Biodiversity-ecosystem functioning relationships and their drivers in natural and anthropogenic systems with an emphasis on species interactions". Der Fachbereich Biowissenschaften lödt herzlich dazu ein!
    The workshop aims to examine the musicality of the body and vice versa the corporeality of music from a choreographic perspective. This approach corresponds with the extension of the concept of music as well as the questioning of performance traditions in the context of New Music, which also puts a stronger emphasis on the body.
    The relatively young democracy Poland, whose political climate has intensified considerably since the last elections, is also moving increasingly to the fore. Politically critical leaders of representative cultural organisations have been and continue to be replaced by the new administration, while independent creative artists appear to be able to find niches so far or already live outside the country.
    Vom 29.11. bis 01.12.2018 im Unipark Nonntal
    Salzburger Innovationstagung 2018 am 29.11.2018 ab 15 Uhr in der Großen Universitätsaula – ITG, Land Salzburg, Wirtschaftskammer und Salzburger Hochschulkonferenz
    Das Symposion der Katholische-Theologischen Fakultät findet am 29. und 30. November anlässlich der Aufhebung im Jahre 1938 statt. Veranstaltungsort ist der Hörsaal 101 der Theologischen Fakultät, Universitätsplatz 1.
    Am 30. November im Rahmen der Tagung Digital Humanities Austria 2018
    Am 6. Dezember 2018 finden an der Universität Salzburg die WTZ Training Days zum Thema Kommunikation, Dissemination und Verbreitung in H2020-Projekten statt.
  • Veranstaltungen
  • 15.11.18 Übersetzung und Polemik
    15.11.18 Vorträge der Salzburger Juristischen Gesellschaft
    16.11.18 Übersetzung und Polemik
    16.11.18 "Probleme des Vorsteuerabzuges mit Schwerpunkt Umsatzsteuerbetrug"
    17.11.18 "Probleme des Vorsteuerabzuges mit Schwerpunkt Umsatzsteuerbetrug"
    17.11.18 Übersetzung und Polemik
    17.11.18 Konzert des Universitätsorchesters Salzburg
    19.11.18 Medeas furor: Christliche Mythenkritik in Dracontius' Romulea?
    21.11.18 Zeit und Kult in der Gründungsphase der neuen Polis Rhodos
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