Titelbild der Forschungssäule Subjektorientierte Geschichts- und Politikdidaktik

Ziele und Kurzbeschreibung

Als vorherrschendes Paradigma sowohl in der Geschichtsdidaktik als auch in der Politischen Bildung gilt die Ausrichtung des Unterrichts auf reflektierte Lernziele und den Bezug zum Lerninhalt. Darüber hinaus stehen Förderungen jener domänenspezifischer Kompetenzen, die elaboriertes Historisches und Politisches Denken ermöglichen, im Vordergrund. Am Fachbereich Geschichte konzentrieren wir uns in der Fachdidaktik auf die Frage, wie kompetenzorientierter Geschichts- und Politikunterricht empirisch fundiert und pragmatisch effizient umgesetzt wird. Zudem betrachten wir, wie die etablierte Kompetenzorientierung auf theoretischer, empirischer und pragmatischer Ebene weiterentwickelt werden kann. Subjektorientierte Geschichts- und Politikdidaktik ist als forschungsgeleitete Lehre (in LehrerInnenaus- und weiterbildung) zu verstehen, welche die Lehrenden befähigen soll, SchülerInnen bei der Reflexion ihrer Sinnbildungsprozesse anzuleiten. Diese gewinnen dabei ein reflektiertes und selbstreflexives Geschichts- und Politikbewusstsein sowie ein fundiertes historisches Orientierungsvermögen.

Die Forschungssäule bedient sich konstruktivistischer Grundsätze. Sie betrachtet Geschichte als Versuch einer Rekonstruktion von Vergangenheit und zielt darauf ab, SchülerInnen den Konstruktionscharakter von Geschichte nahezubringen. Sie versteht menschliches Geschichtsbewusstsein dabei nicht als Konstante, sondern als fluide Variable, die es Individuen erlaubt, sich in Beziehung zur Vergangenheit zu setzen, um so besser auf die Zukunft vorbereitet zu sein.

Im Rahmen der Subjektorientierten Geschichts- und Politikdidaktik ist Politik ein öffentlicher Handlungsraum, in dem unterschiedliche Interessen abgeglichen werden müssen. Didaktisch versuchen wir, Konzepte zu entwickeln und zu diskutieren, die SchülerInnen auf den politischen Alltag vorbereiten.

 

Beteiligte Mitglieder des Fachbereichs

Heinrich Ammerer

Ewald Hiebl

Kristina Karl

Christoph Kühberger

Karl Rothauer 

 

Vernetzungen / Kooperationen (Auswahl)

School of Education / Universität Salzburg, Bundeszentrum für Gesellschaftliches Lernen / Pädagogische Hochschule Salzburg Stefan Zweig, Zentrum für Politische Bildung/ Pädagogische Hochschule Wien, Fachdidaktikzentrum Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung/ Universität Wien, CLIOHnet2 (europäisches Geschichtsnetzwerk)

 

Publikationen (Auswahl)

Thomas HELLMUTH / Christoph KÜHBERGER, Red., Geschichtsdidaktik aus subjektorientierter Perspektive. Historische Sozialkunde 2 (2012), Wien 2012.

Christoph KÜHBERGER, Geschichte schreiben - Ansätze einer subjektorientierten Geschichtsdidaktik, in: Thomas HELLMUTH / Christoph KÜHBERGER, Hg., Geschichtsdidaktik aus subjektorientierter Perspektive. Historische Sozialkunde 2 (2012), Wien 2012, 31-40.

Heinrich AMMERER / Thomas HELLMUTH / Christoph KÜHBERGER, Hg., Subjektorientierte Geschichtsdidaktik, Schwalbach am Taunus 2015.

Heinrich AMMERER / Peter SEIXAS, Historical Consciousness in Austrian (Salzburg) and Canadian (Vancouver) Youth. Findings of an Intercultural Comparison Study, in: Heinrich AMMERER / Thomas HELLMUTH / Christoph KÜHBERGER, Hg., Subjektorientierte Geschichtsdidaktik, Schwalbach am Taunus 2015, 273-318.

Christoph KÜHBERGER, Subjektorientierte Geschichtsdidaktik. Eine Annäherung zwischen Theorie, Empirie und Pragmatik, in: Heinrich AMMERER / Thomas HELLMUTH / Christoph KÜHBERGER, Hg., Subjektorientierte Geschichtsdidaktik, Schwalbach am Taunus 2015, 13-47.

Christoph KÜHBERGER / Robert SCHNEIDER, Hg., Inklusion im Geschichtsunterricht. Zur Bedeutung geschichtsdidaktischer und sonderpädagogischer Fragen im Kontext inklusiven Geschichtsunterrichtes, Bad Heilbrunn 2016.

Christoph KÜHBERGER., Fachdidaktische Diagnose als notwendige Voraussetzung im Umgang mit Heterogenität. Subjektorientierte Zugänge für das historische Lernen, in: Silvia KRONBERGER / Christoph KÜHBERGER / Manfred Oberlechner, Hg., Diversitätskategorien in der Lehramtsausbildung. Ein Handbuch, Innsbruck / Wien 2016, 299-314.

Christoph KÜHBERGER, Concept Cartoons für den Geschichts- und Politikunterricht. Ein subjektorientierter Zugang zur Diagnostik und Methodik, in: Informationen zur Politischen Bildung 41 (2017), 23-29.

Christoph KÜHBERGER / Philippe WEBER, Dialogisches historisches Lernen - ein produktiver Zugang der inneren Differenzierung, in: Geschichte lernen, 178 (2017), 32-39.

Christoph KÜHBERGER, The Private Use of Public History, in: Marko DEMANTOWSKY, Hg., Public History and School. International Perspectives, München 2018.

Heinrich AMMERER, Hg., Nationalsozialismus und Holocaust im Geschichtsunterricht. Historische Sozialkunde 3 (2016), Wien 2016.

Heinrich AMMERER / Christoph KÜHBERGER: Wie stehen Salzburger PflichtschülerInnen zu Nationalsozialismus, Holocaust, Erinnerungskultur und den Mahnmalen in der Stadt Salzburg? In: Historische Sozialkunde 3 (2016), 4-10.

Christoph KÜHBERGER/ Herbert NEUREITER, Zum Umgang mit Nationalsozialismus, Holocaust und Erinnerungskultur. Eine quantitative Untersuchung bei Lernenden und Lehrenden an Salzburger Schulen aus geschichtsdidaktischer Perspektive. Schwalbach am Taunuss, 2017.

Christoph KÜHBERGER, Teaching the Holocaust and National Socialism in Austria. Politics of Memory, History Classes and Empirical Insights, in: Holocaust Studies. A Journal of Culture and History 23/3 (2017), 396-424.

Christoph KÜHBERGER, Hitler-Mythen in österreichischen Geschichtsschulbüchern. Qualitative und quantitative Aspekte zum Problem der Personalisierung, in: Roland BERNHARD u. a., Hg., Mythen in deutschsprachigen Geschichtsschulbüchern. Von Marathon bis zum Élysée-Vertrag, Göttingen 2017, 185-212.

Christoph KÜHBERGER, Migrationsgesellschaftliche Erkundungen zum Umgang mit Nationalsozialismus und Holocaust an Neuen Mittelschulen in Österreich, in: Philipp MITTNIK, Hg., Empirische Einsichten in der Politischen Bildung, Innsbruck / Wien 2017, 77-92.

 

Kontakt

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    Montag, 03. Februar 2020, 13:30-15 Uhr, Hörsaal E.001 (UNIPARK Nonntal, Erzabt-Klotz-Str. 1). Es wird das Konzept der Uni 55-PLUS im Detail vorgestellt und die Teilnahmemodalitäten (Anmeldeverfahren) erläutert. Es wird empfohlen, die anschließend stattfindende Veranstaltung für „Bisherige“ ebenfalls zu besuchen. Eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist nicht erforderlich.
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